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Schwappach, Adam: Forstpolitik, Jagd- und Fischereipolitik. Leipzig, 1894.

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B. Zweiter (spezieller) Teil.
b) der Konsumtion und c) dem Umlaufe der Forstprodukte; endlich darf
d) auch die geistige Arbeit auf dem Gebiete der Forstwissenschaft von
der statistischen Untersuchung nicht ausgeschlossen werden; eine be-
sondere Abteilung der Forststatistik hat sich daher mit dem forstlichen
Bildungswesen nach allen seinen Richtungen zu befassen.

Man kann demnach als Gegenstände der Forststatistik im weiteren
Umfange folgende anführen:

1. Wirtschaftsstatistik und zwar a) der Wirtschaftsfläche,
b) des Besitzstandes und Betriebes, c) der Wirtschaftsverluste und
Hindernisse, d) des Wirtschaftsaufwandes, e) der Wirtschaftserträge.

2. Verbrauchsstatistik hinsichtlich der Verwendung der forst-
lichen Rohprodukte durch Verarbeitung und Verbrauch.

3. Verkehrsstatistik hinsichtlich des Holztransportes auf den Eisen-
bahnen und Wasserstrassen, sowie der Ein- und Ausfuhr in das Zollgebiet.

4. Wissenschaftsstatistik hinsichtlich des forstlichen Bildungs-,
Prüfungs- und Vereinswesens, sowie des Aufwandes für Wissenschaft
und Unterricht.

Die beschreibende Forststatistik gehört demnach ihrem wesent-
lichen Inhalte nach zur sozialen Statistik und zwar durch die Dar-
stellung der Produktions-, Konsumtions- und Umlaufsverhältnisse zur
wirtschaftlichen oder ökonomischen Statistik, die Untersuchung
der forstlichen Wissenschaft und Bildung zur Kulturstatistik.

Die Forststatistik liefert aber auch eine ganze Reihe von That-
sachen, wie z. B. Grösse der Waldfläche, Verteilung nach Landesteilen
und Besitzstand, Forstfrevelverhältnisse, Grösse der Ein- und Ausfuhr,
welche einen interessanten Einblick in die öffentlichen Zustände ge-
währen und einen charakteristischen Teil der Staatsbeschreibung bilden.
Die Forststatistik schlägt daher teilweise auch in das Gebiet der
politischen Statistik oder Staatenkunde ein.

Die einzelnen Teile der Forststatistik besitzen jedoch keine gleich-
mässige Bedeutung, ebensowenig ist es möglich und zweckmässig, die
Erhebung allenthalben durch die nämlichen Organe bewirken zu lassen.

Die Wissenschaftsstatistik kann, wie es z. Z. der Fall ist, im
wesentlichen ihre Pflege durch die üblichen amtlichen Publikationen,
periodischen Litteraturnachweise und forstlichen Zeitschriften finden.

Die Verkehrs- und Verbrauchsstatistik scheidet jedenfalls aus dem
Kreise der Erhebungen aus, welche von den Forstverwaltungen vor-
zunehmen sind. Die Verbrauchsstatistik besitzt ungeachtet ihrer all-
gemeinen wirtschaftlichen Bedeutung für den Forstbetrieb nur unter-
geordnete Wichtigkeit, ausserdem ist sie aber auch der Erforschung
im Wege der ziffernmässigen Erhebung schwer zugänglich.

Das eigentliche Gebiet der Forststatistik im engeren Sinne wird
demnach durch die Wirtschaftsstatistik gebildet.


B. Zweiter (spezieller) Teil.
b) der Konsumtion und c) dem Umlaufe der Forstprodukte; endlich darf
d) auch die geistige Arbeit auf dem Gebiete der Forstwissenschaft von
der statistischen Untersuchung nicht ausgeschlossen werden; eine be-
sondere Abteilung der Forststatistik hat sich daher mit dem forstlichen
Bildungswesen nach allen seinen Richtungen zu befassen.

Man kann demnach als Gegenstände der Forststatistik im weiteren
Umfange folgende anführen:

1. Wirtschaftsstatistik und zwar a) der Wirtschaftsfläche,
b) des Besitzstandes und Betriebes, c) der Wirtschaftsverluste und
Hindernisse, d) des Wirtschaftsaufwandes, e) der Wirtschaftserträge.

2. Verbrauchsstatistik hinsichtlich der Verwendung der forst-
lichen Rohprodukte durch Verarbeitung und Verbrauch.

3. Verkehrsstatistik hinsichtlich des Holztransportes auf den Eisen-
bahnen und Wasserstraſsen, sowie der Ein- und Ausfuhr in das Zollgebiet.

4. Wissenschaftsstatistik hinsichtlich des forstlichen Bildungs-,
Prüfungs- und Vereinswesens, sowie des Aufwandes für Wissenschaft
und Unterricht.

Die beschreibende Forststatistik gehört demnach ihrem wesent-
lichen Inhalte nach zur sozialen Statistik und zwar durch die Dar-
stellung der Produktions-, Konsumtions- und Umlaufsverhältnisse zur
wirtschaftlichen oder ökonomischen Statistik, die Untersuchung
der forstlichen Wissenschaft und Bildung zur Kulturstatistik.

Die Forststatistik liefert aber auch eine ganze Reihe von That-
sachen, wie z. B. Gröſse der Waldfläche, Verteilung nach Landesteilen
und Besitzstand, Forstfrevelverhältnisse, Gröſse der Ein- und Ausfuhr,
welche einen interessanten Einblick in die öffentlichen Zustände ge-
währen und einen charakteristischen Teil der Staatsbeschreibung bilden.
Die Forststatistik schlägt daher teilweise auch in das Gebiet der
politischen Statistik oder Staatenkunde ein.

Die einzelnen Teile der Forststatistik besitzen jedoch keine gleich-
mäſsige Bedeutung, ebensowenig ist es möglich und zweckmäſsig, die
Erhebung allenthalben durch die nämlichen Organe bewirken zu lassen.

Die Wissenschaftsstatistik kann, wie es z. Z. der Fall ist, im
wesentlichen ihre Pflege durch die üblichen amtlichen Publikationen,
periodischen Litteraturnachweise und forstlichen Zeitschriften finden.

Die Verkehrs- und Verbrauchsstatistik scheidet jedenfalls aus dem
Kreise der Erhebungen aus, welche von den Forstverwaltungen vor-
zunehmen sind. Die Verbrauchsstatistik besitzt ungeachtet ihrer all-
gemeinen wirtschaftlichen Bedeutung für den Forstbetrieb nur unter-
geordnete Wichtigkeit, auſserdem ist sie aber auch der Erforschung
im Wege der ziffernmäſsigen Erhebung schwer zugänglich.

Das eigentliche Gebiet der Forststatistik im engeren Sinne wird
demnach durch die Wirtschaftsstatistik gebildet.


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[130/0148] B. Zweiter (spezieller) Teil. b) der Konsumtion und c) dem Umlaufe der Forstprodukte; endlich darf d) auch die geistige Arbeit auf dem Gebiete der Forstwissenschaft von der statistischen Untersuchung nicht ausgeschlossen werden; eine be- sondere Abteilung der Forststatistik hat sich daher mit dem forstlichen Bildungswesen nach allen seinen Richtungen zu befassen. Man kann demnach als Gegenstände der Forststatistik im weiteren Umfange folgende anführen: 1. Wirtschaftsstatistik und zwar a) der Wirtschaftsfläche, b) des Besitzstandes und Betriebes, c) der Wirtschaftsverluste und Hindernisse, d) des Wirtschaftsaufwandes, e) der Wirtschaftserträge. 2. Verbrauchsstatistik hinsichtlich der Verwendung der forst- lichen Rohprodukte durch Verarbeitung und Verbrauch. 3. Verkehrsstatistik hinsichtlich des Holztransportes auf den Eisen- bahnen und Wasserstraſsen, sowie der Ein- und Ausfuhr in das Zollgebiet. 4. Wissenschaftsstatistik hinsichtlich des forstlichen Bildungs-, Prüfungs- und Vereinswesens, sowie des Aufwandes für Wissenschaft und Unterricht. Die beschreibende Forststatistik gehört demnach ihrem wesent- lichen Inhalte nach zur sozialen Statistik und zwar durch die Dar- stellung der Produktions-, Konsumtions- und Umlaufsverhältnisse zur wirtschaftlichen oder ökonomischen Statistik, die Untersuchung der forstlichen Wissenschaft und Bildung zur Kulturstatistik. Die Forststatistik liefert aber auch eine ganze Reihe von That- sachen, wie z. B. Gröſse der Waldfläche, Verteilung nach Landesteilen und Besitzstand, Forstfrevelverhältnisse, Gröſse der Ein- und Ausfuhr, welche einen interessanten Einblick in die öffentlichen Zustände ge- währen und einen charakteristischen Teil der Staatsbeschreibung bilden. Die Forststatistik schlägt daher teilweise auch in das Gebiet der politischen Statistik oder Staatenkunde ein. Die einzelnen Teile der Forststatistik besitzen jedoch keine gleich- mäſsige Bedeutung, ebensowenig ist es möglich und zweckmäſsig, die Erhebung allenthalben durch die nämlichen Organe bewirken zu lassen. Die Wissenschaftsstatistik kann, wie es z. Z. der Fall ist, im wesentlichen ihre Pflege durch die üblichen amtlichen Publikationen, periodischen Litteraturnachweise und forstlichen Zeitschriften finden. Die Verkehrs- und Verbrauchsstatistik scheidet jedenfalls aus dem Kreise der Erhebungen aus, welche von den Forstverwaltungen vor- zunehmen sind. Die Verbrauchsstatistik besitzt ungeachtet ihrer all- gemeinen wirtschaftlichen Bedeutung für den Forstbetrieb nur unter- geordnete Wichtigkeit, auſserdem ist sie aber auch der Erforschung im Wege der ziffernmäſsigen Erhebung schwer zugänglich. Das eigentliche Gebiet der Forststatistik im engeren Sinne wird demnach durch die Wirtschaftsstatistik gebildet.

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Zitationshilfe: Schwappach, Adam: Forstpolitik, Jagd- und Fischereipolitik. Leipzig, 1894, S. 130. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/schwappach_forstpolitik_1894/148>, abgerufen am 20.04.2021.