Specht, Christian: Die von dem grossen Himmels-Könige in das Freuden-volle Jubiläum der ewigen Vermählung ... aufgenommene Himmels Braut. Wolfenbüttel, 1704.Am dritten Tage aber zog sich Esther Königlich an. Denn als numehro unserer Preiß-würdigsten Gottgeheiligten Hertzogin dritter / letzter / und aber auch höchster Ehren-Tag / der vierdte Tag des Monats Februarii, als der Tag Ihres Hochseeligsten Todes / ja was sage ich / Todes? Ihres süssesten Einschlaffs und Eingangs zum ewigem Leben / hereintrat / an welchem Tage die Engel GOttes die starcken Helden / Befehl hatten / in das ewige Jubilaeum zu Vollenziehung der herrlichen Hochzeit des Lamms / unsere Preiß-würdigste Gottgeheiligte Hertzogin / in das Himmlische Jerusalem allerprächtigst aufzuholen / da zog sich unsere Esther wol recht Königlich an / da legete Sie die Kleider der Sterbligkeit ab / ja alle Fürstliche Kleider sambt allem herrlichem Schmuck / darinn sie zwar Ihrem hohem Stande gemäß / dennoch wider Ihren Willen mit Esther öffters prangen muste / die legete Sie numehro ab / und überkleidete sich hergegen mit dem schneeweissem Kleide der Unsterblichkeit. Die hellen Kleider von dem Stein Amiantus, wie wir gehöret / kunten viel hundert / ja wol über tausend Jahr brennen / aber zuletzt vergiengen sie doch mit der Zeit. Allein / das schneeweisse Kleid der Unsterblichkeit / das unsere Hochseeligste Hertzogin an Ihrem drittem Ehren-Tage angezogen / das wird in alle Ewigkeit nicht verwesen / sondern wird in dem Feuer / Glantz und Licht der Göttlichen Klarheit / noch mehr und mehr aus einer Klarheit in die andere / auff ewig verkläret werden. Denn Sie ist nun kommen zu dem / der da wohnet in einem Licht / dazu kein Sterblicher kommen kan / woselbst die Engel ein dem andern zuruffen: Komm / ich will dir das Weib zeigen / die Braut des Lamms / die da erlanget hat die Herrlichkeit GOttes / deren Licht gleich ist dem alleredelstem Stein / einem hellen Jaspis / Offenb. Joh. 21. War die Verklärung Christi im Stande seiner Erniedrigung / auff dem heiligem Berge / dermaassen herrlich / daß sein Angesicht leuchtete und gläntzete / wie die Sonne / und seine Kleider weiß wurden / als ein Licht / so helle und weiß / wie der Schnee / daß sie kein Färber oder Mahler auff Erden so weiß machen kan. Matth. 17. Marc. und Luc. 9. So bedencke Eure Liebe einmal / was das für ein helles und gläntzendes Kleid Am dritten Tage aber zog sich Esther Königlich an. Denn als numehro unserer Preiß-würdigsten Gottgeheiligten Hertzogin dritter / letzter / und aber auch höchster Ehren-Tag / der vierdte Tag des Monats Februarii, als der Tag Ihres Hochseeligsten Todes / ja was sage ich / Todes? Ihres süssesten Einschlaffs und Eingangs zum ewigem Leben / hereintrat / an welchem Tage die Engel GOttes die starcken Helden / Befehl hatten / in das ewige Jubilaeum zu Vollenziehung der herrlichen Hochzeit des Lam̃s / unsere Preiß-würdigste Gottgeheiligte Hertzogin / in das Himmlische Jerusalem allerprächtigst aufzuholen / da zog sich unsere Esther wol recht Königlich an / da legete Sie die Kleider der Sterbligkeit ab / ja alle Fürstliche Kleider sambt allem herrlichem Schmuck / darinn sie zwar Ihrem hohem Stande gemäß / dennoch wider Ihren Willen mit Esther öffters prangen muste / die legete Sie numehro ab / und überkleidete sich hergegen mit dem schneeweissem Kleide der Unsterblichkeit. Die hellen Kleider von dem Stein Amiantus, wie wir gehöret / kunten viel hundert / ja wol über tausend Jahr brennen / aber zuletzt vergiengen sie doch mit der Zeit. Allein / das schneeweisse Kleid der Unsterblichkeit / das unsere Hochseeligste Hertzogin an Ihrem drittem Ehren-Tage angezogen / das wird in alle Ewigkeit nicht verwesen / sondern wird in dem Feuer / Glantz und Licht der Göttlichen Klarheit / noch mehr und mehr aus einer Klarheit in die andere / auff ewig verkläret werden. Denn Sie ist nun kommen zu dem / der da wohnet in einem Licht / dazu kein Sterblicher kommen kan / woselbst die Engel ein dem andern zuruffen: Komm / ich will dir das Weib zeigen / die Braut des Lamms / die da erlanget hat die Herrlichkeit GOttes / deren Licht gleich ist dem alleredelstem Stein / einem hellen Jaspis / Offenb. Joh. 21. War die Verklärung Christi im Stande seiner Erniedrigung / auff dem heiligem Berge / dermaassen herrlich / daß sein Angesicht leuchtete und gläntzete / wie die Sonne / und seine Kleider weiß wurden / als ein Licht / so helle und weiß / wie der Schnee / daß sie kein Färber oder Mahler auff Erden so weiß machen kan. Matth. 17. 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Ihres süssesten Einschlaffs und Eingangs zum ewigem Leben / hereintrat / an welchem Tage die Engel GOttes die starcken Helden / Befehl hatten / in das ewige Jubilaeum zu Vollenziehung der herrlichen Hochzeit des Lam̃s / unsere Preiß-würdigste Gottgeheiligte Hertzogin / in das Himmlische Jerusalem allerprächtigst aufzuholen / da zog sich unsere Esther wol recht Königlich an / da legete Sie die Kleider der Sterbligkeit ab / ja alle Fürstliche Kleider sambt allem herrlichem Schmuck / darinn sie zwar Ihrem hohem Stande gemäß / dennoch wider Ihren Willen mit Esther öffters prangen muste / die legete Sie numehro ab / und überkleidete sich hergegen mit dem schneeweissem Kleide der Unsterblichkeit. Die hellen Kleider von dem Stein Amiantus, wie wir gehöret / kunten viel hundert / ja wol über tausend Jahr brennen / aber zuletzt vergiengen sie doch mit der Zeit. Allein / das schneeweisse Kleid der Unsterblichkeit / das unsere Hochseeligste Hertzogin an Ihrem drittem Ehren-Tage angezogen / das wird in alle Ewigkeit nicht verwesen / sondern wird in dem Feuer / Glantz und Licht der Göttlichen Klarheit / noch mehr und mehr aus einer Klarheit in die andere / auff ewig verkläret werden. Denn Sie ist nun kommen zu dem / der da wohnet in einem Licht / dazu kein Sterblicher kommen kan / woselbst die Engel ein dem andern zuruffen: Komm / ich will dir das Weib zeigen / die Braut des Lamms / die da erlanget hat die Herrlichkeit GOttes / deren Licht gleich ist dem alleredelstem Stein / einem hellen Jaspis / Offenb. Joh. 21. War die Verklärung Christi im Stande seiner Erniedrigung / auff dem heiligem Berge / dermaassen herrlich / daß sein Angesicht leuchtete und gläntzete / wie die Sonne / und seine Kleider weiß wurden / als ein Licht / so helle und weiß / wie der Schnee / daß sie kein Färber oder Mahler auff Erden so weiß machen kan. Matth. 17. 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Am dritten Tage aber zog sich Esther Königlich an. Denn als numehro unserer Preiß-würdigsten Gottgeheiligten Hertzogin dritter / letzter / und aber auch höchster Ehren-Tag / der vierdte Tag des Monats Februarii, als der Tag Ihres Hochseeligsten Todes / ja was sage ich / Todes? Ihres süssesten Einschlaffs und Eingangs zum ewigem Leben / hereintrat / an welchem Tage die Engel GOttes die starcken Helden / Befehl hatten / in das ewige Jubilaeum zu Vollenziehung der herrlichen Hochzeit des Lam̃s / unsere Preiß-würdigste Gottgeheiligte Hertzogin / in das Himmlische Jerusalem allerprächtigst aufzuholen / da zog sich unsere Esther wol recht Königlich an / da legete Sie die Kleider der Sterbligkeit ab / ja alle Fürstliche Kleider sambt allem herrlichem Schmuck / darinn sie zwar Ihrem hohem Stande gemäß / dennoch wider Ihren Willen mit Esther öffters prangen muste / die legete Sie numehro ab / und überkleidete sich hergegen mit dem schneeweissem Kleide der Unsterblichkeit. Die hellen Kleider von dem Stein Amiantus, wie wir gehöret / kunten viel hundert / ja wol über tausend Jahr brennen / aber zuletzt vergiengen sie doch mit der Zeit. Allein / das schneeweisse Kleid der Unsterblichkeit / das unsere Hochseeligste Hertzogin an Ihrem drittem Ehren-Tage angezogen / das wird in alle Ewigkeit nicht verwesen / sondern wird in dem Feuer / Glantz und Licht der Göttlichen Klarheit / noch mehr und mehr aus einer Klarheit in die andere / auff ewig verkläret werden. Denn Sie ist nun kommen zu dem / der da wohnet in einem Licht / dazu kein Sterblicher kommen kan / woselbst die Engel ein dem andern zuruffen: Komm / ich will dir das Weib zeigen / die Braut des Lamms / die da erlanget hat die Herrlichkeit GOttes / deren Licht gleich ist dem alleredelstem Stein / einem hellen Jaspis / Offenb. Joh. 21. War die Verklärung Christi im Stande seiner Erniedrigung / auff dem heiligem Berge / dermaassen herrlich / daß sein Angesicht leuchtete und gläntzete / wie die Sonne / und seine Kleider weiß wurden / als ein Licht / so helle und weiß / wie der Schnee / daß sie kein Färber oder Mahler auff Erden so weiß machen kan. Matth. 17. Marc. und Luc. 9. So bedencke Eure Liebe einmal / was das für ein helles und gläntzendes Kleid
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