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Spindler, Christian Gotthold: Unschuldige Jugend-Früchte. Leipzig, 1745.

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Grab-Schrifften.
Auf ein Soldaten-Kind.
Jul. Soph. Pfeifferin. 1744.
Mars bläst zu Feld,
Du, Julgen fliehst die Welt,
Du wilst nicht mit ins Lager ziehen,
Du wilst diß Angst-Getümmel fliehen.
Jch geh ins Feld,
Und du ins Himmels-Zelt.
Auf einen Musicum.
J. A. Steinmetz. 1744.
Das Sterben kennt nicht Tact und Noten,
Jch war ein guter Musicus,
Und doch bin ich im Reich der Todten,
Mein Leben gehet zum Beschluß.
Jhr Eltern, euer lieber Sohn
Hört itzo einen höhern Thon.
Drum wischt die Jammer-Zähren ab,
Und gönnet ihm das sanffte Grab.
Einer frommen Ehe-Frau.
J. D. Hanckin. 1744.
Sey getreu bis an das Ende,
Ja das hab ich auch gethan.
Vater, nimm in deine Hände
Meine Seele gnädigst an.
Da ich hier mit Macht gestritten,
Da ich vieles Creutz erlitten,
Geh ich in das Zion ein,
Wo viel tausend Fromme seyn.
Auf
Grab-Schrifften.
Auf ein Soldaten-Kind.
Jul. Soph. Pfeifferin. 1744.
Mars blaͤſt zu Feld,
Du, Julgen fliehſt die Welt,
Du wilſt nicht mit ins Lager ziehen,
Du wilſt diß Angſt-Getuͤmmel fliehen.
Jch geh ins Feld,
Und du ins Himmels-Zelt.
Auf einen Muſicum.
J. A. Steinmetz. 1744.
Das Sterben kennt nicht Tact und Noten,
Jch war ein guter Muſicus,
Und doch bin ich im Reich der Todten,
Mein Leben gehet zum Beſchluß.
Jhr Eltern, euer lieber Sohn
Hoͤrt itzo einen hoͤhern Thon.
Drum wiſcht die Jammer-Zaͤhren ab,
Und goͤnnet ihm das ſanffte Grab.
Einer frommen Ehe-Frau.
J. D. Hanckin. 1744.
Sey getreu bis an das Ende,
Ja das hab ich auch gethan.
Vater, nimm in deine Haͤnde
Meine Seele gnaͤdigſt an.
Da ich hier mit Macht geſtritten,
Da ich vieles Creutz erlitten,
Geh ich in das Zion ein,
Wo viel tauſend Fromme ſeyn.
Auf
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[91/0111] Grab-Schrifften. Auf ein Soldaten-Kind. Jul. Soph. Pfeifferin. 1744. Mars blaͤſt zu Feld, Du, Julgen fliehſt die Welt, Du wilſt nicht mit ins Lager ziehen, Du wilſt diß Angſt-Getuͤmmel fliehen. Jch geh ins Feld, Und du ins Himmels-Zelt. Auf einen Muſicum. J. A. Steinmetz. 1744. Das Sterben kennt nicht Tact und Noten, Jch war ein guter Muſicus, Und doch bin ich im Reich der Todten, Mein Leben gehet zum Beſchluß. Jhr Eltern, euer lieber Sohn Hoͤrt itzo einen hoͤhern Thon. Drum wiſcht die Jammer-Zaͤhren ab, Und goͤnnet ihm das ſanffte Grab. Einer frommen Ehe-Frau. J. D. Hanckin. 1744. Sey getreu bis an das Ende, Ja das hab ich auch gethan. Vater, nimm in deine Haͤnde Meine Seele gnaͤdigſt an. Da ich hier mit Macht geſtritten, Da ich vieles Creutz erlitten, Geh ich in das Zion ein, Wo viel tauſend Fromme ſeyn. Auf

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Zitationshilfe: Spindler, Christian Gotthold: Unschuldige Jugend-Früchte. Leipzig, 1745, S. 91. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/spindler_jugendfruechte_1745/111>, abgerufen am 16.06.2021.