Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Spindler, Christian Gotthold: Unschuldige Jugend-Früchte. Leipzig, 1745.

Bild:
<< vorherige Seite
Theatralischer Anhang.
Eleonore.
Geh nur hinein, ich will schon vor dich sorgen.
Celinde.
Weil ihr es wollt, so muß ich euch gehorchen.
(Gehet ab.)
SCENA XIII.
Eleonore, Heinrich.
Eleonore.
O welche höhre Macht!
Hat mich um die Zufriedenheit gebracht.
O! komme, Heinrich, laß im stillen
Uns unsrer Sehnsucht Wunsch erfüllen,
Macht auch dein Armuth unser Bündniß schwer,
So bleibst du künfftighin dennoch mein Ehe-Herr.
Heinrich.
(kommt und steht tiefsinnig.)
Eleonore.
Woher? warum so traurig, so betrübt?
Heinrich.
Ach Schönste, ich bin höchst betrübt!
Eleonore.
Wie nach?
Heinr.
Ach bange Schmach!
Eleonore.
Du kanst mir es doch wohl erzehlen.
Heinrich.
Lenore, Lust der Seelen,
Du bringst Marter, Ach und Pein.
Eleonore.
Warum?
Hein-
P 2
Theatraliſcher Anhang.
Eleonore.
Geh nur hinein, ich will ſchon vor dich ſorgen.
Celinde.
Weil ihr es wollt, ſo muß ich euch gehorchen.
(Gehet ab.)
SCENA XIII.
Eleonore, Heinrich.
Eleonore.
O welche hoͤhre Macht!
Hat mich um die Zufriedenheit gebracht.
O! komme, Heinrich, laß im ſtillen
Uns unſrer Sehnſucht Wunſch erfuͤllen,
Macht auch dein Armuth unſer Buͤndniß ſchwer,
So bleibſt du kuͤnfftighin dennoch mein Ehe-Herr.
Heinrich.
(kommt und ſteht tiefſinnig.)
Eleonore.
Woher? warum ſo traurig, ſo betruͤbt?
Heinrich.
Ach Schoͤnſte, ich bin hoͤchſt betruͤbt!
Eleonore.
Wie nach?
Heinr.
Ach bange Schmach!
Eleonore.
Du kanſt mir es doch wohl erzehlen.
Heinrich.
Lenore, Luſt der Seelen,
Du bringſt Marter, Ach und Pein.
Eleonore.
Warum?
Hein-
P 2
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0259" n="227"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Theatrali&#x017F;cher Anhang.</hi> </fw><lb/>
            <sp who="#ELE">
              <speaker> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#i">Eleonore.</hi> </hi> </speaker><lb/>
              <p>Geh nur hinein, ich will &#x017F;chon vor dich &#x017F;orgen.</p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#CEL">
              <speaker> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#i">Celinde.</hi> </hi> </speaker><lb/>
              <p>Weil ihr es wollt, &#x017F;o muß ich euch gehorchen.</p><lb/>
              <stage> <hi rendition="#et">(Gehet ab.)</hi> </stage>
            </sp>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">SCENA</hi> XIII.</hi> </head><lb/>
            <stage> <hi rendition="#aq">Eleonore, Heinrich.</hi> </stage><lb/>
            <sp who="#ELE">
              <speaker> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#i">Eleonore.</hi> </hi> </speaker><lb/>
              <p><hi rendition="#in">O</hi> welche ho&#x0364;hre Macht!<lb/>
Hat mich um die Zufriedenheit gebracht.<lb/>
O! komme, Heinrich, laß im &#x017F;tillen<lb/>
Uns un&#x017F;rer Sehn&#x017F;ucht Wun&#x017F;ch erfu&#x0364;llen,<lb/>
Macht auch dein Armuth un&#x017F;er Bu&#x0364;ndniß &#x017F;chwer,<lb/>
So bleib&#x017F;t du ku&#x0364;nfftighin dennoch mein Ehe-Herr.</p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#HEI">
              <speaker> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#i">Heinrich.</hi> </hi> </speaker><lb/>
              <stage>(kommt und &#x017F;teht tief&#x017F;innig.)</stage>
            </sp><lb/>
            <sp who="#ELE">
              <speaker> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#i">Eleonore.</hi> </hi> </speaker><lb/>
              <p>Woher? warum &#x017F;o traurig, &#x017F;o betru&#x0364;bt?</p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#HEI">
              <speaker> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#i">Heinrich.</hi> </hi> </speaker><lb/>
              <p>Ach Scho&#x0364;n&#x017F;te, ich bin ho&#x0364;ch&#x017F;t betru&#x0364;bt!</p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#ELE">
              <speaker> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#i">Eleonore.</hi> </hi> </speaker><lb/>
              <p> <hi rendition="#et">Wie nach?</hi> </p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#HEI">
              <speaker> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#i">Heinr.</hi> </hi> </speaker><lb/>
              <p> <hi rendition="#et">Ach bange Schmach!</hi> </p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#ELE">
              <speaker> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#i">Eleonore.</hi> </hi> </speaker><lb/>
              <p>Du kan&#x017F;t mir es doch wohl erzehlen.</p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#HEI">
              <speaker> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#i">Heinrich.</hi> </hi> </speaker><lb/>
              <p>Lenore, Lu&#x017F;t der Seelen,<lb/>
Du bring&#x017F;t Marter, Ach und Pein.</p>
            </sp><lb/>
            <sp who="#ELE">
              <speaker> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#i">Eleonore.</hi> </hi> </speaker><lb/>
              <p> <hi rendition="#et">Warum?</hi> </p>
            </sp><lb/>
            <fw place="bottom" type="sig">P 2</fw>
            <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#i">Hein-</hi> </hi> </fw><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[227/0259] Theatraliſcher Anhang. Eleonore. Geh nur hinein, ich will ſchon vor dich ſorgen. Celinde. Weil ihr es wollt, ſo muß ich euch gehorchen. (Gehet ab.) SCENA XIII. Eleonore, Heinrich. Eleonore. O welche hoͤhre Macht! Hat mich um die Zufriedenheit gebracht. O! komme, Heinrich, laß im ſtillen Uns unſrer Sehnſucht Wunſch erfuͤllen, Macht auch dein Armuth unſer Buͤndniß ſchwer, So bleibſt du kuͤnfftighin dennoch mein Ehe-Herr. Heinrich. (kommt und ſteht tiefſinnig.) Eleonore. Woher? warum ſo traurig, ſo betruͤbt? Heinrich. Ach Schoͤnſte, ich bin hoͤchſt betruͤbt! Eleonore. Wie nach? Heinr. Ach bange Schmach! Eleonore. Du kanſt mir es doch wohl erzehlen. Heinrich. Lenore, Luſt der Seelen, Du bringſt Marter, Ach und Pein. Eleonore. Warum? Hein- P 2

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/spindler_jugendfruechte_1745
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/spindler_jugendfruechte_1745/259
Zitationshilfe: Spindler, Christian Gotthold: Unschuldige Jugend-Früchte. Leipzig, 1745, S. 227. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/spindler_jugendfruechte_1745/259>, abgerufen am 22.04.2021.