Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Sprengel, Christian Konrad: Das entdeckte Geheimniss der Natur im Bau und in der Befruchtung der Blumen. Berlin, 1793.

Bild:
<< vorherige Seite
[Spaltenumbruch]
Citrus. Tragopogon.
[Spaltenumbruch]
Achtzehnte Klasse. Polyadelphia.

Zwitterblumen, deren Filamente in mehr als zwey Körper zusammengewachsen sind.

[Spaltenumbruch]
Citrus.

Citrus medica. Zitronenbaum. Tab. XXI. 22. 28. 30.

28. Die Blume in natürlicher Stellung und Grösse.

30. Der Grund derselben. Die Saftdrüse, welche das
Pistill unterwärts umgiebt.

22. Der Kelch, die Saftdrüse und der schon befruchtete
Fruchtknoten.

Da ich diese Blume bey später Jahreszeit, nemlich im
November, untersuchte, so ist es kein Wunder, daß ich keinen
[Spaltenumbruch]

Citrus. Tragopogon. Picris.
[Spaltenumbruch] Saft in derselben fand, welchen sie doch haben muß, da sie
eine Saftdrüse hat.

1. Dieselbe ist der fleischichte gelbliche fünfseitige Körper,
welcher die Basis des Fruchtknotens umgiebt.

2. Dieser Körper ist zugleich der Safthalter.

3. Die langen Filamente beschützen den Saft vor dem
Regen. Bloß zu dieser Absicht vermuthlich sind sie unterwärts
in verschiedene Körper zusammengewachsen.

[Spaltenumbruch]

Neunzehnte Klasse. Syngenesia.

Zwitterblumen mit zusammengewachsenen Antheren.

[Spaltenumbruch]

Daß alle Blumen, welche in den fünf ersten Ordnungen
dieser Klasse vorkommen, Saftblumen, und als solche aufs
zweckmäßigste eingerichtet sind, wird man wegen der verschie-
denen Beyspiele, welche ich anführen werde, wahrscheinlich fin-
den. Zu dieser zweckmäßigen Einrichtung scheint auch der Um-
stand zu gehören, daß die Blumen, oder vielmehr Blumen-
knäufe vieler Arten nur zu gewissen Zeiten des Tages, oder
bey schönem Wetter geöffnet, die übrige Zeit aber hindurch,
oder bey schlechtem Wetter geschlossen sind. Im ersten Fall
bieten dieselben ihren Saft den Insekten an, für welche der-
selbe bestimmt ist; im letzten beschützen sie denselben vor dem
Regen, oder verwahren ihn auch vielleicht vor solchen Insek-
ten, welchen derselbe nicht eigentlich zugedacht ist. Ich glaube
also, daß dieser Umstand zu wichtigen Aufschlüssen Gelegenheit
geben könne, und daher genau bemerkt werden müsse.

Tragopogon.

Tragopogon maior. Daß diejenige Art von Bocks-
bart, welche in der hiesigen Gegend häufig wächst, nicht Tra-
gopogon pratensis,
wofür ich sie sonst immer gehalten habe,
[Spaltenumbruch] sondern T. maior sey, unter welchem Namen sie Herr D.
Willdenow in seiner Berlinischen Flora angeführt hat, wird
dadurch noch wahrscheinlicher, daß ich bey derselben dasjenige
nicht bemerkt habe, was Wahlboom in der oft angeführten
Dissertation und der Graf Mattuschka in seiner Schlesi-
schen Flora von dem T. pratensis sagen, nemlich, daß derselbe
sich bey heiterm Wetter des Morgens um 3 Uhr öffne, und
um 9 Uhr wieder schließe. Die hiesige Art habe ich Morgens
um 4 Uhr noch nicht, aber um halb 6 Uhr geöffnet, und ge-
gen Mittag noch recht ausgebreitet, gegen Abend aber geschlos-
sen gefunden.

Picris.

Picris echioides. Tab. XX. 1--5. 13.

1. Die vergrösserte Blume, von vorne gesehen.

2. Der mittelste Theil derselben, von vorne, 3. von der
Seite gesehen.

4. Ein Samenkorn aus dem Rande, 5. aus der Scheide.

13. b. Die gestielte Haarkrone eines Samenkorns aus der
Scheibe, von der Seite gesehen, nachdem die vordersten Haare

A a
[Spaltenumbruch]
Citrus. Tragopogon.
[Spaltenumbruch]
Achtzehnte Klaſſe. Polyadelphia.

Zwitterblumen, deren Filamente in mehr als zwey Koͤrper zuſammengewachſen ſind.

[Spaltenumbruch]
Citrus.

Citrus medica. Zitronenbaum. Tab. XXI. 22. 28. 30.

28. Die Blume in natuͤrlicher Stellung und Groͤſſe.

30. Der Grund derſelben. Die Saftdruͤſe, welche das
Piſtill unterwaͤrts umgiebt.

22. Der Kelch, die Saftdruͤſe und der ſchon befruchtete
Fruchtknoten.

Da ich dieſe Blume bey ſpaͤter Jahreszeit, nemlich im
November, unterſuchte, ſo iſt es kein Wunder, daß ich keinen
[Spaltenumbruch]

Citrus. Tragopogon. Picris.
[Spaltenumbruch] Saft in derſelben fand, welchen ſie doch haben muß, da ſie
eine Saftdruͤſe hat.

1. Dieſelbe iſt der fleiſchichte gelbliche fuͤnfſeitige Koͤrper,
welcher die Baſis des Fruchtknotens umgiebt.

2. Dieſer Koͤrper iſt zugleich der Safthalter.

3. Die langen Filamente beſchuͤtzen den Saft vor dem
Regen. Bloß zu dieſer Abſicht vermuthlich ſind ſie unterwaͤrts
in verſchiedene Koͤrper zuſammengewachſen.

[Spaltenumbruch]

Neunzehnte Klaſſe. Syngeneſia.

Zwitterblumen mit zuſammengewachſenen Antheren.

[Spaltenumbruch]

Daß alle Blumen, welche in den fuͤnf erſten Ordnungen
dieſer Klaſſe vorkommen, Saftblumen, und als ſolche aufs
zweckmaͤßigſte eingerichtet ſind, wird man wegen der verſchie-
denen Beyſpiele, welche ich anfuͤhren werde, wahrſcheinlich fin-
den. Zu dieſer zweckmaͤßigen Einrichtung ſcheint auch der Um-
ſtand zu gehoͤren, daß die Blumen, oder vielmehr Blumen-
knaͤufe vieler Arten nur zu gewiſſen Zeiten des Tages, oder
bey ſchoͤnem Wetter geoͤffnet, die uͤbrige Zeit aber hindurch,
oder bey ſchlechtem Wetter geſchloſſen ſind. Im erſten Fall
bieten dieſelben ihren Saft den Inſekten an, fuͤr welche der-
ſelbe beſtimmt iſt; im letzten beſchuͤtzen ſie denſelben vor dem
Regen, oder verwahren ihn auch vielleicht vor ſolchen Inſek-
ten, welchen derſelbe nicht eigentlich zugedacht iſt. Ich glaube
alſo, daß dieſer Umſtand zu wichtigen Aufſchluͤſſen Gelegenheit
geben koͤnne, und daher genau bemerkt werden muͤſſe.

Tragopogon.

Tragopogon maior. Daß diejenige Art von Bocks-
bart, welche in der hieſigen Gegend haͤufig waͤchſt, nicht Tra-
gopogon pratenſis,
wofuͤr ich ſie ſonſt immer gehalten habe,
[Spaltenumbruch] ſondern T. maior ſey, unter welchem Namen ſie Herr D.
Willdenow in ſeiner Berliniſchen Flora angefuͤhrt hat, wird
dadurch noch wahrſcheinlicher, daß ich bey derſelben dasjenige
nicht bemerkt habe, was Wahlboom in der oft angefuͤhrten
Diſſertation und der Graf Mattuſchka in ſeiner Schleſi-
ſchen Flora von dem T. pratenſis ſagen, nemlich, daß derſelbe
ſich bey heiterm Wetter des Morgens um 3 Uhr oͤffne, und
um 9 Uhr wieder ſchließe. Die hieſige Art habe ich Morgens
um 4 Uhr noch nicht, aber um halb 6 Uhr geoͤffnet, und ge-
gen Mittag noch recht ausgebreitet, gegen Abend aber geſchloſ-
ſen gefunden.

Picris.

Picris echioides. Tab. XX. 1—5. 13.

1. Die vergroͤſſerte Blume, von vorne geſehen.

2. Der mittelſte Theil derſelben, von vorne, 3. von der
Seite geſehen.

4. Ein Samenkorn aus dem Rande, 5. aus der Scheide.

13. b. Die geſtielte Haarkrone eines Samenkorns aus der
Scheibe, von der Seite geſehen, nachdem die vorderſten Haare

A a
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0195" n="[195]"/>
          <cb n="365"/><lb/>
          <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#aq">Citrus. Tragopogon.</hi> </fw><lb/>
          <cb/>
        </div>
      </div>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#b">Achtzehnte Kla&#x017F;&#x017F;e.</hi> <hi rendition="#aq">Polyadelphia.</hi> </head><lb/>
        <p> <hi rendition="#c"><hi rendition="#g">Zwitterblumen, deren Filamente in mehr als zwey Ko&#x0364;rper zu&#x017F;ammengewach&#x017F;en &#x017F;ind</hi>.</hi> </p><lb/>
        <cb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#i"> <hi rendition="#aq">Citrus.</hi> </hi> </head><lb/>
          <p><hi rendition="#g"><hi rendition="#aq"><hi rendition="#in">C</hi>itrus medica.</hi></hi> Zitronenbaum. <hi rendition="#aq">Tab. XXI.</hi> 22. 28. 30.</p><lb/>
          <p>28. Die Blume in natu&#x0364;rlicher Stellung und Gro&#x0364;&#x017F;&#x017F;e.</p><lb/>
          <p>30. Der Grund der&#x017F;elben. Die Saftdru&#x0364;&#x017F;e, welche das<lb/>
Pi&#x017F;till unterwa&#x0364;rts umgiebt.</p><lb/>
          <p>22. Der Kelch, die Saftdru&#x0364;&#x017F;e und der &#x017F;chon befruchtete<lb/>
Fruchtknoten.</p><lb/>
          <p>Da ich die&#x017F;e Blume bey &#x017F;pa&#x0364;ter Jahreszeit, nemlich im<lb/>
November, unter&#x017F;uchte, &#x017F;o i&#x017F;t es kein Wunder, daß ich keinen<lb/><cb n="366"/><lb/>
<fw place="top" type="header"><hi rendition="#aq">Citrus. Tragopogon. Picris.</hi></fw><lb/><cb/>
Saft in der&#x017F;elben fand, welchen &#x017F;ie doch haben muß, da &#x017F;ie<lb/>
eine Saftdru&#x0364;&#x017F;e hat.</p><lb/>
          <p>1. Die&#x017F;elbe i&#x017F;t der flei&#x017F;chichte gelbliche fu&#x0364;nf&#x017F;eitige Ko&#x0364;rper,<lb/>
welcher die Ba&#x017F;is des Fruchtknotens umgiebt.</p><lb/>
          <p>2. Die&#x017F;er Ko&#x0364;rper i&#x017F;t zugleich der Safthalter.</p><lb/>
          <p>3. Die langen Filamente be&#x017F;chu&#x0364;tzen den Saft vor dem<lb/>
Regen. Bloß zu die&#x017F;er Ab&#x017F;icht vermuthlich &#x017F;ind &#x017F;ie unterwa&#x0364;rts<lb/>
in ver&#x017F;chiedene Ko&#x0364;rper zu&#x017F;ammengewach&#x017F;en.</p><lb/>
          <cb/>
        </div>
      </div>
      <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#b">Neunzehnte Kla&#x017F;&#x017F;e.</hi> <hi rendition="#aq">Syngene&#x017F;ia.</hi> </head><lb/>
        <p> <hi rendition="#c"><hi rendition="#g">Zwitterblumen mit zu&#x017F;ammengewach&#x017F;enen Antheren</hi>.</hi> </p><lb/>
        <cb/>
        <p><hi rendition="#in">D</hi>aß alle Blumen, welche in den fu&#x0364;nf er&#x017F;ten Ordnungen<lb/>
die&#x017F;er Kla&#x017F;&#x017F;e vorkommen, Saftblumen, und als &#x017F;olche aufs<lb/>
zweckma&#x0364;ßig&#x017F;te eingerichtet &#x017F;ind, wird man wegen der ver&#x017F;chie-<lb/>
denen Bey&#x017F;piele, welche ich anfu&#x0364;hren werde, wahr&#x017F;cheinlich fin-<lb/>
den. Zu die&#x017F;er zweckma&#x0364;ßigen Einrichtung &#x017F;cheint auch der Um-<lb/>
&#x017F;tand zu geho&#x0364;ren, daß die Blumen, oder vielmehr Blumen-<lb/>
kna&#x0364;ufe vieler Arten nur zu gewi&#x017F;&#x017F;en Zeiten des Tages, oder<lb/>
bey &#x017F;cho&#x0364;nem Wetter geo&#x0364;ffnet, die u&#x0364;brige Zeit aber hindurch,<lb/>
oder bey &#x017F;chlechtem Wetter ge&#x017F;chlo&#x017F;&#x017F;en &#x017F;ind. Im er&#x017F;ten Fall<lb/>
bieten die&#x017F;elben ihren Saft den In&#x017F;ekten an, fu&#x0364;r welche der-<lb/>
&#x017F;elbe be&#x017F;timmt i&#x017F;t; im letzten be&#x017F;chu&#x0364;tzen &#x017F;ie den&#x017F;elben vor dem<lb/>
Regen, oder verwahren ihn auch vielleicht vor &#x017F;olchen In&#x017F;ek-<lb/>
ten, welchen der&#x017F;elbe nicht eigentlich zugedacht i&#x017F;t. Ich glaube<lb/>
al&#x017F;o, daß die&#x017F;er Um&#x017F;tand zu wichtigen Auf&#x017F;chlu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en Gelegenheit<lb/>
geben ko&#x0364;nne, und daher genau bemerkt werden mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;e.</p><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#i"> <hi rendition="#aq">Tragopogon.</hi> </hi> </head><lb/>
          <p><hi rendition="#g"><hi rendition="#aq">Tragopogon maior.</hi></hi> Daß diejenige Art von Bocks-<lb/>
bart, welche in der hie&#x017F;igen Gegend ha&#x0364;ufig wa&#x0364;ch&#x017F;t, nicht <hi rendition="#aq">Tra-<lb/>
gopogon praten&#x017F;is,</hi> wofu&#x0364;r ich &#x017F;ie &#x017F;on&#x017F;t immer gehalten habe,<lb/><cb/>
&#x017F;ondern <hi rendition="#aq">T. maior</hi> &#x017F;ey, unter welchem Namen &#x017F;ie Herr <hi rendition="#aq">D.</hi><lb/><hi rendition="#g">Willdenow</hi> in &#x017F;einer Berlini&#x017F;chen Flora angefu&#x0364;hrt hat, wird<lb/>
dadurch noch wahr&#x017F;cheinlicher, daß ich bey der&#x017F;elben dasjenige<lb/>
nicht bemerkt habe, was <hi rendition="#g">Wahlboom</hi> in der oft angefu&#x0364;hrten<lb/>
Di&#x017F;&#x017F;ertation und der Graf <hi rendition="#g">Mattu&#x017F;chka</hi> in &#x017F;einer Schle&#x017F;i-<lb/>
&#x017F;chen Flora von dem <hi rendition="#aq">T. praten&#x017F;is</hi> &#x017F;agen, nemlich, daß der&#x017F;elbe<lb/>
&#x017F;ich bey heiterm Wetter des Morgens um 3 Uhr o&#x0364;ffne, und<lb/>
um 9 Uhr wieder &#x017F;chließe. Die hie&#x017F;ige Art habe ich Morgens<lb/>
um 4 Uhr noch nicht, aber um halb 6 Uhr geo&#x0364;ffnet, und ge-<lb/>
gen Mittag noch recht ausgebreitet, gegen Abend aber ge&#x017F;chlo&#x017F;-<lb/>
&#x017F;en gefunden.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#i"> <hi rendition="#aq">Picris.</hi> </hi> </head><lb/>
          <p><hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">Picris echioides</hi>. Tab. XX.</hi> 1&#x2014;5. 13.</p><lb/>
          <p>1. Die vergro&#x0364;&#x017F;&#x017F;erte Blume, von vorne ge&#x017F;ehen.</p><lb/>
          <p>2. Der mittel&#x017F;te Theil der&#x017F;elben, von vorne, 3. von der<lb/>
Seite ge&#x017F;ehen.</p><lb/>
          <p>4. Ein Samenkorn aus dem Rande, 5. aus der Scheide.</p><lb/>
          <p>13. <hi rendition="#aq">b.</hi> Die ge&#x017F;tielte Haarkrone eines Samenkorns aus der<lb/>
Scheibe, von der Seite ge&#x017F;ehen, nachdem die vorder&#x017F;ten Haare<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">A a</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[195]/0195] Citrus. Tragopogon. Citrus. Tragopogon. Picris. Achtzehnte Klaſſe. Polyadelphia. Zwitterblumen, deren Filamente in mehr als zwey Koͤrper zuſammengewachſen ſind. Citrus. Citrus medica. Zitronenbaum. Tab. XXI. 22. 28. 30. 28. Die Blume in natuͤrlicher Stellung und Groͤſſe. 30. Der Grund derſelben. Die Saftdruͤſe, welche das Piſtill unterwaͤrts umgiebt. 22. Der Kelch, die Saftdruͤſe und der ſchon befruchtete Fruchtknoten. Da ich dieſe Blume bey ſpaͤter Jahreszeit, nemlich im November, unterſuchte, ſo iſt es kein Wunder, daß ich keinen Saft in derſelben fand, welchen ſie doch haben muß, da ſie eine Saftdruͤſe hat. 1. Dieſelbe iſt der fleiſchichte gelbliche fuͤnfſeitige Koͤrper, welcher die Baſis des Fruchtknotens umgiebt. 2. Dieſer Koͤrper iſt zugleich der Safthalter. 3. Die langen Filamente beſchuͤtzen den Saft vor dem Regen. Bloß zu dieſer Abſicht vermuthlich ſind ſie unterwaͤrts in verſchiedene Koͤrper zuſammengewachſen. Neunzehnte Klaſſe. Syngeneſia. Zwitterblumen mit zuſammengewachſenen Antheren. Daß alle Blumen, welche in den fuͤnf erſten Ordnungen dieſer Klaſſe vorkommen, Saftblumen, und als ſolche aufs zweckmaͤßigſte eingerichtet ſind, wird man wegen der verſchie- denen Beyſpiele, welche ich anfuͤhren werde, wahrſcheinlich fin- den. Zu dieſer zweckmaͤßigen Einrichtung ſcheint auch der Um- ſtand zu gehoͤren, daß die Blumen, oder vielmehr Blumen- knaͤufe vieler Arten nur zu gewiſſen Zeiten des Tages, oder bey ſchoͤnem Wetter geoͤffnet, die uͤbrige Zeit aber hindurch, oder bey ſchlechtem Wetter geſchloſſen ſind. Im erſten Fall bieten dieſelben ihren Saft den Inſekten an, fuͤr welche der- ſelbe beſtimmt iſt; im letzten beſchuͤtzen ſie denſelben vor dem Regen, oder verwahren ihn auch vielleicht vor ſolchen Inſek- ten, welchen derſelbe nicht eigentlich zugedacht iſt. Ich glaube alſo, daß dieſer Umſtand zu wichtigen Aufſchluͤſſen Gelegenheit geben koͤnne, und daher genau bemerkt werden muͤſſe. Tragopogon. Tragopogon maior. Daß diejenige Art von Bocks- bart, welche in der hieſigen Gegend haͤufig waͤchſt, nicht Tra- gopogon pratenſis, wofuͤr ich ſie ſonſt immer gehalten habe, ſondern T. maior ſey, unter welchem Namen ſie Herr D. Willdenow in ſeiner Berliniſchen Flora angefuͤhrt hat, wird dadurch noch wahrſcheinlicher, daß ich bey derſelben dasjenige nicht bemerkt habe, was Wahlboom in der oft angefuͤhrten Diſſertation und der Graf Mattuſchka in ſeiner Schleſi- ſchen Flora von dem T. pratenſis ſagen, nemlich, daß derſelbe ſich bey heiterm Wetter des Morgens um 3 Uhr oͤffne, und um 9 Uhr wieder ſchließe. Die hieſige Art habe ich Morgens um 4 Uhr noch nicht, aber um halb 6 Uhr geoͤffnet, und ge- gen Mittag noch recht ausgebreitet, gegen Abend aber geſchloſ- ſen gefunden. Picris. Picris echioides. Tab. XX. 1—5. 13. 1. Die vergroͤſſerte Blume, von vorne geſehen. 2. Der mittelſte Theil derſelben, von vorne, 3. von der Seite geſehen. 4. Ein Samenkorn aus dem Rande, 5. aus der Scheide. 13. b. Die geſtielte Haarkrone eines Samenkorns aus der Scheibe, von der Seite geſehen, nachdem die vorderſten Haare A a

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/sprengel_blumen_1793
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/sprengel_blumen_1793/195
Zitationshilfe: Sprengel, Christian Konrad: Das entdeckte Geheimniss der Natur im Bau und in der Befruchtung der Blumen. Berlin, 1793, S. [195]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/sprengel_blumen_1793/195>, abgerufen am 07.12.2022.