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Staden, Hans: Warhaftige Historia und beschreibung eyner Landtschafft der Wilden/ Nacketen/ Grimmigen Menschfresser Leuthen [...]. Marpurg [Marburg], 1557.

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von jungen waren/ etliche den Portugalesern für wahr ver-
beuttet/ Also das diser junger gesel auch den Portugalesern
verbeuttet war/ vnd inn der gegenheyt Brickioka bei seinem
herrn war/ welcher hieß Antonio Agudin/ eyn Gallicianer.

Den selbigen schlauen hatten die so mich fiengen vngefer-
lich drei monat vor mir gefangen.

Dieweil er nu von jrem geschlecht war/ hatten sie jnen nit
getödtet/ Derselbige schlaue kante mich wol/ den fragten sie
was ich für eyner were/ Er sagte es were war / das sich da eyn
schiff am lande verloren hatte/ vnd die leut so daruon kommen
weren / hetten sie Castilianer geheyssen/ vnd weren der Portu-
galeser freunde/ mit denselbigen were ich gewesen/ weiter wu
ste er nit von mir.

Wie ich nu hörete/ vnd auch zuuor verstanden hatte/ das
Frantzosen vnter jnen waren / vnd auch mit schiffen da pfleg
ten anzukommen/ bleyb ich stets vff eyner rede/ vnd sagte: Jch
were der Frantzosen freundverwandter/ das sie mich vnge-
tödtet liessen/ biß so lang/ das Frantzosen kemen vnd mich er
kenneten. Vnd sie hielten mich in sehr grosser verwarung/
so waren nun etliche Frantzosen vnter jnen/ so die schiffe da
gelassen hatten pfeffer zuuersamlen.

Wie eyn Frantzose so die schiffe vnter

den Wilden gelassen hatte/ dahin kam mich zubesehen /
vnnd Jhnen befalhe/ sie solten mich essen/ ich
were eyn Portugaleser. Caput xxvj.

ES war eyn Frantzose vier meil weges von den hüt-
ten darinnen ich war/ vnnd wie er nun die zeittungen
hörete/ kompt er dahin/ vnnd gehet in eyn ander hütten/ ge-
gen der hütten vber darinne ich war/ da kamen die Wilden zu

von jungen waren/ etliche den Poꝛtugaleſern fuͤr wahꝛ ver-
beuttet/ Alſo das diſer junger geſel auch den Poꝛtugaleſern
verbeuttet war/ vnd inn der gegenheyt Bꝛickioka bei ſeinem
herꝛn war/ welcher hieß Antonio Agudin/ eyn Gallicianer.

Den ſelbigen ſchlauen hatten die ſo mich fiengen vngefer-
lich dꝛei monat voꝛ mir gefangen.

Dieweil er nu von jrem geſchlecht war/ hatten ſie jnen nit
getoͤdtet/ Derſelbige ſchlaue kante mich wol/ den fragten ſie
was ich fuͤr eyner were/ Er ſagte es were war / das ſich da eyn
ſchiff am lande verloren hatte/ vnd die leut so daruon kom̃en
weren / hetten ſie Caſtilianer geheyſſen/ vnd weren der Poꝛtu-
galeſer freunde/ mit denſelbigen were ich geweſen/ weiter wu
ſte er nit von mir.

Wie ich nu hoͤꝛete/ vnd auch zuuoꝛ verſtanden hatte/ das
Frantzoſen vnter jnen waren / vnd auch mit ſchiffen da pfleg
ten anzukom̃en/ bleyb ich ſtets vff eyner rede/ vnd ſagte: Jch
were der Frantzoſen freundverwandter/ das ſie mich vnge-
toͤdtet lieſſen/ biß ſo lang/ das Frantzoſen kemen vnd mich er
kenneten. Vnd ſie hielten mich in ſehr groſſer verwarung/
ſo waren nun etliche Frantzoſen vnter jnen/ ſo die ſchiffe da
gelaſſen hatten pfeffer zuuerſamlen.

Wie eyn Frantzoſe ſo die ſchiffe vnter

den Wilden gelaſſen hatte/ dahin kam mich zubeſehen /
vnnd Jhnen befalhe/ ſie ſolten mich eſſen/ ich
were eyn Poꝛtugaleſer. Caput xxvj.

ES war eyn Frantzoſe vier meil weges von den huͤt-
ten darinnen ich war/ vnnd wie er nun die zeittungen
hoͤꝛete/ kompt er dahin/ vnnd gehet in eyn ander huͤtten/ ge-
gen der huͤtten vber darinne ich war/ da kamen die Wilden zů

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[0067] von jungen waren/ etliche den Poꝛtugaleſern fuͤr wahꝛ ver- beuttet/ Alſo das diſer junger geſel auch den Poꝛtugaleſern verbeuttet war/ vnd inn der gegenheyt Bꝛickioka bei ſeinem herꝛn war/ welcher hieß Antonio Agudin/ eyn Gallicianer. Den ſelbigen ſchlauen hatten die ſo mich fiengen vngefer- lich dꝛei monat voꝛ mir gefangen. Dieweil er nu von jrem geſchlecht war/ hatten ſie jnen nit getoͤdtet/ Derſelbige ſchlaue kante mich wol/ den fragten ſie was ich fuͤr eyner were/ Er ſagte es were war / das ſich da eyn ſchiff am lande verloren hatte/ vnd die leut so daruon kom̃en weren / hetten ſie Caſtilianer geheyſſen/ vnd weren der Poꝛtu- galeſer freunde/ mit denſelbigen were ich geweſen/ weiter wu ſte er nit von mir. Wie ich nu hoͤꝛete/ vnd auch zuuoꝛ verſtanden hatte/ das Frantzoſen vnter jnen waren / vnd auch mit ſchiffen da pfleg ten anzukom̃en/ bleyb ich ſtets vff eyner rede/ vnd ſagte: Jch were der Frantzoſen freundverwandter/ das ſie mich vnge- toͤdtet lieſſen/ biß ſo lang/ das Frantzoſen kemen vnd mich er kenneten. Vnd ſie hielten mich in ſehr groſſer verwarung/ ſo waren nun etliche Frantzoſen vnter jnen/ ſo die ſchiffe da gelaſſen hatten pfeffer zuuerſamlen. Wie eyn Frantzoſe ſo die ſchiffe vnter den Wilden gelaſſen hatte/ dahin kam mich zubeſehen / vnnd Jhnen befalhe/ ſie ſolten mich eſſen/ ich were eyn Poꝛtugaleſer. Caput xxvj. ES war eyn Frantzoſe vier meil weges von den huͤt- ten darinnen ich war/ vnnd wie er nun die zeittungen hoͤꝛete/ kompt er dahin/ vnnd gehet in eyn ander huͤtten/ ge- gen der huͤtten vber darinne ich war/ da kamen die Wilden zů

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Zitationshilfe: Staden, Hans: Warhaftige Historia und beschreibung eyner Landtschafft der Wilden/ Nacketen/ Grimmigen Menschfresser Leuthen [...]. Marpurg [Marburg], 1557, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/staden_landschafft_1557/67>, abgerufen am 25.05.2022.