Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Suppius, Christoph Eusebius: Oden und Lieder. Gotha, 1749.

Bild:
<< vorherige Seite

Viertes Buch.

Da wird sich nun die Freude mehren,
Wenn er durch wiederholtes Lehren
Das Heyl der Seelen wachsen sieht,
Bey ihr, indem das Fett der Erden
Wird lauter Milch und Honig werden,
Wenn Ceres in die Scheuren zieht.

Glückseelige! mein redlich Herze
Verheißt Euch solche Lebensart!
Nur wünsch ich Kreuz und anderm Schmerze
Jn Peussen seltne Gegenwart;
Von heut ist Euch solch Glück beschieden!
Begeht der Kindeskinder Frieden
Jn hochbejahrter Munterkeit!
Und glaubt, wenn ich einmahl erscheine,
Daß ich bey Euch zu finden meyne
Den schönen Schatz: Zufriedenheit.
Wer wollte nun noch länger warten
Jn Peussen sich vergnügt zu sehn,
Wo soviel Freuden seltner Arten
Euch, zu empfangen, fertig stehn!
Der Stadt unruhiges Gewerbe
Verheisst kein so gelassnes Erbe,
Fort Kutscher! hurtig! angespannt!
Die Losung ist einmahl gegeben,
Willkommen du zufriednes Leben!
Geschwind nach Peussen zugerannt.


Bey

Viertes Buch.

Da wird ſich nun die Freude mehren,
Wenn er durch wiederholtes Lehren
Das Heyl der Seelen wachſen ſieht,
Bey ihr, indem das Fett der Erden
Wird lauter Milch und Honig werden,
Wenn Ceres in die Scheuren zieht.

Gluͤckſeelige! mein redlich Herze
Verheißt Euch ſolche Lebensart!
Nur wuͤnſch ich Kreuz und anderm Schmerze
Jn Peuſſen ſeltne Gegenwart;
Von heut iſt Euch ſolch Gluͤck beſchieden!
Begeht der Kindeskinder Frieden
Jn hochbejahrter Munterkeit!
Und glaubt, wenn ich einmahl erſcheine,
Daß ich bey Euch zu finden meyne
Den ſchoͤnen Schatz: Zufriedenheit.
Wer wollte nun noch laͤnger warten
Jn Peuſſen ſich vergnuͤgt zu ſehn,
Wo ſoviel Freuden ſeltner Arten
Euch, zu empfangen, fertig ſtehn!
Der Stadt unruhiges Gewerbe
Verheiſſt kein ſo gelaſſnes Erbe,
Fort Kutſcher! hurtig! angeſpannt!
Die Loſung iſt einmahl gegeben,
Willkommen du zufriednes Leben!
Geſchwind nach Peuſſen zugerannt.


Bey
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <lg type="poem">
            <lg n="14">
              <l>
                <pb facs="#f0256" n="236"/>
                <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Viertes Buch.</hi> </fw>
              </l><lb/>
              <l>Da wird &#x017F;ich nun die Freude mehren,</l><lb/>
              <l>Wenn er durch wiederholtes Lehren</l><lb/>
              <l>Das Heyl der Seelen wach&#x017F;en &#x017F;ieht,</l><lb/>
              <l>Bey ihr, indem das Fett der Erden</l><lb/>
              <l>Wird lauter Milch und Honig werden,</l><lb/>
              <l>Wenn Ceres in die Scheuren zieht.</l>
            </lg><lb/>
            <lg n="15">
              <l>Glu&#x0364;ck&#x017F;eelige! mein redlich Herze</l><lb/>
              <l>Verheißt Euch &#x017F;olche Lebensart!</l><lb/>
              <l>Nur wu&#x0364;n&#x017F;ch ich Kreuz und anderm Schmerze</l><lb/>
              <l>Jn Peu&#x017F;&#x017F;en &#x017F;eltne Gegenwart;</l><lb/>
              <l>Von heut i&#x017F;t Euch &#x017F;olch Glu&#x0364;ck be&#x017F;chieden!</l><lb/>
              <l>Begeht der Kindeskinder Frieden</l><lb/>
              <l>Jn hochbejahrter Munterkeit!</l><lb/>
              <l>Und glaubt, wenn ich einmahl er&#x017F;cheine,</l><lb/>
              <l>Daß ich bey Euch zu finden meyne</l><lb/>
              <l>Den &#x017F;cho&#x0364;nen Schatz: Zufriedenheit.</l>
            </lg><lb/>
            <lg n="16">
              <l>Wer wollte nun noch la&#x0364;nger warten</l><lb/>
              <l>Jn Peu&#x017F;&#x017F;en &#x017F;ich vergnu&#x0364;gt zu &#x017F;ehn,</l><lb/>
              <l>Wo &#x017F;oviel Freuden &#x017F;eltner Arten</l><lb/>
              <l>Euch, zu empfangen, fertig &#x017F;tehn!</l><lb/>
              <l>Der Stadt unruhiges Gewerbe</l><lb/>
              <l>Verhei&#x017F;&#x017F;t kein &#x017F;o gela&#x017F;&#x017F;nes Erbe,</l><lb/>
              <l>Fort Kut&#x017F;cher! hurtig! ange&#x017F;pannt!</l><lb/>
              <l>Die Lo&#x017F;ung i&#x017F;t einmahl gegeben,</l><lb/>
              <l>Willkommen du zufriednes Leben!</l><lb/>
              <l>Ge&#x017F;chwind nach Peu&#x017F;&#x017F;en zugerannt.</l>
            </lg>
          </lg>
        </div><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#b">Bey</hi> </fw><lb/>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[236/0256] Viertes Buch. Da wird ſich nun die Freude mehren, Wenn er durch wiederholtes Lehren Das Heyl der Seelen wachſen ſieht, Bey ihr, indem das Fett der Erden Wird lauter Milch und Honig werden, Wenn Ceres in die Scheuren zieht. Gluͤckſeelige! mein redlich Herze Verheißt Euch ſolche Lebensart! Nur wuͤnſch ich Kreuz und anderm Schmerze Jn Peuſſen ſeltne Gegenwart; Von heut iſt Euch ſolch Gluͤck beſchieden! Begeht der Kindeskinder Frieden Jn hochbejahrter Munterkeit! Und glaubt, wenn ich einmahl erſcheine, Daß ich bey Euch zu finden meyne Den ſchoͤnen Schatz: Zufriedenheit. Wer wollte nun noch laͤnger warten Jn Peuſſen ſich vergnuͤgt zu ſehn, Wo ſoviel Freuden ſeltner Arten Euch, zu empfangen, fertig ſtehn! Der Stadt unruhiges Gewerbe Verheiſſt kein ſo gelaſſnes Erbe, Fort Kutſcher! hurtig! angeſpannt! Die Loſung iſt einmahl gegeben, Willkommen du zufriednes Leben! Geſchwind nach Peuſſen zugerannt. Bey

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/suppius_oden_1749
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/suppius_oden_1749/256
Zitationshilfe: Suppius, Christoph Eusebius: Oden und Lieder. Gotha, 1749, S. 236. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/suppius_oden_1749/256>, abgerufen am 14.05.2021.