zelgewächsen 13/4 Morgen), im Frühjahr zu Erbsen, Hafer und ersten Gerstfurche 2 Morgen, zur zweiten 21/2 Morgen; beim Aufbrechen der Brache 2 Morgen, bei der Wende- und Ruhefurche 21/2 Morgen, und zur Saatfurche 21/4 Morgen. Dies sind nämlich die Mittelsätze, welche bei günstiger Witterung etwas vermehrt, bei ungünstiger vermindert werden müssen.
Im Durchschnitt wird man von einem mit guten Wechselochsen bespannten Pfluge etwas (1/4 Morgen) mehr, wie von einem Pferdepfluge erwarten können.
§. 184.
Das Eggen.2) Das Eggen. Hierbei ist die Verschiedenheit noch größer, als beim Pflügen. Es kommt nämlich darauf an, mit welcher Sorgfalt und mit welchen Werkzeugen diese wichtige Arbeit gemacht wird. Das Rundeggen ist die wirksamste, aber auch die schwerste Art, und man nimmt an, daß ein Viergespann aufs höchste 16 Morgen damit beschaffen könne. Auf bindendem und grasigem Boden muß man aber schon mit 14 Morgen zufrieden seyn. Kömmt es jedoch nur auf das Ebeneggen, nicht auf das Zertrümmern der Klöße an, so können 20 Morgen da- mit beschafft werden. Wenn man bei dem Eggen nur lang zieht, und zwar einmal herauf, einmal herunter, so kann man 25 bis 28 Morgen täglich mit vier Pfer- den bestreiten.
Nicht allenthalben wird jede Pflugfahre geegget, sondern zuweilen nur die Saatfahre, welches aber auf jedem Boden fehlerhaft, bei einigermaßen bindendem und in Klöße sich zusammen ballenden unverzeihlich ist.
Das Eggen wird in der Regel mit Pferden, der schnelleren Bewegung halber, verrichtet. Doch kann es allerdings auch mit Ochsen geschehen.
Das Walzen.3) Das Walzen. Dieses ist eine, mehrentheils bei der Arbeitsberech- nung übersehene, aber dennoch auf losem sowohl als zähem Boden sehr nützliche Arbeit. Je nachdem die Walze breit und dünne, oder kurz und dicke ist, kann da- mit mehr oder weniger beschickt werden; bei einer Breite von 8 Fuß können 18 Morgen mit zwei Pferden füglich gewalzt werden. Stachel- und eckige Wal- zen erfordern größere Anstrengung.
Arbeiten des verfeinerten Feldbaues.4) Die Arbeiten des verfeinerten Feldbaues. Sie unterschei- den sich in solche, die zur Vorbereitung vor der Saat oder Pflanzung dienen, und in solche, die während der Vegetationsperiode vorgenommen werden. Zu den
Arbeit des Geſpanns.
zelgewaͤchſen 1¾ Morgen), im Fruͤhjahr zu Erbſen, Hafer und erſten Gerſtfurche 2 Morgen, zur zweiten 2½ Morgen; beim Aufbrechen der Brache 2 Morgen, bei der Wende- und Ruhefurche 2½ Morgen, und zur Saatfurche 2¼ Morgen. Dies ſind naͤmlich die Mittelſaͤtze, welche bei guͤnſtiger Witterung etwas vermehrt, bei unguͤnſtiger vermindert werden muͤſſen.
Im Durchſchnitt wird man von einem mit guten Wechſelochſen beſpannten Pfluge etwas (¼ Morgen) mehr, wie von einem Pferdepfluge erwarten koͤnnen.
§. 184.
Das Eggen.2) Das Eggen. Hierbei iſt die Verſchiedenheit noch groͤßer, als beim Pfluͤgen. Es kommt naͤmlich darauf an, mit welcher Sorgfalt und mit welchen Werkzeugen dieſe wichtige Arbeit gemacht wird. Das Rundeggen iſt die wirkſamſte, aber auch die ſchwerſte Art, und man nimmt an, daß ein Viergeſpann aufs hoͤchſte 16 Morgen damit beſchaffen koͤnne. Auf bindendem und graſigem Boden muß man aber ſchon mit 14 Morgen zufrieden ſeyn. Koͤmmt es jedoch nur auf das Ebeneggen, nicht auf das Zertruͤmmern der Kloͤße an, ſo koͤnnen 20 Morgen da- mit beſchafft werden. Wenn man bei dem Eggen nur lang zieht, und zwar einmal herauf, einmal herunter, ſo kann man 25 bis 28 Morgen taͤglich mit vier Pfer- den beſtreiten.
Nicht allenthalben wird jede Pflugfahre geegget, ſondern zuweilen nur die Saatfahre, welches aber auf jedem Boden fehlerhaft, bei einigermaßen bindendem und in Kloͤße ſich zuſammen ballenden unverzeihlich iſt.
Das Eggen wird in der Regel mit Pferden, der ſchnelleren Bewegung halber, verrichtet. Doch kann es allerdings auch mit Ochſen geſchehen.
Das Walzen.3) Das Walzen. Dieſes iſt eine, mehrentheils bei der Arbeitsberech- nung uͤberſehene, aber dennoch auf loſem ſowohl als zaͤhem Boden ſehr nuͤtzliche Arbeit. Je nachdem die Walze breit und duͤnne, oder kurz und dicke iſt, kann da- mit mehr oder weniger beſchickt werden; bei einer Breite von 8 Fuß koͤnnen 18 Morgen mit zwei Pferden fuͤglich gewalzt werden. Stachel- und eckige Wal- zen erfordern groͤßere Anſtrengung.
Arbeiten des verfeinerten Feldbaues.4) Die Arbeiten des verfeinerten Feldbaues. Sie unterſchei- den ſich in ſolche, die zur Vorbereitung vor der Saat oder Pflanzung dienen, und in ſolche, die waͤhrend der Vegetationsperiode vorgenommen werden. Zu den
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Arbeit des Geſpanns.
zelgewaͤchſen 1¾ Morgen), im Fruͤhjahr zu Erbſen, Hafer und erſten Gerſtfurche
2 Morgen, zur zweiten 2½ Morgen; beim Aufbrechen der Brache 2 Morgen, bei
der Wende- und Ruhefurche 2½ Morgen, und zur Saatfurche 2¼ Morgen. Dies
ſind naͤmlich die Mittelſaͤtze, welche bei guͤnſtiger Witterung etwas vermehrt, bei
unguͤnſtiger vermindert werden muͤſſen.
Im Durchſchnitt wird man von einem mit guten Wechſelochſen beſpannten
Pfluge etwas (¼ Morgen) mehr, wie von einem Pferdepfluge erwarten koͤnnen.
§. 184.
2) Das Eggen. Hierbei iſt die Verſchiedenheit noch groͤßer, als beim
Pfluͤgen. Es kommt naͤmlich darauf an, mit welcher Sorgfalt und mit welchen
Werkzeugen dieſe wichtige Arbeit gemacht wird. Das Rundeggen iſt die wirkſamſte,
aber auch die ſchwerſte Art, und man nimmt an, daß ein Viergeſpann aufs hoͤchſte
16 Morgen damit beſchaffen koͤnne. Auf bindendem und graſigem Boden muß
man aber ſchon mit 14 Morgen zufrieden ſeyn. Koͤmmt es jedoch nur auf das
Ebeneggen, nicht auf das Zertruͤmmern der Kloͤße an, ſo koͤnnen 20 Morgen da-
mit beſchafft werden. Wenn man bei dem Eggen nur lang zieht, und zwar einmal
herauf, einmal herunter, ſo kann man 25 bis 28 Morgen taͤglich mit vier Pfer-
den beſtreiten.
Das Eggen.
Nicht allenthalben wird jede Pflugfahre geegget, ſondern zuweilen nur die
Saatfahre, welches aber auf jedem Boden fehlerhaft, bei einigermaßen bindendem
und in Kloͤße ſich zuſammen ballenden unverzeihlich iſt.
Das Eggen wird in der Regel mit Pferden, der ſchnelleren Bewegung halber,
verrichtet. Doch kann es allerdings auch mit Ochſen geſchehen.
3) Das Walzen. Dieſes iſt eine, mehrentheils bei der Arbeitsberech-
nung uͤberſehene, aber dennoch auf loſem ſowohl als zaͤhem Boden ſehr nuͤtzliche
Arbeit. Je nachdem die Walze breit und duͤnne, oder kurz und dicke iſt, kann da-
mit mehr oder weniger beſchickt werden; bei einer Breite von 8 Fuß koͤnnen
18 Morgen mit zwei Pferden fuͤglich gewalzt werden. Stachel- und eckige Wal-
zen erfordern groͤßere Anſtrengung.
Das Walzen.
4) Die Arbeiten des verfeinerten Feldbaues. Sie unterſchei-
den ſich in ſolche, die zur Vorbereitung vor der Saat oder Pflanzung dienen, und
in ſolche, die waͤhrend der Vegetationsperiode vorgenommen werden. Zu den
Arbeiten des
verfeinerten
Feldbaues.
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Thaer, Albrecht: Grundsätze der rationellen Landwirthschaft. Bd. 1. Berlin, 1809, S. 134. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/thaer_landwirthschaft01_1809/164>, abgerufen am 10.08.2024.
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