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Thaer, Albrecht: Geschichte meiner Wirthschaft zu Möglin. Berlin, 1815.

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haben auch viele Holzfuhren und sogar Kriegs-
fuhren thun müssen. Auch haben sie alljährig
Hülfstage in Königshof geleistet. Diese Neben-
arbeiten sind jedoch nicht so beträchtlich, daß es
der Mühe verlohnte, sie abzusondern.

Eine Werthsverminderung hat bei den Och-
sen nicht statt gefunden. Es haben im Durch-
schnitt jüngere Ochsen für das angeschafft wer-
den können, was ältere, wenn sie ausgemerzet
wurden, galten.

Es war schon beschlossen die Zahl der Och-
sen wieder zu vermehren, und 24 Stück wenig-
stens zu halten. Denn der größere Theil der
Kosten ist nicht ihre Weide und Futterung, son-
dern die Erhaltung der Leute und des Geschirrs.
Letztere bleiben sich gleich, wenn mehrere Ochsen
gehalten werden. Werden die Ochsen aber mehr
geschonet, so kann man nicht nur stärkere Ta-
gesarbeit von ihnen verlangen, wenn sie daran
kommen, sondern sie nehmen auch mehr zu, und
ihr Werth vermehrt sich, wenn man sie anders
nicht zu lange behält. In der Regel sollen die
24 Ochsen nicht mehrere Tagesarbeiten thun,
als die 16 Ochsen in den letzten Jahren gethan
haben. Aber die stärkere Arbeit, welche sie dann
an jedem Tage thäten, sammt der größeren Zu-

haben auch viele Holzfuhren und ſogar Kriegs-
fuhren thun muͤſſen. Auch haben ſie alljaͤhrig
Huͤlfstage in Koͤnigshof geleiſtet. Dieſe Neben-
arbeiten ſind jedoch nicht ſo betraͤchtlich, daß es
der Muͤhe verlohnte, ſie abzuſondern.

Eine Werthsverminderung hat bei den Och-
ſen nicht ſtatt gefunden. Es haben im Durch-
ſchnitt juͤngere Ochſen fuͤr das angeſchafft wer-
den koͤnnen, was aͤltere, wenn ſie ausgemerzet
wurden, galten.

Es war ſchon beſchloſſen die Zahl der Och-
ſen wieder zu vermehren, und 24 Stuͤck wenig-
ſtens zu halten. Denn der groͤßere Theil der
Koſten iſt nicht ihre Weide und Futterung, ſon-
dern die Erhaltung der Leute und des Geſchirrs.
Letztere bleiben ſich gleich, wenn mehrere Ochſen
gehalten werden. Werden die Ochſen aber mehr
geſchonet, ſo kann man nicht nur ſtaͤrkere Ta-
gesarbeit von ihnen verlangen, wenn ſie daran
kommen, ſondern ſie nehmen auch mehr zu, und
ihr Werth vermehrt ſich, wenn man ſie anders
nicht zu lange behaͤlt. In der Regel ſollen die
24 Ochſen nicht mehrere Tagesarbeiten thun,
als die 16 Ochſen in den letzten Jahren gethan
haben. Aber die ſtaͤrkere Arbeit, welche ſie dann
an jedem Tage thaͤten, ſammt der groͤßeren Zu-

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[239/0256] haben auch viele Holzfuhren und ſogar Kriegs- fuhren thun muͤſſen. Auch haben ſie alljaͤhrig Huͤlfstage in Koͤnigshof geleiſtet. Dieſe Neben- arbeiten ſind jedoch nicht ſo betraͤchtlich, daß es der Muͤhe verlohnte, ſie abzuſondern. Eine Werthsverminderung hat bei den Och- ſen nicht ſtatt gefunden. Es haben im Durch- ſchnitt juͤngere Ochſen fuͤr das angeſchafft wer- den koͤnnen, was aͤltere, wenn ſie ausgemerzet wurden, galten. Es war ſchon beſchloſſen die Zahl der Och- ſen wieder zu vermehren, und 24 Stuͤck wenig- ſtens zu halten. Denn der groͤßere Theil der Koſten iſt nicht ihre Weide und Futterung, ſon- dern die Erhaltung der Leute und des Geſchirrs. Letztere bleiben ſich gleich, wenn mehrere Ochſen gehalten werden. Werden die Ochſen aber mehr geſchonet, ſo kann man nicht nur ſtaͤrkere Ta- gesarbeit von ihnen verlangen, wenn ſie daran kommen, ſondern ſie nehmen auch mehr zu, und ihr Werth vermehrt ſich, wenn man ſie anders nicht zu lange behaͤlt. In der Regel ſollen die 24 Ochſen nicht mehrere Tagesarbeiten thun, als die 16 Ochſen in den letzten Jahren gethan haben. Aber die ſtaͤrkere Arbeit, welche ſie dann an jedem Tage thaͤten, ſammt der groͤßeren Zu-

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Zitationshilfe: Thaer, Albrecht: Geschichte meiner Wirthschaft zu Möglin. Berlin, 1815, S. 239. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/thaer_moeglin_1815/256>, abgerufen am 08.08.2022.