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Thomasius, Christian: Ernsthaffte, aber doch Muntere und Vernünfftige Thomasische Gedancken und Errinnerungen über allerhand außerlesene Juristische Händel. Erster Theil. Halle, 1723.

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12.
Du must ein Zeno seyn: nicht zu Gemüthe nehmen: Wann eine Otter-Zung, was übel von dir spricht; Must dich dem Christenthum der heut'gen Welt bequemen: Die niemahls selber sich: doch andre Splitter richt; Vergönne daß sie schimpfft: ihr Schimpffen bleiben Lügen. Dein kluges Schweigen: wird ihr Reden überwiegen.
13
Hör mit Gelassenheit, ohn runtzlichtes Erzürnen: Wann das ehrwürd'ge Amt, ein Teufels-Buch dich nennt; Ehr sie und GOttes Lehr: denn sie sind die Gestirnen: In den, der Warheits-Licht, ohn dunckle Flecken brennt. Ich leide ja mir dir: sie wollen mich nicht schonen: Sie werffen mich und dich, von ihren Cantzel-Thronen.
14.
Der eine tauffet mich, zu einem Atheisten: Dawieder meine Schrifft, ein Gegen-Zeuge ist; Ein ander stellt mich bey den Indifferentisten. Der dritte sagt: daß ich sey ein Naturalist; Hierüber muß ich nun, mit vollen Lippen lachen: Weil meiner Meinung, sie andrehen fremde Sachen.
15.
Doch um der klugen Welt: die Lieb zur Warheit träget, Und von der Dienstbarkeit der Eigenlieb befreyt; Zu zeigen treulich an: was man zur Last mir leget; Daß wieder die Vernunfft und Bibel es nicht streit; Will wie ein Heyd und Christ: die Haupt-Sätz ich ab fassen, Und ihrer Redlichkeit, zur Uberlegung lassen.
16.
Ich lehre, daß GOtt sey: und daß aus seinen Wercken: Der Jude, Christ und Türck, der Heyde ihn erkent; Ich suche diesen Satz, aus heilger Schrifft zu stärcken: Die ein Historisch Buch von vielen wird genennt; Ich mache die Vernunfft, zum Richter in dem Glauben: Und daß darinnen sey die Freyheit zu erlauben.
12.
Du must ein Zeno seyn: nicht zu Gemüthe nehmen: Wann eine Otter-Zung, was übel von dir spricht; Must dich dem Christenthum der heut’gen Welt bequemen: Die niemahls selber sich: doch andre Splitter richt; Vergönne daß sie schimpfft: ihr Schimpffen bleiben Lügen. Dein kluges Schweigen: wird ihr Reden überwiegen.
13
Hör mit Gelassenheit, ohn runtzlichtes Erzürnen: Wann das ehrwürd’ge Amt, ein Teufels-Buch dich nennt; Ehr sie und GOttes Lehr: denn sie sind die Gestirnen: In den, der Warheits-Licht, ohn dunckle Flecken brennt. Ich leide ja mir dir: sie wollen mich nicht schonen: Sie werffen mich und dich, von ihren Cantzel-Thronen.
14.
Der eine tauffet mich, zu einem Atheisten: Dawieder meine Schrifft, ein Gegen-Zeuge ist; Ein ander stellt mich bey den Indifferentisten. Der dritte sagt: daß ich sey ein Naturalist; Hierüber muß ich nun, mit vollen Lippen lachen: Weil meiner Meinung, sie andrehen fremde Sachen.
15.
Doch um der klugen Welt: die Lieb zur Warheit träget, Und von der Dienstbarkeit der Eigenlieb befreyt; Zu zeigen treulich an: was man zur Last mir leget; Daß wieder die Vernunfft und Bibel es nicht streit; Will wie ein Heyd und Christ: die Haupt-Sätz ich ab fassen, Und ihrer Redlichkeit, zur Uberlegung lassen.
16.
Ich lehre, daß GOtt sey: und daß aus seinen Wercken: Der Jude, Christ und Türck, der Heyde ihn erkent; Ich suche diesen Satz, aus heilger Schrifft zu stärcken: Die ein Historisch Buch von vielen wird genennt; Ich mache die Vernunfft, zum Richter in dem Glauben: Und daß darinnen sey die Freyheit zu erlauben.
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[316/0332] 12. Du must ein Zeno seyn: nicht zu Gemüthe nehmen: Wann eine Otter-Zung, was übel von dir spricht; Must dich dem Christenthum der heut’gen Welt bequemen: Die niemahls selber sich: doch andre Splitter richt; Vergönne daß sie schimpfft: ihr Schimpffen bleiben Lügen. Dein kluges Schweigen: wird ihr Reden überwiegen. 13 Hör mit Gelassenheit, ohn runtzlichtes Erzürnen: Wann das ehrwürd’ge Amt, ein Teufels-Buch dich nennt; Ehr sie und GOttes Lehr: denn sie sind die Gestirnen: In den, der Warheits-Licht, ohn dunckle Flecken brennt. Ich leide ja mir dir: sie wollen mich nicht schonen: Sie werffen mich und dich, von ihren Cantzel-Thronen. 14. Der eine tauffet mich, zu einem Atheisten: Dawieder meine Schrifft, ein Gegen-Zeuge ist; Ein ander stellt mich bey den Indifferentisten. Der dritte sagt: daß ich sey ein Naturalist; Hierüber muß ich nun, mit vollen Lippen lachen: Weil meiner Meinung, sie andrehen fremde Sachen. 15. Doch um der klugen Welt: die Lieb zur Warheit träget, Und von der Dienstbarkeit der Eigenlieb befreyt; Zu zeigen treulich an: was man zur Last mir leget; Daß wieder die Vernunfft und Bibel es nicht streit; Will wie ein Heyd und Christ: die Haupt-Sätz ich ab fassen, Und ihrer Redlichkeit, zur Uberlegung lassen. 16. Ich lehre, daß GOtt sey: und daß aus seinen Wercken: Der Jude, Christ und Türck, der Heyde ihn erkent; Ich suche diesen Satz, aus heilger Schrifft zu stärcken: Die ein Historisch Buch von vielen wird genennt; Ich mache die Vernunfft, zum Richter in dem Glauben: Und daß darinnen sey die Freyheit zu erlauben.

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Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2012-11-23T14:00:00Z)
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Zitationshilfe: Thomasius, Christian: Ernsthaffte, aber doch Muntere und Vernünfftige Thomasische Gedancken und Errinnerungen über allerhand außerlesene Juristische Händel. Erster Theil. Halle, 1723, S. 316. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/thomasius_ernsthaffte01_1723/332>, abgerufen am 11.04.2021.