Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Thomasius, Christian: Ernsthaffte, aber doch Muntere und Vernünfftige Thomasische Gedancken und Errinnerungen über allerhand außerlesene Juristische Händel. Vierdter Theil. Halle, 1725.

Bild:
<< vorherige Seite

tigen Theologie bekümmern, wovon Herr D. Pertsch in seinem Tractat von Recht der Beichtstühle und zwar in dem Vorbericht von der Juristen Studio in der Theologie, ausführlich gehandelt. (Siehe auch oben in ersten Theil den XIX. Handel §. 4. seq. p. 211. seq.) zu geschweigen daß allbereit oben §. IIX. ingleichen §. I. erinnert worden, daß mein Responsum ohne meinen Willen und wider mein Bitten publiciret worden, und daß dieser Handel mit dem folgenden andern Handel (der unstreitig für uns Juristen mit gehöret) gar sehr verknüpfft und verbunden sey, weswegen ich auch nunmehro ohne ferneren Auffenthalt mich zu demselben wende.

II. Handel. Von Laster der beleidigten hohen Obrigkeit, wenn Evangelische Priester derselben die Absolution und das Abendmahl zu versagen sich unterfangen.

§. I.

Warum das Responsum über diesen Handel bißher nicht völlig in Druk publiciret worden.

OBwohl das zu diesen Handel gehörige, und allbereit zu vielen mahlen gedruckte Responsum, wie allbereit oben gedacht, einen andern Titul führet, nemlich eines Bedenckens über die Frage wie weit ein Prediger gegen seinen Landes-Herren, welcher zugleich summus Episcopus mit ist, sich des Bindeschlüssels bedienen könne; so habe ich doch vor nöthig erachtet, den Titel dieses Handels ein wenig deutlicher einzurichten, und dabey zu erinnern, daß das bißher gedruckte Responsum nicht complet und vollkommen sey, indem mir damahls zwey unterschiedene, aber doch mit einander verknüpffte Fragen vorgeleget, und deswegen eine ausführliche species facti nebst unterschiedenen Beylagen zugeschickt worden, auf welche beyde ich auch zugleich in einen Responso geantwortet. Nachdem aber dem Durchlauchtigsten Herrn Quaerenten wegen vieler Ursachen, (davon etwan in folgenden Handel etwas mehrers zu gedencken seyn dörffte) nicht rathsam schiene, damahln auch die von mir geschehene Beantwortung der andern Frage, vielweniger die speciem facti nebst denen Beylagen mit beydrücken zu lassen:

tigen Theologie bekümmern, wovon Herr D. Pertsch in seinem Tractat von Recht der Beichtstühle und zwar in dem Vorbericht von der Juristen Studio in der Theologie, ausführlich gehandelt. (Siehe auch oben in ersten Theil den XIX. Handel §. 4. seq. p. 211. seq.) zu geschweigen daß allbereit oben §. IIX. ingleichen §. I. erinnert worden, daß mein Responsum ohne meinen Willen und wider mein Bitten publiciret worden, und daß dieser Handel mit dem folgenden andern Handel (der unstreitig für uns Juristen mit gehöret) gar sehr verknüpfft und verbunden sey, weswegen ich auch nunmehro ohne ferneren Auffenthalt mich zu demselben wende.

II. Handel. Von Laster der beleidigten hohen Obrigkeit, wenn Evangelische Priester derselben die Absolution und das Abendmahl zu versagen sich unterfangen.

§. I.

Warum das Responsum über diesen Handel bißher nicht völlig in Druk publiciret worden.

OBwohl das zu diesen Handel gehörige, und allbereit zu vielen mahlen gedruckte Responsum, wie allbereit oben gedacht, einen andern Titul führet, nemlich eines Bedenckens über die Frage wie weit ein Prediger gegen seinen Landes-Herren, welcher zugleich summus Episcopus mit ist, sich des Bindeschlüssels bedienen könne; so habe ich doch vor nöthig erachtet, den Titel dieses Handels ein wenig deutlicher einzurichten, und dabey zu erinnern, daß das bißher gedruckte Responsum nicht complet und vollkommen sey, indem mir damahls zwey unterschiedene, aber doch mit einander verknüpffte Fragen vorgeleget, und deswegen eine ausführliche species facti nebst unterschiedenen Beylagen zugeschickt worden, auf welche beyde ich auch zugleich in einen Responso geantwortet. Nachdem aber dem Durchlauchtigsten Herrn Quaerenten wegen vieler Ursachen, (davon etwan in folgenden Handel etwas mehrers zu gedencken seyn dörffte) nicht rathsam schiene, damahln auch die von mir geschehene Beantwortung der andern Frage, vielweniger die speciem facti nebst denen Beylagen mit beydrücken zu lassen:

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <p><pb facs="#f0110" n="102"/>
tigen Theologie                      bekümmern, wovon Herr D. Pertsch in seinem Tractat von Recht der Beichtstühle                      und zwar in dem Vorbericht von der Juristen Studio in der Theologie, ausführlich                      gehandelt. (Siehe auch oben in ersten Theil den XIX. Handel §. 4. seq. p. 211.                      seq.) zu geschweigen daß allbereit oben §. IIX. ingleichen §. I. erinnert                      worden, daß mein Responsum ohne meinen Willen und wider mein Bitten publiciret                      worden, und daß dieser Handel mit dem folgenden andern Handel (der unstreitig                      für uns Juristen mit gehöret) gar sehr verknüpfft und verbunden sey, weswegen                      ich auch nunmehro ohne ferneren Auffenthalt mich zu demselben wende.</p>
      </div>
      <div>
        <head>II. Handel. Von Laster der beleidigten hohen Obrigkeit, wenn Evangelische                      Priester derselben die Absolution und das Abendmahl zu versagen sich                      unterfangen.</head><lb/>
      </div>
      <div>
        <head>§. I.</head><lb/>
        <note place="left">Warum das <hi rendition="#i">Responsum</hi> über diesen Handel                      bißher nicht völlig in Druk <hi rendition="#i">publici</hi>ret worden.</note>
        <p>OBwohl das zu diesen Handel gehörige, und allbereit zu vielen mahlen gedruckte                      Responsum, wie allbereit oben gedacht, einen andern Titul führet, nemlich eines                      Bedenckens über die Frage wie weit ein Prediger gegen seinen Landes-Herren,                      welcher zugleich <hi rendition="#i">summus Episcopus</hi> mit ist, sich des                      Bindeschlüssels bedienen könne; so habe ich doch vor nöthig erachtet, den Titel                      dieses Handels ein wenig deutlicher einzurichten, und dabey zu erinnern, daß das                      bißher gedruckte Responsum nicht complet und vollkommen sey, indem mir damahls                      zwey unterschiedene, aber doch mit einander verknüpffte Fragen vorgeleget, und                      deswegen eine ausführliche species facti nebst unterschiedenen Beylagen                      zugeschickt worden, auf welche beyde ich auch zugleich in einen Responso                      geantwortet. Nachdem aber dem Durchlauchtigsten Herrn Quaerenten wegen vieler                      Ursachen, (davon etwan in folgenden Handel etwas mehrers zu gedencken seyn                      dörffte) nicht rathsam schiene, damahln auch die von mir geschehene Beantwortung                      der andern Frage, vielweniger die speciem facti nebst denen Beylagen mit                      beydrücken zu lassen:
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[102/0110] tigen Theologie bekümmern, wovon Herr D. Pertsch in seinem Tractat von Recht der Beichtstühle und zwar in dem Vorbericht von der Juristen Studio in der Theologie, ausführlich gehandelt. (Siehe auch oben in ersten Theil den XIX. Handel §. 4. seq. p. 211. seq.) zu geschweigen daß allbereit oben §. IIX. ingleichen §. I. erinnert worden, daß mein Responsum ohne meinen Willen und wider mein Bitten publiciret worden, und daß dieser Handel mit dem folgenden andern Handel (der unstreitig für uns Juristen mit gehöret) gar sehr verknüpfft und verbunden sey, weswegen ich auch nunmehro ohne ferneren Auffenthalt mich zu demselben wende. II. Handel. Von Laster der beleidigten hohen Obrigkeit, wenn Evangelische Priester derselben die Absolution und das Abendmahl zu versagen sich unterfangen. §. I. OBwohl das zu diesen Handel gehörige, und allbereit zu vielen mahlen gedruckte Responsum, wie allbereit oben gedacht, einen andern Titul führet, nemlich eines Bedenckens über die Frage wie weit ein Prediger gegen seinen Landes-Herren, welcher zugleich summus Episcopus mit ist, sich des Bindeschlüssels bedienen könne; so habe ich doch vor nöthig erachtet, den Titel dieses Handels ein wenig deutlicher einzurichten, und dabey zu erinnern, daß das bißher gedruckte Responsum nicht complet und vollkommen sey, indem mir damahls zwey unterschiedene, aber doch mit einander verknüpffte Fragen vorgeleget, und deswegen eine ausführliche species facti nebst unterschiedenen Beylagen zugeschickt worden, auf welche beyde ich auch zugleich in einen Responso geantwortet. Nachdem aber dem Durchlauchtigsten Herrn Quaerenten wegen vieler Ursachen, (davon etwan in folgenden Handel etwas mehrers zu gedencken seyn dörffte) nicht rathsam schiene, damahln auch die von mir geschehene Beantwortung der andern Frage, vielweniger die speciem facti nebst denen Beylagen mit beydrücken zu lassen:

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Obrigkeitskritik und Fürstenberatung: Die Oberhofprediger in Braunschweig-Wolfenbüttel 1568-1714: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML/TEI. (2013-02-15T13:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme entsprechen muss.
Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-02-15T13:54:31Z)
Marcus Baumgarten, Frederike Neuber, Frank Wiegand: Konvertierung nach XML gemäß DTA-Basisformat, Tagging der Titelblätter, Korrekturen der Transkription. (2013-02-15T13:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/thomasius_ernsthaffte04_1725
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/thomasius_ernsthaffte04_1725/110
Zitationshilfe: Thomasius, Christian: Ernsthaffte, aber doch Muntere und Vernünfftige Thomasische Gedancken und Errinnerungen über allerhand außerlesene Juristische Händel. Vierdter Theil. Halle, 1725, S. 102. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/thomasius_ernsthaffte04_1725/110>, abgerufen am 17.05.2021.