Lande verkauft werden. Sie werden von Weitzen- oder Buchweitzen-Mehl gemacht, und nach dem Gewichte verkauft. Die letzteren haben den besondern Nahmen Sabakiri. Man schneidet die Fäden in Stücken, und thut sie zu einer Art Suppe, die davon einen angeneh- men Geschmack bekommt, etwas zähe oder schleimig wird, und sehr nahrhaft ist. Die Nudeln lösen sich jedoch in der Suppe nicht ganz auf. Ißt man dies Gericht mit Zwiebeln und Frikadellen von Fischen, so heißt es Nio- men; thut man aber statt dessen Pfeffer und Soja hin- zu, so bekommt es den Nahmen Somen.
In allen Wirthshäusern und Herbergen, so gar auf dem Lande, findet man eine Art Kuchen von Reiß- mehl, die bisweilen grün gefärbt sind, zu Kauf. Die Reisenden, besonders die Norimon-Träger, pflegen sie gern zu kaufen, und zum Thee zu essen. Thee trifft man auch allenthalben zum Dienst der Reisenden an.
Den Zuckertang (Fucus saccharinus), den die See so in Menge auswirft, brauchen die Japaner häu- fig zum Essen, so zähe er auch zu seyn scheint. Er wird vorher getrocknet, und von Sand, Salz und andrer Unreinlichkeit gesäubert. Besonders wird er bey solcher Gelegenheit gegessen, da man sich beym Sakki lu- stig hält. Man schneidet ihn in Stücke, kocht ihn, wo- durch er viel dicker wird, und thut ihn zu andern Spei- sen. Bisweilen wird er aber auch roh gegessen, nach- dem man das Aeußere abgeschabt hat, da er dann ganz weiß aussieht. In diesem Falle schneidet man ihn ge- wöhnlich in Streifen, die zwey Zoll lang und einen Fin- ger breit sind, wickelt eine Parthey davon vierseitig zu- sammen, und bindet einen feineren Streif von eben dem Tang, eine Linie breit, und drey Zoll lang, herum. Diese Päckchen werden entweder mit oder ohne Sansjo
Fuͤnfte Abtheilung. Siebenter Abſchnitt.
Lande verkauft werden. Sie werden von Weitzen- oder Buchweitzen-Mehl gemacht, und nach dem Gewichte verkauft. Die letzteren haben den beſondern Nahmen Sabakiri. Man ſchneidet die Faͤden in Stuͤcken, und thut ſie zu einer Art Suppe, die davon einen angeneh- men Geſchmack bekommt, etwas zaͤhe oder ſchleimig wird, und ſehr nahrhaft iſt. Die Nudeln loͤſen ſich jedoch in der Suppe nicht ganz auf. Ißt man dies Gericht mit Zwiebeln und Frikadellen von Fiſchen, ſo heißt es Nio- men; thut man aber ſtatt deſſen Pfeffer und Soja hin- zu, ſo bekommt es den Nahmen Somen.
In allen Wirthshaͤuſern und Herbergen, ſo gar auf dem Lande, findet man eine Art Kuchen von Reiß- mehl, die bisweilen gruͤn gefaͤrbt ſind, zu Kauf. Die Reiſenden, beſonders die Norimon-Traͤger, pflegen ſie gern zu kaufen, und zum Thee zu eſſen. Thee trifft man auch allenthalben zum Dienſt der Reiſenden an.
Den Zuckertang (Fucus ſaccharinus), den die See ſo in Menge auswirft, brauchen die Japaner haͤu- fig zum Eſſen, ſo zaͤhe er auch zu ſeyn ſcheint. Er wird vorher getrocknet, und von Sand, Salz und andrer Unreinlichkeit geſaͤubert. Beſonders wird er bey ſolcher Gelegenheit gegeſſen, da man ſich beym Sakki lu- ſtig haͤlt. Man ſchneidet ihn in Stuͤcke, kocht ihn, wo- durch er viel dicker wird, und thut ihn zu andern Spei- ſen. Bisweilen wird er aber auch roh gegeſſen, nach- dem man das Aeußere abgeſchabt hat, da er dann ganz weiß ausſieht. In dieſem Falle ſchneidet man ihn ge- woͤhnlich in Streifen, die zwey Zoll lang und einen Fin- ger breit ſind, wickelt eine Parthey davon vierſeitig zu- ſammen, und bindet einen feineren Streif von eben dem Tang, eine Linie breit, und drey Zoll lang, herum. Dieſe Paͤckchen werden entweder mit oder ohne Sanſjo
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Fuͤnfte Abtheilung. Siebenter Abſchnitt.
Lande verkauft werden. Sie werden von Weitzen- oder
Buchweitzen-Mehl gemacht, und nach dem Gewichte
verkauft. Die letzteren haben den beſondern Nahmen
Sabakiri. Man ſchneidet die Faͤden in Stuͤcken, und
thut ſie zu einer Art Suppe, die davon einen angeneh-
men Geſchmack bekommt, etwas zaͤhe oder ſchleimig wird,
und ſehr nahrhaft iſt. Die Nudeln loͤſen ſich jedoch in
der Suppe nicht ganz auf. Ißt man dies Gericht mit
Zwiebeln und Frikadellen von Fiſchen, ſo heißt es Nio-
men; thut man aber ſtatt deſſen Pfeffer und Soja hin-
zu, ſo bekommt es den Nahmen Somen.
In allen Wirthshaͤuſern und Herbergen, ſo gar
auf dem Lande, findet man eine Art Kuchen von Reiß-
mehl, die bisweilen gruͤn gefaͤrbt ſind, zu Kauf. Die
Reiſenden, beſonders die Norimon-Traͤger, pflegen ſie
gern zu kaufen, und zum Thee zu eſſen. Thee trifft
man auch allenthalben zum Dienſt der Reiſenden an.
Den Zuckertang (Fucus ſaccharinus), den die
See ſo in Menge auswirft, brauchen die Japaner haͤu-
fig zum Eſſen, ſo zaͤhe er auch zu ſeyn ſcheint. Er wird
vorher getrocknet, und von Sand, Salz und andrer
Unreinlichkeit geſaͤubert. Beſonders wird er bey ſolcher
Gelegenheit gegeſſen, da man ſich beym Sakki lu-
ſtig haͤlt. Man ſchneidet ihn in Stuͤcke, kocht ihn, wo-
durch er viel dicker wird, und thut ihn zu andern Spei-
ſen. Bisweilen wird er aber auch roh gegeſſen, nach-
dem man das Aeußere abgeſchabt hat, da er dann ganz
weiß ausſieht. In dieſem Falle ſchneidet man ihn ge-
woͤhnlich in Streifen, die zwey Zoll lang und einen Fin-
ger breit ſind, wickelt eine Parthey davon vierſeitig zu-
ſammen, und bindet einen feineren Streif von eben dem
Tang, eine Linie breit, und drey Zoll lang, herum.
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Thunberg, Carl Peter: Reisen durch einen Theil von Europa, Afrika und Asien [...] in den Jahren 1770 bis 1779. Bd. 2. Übers. v. Christian Heinrich Groskurd. Berlin, 1794, S. 200. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/thunberg_reisen02_1794/234>, abgerufen am 11.09.2024.
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