Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Tönnies, Johann Heinrich: Auszug der Geschichte zur Erklärung der Offenbarung Johannis. Leipzig, 1776.

Bild:
<< vorherige Seite

nicht verhalten dürfen. Der Herr Herr eröfne unser aller Augen zu erkennen seinen Willen, und sein guter Geist führe uns wie in allem, also auch hierin auf ebener Bahn, um seines Namens willen: welches mit täglichem Seufzen von Gotte bittet. Ew. Hochfürstl. Durchl. unterthänigst. Knecht und demüthigster Fürbitter M. Albrecht Fiedler Knopff.

Von diesem giebt Nachricht Trinius in d. Gesch. verd. Ggel. in der ersten Fortsetzung

III. C. Intercipirter Brief an die Princeßin von ihrem Beichtvater.

Durchl. Gnädigste Princesse

Es ist nunmehr zu höchster Bestürzung frommer Selen eclatiret, das Ew. Hochfürstl. Durchl. unter dem Antrage einer gewissen Heyrath zum Abfalle von evangelischer Warheit und Freyheit sollicitiret werden, Gott weiß unter wie vielen ängstlichen Gedanken, Kämpfen und Ringen, in einer so schweren Versuchung. Es weiß auch der alles weiß, das von mir und vielen andern, die die Ehre haben Ew. Durchl. zukennen, von Herzen gewünschet wird, daß eine so hochbelobte Princesse nach den Wünschen der hohen in der Welt glücklig sein möge; doch mus wie alle dergleichen, also auch dieser Wunsch, so ferne er das wahre Glück bringen sol, mit dem gnädigen Willen Gottes und Ew. Durchl. auch anderer Selen Seligkeit conditioniret werden. Nun aber ist es ja gewißlig Gottes Wille nicht, noch eines

nicht verhalten dürfen. Der Herr Herr eröfne unser aller Augen zu erkennen seinen Willen, und sein guter Geist führe uns wie in allem, also auch hierin auf ebener Bahn, um seines Namens willen: welches mit täglichem Seufzen von Gotte bittet. Ew. Hochfürstl. Durchl. unterthänigst. Knecht und demüthigster Fürbitter M. Albrecht Fiedler Knopff.

Von diesem giebt Nachricht Trinius in d. Gesch. verd. Ggel. in der ersten Fortsetzung

III. C. Intercipirter Brief an die Princeßin von ihrem Beichtvater.

Durchl. Gnädigste Princesse

Es ist nunmehr zu höchster Bestürzung frommer Selen eclatiret, das Ew. Hochfürstl. Durchl. unter dem Antrage einer gewissen Heyrath zum Abfalle von evangelischer Warheit und Freyheit sollicitiret werden, Gott weiß unter wie vielen ängstlichen Gedanken, Kämpfen und Ringen, in einer so schweren Versuchung. Es weiß auch der alles weiß, das von mir und vielen andern, die die Ehre haben Ew. Durchl. zukennen, von Herzen gewünschet wird, daß eine so hochbelobte Princesse nach den Wünschen der hohen in der Welt glücklig sein möge; doch mus wie alle dergleichen, also auch dieser Wunsch, so ferne er das wahre Glück bringen sol, mit dem gnädigen Willen Gottes und Ew. Durchl. auch anderer Selen Seligkeit conditioniret werden. Nun aber ist es ja gewißlig Gottes Wille nicht, noch eines

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <p><pb facs="#f1002" n="46"/>
nicht verhalten dürfen. Der Herr Herr eröfne unser                      aller Augen zu erkennen seinen Willen, und sein guter Geist führe uns wie in                      allem, also auch hierin auf ebener Bahn, um seines Namens willen: welches mit                      täglichem Seufzen von Gotte bittet. Ew. Hochfürstl. Durchl. unterthänigst.                      Knecht und demüthigster Fürbitter M. Albrecht Fiedler Knopff.</p>
        <p>Von diesem giebt Nachricht Trinius in d. Gesch. verd. Ggel. in der ersten                      Fortsetzung</p>
        <p>III. C. Intercipirter Brief an die Princeßin von ihrem Beichtvater.</p>
      </div>
      <div>
        <head>Durchl. Gnädigste Princesse</head><lb/>
        <p>Es ist nunmehr zu höchster Bestürzung frommer Selen eclatiret, das Ew.                      Hochfürstl. Durchl. unter dem Antrage einer gewissen Heyrath zum Abfalle von                      evangelischer Warheit und Freyheit sollicitiret werden, Gott weiß unter wie                      vielen ängstlichen Gedanken, Kämpfen und Ringen, in einer so schweren                      Versuchung. Es weiß auch der alles weiß, das von mir und vielen andern, die die                      Ehre haben Ew. Durchl. zukennen, von Herzen gewünschet wird, daß eine so                      hochbelobte Princesse nach den Wünschen der hohen in der Welt glücklig sein                      möge; doch mus wie alle dergleichen, also auch dieser Wunsch, so ferne er das                      wahre Glück bringen sol, mit dem gnädigen Willen Gottes und Ew. Durchl. auch                      anderer Selen Seligkeit conditioniret werden. Nun aber ist es ja gewißlig Gottes                      Wille nicht, noch eines
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[46/1002] nicht verhalten dürfen. Der Herr Herr eröfne unser aller Augen zu erkennen seinen Willen, und sein guter Geist führe uns wie in allem, also auch hierin auf ebener Bahn, um seines Namens willen: welches mit täglichem Seufzen von Gotte bittet. Ew. Hochfürstl. Durchl. unterthänigst. Knecht und demüthigster Fürbitter M. Albrecht Fiedler Knopff. Von diesem giebt Nachricht Trinius in d. Gesch. verd. Ggel. in der ersten Fortsetzung III. C. Intercipirter Brief an die Princeßin von ihrem Beichtvater. Durchl. Gnädigste Princesse Es ist nunmehr zu höchster Bestürzung frommer Selen eclatiret, das Ew. Hochfürstl. Durchl. unter dem Antrage einer gewissen Heyrath zum Abfalle von evangelischer Warheit und Freyheit sollicitiret werden, Gott weiß unter wie vielen ängstlichen Gedanken, Kämpfen und Ringen, in einer so schweren Versuchung. Es weiß auch der alles weiß, das von mir und vielen andern, die die Ehre haben Ew. Durchl. zukennen, von Herzen gewünschet wird, daß eine so hochbelobte Princesse nach den Wünschen der hohen in der Welt glücklig sein möge; doch mus wie alle dergleichen, also auch dieser Wunsch, so ferne er das wahre Glück bringen sol, mit dem gnädigen Willen Gottes und Ew. Durchl. auch anderer Selen Seligkeit conditioniret werden. Nun aber ist es ja gewißlig Gottes Wille nicht, noch eines

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Obrigkeitskritik und Fürstenberatung: Die Oberhofprediger in Braunschweig-Wolfenbüttel 1568-1714: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML/TEI. (2013-02-15T13:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme entsprechen muss.
Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-02-15T13:54:31Z)
Marcus Baumgarten, Frederike Neuber, Frank Wiegand: Konvertierung nach XML gemäß DTA-Basisformat, Tagging der Titelblätter, Korrekturen der Transkription. (2013-02-15T13:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/toennies_auszug_1776
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/toennies_auszug_1776/1002
Zitationshilfe: Tönnies, Johann Heinrich: Auszug der Geschichte zur Erklärung der Offenbarung Johannis. Leipzig, 1776, S. 46. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/toennies_auszug_1776/1002>, abgerufen am 19.04.2021.