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Vogt, Carl: Zoologische Briefe. Bd. 2. Frankfurt (Main), 1851.

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[Abbildung] Fig. 1136.

Der gemeine Laubfrosch. (Hyla viridis.)

und Gesträuchen, wo diese schlanken, langbeinigen Thiere sich aufhal-
ten, ihnen wesentliche Dienste leisten. Hyla; Eucnemis; Phyllomedusa
Phyllobates; Ixalis; Cornufer; Elosia; Polypedates
.



Höhere Wirbelthiere.


Die Gruppe, welche von den drei höheren Wirbelthierklassen
gebildet wird, unterscheidet sich, wie schon früher bemerkt wurde, von
den niederen hauptsächlich durch ihre Entwicklungsgeschichte, und na-
mentlich durch die ausgiebige Hüllenbildung, welche von dem Embryo
selbst ausgeht, so wie durch manche andere Eigenthümlichkeiten, die
wir schon im Eingange dieses Bandes erwähnten. Die Scheidelinie,
welche bei den jetzt lebenden Formen sich mit vollkommener Sicherheit
und Bestimmtheit zwischen den Lurchen und Reptilien legen läßt, wird
freilich bei den fossilen Gattungen häufig schwankend, da hier gerade
diejenigen Eigenthümlichkeiten der inneren Organisation der Anatomie
und Entwicklungsgeschichte nicht zur Anschauung kommen, auf welche
dieselbe hauptsächlich gegründet ist. Man muß indeß wohl im Auge
behalten, daß in allen diesen Beziehungen die Geschichte der fossilen
Formen sich niemals gleichberechtigt der Untersuchung der lebenden
Typen gegenüber stellen darf, da jene überall in ihren Objekten der
Vollständigkeit entbehrt, welche diese auszeichnet.


Vogt. Zoologische Briefe. II. 15


[Abbildung] Fig. 1136.

Der gemeine Laubfroſch. (Hyla viridis.)

und Geſträuchen, wo dieſe ſchlanken, langbeinigen Thiere ſich aufhal-
ten, ihnen weſentliche Dienſte leiſten. Hyla; Eucnemis; Phyllomedusa
Phyllobates; Ixalis; Cornufer; Elosia; Polypedates
.



Höhere Wirbelthiere.


Die Gruppe, welche von den drei höheren Wirbelthierklaſſen
gebildet wird, unterſcheidet ſich, wie ſchon früher bemerkt wurde, von
den niederen hauptſächlich durch ihre Entwicklungsgeſchichte, und na-
mentlich durch die ausgiebige Hüllenbildung, welche von dem Embryo
ſelbſt ausgeht, ſo wie durch manche andere Eigenthümlichkeiten, die
wir ſchon im Eingange dieſes Bandes erwähnten. Die Scheidelinie,
welche bei den jetzt lebenden Formen ſich mit vollkommener Sicherheit
und Beſtimmtheit zwiſchen den Lurchen und Reptilien legen läßt, wird
freilich bei den foſſilen Gattungen häufig ſchwankend, da hier gerade
diejenigen Eigenthümlichkeiten der inneren Organiſation der Anatomie
und Entwicklungsgeſchichte nicht zur Anſchauung kommen, auf welche
dieſelbe hauptſächlich gegründet iſt. Man muß indeß wohl im Auge
behalten, daß in allen dieſen Beziehungen die Geſchichte der foſſilen
Formen ſich niemals gleichberechtigt der Unterſuchung der lebenden
Typen gegenüber ſtellen darf, da jene überall in ihren Objekten der
Vollſtändigkeit entbehrt, welche dieſe auszeichnet.


Vogt. Zoologiſche Briefe. II. 15
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[225/0231] [Abbildung Fig. 1136. Der gemeine Laubfroſch. (Hyla viridis.)] und Geſträuchen, wo dieſe ſchlanken, langbeinigen Thiere ſich aufhal- ten, ihnen weſentliche Dienſte leiſten. Hyla; Eucnemis; Phyllomedusa Phyllobates; Ixalis; Cornufer; Elosia; Polypedates. Höhere Wirbelthiere. Die Gruppe, welche von den drei höheren Wirbelthierklaſſen gebildet wird, unterſcheidet ſich, wie ſchon früher bemerkt wurde, von den niederen hauptſächlich durch ihre Entwicklungsgeſchichte, und na- mentlich durch die ausgiebige Hüllenbildung, welche von dem Embryo ſelbſt ausgeht, ſo wie durch manche andere Eigenthümlichkeiten, die wir ſchon im Eingange dieſes Bandes erwähnten. Die Scheidelinie, welche bei den jetzt lebenden Formen ſich mit vollkommener Sicherheit und Beſtimmtheit zwiſchen den Lurchen und Reptilien legen läßt, wird freilich bei den foſſilen Gattungen häufig ſchwankend, da hier gerade diejenigen Eigenthümlichkeiten der inneren Organiſation der Anatomie und Entwicklungsgeſchichte nicht zur Anſchauung kommen, auf welche dieſelbe hauptſächlich gegründet iſt. Man muß indeß wohl im Auge behalten, daß in allen dieſen Beziehungen die Geſchichte der foſſilen Formen ſich niemals gleichberechtigt der Unterſuchung der lebenden Typen gegenüber ſtellen darf, da jene überall in ihren Objekten der Vollſtändigkeit entbehrt, welche dieſe auszeichnet. Vogt. Zoologiſche Briefe. II. 15

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Zitationshilfe: Vogt, Carl: Zoologische Briefe. Bd. 2. Frankfurt (Main), 1851, S. 225. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/vogt_briefe02_1851/231>, abgerufen am 27.06.2022.