Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Vogt, Carl: Zoologische Briefe. Bd. 2. Frankfurt (Main), 1851.

Bild:
<< vorherige Seite


[Abbildung] Fig. 1429.

Die Genettkatze (Viverra genetta).

Arzneigebrauche verwendet wird. Oben finden sich drei, unten vier
spitzkegelförmige Lückenzähne, auf welche der schneidende Reißzahn
folgt, der indeß nach innen einen stumpfhöckerigen Fortsatz zeigt;
hinter den Fleischzähnen stehen oben zwei, unten nur ein stumpfhöcke-
riger Backzahn; die Eckzähne sind drehrund, spitzkegelförmig, nicht
zusammengedrückt und schneidend, wie bei den Vorigen; die Zunge ist
scharf, feilenartig, der Pelz meist grobhaarig und wenig geschätzt. Es
sind nächtliche Raubthiere der südlichen Zonen, die besonders kleineren
Thieren nachstellen und im Ganzen äußerst blutgierig scheinen. Icti-
des; Paradoxurus; Viverra; Rhyzaena; Crossarchus; Ichneumon; He-
migale; Genetta; Ailurus; Potamophilus; Herpestes
.

[Abbildung] Fig. 1430.

Das Wiesel (Mustela vulgatis).

Die Familie der Marder (Mustelida) hat einen noch länger ge-
streckten Körper, als die vorigen und sehr kurze niedrige Füße, so
daß der Körper sich kaum über den Boden erhebt. An Vorder- und
Hinterfüßen sind fünf Zehen vorhanden; der Kopf ist meist kurz, dick,
die Eckzähne schlank, hakig, die Lückenzähne gewöhnlich nur in ge-
ringer Anzahl vorhanden, der Reißzahn breit, scharf und stets nur
ein einziger Höckerzahn hinter demselben entwickelt. Es sind schlaue,
nächtliche, blutgierige Thiere, welche oft sich damit begnügen, nur das
Blut ihrer Opfer zu saufen und im Verhältnisse zu ihrer Größe un-
gemeine Verwüstungen in Höfen und Hühnerställen anrichten können.
Der Pelz der meisten Gattungen, besonders der im Norden lebenden,


[Abbildung] Fig. 1429.

Die Genettkatze (Viverra genetta).

Arzneigebrauche verwendet wird. Oben finden ſich drei, unten vier
ſpitzkegelförmige Lückenzähne, auf welche der ſchneidende Reißzahn
folgt, der indeß nach innen einen ſtumpfhöckerigen Fortſatz zeigt;
hinter den Fleiſchzähnen ſtehen oben zwei, unten nur ein ſtumpfhöcke-
riger Backzahn; die Eckzähne ſind drehrund, ſpitzkegelförmig, nicht
zuſammengedrückt und ſchneidend, wie bei den Vorigen; die Zunge iſt
ſcharf, feilenartig, der Pelz meiſt grobhaarig und wenig geſchätzt. Es
ſind nächtliche Raubthiere der ſüdlichen Zonen, die beſonders kleineren
Thieren nachſtellen und im Ganzen äußerſt blutgierig ſcheinen. Icti-
des; Paradoxurus; Viverra; Rhyzaena; Crossarchus; Ichneumon; He-
migale; Genetta; Ailurus; Potamophilus; Herpestes
.

[Abbildung] Fig. 1430.

Das Wieſel (Mustela vulgatis).

Die Familie der Marder (Mustelida) hat einen noch länger ge-
ſtreckten Körper, als die vorigen und ſehr kurze niedrige Füße, ſo
daß der Körper ſich kaum über den Boden erhebt. An Vorder- und
Hinterfüßen ſind fünf Zehen vorhanden; der Kopf iſt meiſt kurz, dick,
die Eckzähne ſchlank, hakig, die Lückenzähne gewöhnlich nur in ge-
ringer Anzahl vorhanden, der Reißzahn breit, ſcharf und ſtets nur
ein einziger Höckerzahn hinter demſelben entwickelt. Es ſind ſchlaue,
nächtliche, blutgierige Thiere, welche oft ſich damit begnügen, nur das
Blut ihrer Opfer zu ſaufen und im Verhältniſſe zu ihrer Größe un-
gemeine Verwüſtungen in Höfen und Hühnerſtällen anrichten können.
Der Pelz der meiſten Gattungen, beſonders der im Norden lebenden,

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <div n="5">
                <div n="6">
                  <div n="7">
                    <p><pb facs="#f0502" n="496"/><figure><head>Fig. 1429.</head><lb/><p>Die Genettkatze <hi rendition="#aq">(Viverra genetta)</hi>.</p></figure><lb/>
Arzneigebrauche verwendet wird. Oben finden &#x017F;ich drei, unten vier<lb/>
&#x017F;pitzkegelförmige Lückenzähne, auf welche der &#x017F;chneidende Reißzahn<lb/>
folgt, der indeß nach innen einen &#x017F;tumpfhöckerigen Fort&#x017F;atz zeigt;<lb/>
hinter den Flei&#x017F;chzähnen &#x017F;tehen oben zwei, unten nur ein &#x017F;tumpfhöcke-<lb/>
riger Backzahn; die Eckzähne &#x017F;ind drehrund, &#x017F;pitzkegelförmig, nicht<lb/>
zu&#x017F;ammengedrückt und &#x017F;chneidend, wie bei den Vorigen; die Zunge i&#x017F;t<lb/>
&#x017F;charf, feilenartig, der Pelz mei&#x017F;t grobhaarig und wenig ge&#x017F;chätzt. Es<lb/>
&#x017F;ind nächtliche Raubthiere der &#x017F;üdlichen Zonen, die be&#x017F;onders kleineren<lb/>
Thieren nach&#x017F;tellen und im Ganzen äußer&#x017F;t blutgierig &#x017F;cheinen. <hi rendition="#aq">Icti-<lb/>
des; Paradoxurus; Viverra; Rhyzaena; Crossarchus; Ichneumon; He-<lb/>
migale; Genetta; Ailurus; Potamophilus; Herpestes</hi>.</p><lb/>
                    <figure>
                      <head>Fig. 1430.</head><lb/>
                      <p>Das Wie&#x017F;el <hi rendition="#aq">(Mustela vulgatis)</hi>.</p>
                    </figure><lb/>
                    <p>Die Familie der <hi rendition="#b">Marder</hi> <hi rendition="#aq">(<hi rendition="#i">Mustelida</hi>)</hi> hat einen noch länger ge-<lb/>
&#x017F;treckten Körper, als die vorigen und &#x017F;ehr kurze niedrige Füße, &#x017F;o<lb/>
daß der Körper &#x017F;ich kaum über den Boden erhebt. An Vorder- und<lb/>
Hinterfüßen &#x017F;ind fünf Zehen vorhanden; der Kopf i&#x017F;t mei&#x017F;t kurz, dick,<lb/>
die Eckzähne &#x017F;chlank, hakig, die Lückenzähne gewöhnlich nur in ge-<lb/>
ringer Anzahl vorhanden, der Reißzahn breit, &#x017F;charf und &#x017F;tets nur<lb/>
ein einziger Höckerzahn hinter dem&#x017F;elben entwickelt. Es &#x017F;ind &#x017F;chlaue,<lb/>
nächtliche, blutgierige Thiere, welche oft &#x017F;ich damit begnügen, nur das<lb/>
Blut ihrer Opfer zu &#x017F;aufen und im Verhältni&#x017F;&#x017F;e zu ihrer Größe un-<lb/>
gemeine Verwü&#x017F;tungen in Höfen und Hühner&#x017F;tällen anrichten können.<lb/>
Der Pelz der mei&#x017F;ten Gattungen, be&#x017F;onders der im Norden lebenden,<lb/></p>
                  </div>
                </div>
              </div>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[496/0502] [Abbildung Fig. 1429. Die Genettkatze (Viverra genetta).] Arzneigebrauche verwendet wird. Oben finden ſich drei, unten vier ſpitzkegelförmige Lückenzähne, auf welche der ſchneidende Reißzahn folgt, der indeß nach innen einen ſtumpfhöckerigen Fortſatz zeigt; hinter den Fleiſchzähnen ſtehen oben zwei, unten nur ein ſtumpfhöcke- riger Backzahn; die Eckzähne ſind drehrund, ſpitzkegelförmig, nicht zuſammengedrückt und ſchneidend, wie bei den Vorigen; die Zunge iſt ſcharf, feilenartig, der Pelz meiſt grobhaarig und wenig geſchätzt. Es ſind nächtliche Raubthiere der ſüdlichen Zonen, die beſonders kleineren Thieren nachſtellen und im Ganzen äußerſt blutgierig ſcheinen. Icti- des; Paradoxurus; Viverra; Rhyzaena; Crossarchus; Ichneumon; He- migale; Genetta; Ailurus; Potamophilus; Herpestes. [Abbildung Fig. 1430. Das Wieſel (Mustela vulgatis). ] Die Familie der Marder (Mustelida) hat einen noch länger ge- ſtreckten Körper, als die vorigen und ſehr kurze niedrige Füße, ſo daß der Körper ſich kaum über den Boden erhebt. An Vorder- und Hinterfüßen ſind fünf Zehen vorhanden; der Kopf iſt meiſt kurz, dick, die Eckzähne ſchlank, hakig, die Lückenzähne gewöhnlich nur in ge- ringer Anzahl vorhanden, der Reißzahn breit, ſcharf und ſtets nur ein einziger Höckerzahn hinter demſelben entwickelt. Es ſind ſchlaue, nächtliche, blutgierige Thiere, welche oft ſich damit begnügen, nur das Blut ihrer Opfer zu ſaufen und im Verhältniſſe zu ihrer Größe un- gemeine Verwüſtungen in Höfen und Hühnerſtällen anrichten können. Der Pelz der meiſten Gattungen, beſonders der im Norden lebenden,

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/vogt_briefe02_1851
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/vogt_briefe02_1851/502
Zitationshilfe: Vogt, Carl: Zoologische Briefe. Bd. 2. Frankfurt (Main), 1851, S. 496. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/vogt_briefe02_1851/502>, abgerufen am 25.06.2022.