Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Voß, Julius von: Ini. Ein Roman aus dem ein und zwanzigsten Jahrhundert. Berlin, 1810.

Bild:
<< vorherige Seite
Sechstes Büchlein.

Schluß.

Nicht umsonst hoffte er. Noch vor der Mitte
erging er sich einst zur Bewegung, da vernahm
sein Ohr fremde Laute. Er horcht, höher wallt
und wogt es in der Brust, er wendet das Auge
nach dem Ton hin -- ein heller Fleck am Ho¬
rizont!

Der Mond schien eben nicht, nur vom Schnee
Dämmerung. Desto deutlicher die Flamme dort
sichtbar, wie sie sich vergrößerte. Der antrei¬
bende Zuruf fahrender Männer zu unterscheiden,
oft ein Geheul von Bären.

Guido warf sich auf sein Angesicht. Du un¬
begreiflicher Gott, dem ich hier oft den Geist
empfahl, dein Geschick will mich wieder zu den
Menschen bringen. Dank, dank, wenn du auf
mich siehst!

Sechstes Buͤchlein.

Schluß.

Nicht umſonſt hoffte er. Noch vor der Mitte
erging er ſich einſt zur Bewegung, da vernahm
ſein Ohr fremde Laute. Er horcht, hoͤher wallt
und wogt es in der Bruſt, er wendet das Auge
nach dem Ton hin — ein heller Fleck am Ho¬
rizont!

Der Mond ſchien eben nicht, nur vom Schnee
Daͤmmerung. Deſto deutlicher die Flamme dort
ſichtbar, wie ſie ſich vergroͤßerte. Der antrei¬
bende Zuruf fahrender Maͤnner zu unterſcheiden,
oft ein Geheul von Baͤren.

Guido warf ſich auf ſein Angeſicht. Du un¬
begreiflicher Gott, dem ich hier oft den Geiſt
empfahl, dein Geſchick will mich wieder zu den
Menſchen bringen. Dank, dank, wenn du auf
mich ſiehſt!

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0346" n="334"/>
        </div>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b #g">Sechstes Bu&#x0364;chlein.</hi><lb/>
          </head>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
          <p rendition="#c"><hi rendition="#g">Schluß</hi>.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#in">N</hi>icht um&#x017F;on&#x017F;t hoffte er. Noch vor der Mitte<lb/>
erging er &#x017F;ich ein&#x017F;t zur Bewegung, da vernahm<lb/>
&#x017F;ein Ohr fremde Laute. Er horcht, ho&#x0364;her wallt<lb/>
und wogt es in der Bru&#x017F;t, er wendet das Auge<lb/>
nach dem Ton hin &#x2014; ein heller Fleck am Ho¬<lb/>
rizont!</p><lb/>
          <p>Der Mond &#x017F;chien eben nicht, nur vom Schnee<lb/>
Da&#x0364;mmerung. De&#x017F;to deutlicher die Flamme dort<lb/>
&#x017F;ichtbar, wie &#x017F;ie &#x017F;ich vergro&#x0364;ßerte. Der antrei¬<lb/>
bende Zuruf fahrender Ma&#x0364;nner zu unter&#x017F;cheiden,<lb/>
oft ein Geheul von Ba&#x0364;ren.</p><lb/>
          <p>Guido warf &#x017F;ich auf &#x017F;ein Ange&#x017F;icht. Du un¬<lb/>
begreiflicher Gott, dem ich hier oft den Gei&#x017F;t<lb/>
empfahl, dein Ge&#x017F;chick will mich wieder zu den<lb/>
Men&#x017F;chen bringen. Dank, dank, wenn du auf<lb/>
mich &#x017F;ieh&#x017F;t!</p><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[334/0346] Sechstes Buͤchlein. Schluß. Nicht umſonſt hoffte er. Noch vor der Mitte erging er ſich einſt zur Bewegung, da vernahm ſein Ohr fremde Laute. Er horcht, hoͤher wallt und wogt es in der Bruſt, er wendet das Auge nach dem Ton hin — ein heller Fleck am Ho¬ rizont! Der Mond ſchien eben nicht, nur vom Schnee Daͤmmerung. Deſto deutlicher die Flamme dort ſichtbar, wie ſie ſich vergroͤßerte. Der antrei¬ bende Zuruf fahrender Maͤnner zu unterſcheiden, oft ein Geheul von Baͤren. Guido warf ſich auf ſein Angeſicht. Du un¬ begreiflicher Gott, dem ich hier oft den Geiſt empfahl, dein Geſchick will mich wieder zu den Menſchen bringen. Dank, dank, wenn du auf mich ſiehſt!

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde von OCR-Software automatisch erfasst und anschließend gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien von Muttersprachlern nachkontrolliert. Es wurde gemäß dem DTA-Basisformat in XML/TEI P5 kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/voss_ini_1810
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/voss_ini_1810/346
Zitationshilfe: Voß, Julius von: Ini. Ein Roman aus dem ein und zwanzigsten Jahrhundert. Berlin, 1810, S. 334. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/voss_ini_1810/346>, abgerufen am 06.02.2023.