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Wackenroder, Wilhelm Heinrich; Tieck, Ludwig: Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders. Berlin, 1797.

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er seinen Thränen entlaufen. So ging's
nun durch manches fremde Dorf, und man¬
chen fremden Gesichtern vorbey: -- der An¬
blick der fremden Welt gab ihm wieder
Muth, er fühlte sich frey und stark, -- er
kam immer näher, -- und endlich, -- güti¬
ger Himmel! welch Entzücken! -- endlich
sah er die Thürme der herrlichen Stadt vor
sich liegen. -- -- --


Zweytes Hauptstück.

Ich kehre zu meinem Joseph zurück, wie
er, mehrere Jahre, nachdem wir ihn verlas¬
sen haben, in der bischöflichen Residenz Ka¬
pellmeister geworden ist, und in großem
Glanze lebt. Sein Anverwandter, der ihn
sehr wohl aufgenommen hatte, war der
Schöpfer seines Glücks geworden, und hatte
ihm den gründlichsten Unterricht in der Ton¬

er ſeinen Thränen entlaufen. So ging's
nun durch manches fremde Dorf, und man¬
chen fremden Geſichtern vorbey: — der An¬
blick der fremden Welt gab ihm wieder
Muth, er fühlte ſich frey und ſtark, — er
kam immer näher, — und endlich, — güti¬
ger Himmel! welch Entzücken! — endlich
ſah er die Thürme der herrlichen Stadt vor
ſich liegen. — — —


Zweytes Hauptſtück.

Ich kehre zu meinem Joſeph zurück, wie
er, mehrere Jahre, nachdem wir ihn verlaſ¬
ſen haben, in der biſchöflichen Reſidenz Ka¬
pellmeiſter geworden iſt, und in großem
Glanze lebt. Sein Anverwandter, der ihn
ſehr wohl aufgenommen hatte, war der
Schöpfer ſeines Glücks geworden, und hatte
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[255/0263] er ſeinen Thränen entlaufen. So ging's nun durch manches fremde Dorf, und man¬ chen fremden Geſichtern vorbey: — der An¬ blick der fremden Welt gab ihm wieder Muth, er fühlte ſich frey und ſtark, — er kam immer näher, — und endlich, — güti¬ ger Himmel! welch Entzücken! — endlich ſah er die Thürme der herrlichen Stadt vor ſich liegen. — — — Zweytes Hauptſtück. Ich kehre zu meinem Joſeph zurück, wie er, mehrere Jahre, nachdem wir ihn verlaſ¬ ſen haben, in der biſchöflichen Reſidenz Ka¬ pellmeiſter geworden iſt, und in großem Glanze lebt. Sein Anverwandter, der ihn ſehr wohl aufgenommen hatte, war der Schöpfer ſeines Glücks geworden, und hatte ihm den gründlichſten Unterricht in der Ton¬

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Zitationshilfe: Wackenroder, Wilhelm Heinrich; Tieck, Ludwig: Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders. Berlin, 1797, S. 255. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/wackenroder_herzensergiessungen_1797/263>, abgerufen am 14.07.2024.