Walther, Johann: Tempe Historica [...] Lust- und Schauplatz [...] anmuthiger und wolrichender Blumen. Jena, 1669.1. Sey wer du wilst/ König oder Käyser/ wann dir der himmlische Käyser einen solchen schwartzen Brieff schickt/ so kanst du dich nicht wiedersetzen/ da hilft kein Entschuldigung/ da hilfft weder Bitten noch Beten/ da hilfft keine Flucht/ keine Außred/ es ist aus mit dir. 2. Wolan/ mach aus der Noth eine Tugend/ weils je ohne das muß seyn/ so gib dich gleich selber drein. Schick dein Hauptfort nicht einem Tyrannen/ sondern einem Vater/ nicht zu einem Menschen/ sondern zu Gott. Stirbe nicht nur also dahin/ sondern haben auch guten Willen zu sterben. Dann warumb soll der Will nicht vorkommen/ weils je seyn muß? Daß wir uns darein ergeben/ ist eine Notturfft/ daß wirs aber auch von Hertzen gern wollen/ ist eine Tugend. 475. Ein junger Gesel soll etzliche Donatisten zu Märterer machen/ gibt aber jedwedern dafür einen guten Product. 1. Sey wer du wilst/ König oder Käyser/ wann dir der himmlische Käyser einen solchen schwartzen Brieff schickt/ so kanst du dich nicht wiedersetzen/ da hilft kein Entschuldigung/ da hilfft weder Bitten noch Beten/ da hilfft keine Flucht/ keine Außred/ es ist aus mit dir. 2. Wolan/ mach aus der Noth eine Tugend/ weils je ohne das muß seyn/ so gib dich gleich selber drein. Schick dein Hauptfort nicht einem Tyrannen/ sondern einem Vater/ nicht zu einem Menschen/ sondern zu Gott. Stirbe nicht nur also dahin/ sondern haben auch guten Willen zu sterben. Dann warumb soll der Will nicht vorkommen/ weils je seyn muß? Daß wir uns darein ergeben/ ist eine Notturfft/ daß wirs aber auch von Hertzen gern wollen/ ist eine Tugend. 475. Ein junger Gesel soll etzliche Donatisten zu Märterer machen/ gibt aber jedwedern dafür einen guten Product. <TEI> <text> <body> <div> <pb facs="#f0905" n="885"/> <p>1. Sey wer du wilst/ König oder Käyser/ wann dir der himmlische Käyser einen solchen schwartzen Brieff schickt/ so kanst du dich nicht wiedersetzen/ da hilft kein Entschuldigung/ da hilfft weder Bitten noch Beten/ da hilfft keine Flucht/ keine Außred/ es ist aus mit dir.</p> <p>2. Wolan/ mach aus der Noth eine Tugend/ weils je ohne das muß seyn/ so gib dich gleich selber drein. Schick dein Hauptfort nicht einem Tyrannen/ sondern einem Vater/ nicht zu einem Menschen/ sondern zu Gott. Stirbe nicht nur also dahin/ sondern haben auch guten Willen zu sterben. Dann warumb soll der Will nicht vorkommen/ weils je seyn muß? Daß wir uns darein ergeben/ ist eine Notturfft/ daß wirs aber auch von Hertzen gern wollen/ ist eine Tugend.</p> <p>475.</p> <p>Ein junger Gesel soll etzliche Donatisten zu Märterer machen/ gibt aber jedwedern dafür einen guten Product.</p> </div> </body> </text> </TEI> [885/0905]
1. Sey wer du wilst/ König oder Käyser/ wann dir der himmlische Käyser einen solchen schwartzen Brieff schickt/ so kanst du dich nicht wiedersetzen/ da hilft kein Entschuldigung/ da hilfft weder Bitten noch Beten/ da hilfft keine Flucht/ keine Außred/ es ist aus mit dir.
2. Wolan/ mach aus der Noth eine Tugend/ weils je ohne das muß seyn/ so gib dich gleich selber drein. Schick dein Hauptfort nicht einem Tyrannen/ sondern einem Vater/ nicht zu einem Menschen/ sondern zu Gott. Stirbe nicht nur also dahin/ sondern haben auch guten Willen zu sterben. Dann warumb soll der Will nicht vorkommen/ weils je seyn muß? Daß wir uns darein ergeben/ ist eine Notturfft/ daß wirs aber auch von Hertzen gern wollen/ ist eine Tugend.
475.
Ein junger Gesel soll etzliche Donatisten zu Märterer machen/ gibt aber jedwedern dafür einen guten Product.
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| Zitationshilfe: | Walther, Johann: Tempe Historica [...] Lust- und Schauplatz [...] anmuthiger und wolrichender Blumen. Jena, 1669, S. 885. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/walther_tempe_1669/905>, abgerufen am 26.09.2024. |


