Walther, Johann: Tempe Historica [...] Lust- und Schauplatz [...] anmuthiger und wolrichender Blumen. Jena, 1669.chen kommen/ hat einen solchen Traum gehabt: Er habe einen schönen grossen Hirschen/ der trug auff dem einem Horn etliche Glöcklein/ auff dem andern brennende Fackeln. Diesen Hirschen setzte die Jäger und Hunde starck nach/ und als er sonst nirgends mehr anders wohin fliehen kund/ entflohe er letzlich auff unser lieben Frauen Freythoff. Allda fand er ein offnes Grab/ darein man einen Toden begraben soll/ der Hirsch fiel darein/ und also ward er gefangen und umbgebracht. Als nun der Fürst erwachet/ gedacht er bey sich selbst/ was doch dieser Traum bedeuten möchte? Vnd erzehlet ihn auch des andern Tages seinen Hoff-Herrn. Die dann solchen Traum auff unterschiedliche Außlegung gezogen. Vnd als Sie der Fürst nach einander vernommen/ legt erseinen Traum selber aus: Ich bin/ spricht er/ dieser Hirsch/ und wann ich stirb/ daß dann bald geschehen wird/ so will ich in unser Frauen Kirchen begraben werden. Solches ist geschehu / und der Traum wahr worden. Fürst Wilhelm wurd kranck/ und starb bald hernach / der Leichnamb ward begraben/ die Seel fuhre zu den ewigen Freuden. Ein guter Todt/ ist ein Anfang zur seeligen Ewigkeit / 1. GOTT deutet offtmals einem etwas in einem Traum an/ und er weiß Ihm auch die Außlegung selbsten wol zu machen. chen kommen/ hat einẽ solchen Traum gehabt: Er habe einen schönen grossen Hirschen/ der trug auff dem einem Horn etliche Glöcklein/ auff dem andern brennende Fackeln. Diesen Hirschẽ setztë die Jäger und Hunde starck nach/ und als er sonst nirgends mehr anders wohin fliehen kund/ entflohe er letzlich auff unser lieben Frauen Freythoff. Allda fand er ein offnes Grab/ darein man einẽ Toden begraben soll/ der Hirsch fiel darein/ und also ward er gefangen und umbgebracht. Als nun der Fürst erwachet/ gedacht er bey sich selbst/ was doch dieser Traum bedeuten möchte? Vnd erzehlet ihn auch des andern Tages seinen Hoff-Herrn. Die dann solchen Traum auff unterschiedliche Außlegung gezogen. Vnd als Sie der Fürst nach einander vernommen/ legt erseinen Traum selber aus: Ich bin/ spricht er/ dieser Hirsch/ und wann ich stirb/ daß dann bald geschehen wird/ so will ich in unser Frauen Kirchen begraben werden. Solches ist geschehu / und der Traum wahr worden. Fürst Wilhelm wurd kranck/ und starb bald hernach / der Leichnamb ward begraben/ die Seel fuhre zu den ewigen Freuden. Ein guter Todt/ ist ein Anfang zur seeligen Ewigkeit / 1. GOTT deutet offtmals einem etwas in einem Traum an/ und er weiß Ihm auch die Außlegung selbsten wol zu machen. <TEI> <text> <body> <div> <p><pb facs="#f0913" n="893"/> chen kommen/ hat einẽ solchen Traum gehabt: Er habe einen schönen grossen Hirschen/ der trug auff dem einem Horn etliche Glöcklein/ auff dem andern brennende Fackeln. Diesen Hirschẽ setztë die Jäger und Hunde starck nach/ und als er sonst nirgends mehr anders wohin fliehen kund/ entflohe er letzlich auff unser lieben Frauen Freythoff. Allda fand er ein offnes Grab/ darein man einẽ Toden begraben soll/ der Hirsch fiel darein/ und also ward er gefangen und umbgebracht. Als nun der Fürst erwachet/ gedacht er bey sich selbst/ was doch dieser Traum bedeuten möchte? Vnd erzehlet ihn auch des andern Tages seinen Hoff-Herrn. Die dann solchen Traum auff unterschiedliche Außlegung gezogen. Vnd als Sie der Fürst nach einander vernommen/ legt erseinen Traum selber aus: Ich bin/ spricht er/ dieser Hirsch/ und wann ich stirb/ daß dann bald geschehen wird/ so will ich in unser Frauen Kirchen begraben werden. Solches ist geschehu / und der Traum wahr worden. Fürst Wilhelm wurd kranck/ und starb bald hernach / der Leichnamb ward begraben/ die Seel fuhre zu den ewigen Freuden. Ein guter Todt/ ist ein Anfang zur seeligen Ewigkeit /</p> <p>1. GOTT deutet offtmals einem etwas in einem Traum an/ und er weiß Ihm auch die Außlegung selbsten wol zu machen.</p> </div> </body> </text> </TEI> [893/0913]
chen kommen/ hat einẽ solchen Traum gehabt: Er habe einen schönen grossen Hirschen/ der trug auff dem einem Horn etliche Glöcklein/ auff dem andern brennende Fackeln. Diesen Hirschẽ setztë die Jäger und Hunde starck nach/ und als er sonst nirgends mehr anders wohin fliehen kund/ entflohe er letzlich auff unser lieben Frauen Freythoff. Allda fand er ein offnes Grab/ darein man einẽ Toden begraben soll/ der Hirsch fiel darein/ und also ward er gefangen und umbgebracht. Als nun der Fürst erwachet/ gedacht er bey sich selbst/ was doch dieser Traum bedeuten möchte? Vnd erzehlet ihn auch des andern Tages seinen Hoff-Herrn. Die dann solchen Traum auff unterschiedliche Außlegung gezogen. Vnd als Sie der Fürst nach einander vernommen/ legt erseinen Traum selber aus: Ich bin/ spricht er/ dieser Hirsch/ und wann ich stirb/ daß dann bald geschehen wird/ so will ich in unser Frauen Kirchen begraben werden. Solches ist geschehu / und der Traum wahr worden. Fürst Wilhelm wurd kranck/ und starb bald hernach / der Leichnamb ward begraben/ die Seel fuhre zu den ewigen Freuden. Ein guter Todt/ ist ein Anfang zur seeligen Ewigkeit /
1. GOTT deutet offtmals einem etwas in einem Traum an/ und er weiß Ihm auch die Außlegung selbsten wol zu machen.
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| Zitationshilfe: | Walther, Johann: Tempe Historica [...] Lust- und Schauplatz [...] anmuthiger und wolrichender Blumen. Jena, 1669, S. 893. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/walther_tempe_1669/913>, abgerufen am 26.09.2024. |


