Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870.[Spaltenumbruch] 49 Dem die Kuh gehört, der fasst sie bei den Hörnern (oder: beim Schwanz). - Simrock, 6039. Schwed.: Han mäste til rumpan som koon äger. (Grubb, 291.) 50 Der da hat die Kühe, der hab' auch die Mühe. 51 Der Kuhe gefellt ein Hand voll Gras besser denn aller Gelehrten Künste. - Petri, II, 99; Henisch, 1728, 3. 52 Der Kühe Tod, der Pferde Brot. Dies holsteinische Sprichwort sagt, dass der Duwak (Schachtelhalm, Equisetum) in seinen verschiedenen Arten den Kühen schädlich, den Pferden gesund ist. Jene geben davon schlechte bläuliche Milch, magern ab, bekommen Durchfall uud Blutharnen, geben schlechtes Fleisch, gehen ein. (Vgl. Fundgruben, 1858, S. 172.) 53 Diar a Küü tuhiart, namt's bin Hurner. - (Amrum.) - Haupt, VIII, 361, 160; für Sylt: ebend. 54 Die alte Küh gä d' Milch und die junge Hühner d' Eier. (Bern.) - Schweiz, II, 248, 2. 55 Die alte Kuh gar bald vergisst, dass sie ein Kalb gewesen ist. Wenn Alte übertrieben die Jugend tadeln. In Würtemberg: D' Kuh vergisst, dass sie a Kalb gewea ist. (Nefflen, 454.) Dän.: Koen har glemt at hun var kalv. (Prov. dan., 351.) Frz.: Il est advis a vielle vache qu'elle ne fust oncques et veau. (Leroux, I, 138; Bohn I, 21.) Holl.: De koe is vergeten, dat zij een kalf geweest is. (Harrebomee, I, 422b.) Schwed.: Koon wil intet meer witta aff at hon haar warit kalff. (Törning, 96.) 56 Die alten Kühe schlecken auch noch gern Salz. 57 Die besten Kühe und die hinkenden Pferde kommen gern zuletzt. 58 Die grösste Kuh ist ein Kalb gewesen. 59 Die Kih, die d'r menst kreische (schreien), gebe die wengst Milch. (Nassau.) - Kehrein, VI, 28; für Franken: Frommann, VI, 319, 245. 60 Die Kögge, die am härresten bölket, värgettet de Kalver am eisten. (Sauerland.) 61 Die Kuh denkt nicht an den Winter, wenn sie im Klee weidet. Böhm.: Nepamatuje krava zimy, kdyz se leta docka. (Celakovsky, 50.) Poln.: Niepamieta krowa zimy, kiedy sie lata doczeka. (Celakovsky, 50.) 62 Die Kuh des Nachbars hat immer das grösste Euter. Böhm.: Sousedova krava vice mleka dava. (Celakovsky, 109.) Frz.: Vache de loin a lait assez. (Bohn I, 63.) Span.: La cabra de mi vezina mas leche da que no la mia. (Celakovsky, 109.) 63 Die Kuh, die viel brüllt, gibt nicht die meiste Milch. 64 Die Kuh, die wenig frisst, gibt wenig Milch und wenig Mist. (Westfalen.) 65 Die Kuh findt kei Vogelnest, weil's nöt aufn Baum kann. (Rott-Thal.) 66 Die Kuh frisst nur aus Hunger. 67 Die Kuh gehört dem Herrn und die Weide auch. (Surinam.) Entschuldigung der Sklaven, wenn sie etwas versehen oder beschädigt haben. Ich bin dein und die Sache ist auch dein; es bleibt mithin in der Freundschaft. 68 Die Kuh gibt nicht immer (oder: gibt selten) so viel Milch, als die Bäuerin will. Schwed.: Kon gifwer ej alltid mjölk, nar mjölkerskan will. (Wensell, 46.) 69 Die Kuh gibt nicht mehr Milch, wenn man den Stall noch so gross macht. Schwed.: Koon molckar intet deste meer, at skiällan (byttan) är stoor. (Grubb, 425; Wensell, 46.) 70 Die Kuh gibt noch Milch; gibt sie nicht Milch, so gehört sie dem Metzger. - Lehmann, 562, 67. 71 Die Kuh gibt viel Milch, stösst sie aber wieder um. - Reinsberg, III, 21. 72 Die Kuh hat vier Beine und stolpert doch. - Reinsberg, IV, 81. 73 Die Kuh ist auch ehe ein Kalb gewesen. - Petri, II, 135. Schwed.: Oxen har ock warit kalf. (Grubb, 3; Wensell, 63.) [Spaltenumbruch] 74 Die Kuh ist ein heimlicher Dieb. - Petri, II, 135. 75 Die Kuh ist gut, nur dass sie keine Milch gibt. Frz.: C'est une bonne beste, c'est dommage qu'elle n'a du lait. (Leroux, I, 93.) 76 Die Kuh kann des Schwanzes bedürfen, wär' es auch erst um St.-Veitstag (27. Juni), um sich die Fliegen damit zu jagen. 77 Die Kuh kann einen Hasen fangen, der nicht mehr fort kann. Holl.: Het kan gebeuren, dat de koe een' haas vangt in een naauw straatje. (Harrebomee, I, 423b.) 78 Die Kuh könnte mit dem Schwanze bis an den Himmel reichen, wenn er nur lang genug wäre. Frz.: Il ne faut qu'une queue de vache pour atteindre au ciel, mais moyennant qu'elle soit longue. (Cahier, 1746.) 79 Die Kuh leckt kein fremdes Kalb. - Simrock, 6020; Eiselein, 399; Braun, I, 2051. 80 Die Kuh melkt man und nicht den Ochsen. Der Schwache muss stets der Gewalt erliegen, der Starke setzt Kraft entgegen. Dän.: Koen molkes, og ei oxen; faaret klippes og ei hesten. (Bohn I, 383.) 81 Die Kuh milcht durch den Hals und die Hühner legen durch den Kropf. - Blum, 181; Petri, II, 135; Simrock, 12365a. Böhm.: Krava z krmu (podle tlamy) doji. (Celakovsky, 128.) Dän.: Koen malker igiennem taenderne. (Prov. dan., 409.) Holl.: Men melkt de koe door den hals. (Harrebomee, I, 425a.) Krain.: Krava par gobci molze. (Celakovsky, 128.) Kroat.: Krava pri gubcu doji. (Celakovsky, 128.) 82 Die Kuh muss mit dem Kalbe gahn. - Simrock, 6021; Eiselein, 400. Das Weib mit dem Manne, die Mutter mit der Tochter. 83 Die Kuh muss weiden, wo sie angebunden ist. (S. Ziege.) Frz.: Ou la vache est attache, il faut qu'elle broute. (Cahier, 1745.) It.: La capra pasce, dov' e legata. (Pazzaglia, 46, 2.) 84 Die Kuh nimmt Haberstroh für Muskaten. - Blum, 428; Grubb, 707. Das Edle muss nicht an die verschwendet werden, die keinen Sinn dafür haben. "Gebt dem Esel Rosmarin", sagt Luther, "so meint er doch, es sei Heu." 85 Die Kuh schlägt (stösst) den Kübel um. 86 Die Kuh sieht auch ein neues Thor an. - Blum, 523. Der Einfältige, Unwissende gafft und starrt alles an, was er zuvor nicht gesehen hat. 87 Die Kuh singt nicht wie eine Lerche, und wenn man ihr das Heu mit Butter schmiert. 88 Die Kuh soll daran denken zu mancher Frist, dass sie auch ein Kalb gewesen ist. 89 Die Kuh stirbt nicht von Einem Schlag. Holl.: Eene koe sterft niet van eenen slag. (Harrebomee, I, 423a.) 90 Die Kuh stirbt offt auff dem Weg, eh man sie in den Stall bringt. - Lehmann, II, 70, 38; Sailer, 209. 91 Die Kuh stösst den Milchkübel um, wenn man sie zu rein ausmelken will. 92 Die Kuh weiss nicht, wozu ihr der Schwanz dient, bis sie ihn verloren hat. - Winckler, I, 96. Dän.: Koen veed ikke af hvad hendes hale duer til, för hun har mistet den. (Bohn I, 383.) Frz.: Une vache ne sceit que lui vault sa queue jusques elle l'a perdue. (Leroux, I, 133.) Holl.: De koe weet niet, waeartoe haar de staart dient, voor zij dien kwijt is. (Harrebomee, I, 422b.) - Die tijdt sal comen, dat die coe haren staert mocht behoeven. (Tunn., 13, 6.) Lat.: Vacca quod egebit cauda quis forte videbit. (Faltersleben, 460.) 93 Die Kuh weiss, wenn sie genug hat. Im Gegensatz zu gefrässigen Menschen. 94 Die Kühe, die am meisten brüllen, geben die wenigste Milch. - Bücking, 369; Simrock, 6028. It.: Piovera, piovera, poi nascera un fango. Ung.: Melly juh sokat bekeg, keves gyapjut aud. 95 Die Kühe halten sich zusammen wenn der Wolf kommt. Holl.: Stootende koeijen voegen zich te zamen als de wolf komt. (Harrebomeee, I, 415b.)
[Spaltenumbruch] 49 Dem die Kuh gehört, der fasst sie bei den Hörnern (oder: beim Schwanz). – Simrock, 6039. Schwed.: Han mäste til rumpan som koon äger. (Grubb, 291.) 50 Der da hat die Kühe, der hab' auch die Mühe. 51 Der Kuhe gefellt ein Hand voll Gras besser denn aller Gelehrten Künste. – Petri, II, 99; Henisch, 1728, 3. 52 Der Kühe Tod, der Pferde Brot. Dies holsteinische Sprichwort sagt, dass der Duwak (Schachtelhalm, Equisetum) in seinen verschiedenen Arten den Kühen schädlich, den Pferden gesund ist. Jene geben davon schlechte bläuliche Milch, magern ab, bekommen Durchfall uud Blutharnen, geben schlechtes Fleisch, gehen ein. (Vgl. Fundgruben, 1858, S. 172.) 53 Diar a Küü tuhiart, namt's bin Hurner. – (Amrum.) – Haupt, VIII, 361, 160; für Sylt: ebend. 54 Die alte Küh gä d' Milch und die junge Hühner d' Eier. (Bern.) – Schweiz, II, 248, 2. 55 Die alte Kuh gar bald vergisst, dass sie ein Kalb gewesen ist. Wenn Alte übertrieben die Jugend tadeln. In Würtemberg: D' Kuh vergisst, dass sie a Kalb gewea ist. (Nefflen, 454.) Dän.: Koen har glemt at hun var kalv. (Prov. dan., 351.) Frz.: Il est advis à vielle vache qu'elle ne fust oncques et veau. (Leroux, I, 138; Bohn I, 21.) Holl.: De koe is vergeten, dat zij een kalf geweest is. (Harrebomée, I, 422b.) Schwed.: Koon wil intet meer witta aff at hon haar warit kalff. (Törning, 96.) 56 Die alten Kühe schlecken auch noch gern Salz. 57 Die besten Kühe und die hinkenden Pferde kommen gern zuletzt. 58 Die grösste Kuh ist ein Kalb gewesen. 59 Die Kih, die d'r menst kreische (schreien), gebe die wengst Milch. (Nassau.) – Kehrein, VI, 28; für Franken: Frommann, VI, 319, 245. 60 Die Kögge, die am härresten bölket, värgettet de Kalver am eisten. (Sauerland.) 61 Die Kuh denkt nicht an den Winter, wenn sie im Klee weidet. Böhm.: Nepamatuje kráva zimy, když se léta dočka. (Čelakovský, 50.) Poln.: Niepamieta krowa zimy, kiedy się lata doczeka. (Čelakovský, 50.) 62 Die Kuh des Nachbars hat immer das grösste Euter. Böhm.: Sousedova kráva více mléka dává. (Čelakovský, 109.) Frz.: Vache de loin a lait assez. (Bohn I, 63.) Span.: La cabra de mi vezina mas leche da que no la mia. (Čelakovský, 109.) 63 Die Kuh, die viel brüllt, gibt nicht die meiste Milch. 64 Die Kuh, die wenig frisst, gibt wenig Milch und wenig Mist. (Westfalen.) 65 Die Kuh findt kei Vogelnest, weil's nöt aufn Baum kann. (Rott-Thal.) 66 Die Kuh frisst nur aus Hunger. 67 Die Kuh gehört dem Herrn und die Weide auch. (Surinam.) Entschuldigung der Sklaven, wenn sie etwas versehen oder beschädigt haben. Ich bin dein und die Sache ist auch dein; es bleibt mithin in der Freundschaft. 68 Die Kuh gibt nicht immer (oder: gibt selten) so viel Milch, als die Bäuerin will. Schwed.: Kon gifwer ej alltid mjölk, når mjölkerskan will. (Wensell, 46.) 69 Die Kuh gibt nicht mehr Milch, wenn man den Stall noch so gross macht. 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49 Dem die Kuh gehört, der fasst sie bei den Hörnern (oder: beim Schwanz). – Simrock, 6039.
Schwed.: Han mäste til rumpan som koon äger. (Grubb, 291.)
50 Der da hat die Kühe, der hab' auch die Mühe.
51 Der Kuhe gefellt ein Hand voll Gras besser denn aller Gelehrten Künste. – Petri, II, 99; Henisch, 1728, 3.
52 Der Kühe Tod, der Pferde Brot.
Dies holsteinische Sprichwort sagt, dass der Duwak (Schachtelhalm, Equisetum) in seinen verschiedenen Arten den Kühen schädlich, den Pferden gesund ist. Jene geben davon schlechte bläuliche Milch, magern ab, bekommen Durchfall uud Blutharnen, geben schlechtes Fleisch, gehen ein. (Vgl. Fundgruben, 1858, S. 172.)
53 Diar a Küü tuhiart, namt's bin Hurner. – (Amrum.) – Haupt, VIII, 361, 160; für Sylt: ebend.
54 Die alte Küh gä d' Milch und die junge Hühner d' Eier. (Bern.) – Schweiz, II, 248, 2.
55 Die alte Kuh gar bald vergisst, dass sie ein Kalb gewesen ist.
Wenn Alte übertrieben die Jugend tadeln. In Würtemberg: D' Kuh vergisst, dass sie a Kalb gewea ist. (Nefflen, 454.)
Dän.: Koen har glemt at hun var kalv. (Prov. dan., 351.)
Frz.: Il est advis à vielle vache qu'elle ne fust oncques et veau. (Leroux, I, 138; Bohn I, 21.)
Holl.: De koe is vergeten, dat zij een kalf geweest is. (Harrebomée, I, 422b.)
Schwed.: Koon wil intet meer witta aff at hon haar warit kalff. (Törning, 96.)
56 Die alten Kühe schlecken auch noch gern Salz.
57 Die besten Kühe und die hinkenden Pferde kommen gern zuletzt.
58 Die grösste Kuh ist ein Kalb gewesen.
59 Die Kih, die d'r menst kreische (schreien), gebe die wengst Milch. (Nassau.) – Kehrein, VI, 28; für Franken: Frommann, VI, 319, 245.
60 Die Kögge, die am härresten bölket, värgettet de Kalver am eisten. (Sauerland.)
61 Die Kuh denkt nicht an den Winter, wenn sie im Klee weidet.
Böhm.: Nepamatuje kráva zimy, když se léta dočka. (Čelakovský, 50.)
Poln.: Niepamieta krowa zimy, kiedy się lata doczeka. (Čelakovský, 50.)
62 Die Kuh des Nachbars hat immer das grösste Euter.
Böhm.: Sousedova kráva více mléka dává. (Čelakovský, 109.)
Frz.: Vache de loin a lait assez. (Bohn I, 63.)
Span.: La cabra de mi vezina mas leche da que no la mia. (Čelakovský, 109.)
63 Die Kuh, die viel brüllt, gibt nicht die meiste Milch.
64 Die Kuh, die wenig frisst, gibt wenig Milch und wenig Mist. (Westfalen.)
65 Die Kuh findt kei Vogelnest, weil's nöt aufn Baum kann. (Rott-Thal.)
66 Die Kuh frisst nur aus Hunger.
67 Die Kuh gehört dem Herrn und die Weide auch. (Surinam.)
Entschuldigung der Sklaven, wenn sie etwas versehen oder beschädigt haben. Ich bin dein und die Sache ist auch dein; es bleibt mithin in der Freundschaft.
68 Die Kuh gibt nicht immer (oder: gibt selten) so viel Milch, als die Bäuerin will.
Schwed.: Kon gifwer ej alltid mjölk, når mjölkerskan will. (Wensell, 46.)
69 Die Kuh gibt nicht mehr Milch, wenn man den Stall noch so gross macht.
Schwed.: Koon molckar intet deste meer, at skiällan (byttan) är stoor. (Grubb, 425; Wensell, 46.)
70 Die Kuh gibt noch Milch; gibt sie nicht Milch, so gehört sie dem Metzger. – Lehmann, 562, 67.
71 Die Kuh gibt viel Milch, stösst sie aber wieder um. – Reinsberg, III, 21.
72 Die Kuh hat vier Beine und stolpert doch. – Reinsberg, IV, 81.
73 Die Kuh ist auch ehe ein Kalb gewesen. – Petri, II, 135.
Schwed.: Oxen har ock warit kalf. (Grubb, 3; Wensell, 63.)
74 Die Kuh ist ein heimlicher Dieb. – Petri, II, 135.
75 Die Kuh ist gut, nur dass sie keine Milch gibt.
Frz.: C'est une bonne beste, c'est dommage qu'elle n'a du lait. (Leroux, I, 93.)
76 Die Kuh kann des Schwanzes bedürfen, wär' es auch erst um St.-Veitstag (27. Juni), um sich die Fliegen damit zu jagen.
77 Die Kuh kann einen Hasen fangen, der nicht mehr fort kann.
Holl.: Het kan gebeuren, dat de koe een' haas vangt in een naauw straatje. (Harrebomée, I, 423b.)
78 Die Kuh könnte mit dem Schwanze bis an den Himmel reichen, wenn er nur lang genug wäre.
Frz.: Il ne faut qu'une queue de vache pour atteindre au ciel, mais moyennant qu'elle soit longue. (Cahier, 1746.)
79 Die Kuh leckt kein fremdes Kalb. – Simrock, 6020; Eiselein, 399; Braun, I, 2051.
80 Die Kuh melkt man und nicht den Ochsen.
Der Schwache muss stets der Gewalt erliegen, der Starke setzt Kraft entgegen.
Dän.: Koen molkes, og ei oxen; faaret klippes og ei hesten. (Bohn I, 383.)
81 Die Kuh milcht durch den Hals und die Hühner legen durch den Kropf. – Blum, 181; Petri, II, 135; Simrock, 12365a.
Böhm.: Kráva z krmu (podlé tlamy) dojí. (Čelakovsky, 128.)
Dän.: Koen malker igiennem tænderne. (Prov. dan., 409.)
Holl.: Men melkt de koe door den hals. (Harrebomée, I, 425a.)
Krain.: Krava par góbci molze. (Čelakovsky, 128.)
Kroat.: Krava pri gubcu doji. (Čelakovsky, 128.)
82 Die Kuh muss mit dem Kalbe gahn. – Simrock, 6021; Eiselein, 400.
Das Weib mit dem Manne, die Mutter mit der Tochter.
83 Die Kuh muss weiden, wo sie angebunden ist. (S. Ziege.)
Frz.: Où la vache est attaché, il faut qu'elle broute. (Cahier, 1745.)
It.: La capra pasce, dov' è legata. (Pazzaglia, 46, 2.)
84 Die Kuh nimmt Haberstroh für Muskaten. – Blum, 428; Grubb, 707.
Das Edle muss nicht an die verschwendet werden, die keinen Sinn dafür haben. „Gebt dem Esel Rosmarin“, sagt Luther, „so meint er doch, es sei Heu.“
85 Die Kuh schlägt (stösst) den Kübel um.
86 Die Kuh sieht auch ein neues Thor an. – Blum, 523.
Der Einfältige, Unwissende gafft und starrt alles an, was er zuvor nicht gesehen hat.
87 Die Kuh singt nicht wie eine Lerche, und wenn man ihr das Heu mit Butter schmiert.
88 Die Kuh soll daran denken zu mancher Frist, dass sie auch ein Kalb gewesen ist.
89 Die Kuh stirbt nicht von Einem Schlag.
Holl.: Eene koe sterft niet van éénen slag. (Harrebomée, I, 423a.)
90 Die Kuh stirbt offt auff dem Weg, eh man sie in den Stall bringt. – Lehmann, II, 70, 38; Sailer, 209.
91 Die Kuh stösst den Milchkübel um, wenn man sie zu rein ausmelken will.
92 Die Kuh weiss nicht, wozu ihr der Schwanz dient, bis sie ihn verloren hat. – Winckler, I, 96.
Dän.: Koen veed ikke af hvad hendes hale duer til, før hun har mistet den. (Bohn I, 383.)
Frz.: Une vache ne sceit que lui vault sa queue jusques elle l'a perdue. (Leroux, I, 133.)
Holl.: De koe weet niet, waeartoe haar de staart dient, voor zij dien kwijt is. (Harrebomée, I, 422b.) – Die tijdt sal comen, dat die coe haren staert mocht behoeven. (Tunn., 13, 6.)
Lat.: Vacca quod egebit cauda quis forte videbit. (Faltersleben, 460.)
93 Die Kuh weiss, wenn sie genug hat.
Im Gegensatz zu gefrässigen Menschen.
94 Die Kühe, die am meisten brüllen, geben die wenigste Milch. – Bücking, 369; Simrock, 6028.
It.: Pioverà, pioverà, poi nascerà un fango.
Ung.: Melly júh sokat bekeg, kevés gyapjůt ûd.
95 Die Kühe halten sich zusammen wenn der Wolf kommt.
Holl.: Stootende koeijen voegen zich te zamen als de wolf komt. (Harreboméee, I, 415b.)
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| Zitationshilfe: | Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 2. Leipzig, 1870, S. [834]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon02_1870/840>, abgerufen am 23.09.2024. |


