Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Weise, Christian: Zittauisches Theatrum. Zittau, 1683.

Bild:
<< vorherige Seite
Jacobs
Bauren das Honig frist. Es ist ein böse Ding in
unsern Lande löffeln die Raben-Aesser mit den
Holtz-Weibern.

Has. Ich spreche/ es ist ein Murmel-Thier/ es
wil zu Neste tragen/ drum stirlet es so in dem
Sande herum.

Moph. Daß ich es zur guten Stunde rede/ ich
habe noch mein Tage kein Murmel-Thier gesehen.
Aber ich dächte es müste brummen.

Has. Ja ja. Die Baß-Fiedel brummet auch
nicht immer/ ich wolte das Ding nicht getn über
den Rump schmeissen/ es solte mir brummen/ daß
die Bäume im Walde umfielen.

Moph. Es muß doch nicht böse seyn: Denn es
hätte sonst lange um sich gebissen. Ich wil es recht
betrachten.

Has. Ich gehe mit. Es kan mich nicht weiter
verschlingen als biß auf die Beine/ damit kan ich
alle mahl wieder davon lauffen.

(Sie stehen und sehen jhn an.)
Seb. (Macht eine demütige Mine gegen
Sie.
)

Ha/ ha/ meine Herren Principalen haben sich wie-
der eingestellet; man erfreuet sich jhrer Ankunfft;

(Er heist sie mit demütigen Gebährden
willkommen/ sie neigen sich allezeit
gegen jhn/ und sagen grossen Danck/

des
Jacobs
Bauren das Honig friſt. Es iſt ein boͤſe Ding in
unſern Lande loͤffeln die Raben-Aeſſer mit den
Holtz-Weibern.

Haſ. Ich ſpreche/ es iſt ein Murmel-Thier/ es
wil zu Neſte tragen/ drum ſtirlet es ſo in dem
Sande herum.

Moph. Daß ich es zur guten Stunde rede/ ich
habe noch mein Tage kein Murmel-Thier geſehen.
Aber ich daͤchte es muͤſte brummen.

Haſ. Ja ja. Die Baß-Fiedel brummet auch
nicht immer/ ich wolte das Ding nicht getn uͤber
den Rump ſchmeiſſen/ es ſolte mir brummen/ daß
die Baͤume im Walde umfielen.

Moph. Es muß doch nicht boͤſe ſeyn: Denn es
haͤtte ſonſt lange um ſich gebiſſen. Ich wil es recht
betrachten.

Haſ. Ich gehe mit. Es kan mich nicht weiter
verſchlingen als biß auf die Beine/ damit kan ich
alle mahl wieder davon lauffen.

(Sie ſtehen und ſehen jhn an.)
Seb. (Macht eine demuͤtige Mine gegen
Sie.
)

Ha/ ha/ meine Herren Principalen haben ſich wie-
der eingeſtellet; man erfreuet ſich jhrer Ankunfft;

(Er heiſt ſie mit demuͤtigen Gebaͤhrden
willkommen/ ſie neigen ſich allezeit
gegen jhn/ und ſagen groſſen Danck/

des
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <sp>
              <p><pb facs="#f0227" n="206"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Jacobs</hi></fw><lb/>
Bauren das Honig fri&#x017F;t. Es i&#x017F;t ein bo&#x0364;&#x017F;e Ding in<lb/>
un&#x017F;ern Lande lo&#x0364;ffeln die Raben-Ae&#x017F;&#x017F;er mit den<lb/>
Holtz-Weibern.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Ha&#x017F;.</hi> </speaker>
              <p>Ich &#x017F;preche/ es i&#x017F;t ein Murmel-Thier/ es<lb/>
wil zu Ne&#x017F;te tragen/ drum &#x017F;tirlet es &#x017F;o in dem<lb/>
Sande herum.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Moph.</hi> </speaker>
              <p>Daß ich es zur guten Stunde rede/ ich<lb/>
habe noch mein Tage kein Murmel-Thier ge&#x017F;ehen.<lb/>
Aber ich da&#x0364;chte es mu&#x0364;&#x017F;te brummen.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Ha&#x017F;.</hi> </speaker>
              <p>Ja ja. Die Baß-Fiedel brummet auch<lb/>
nicht immer/ ich wolte das Ding nicht getn u&#x0364;ber<lb/>
den Rump &#x017F;chmei&#x017F;&#x017F;en/ es &#x017F;olte mir brummen/ daß<lb/>
die Ba&#x0364;ume im Walde umfielen.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Moph.</hi> </speaker>
              <p>Es muß doch nicht bo&#x0364;&#x017F;e &#x017F;eyn: Denn es<lb/>
ha&#x0364;tte &#x017F;on&#x017F;t lange um &#x017F;ich gebi&#x017F;&#x017F;en. Ich wil es recht<lb/>
betrachten.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Ha&#x017F;.</hi> </speaker>
              <p>Ich gehe mit. Es kan mich nicht weiter<lb/>
ver&#x017F;chlingen als biß auf die Beine/ damit kan ich<lb/>
alle mahl wieder davon lauffen.</p><lb/>
              <stage> <hi rendition="#c">(<hi rendition="#fr">Sie &#x017F;tehen und &#x017F;ehen jhn an.</hi>)</hi> </stage><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Seb.</hi> </speaker>
              <stage>(<hi rendition="#fr">Macht eine demu&#x0364;tige Mine gegen<lb/>
Sie.</hi>)</stage><lb/>
              <p>Ha/ ha/ meine Herren Principalen haben &#x017F;ich wie-<lb/>
der einge&#x017F;tellet; man erfreuet &#x017F;ich jhrer Ankunfft;</p><lb/>
              <stage>(<hi rendition="#fr">Er hei&#x017F;t &#x017F;ie mit demu&#x0364;tigen Geba&#x0364;hrden</hi><lb/><hi rendition="#et"><hi rendition="#fr">willkommen/ &#x017F;ie neigen &#x017F;ich allezeit<lb/>
gegen jhn/ und &#x017F;agen gro&#x017F;&#x017F;en Danck/</hi><lb/>
<fw place="bottom" type="catch">des</fw><lb/></hi></stage>
            </sp>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[206/0227] Jacobs Bauren das Honig friſt. Es iſt ein boͤſe Ding in unſern Lande loͤffeln die Raben-Aeſſer mit den Holtz-Weibern. Haſ. Ich ſpreche/ es iſt ein Murmel-Thier/ es wil zu Neſte tragen/ drum ſtirlet es ſo in dem Sande herum. Moph. Daß ich es zur guten Stunde rede/ ich habe noch mein Tage kein Murmel-Thier geſehen. Aber ich daͤchte es muͤſte brummen. Haſ. Ja ja. Die Baß-Fiedel brummet auch nicht immer/ ich wolte das Ding nicht getn uͤber den Rump ſchmeiſſen/ es ſolte mir brummen/ daß die Baͤume im Walde umfielen. Moph. Es muß doch nicht boͤſe ſeyn: Denn es haͤtte ſonſt lange um ſich gebiſſen. Ich wil es recht betrachten. Haſ. Ich gehe mit. Es kan mich nicht weiter verſchlingen als biß auf die Beine/ damit kan ich alle mahl wieder davon lauffen. (Sie ſtehen und ſehen jhn an.) Seb. (Macht eine demuͤtige Mine gegen Sie.) Ha/ ha/ meine Herren Principalen haben ſich wie- der eingeſtellet; man erfreuet ſich jhrer Ankunfft; (Er heiſt ſie mit demuͤtigen Gebaͤhrden willkommen/ ſie neigen ſich allezeit gegen jhn/ und ſagen groſſen Danck/ des

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683/227
Zitationshilfe: Weise, Christian: Zittauisches Theatrum. Zittau, 1683, S. 206. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683/227>, abgerufen am 13.04.2021.