Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Werner, Abraham Gottlob: Kurze Klassifikation und Beschreibung der verschiedenen Gebirgsarten. Dresden, 1787.

Bild:
<< vorherige Seite
Kurze Klassifikation und Beschreibung
§. 31.
II. Von den verschiedenen Vulkanischen Gebirgsarten
insonderheit.
1.) Aechtvulkanische Gebirgsarten.

Die ächtvulkanischen Gebirgsarten bestehen: theils aus wahren La-
ven von grauer, rother und schwarzer Farbe, mehr oder weniger blasigen
Ansehn, halbhart oder weich, und oft mit eingemengten kleinen achtseitig-
säulenförmigen Steinkrystallen, die fast von allen Mineralogen Schörl-
kristalle genennet werden, wohl aber eine Art Hornblende-Krystalle sind;
theils aus Bimssteinen von bald lichtgrauer, bald schwarzer Farbe, und
mehr oder weniger an die Laven gränzenden Ansehn; und theils aus vul-
kanischen Aschen, die von erdigen Ansehn, mit kleinen Lava- und Bims-
steinstücken vermengt, und wohl größtentheils nichts anders als zerriebe-
ner Bimsstein und Lava sind. Die vulkanischen Aschen, wenn sie einen
langen Zeitraum über gelegen haben, und zusammen gebacken sind, erhal-
ten dann die Namen: Vulkanischer Tuf, Traß. Der Bimsstein ist
unter den drey ächtvulkanischen Gebirgsarten die untrüglichste.

Diese Bergarten haben in ihren Gebirgen eine sehr unordentliche, doch
aber dem Lagerartigen ziemlich nahe kommende Lage, je nachdem sie aus-
bruchsweise eine über die andere hingeworfen worden, oder hingeflossen
sind. Natürlicher Schwefel und Salmiak sind oft in ihnen vorhanden.

Auch sind gern heiße Quellen und Dampflöcher in ihrer Nachbarschaft.
Von Versteinerungen, so wie von Metallen, sind sie ganz frey. Auch
das Aeußere der ächtvulkanischen Gebirge hat ein sich sehr auszeichnendes

unor-
hier ein, da man die vulkanischen Steinarten nicht gern für natürliche Kör-
per, für Fossilien, wollte gelten lassen. Glaubte man dazumal etwa,
daß Typhon und seine Kameraden diese Steinarten geschmiedet, oder
vielmehr geschmolzen hätten? --
Kurze Klaſſifikation und Beſchreibung
§. 31.
II. Von den verſchiedenen Vulkaniſchen Gebirgsarten
inſonderheit.
1.) Aechtvulkaniſche Gebirgsarten.

Die aͤchtvulkaniſchen Gebirgsarten beſtehen: theils aus wahren La-
ven von grauer, rother und ſchwarzer Farbe, mehr oder weniger blaſigen
Anſehn, halbhart oder weich, und oft mit eingemengten kleinen achtſeitig-
ſaͤulenfoͤrmigen Steinkryſtallen, die faſt von allen Mineralogen Schoͤrl-
kriſtalle genennet werden, wohl aber eine Art Hornblende-Kryſtalle ſind;
theils aus Bimsſteinen von bald lichtgrauer, bald ſchwarzer Farbe, und
mehr oder weniger an die Laven graͤnzenden Anſehn; und theils aus vul-
kaniſchen Aſchen, die von erdigen Anſehn, mit kleinen Lava- und Bims-
ſteinſtuͤcken vermengt, und wohl groͤßtentheils nichts anders als zerriebe-
ner Bimsſtein und Lava ſind. Die vulkaniſchen Aſchen, wenn ſie einen
langen Zeitraum uͤber gelegen haben, und zuſammen gebacken ſind, erhal-
ten dann die Namen: Vulkaniſcher Tuf, Traß. Der Bimsſtein iſt
unter den drey aͤchtvulkaniſchen Gebirgsarten die untruͤglichſte.

Dieſe Bergarten haben in ihren Gebirgen eine ſehr unordentliche, doch
aber dem Lagerartigen ziemlich nahe kommende Lage, je nachdem ſie aus-
bruchsweiſe eine uͤber die andere hingeworfen worden, oder hingefloſſen
ſind. Natuͤrlicher Schwefel und Salmiak ſind oft in ihnen vorhanden.

Auch ſind gern heiße Quellen und Dampfloͤcher in ihrer Nachbarſchaft.
Von Verſteinerungen, ſo wie von Metallen, ſind ſie ganz frey. Auch
das Aeußere der aͤchtvulkaniſchen Gebirge hat ein ſich ſehr auszeichnendes

unor-
hier ein, da man die vulkaniſchen Steinarten nicht gern fuͤr natuͤrliche Koͤr-
per, fuͤr Foſſilien, wollte gelten laſſen. Glaubte man dazumal etwa,
daß Typhon und ſeine Kameraden dieſe Steinarten geſchmiedet, oder
vielmehr geſchmolzen haͤtten? —
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0028" n="22"/>
          <fw place="top" type="header">Kurze Kla&#x017F;&#x017F;ifikation und Be&#x017F;chreibung</fw><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 31.<lb/></head>
            <head> <hi rendition="#aq">II.</hi> <hi rendition="#fr">Von den ver&#x017F;chiedenen Vulkani&#x017F;chen Gebirgsarten<lb/>
in&#x017F;onderheit.</hi> </head><lb/>
            <div n="4">
              <head>1.) Aechtvulkani&#x017F;che Gebirgsarten.</head><lb/>
              <p>Die a&#x0364;chtvulkani&#x017F;chen Gebirgsarten be&#x017F;tehen: theils aus wahren La-<lb/>
ven von grauer, rother und &#x017F;chwarzer Farbe, mehr oder weniger bla&#x017F;igen<lb/>
An&#x017F;ehn, halbhart oder weich, und oft mit eingemengten kleinen acht&#x017F;eitig-<lb/>
&#x017F;a&#x0364;ulenfo&#x0364;rmigen Steinkry&#x017F;tallen, die fa&#x017F;t von allen Mineralogen Scho&#x0364;rl-<lb/>
kri&#x017F;talle genennet werden, wohl aber eine Art Hornblende-Kry&#x017F;talle &#x017F;ind;<lb/>
theils aus Bims&#x017F;teinen von bald lichtgrauer, bald &#x017F;chwarzer Farbe, und<lb/>
mehr oder weniger an die Laven gra&#x0364;nzenden An&#x017F;ehn; und theils aus vul-<lb/>
kani&#x017F;chen A&#x017F;chen, die von erdigen An&#x017F;ehn, mit kleinen Lava- und Bims-<lb/>
&#x017F;tein&#x017F;tu&#x0364;cken vermengt, und wohl gro&#x0364;ßtentheils nichts anders als zerriebe-<lb/>
ner Bims&#x017F;tein und Lava &#x017F;ind. Die vulkani&#x017F;chen A&#x017F;chen, wenn &#x017F;ie einen<lb/>
langen Zeitraum u&#x0364;ber gelegen haben, und zu&#x017F;ammen gebacken &#x017F;ind, erhal-<lb/>
ten dann die Namen: <hi rendition="#fr">Vulkani&#x017F;cher Tuf, Traß.</hi> Der Bims&#x017F;tein i&#x017F;t<lb/>
unter den drey a&#x0364;chtvulkani&#x017F;chen Gebirgsarten die untru&#x0364;glich&#x017F;te.</p><lb/>
              <p>Die&#x017F;e Bergarten haben in ihren Gebirgen eine &#x017F;ehr unordentliche, doch<lb/>
aber dem Lagerartigen ziemlich nahe kommende Lage, je nachdem &#x017F;ie aus-<lb/>
bruchswei&#x017F;e eine u&#x0364;ber die andere hingeworfen worden, oder hingeflo&#x017F;&#x017F;en<lb/>
&#x017F;ind. Natu&#x0364;rlicher Schwefel und Salmiak &#x017F;ind oft in ihnen vorhanden.</p><lb/>
              <p>Auch &#x017F;ind gern heiße Quellen und Dampflo&#x0364;cher in ihrer Nachbar&#x017F;chaft.<lb/>
Von Ver&#x017F;teinerungen, &#x017F;o wie von Metallen, &#x017F;ind &#x017F;ie ganz frey. Auch<lb/>
das Aeußere der a&#x0364;chtvulkani&#x017F;chen Gebirge hat ein &#x017F;ich &#x017F;ehr auszeichnendes<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">unor-</fw><lb/><note xml:id="note-0028" prev="#note-0027" place="foot" n="l)">hier ein, da man die vulkani&#x017F;chen Steinarten nicht gern fu&#x0364;r natu&#x0364;rliche Ko&#x0364;r-<lb/>
per, fu&#x0364;r Fo&#x017F;&#x017F;ilien, wollte gelten la&#x017F;&#x017F;en. Glaubte man dazumal etwa,<lb/>
daß Typhon und &#x017F;eine Kameraden die&#x017F;e Steinarten ge&#x017F;chmiedet, oder<lb/>
vielmehr ge&#x017F;chmolzen ha&#x0364;tten? &#x2014;</note><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[22/0028] Kurze Klaſſifikation und Beſchreibung §. 31. II. Von den verſchiedenen Vulkaniſchen Gebirgsarten inſonderheit. 1.) Aechtvulkaniſche Gebirgsarten. Die aͤchtvulkaniſchen Gebirgsarten beſtehen: theils aus wahren La- ven von grauer, rother und ſchwarzer Farbe, mehr oder weniger blaſigen Anſehn, halbhart oder weich, und oft mit eingemengten kleinen achtſeitig- ſaͤulenfoͤrmigen Steinkryſtallen, die faſt von allen Mineralogen Schoͤrl- kriſtalle genennet werden, wohl aber eine Art Hornblende-Kryſtalle ſind; theils aus Bimsſteinen von bald lichtgrauer, bald ſchwarzer Farbe, und mehr oder weniger an die Laven graͤnzenden Anſehn; und theils aus vul- kaniſchen Aſchen, die von erdigen Anſehn, mit kleinen Lava- und Bims- ſteinſtuͤcken vermengt, und wohl groͤßtentheils nichts anders als zerriebe- ner Bimsſtein und Lava ſind. Die vulkaniſchen Aſchen, wenn ſie einen langen Zeitraum uͤber gelegen haben, und zuſammen gebacken ſind, erhal- ten dann die Namen: Vulkaniſcher Tuf, Traß. Der Bimsſtein iſt unter den drey aͤchtvulkaniſchen Gebirgsarten die untruͤglichſte. Dieſe Bergarten haben in ihren Gebirgen eine ſehr unordentliche, doch aber dem Lagerartigen ziemlich nahe kommende Lage, je nachdem ſie aus- bruchsweiſe eine uͤber die andere hingeworfen worden, oder hingefloſſen ſind. Natuͤrlicher Schwefel und Salmiak ſind oft in ihnen vorhanden. Auch ſind gern heiße Quellen und Dampfloͤcher in ihrer Nachbarſchaft. Von Verſteinerungen, ſo wie von Metallen, ſind ſie ganz frey. Auch das Aeußere der aͤchtvulkaniſchen Gebirge hat ein ſich ſehr auszeichnendes unor- l) l) hier ein, da man die vulkaniſchen Steinarten nicht gern fuͤr natuͤrliche Koͤr- per, fuͤr Foſſilien, wollte gelten laſſen. Glaubte man dazumal etwa, daß Typhon und ſeine Kameraden dieſe Steinarten geſchmiedet, oder vielmehr geſchmolzen haͤtten? —

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/werner_gebirgsarten_1787
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/werner_gebirgsarten_1787/28
Zitationshilfe: Werner, Abraham Gottlob: Kurze Klassifikation und Beschreibung der verschiedenen Gebirgsarten. Dresden, 1787, S. 22. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/werner_gebirgsarten_1787/28>, abgerufen am 27.06.2022.