Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Woyt, Johann Jacob: Gazophylacium Medico-Physicum, Oder Schatz-Kammer Medicinisch- und Natürlicher Dinge. 9. Aufl. Leipzig, 1737.

Bild:
<< vorherige Seite

CA
heit auch andere Theile des Leibes also genennet, als Caput cordis, das
oberste dicke und erhabene Theil des Hertzens, Caput ossis, ist das
äusserste runde Theil des Beins, oder alles dasjenige, was am äus-
sersten Theil des Beins dick und rundlicht ist, als am Schenckel-Achsel-
Bein etc. zu sehen. Endlich kommt bey den Chymicis das Caput mortuum
vor, welches nichts anders als der Rest ist, welcher von iedem destillirten
Dinge, es mag auch seyn was es wolle, zurück oder übrig bleibet. Also
ist in der Officin das Caput mortuum Vitrioli, oder der Uberrest nach der
Destillation des Oli, welches mit Regen- oder Fluß-Wasser durch
Kochen versüsset und getrocknet, die li dulcem machet.

Caput Mauri, siehe Alembicus.

Caput Monachi, siehe Taraxacum.

Caput purgia, oder besser

Caput purgantia, Haupt-reinigende Mittel; also wurden von
den Alten einige Mittel genennet, weil sie meyneten, als würde, vermöge
dieser Artzneyen, die peccirende Materia aus den innersten Winckeln des
Cerebri ausgeführet; allein die neuern Anatomici haben augenscheinlich
bewiesen, daß solche Wege aus dem Gehirn zum Mund und Nasen gantz
falsch und ertichtet sind, dahero werden solche Mittel von den Neuern
recht und besser Apophlegmatismi oder Apophlegmatizantia genennet,
welche zwiefacher Art sind, (1) welche die peccirende Materiam aus dem
Munde fuhren, und Sputatoria, auch Masticatoria heissen, (2) und welche
sie durch die Nase abführen, die auch Ptarmica genennet werden.

Carabe, siehe Succinum.

Caranna, ist ein zäh und hartes Gummi, welches, wenn es frisch
ist, sich wie Pech ziehen lässet, wenn es aber alt wird, hart und zerbrech-
lich ist: siehet auswendig grau oder auch gelb-schwartz, inwendig aber wie
Hartz; hat einen schleimichten und bittern Geschmack, und so es angezün-
det wird, einen sehr guten Geruch: wird aus America, und absonderlich
aus Neu-Spanien in breiten Stücken in Biesen-Blättern heraus gebracht.
Es fliesset aus einem Baum, welcher um Carthagena in Neu-Spanien
häuffig zu finden ist. Je weisser dieses Gummi ist, ie besser ist es, ab-
sonderlich, wenn es weich wie Pflaster, doch nicht klebricht ist, auch einen
lieblichen und aromatischen Geruch hat, kommt mit der Tacamahaca in
allem überein, thut im Magen-Weh und Hertzens-Angst, bey hitzigen
Fiebern vortrefflich gut, wenn es mit Balsam. peruvian. malaxiret, und im
warmen Mörsel zum Pflaster gemachet wird; es werden auch Pflaster

wider

CA
heit auch andere Theile des Leibes alſo genennet, als Caput cordis, das
oberſte dicke und erhabene Theil des Hertzens, Caput oſſis, iſt das
aͤuſſerſte runde Theil des Beins, oder alles dasjenige, was am aͤuſ-
ſerſten Theil des Beins dick und rundlicht iſt, als am Schenckel-Achſel-
Bein ꝛc. zu ſehen. Endlich kommt bey den Chymicis das Caput mortuum
vor, welches nichts anders als der Reſt iſt, welcher von iedem deſtillirten
Dinge, es mag auch ſeyn was es wolle, zuruͤck oder uͤbrig bleibet. Alſo
iſt in der Officin das Caput mortuum Vitrioli, oder der Uberreſt nach der
Deſtillation des Ω🜖li, welches mit Regen- oder Fluß-Waſſer durch
Kochen verſuͤſſet und getrocknet, die 🜃🜖li dulcem machet.

Caput Mauri, ſiehe Alembicus.

Caput Monachi, ſiehe Taraxacum.

Caput purgia, oder beſſer

Caput purgantia, Haupt-reinigende Mittel; alſo wurden von
den Alten einige Mittel genennet, weil ſie meyneten, als wuͤrde, vermoͤge
dieſer Artzneyen, die peccirende Materia aus den innerſten Winckeln des
Cerebri ausgefuͤhret; allein die neuern Anatomici haben augenſcheinlich
bewieſen, daß ſolche Wege aus dem Gehirn zum Mund und Naſen gantz
falſch und ertichtet ſind, dahero werden ſolche Mittel von den Neuern
recht und beſſer Apophlegmatismi oder Apophlegmatizantia genennet,
welche zwiefacher Art ſind, (1) welche die peccirende Materiam aus dem
Munde fuhren, und Sputatoria, auch Maſticatoria heiſſen, (2) und welche
ſie durch die Naſe abfuͤhren, die auch Ptarmica genennet werden.

Carabe, ſiehe Succinum.

Caranna, iſt ein zaͤh und hartes Gummi, welches, wenn es friſch
iſt, ſich wie Pech ziehen laͤſſet, wenn es aber alt wird, hart und zerbrech-
lich iſt: ſiehet auswendig grau oder auch gelb-ſchwartz, inwendig aber wie
Hartz; hat einen ſchleimichten und bittern Geſchmack, und ſo es angezuͤn-
det wird, einen ſehr guten Geruch: wird aus America, und abſonderlich
aus Neu-Spanien in breiten Stuͤcken in Bieſen-Blaͤttern heraus gebracht.
Es flieſſet aus einem Baum, welcher um Carthagena in Neu-Spanien
haͤuffig zu finden iſt. Je weiſſer dieſes Gummi iſt, ie beſſer iſt es, ab-
ſonderlich, wenn es weich wie Pflaſter, doch nicht klebricht iſt, auch einen
lieblichen und aromatiſchen Geruch hat, kommt mit der Tacamahaca in
allem uͤberein, thut im Magen-Weh und Hertzens-Angſt, bey hitzigen
Fiebern vortrefflich gut, wenn es mit Balſam. peruvian. malaxiret, und im
warmen Moͤrſel zum Pflaſter gemachet wird; es werden auch Pflaſter

wider
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0172" n="160"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#aq"><hi rendition="#b"><hi rendition="#g">CA</hi></hi></hi></fw><lb/>
heit auch andere Theile des Leibes al&#x017F;o genennet, als <hi rendition="#aq">Caput cordis,</hi> das<lb/><hi rendition="#fr">ober&#x017F;te dicke und erhabene Theil des Hertzens,</hi> <hi rendition="#aq">Caput o&#x017F;&#x017F;is,</hi> i&#x017F;t das<lb/><hi rendition="#fr">a&#x0364;u&#x017F;&#x017F;er&#x017F;te runde Theil des Beins,</hi> oder alles dasjenige, was am a&#x0364;u&#x017F;-<lb/>
&#x017F;er&#x017F;ten Theil des Beins dick und rundlicht i&#x017F;t, als am Schenckel-Ach&#x017F;el-<lb/>
Bein &#xA75B;c. zu &#x017F;ehen. Endlich kommt bey den <hi rendition="#aq">Chymicis</hi> das <hi rendition="#aq">Caput mortuum</hi><lb/>
vor, welches nichts anders als der Re&#x017F;t i&#x017F;t, welcher von iedem <hi rendition="#aq">de&#x017F;tilli</hi>rten<lb/>
Dinge, es mag auch &#x017F;eyn was es wolle, zuru&#x0364;ck oder u&#x0364;brig bleibet. Al&#x017F;o<lb/>
i&#x017F;t in der <hi rendition="#aq">Officin</hi> das <hi rendition="#aq">Caput mortuum Vitrioli,</hi> oder der Uberre&#x017F;t nach der<lb/><hi rendition="#aq">De&#x017F;tillation</hi> des <hi rendition="#aq">&#x03A9;&#x1F716;li,</hi> welches mit Regen- oder Fluß-Wa&#x017F;&#x017F;er durch<lb/>
Kochen ver&#x017F;u&#x0364;&#x017F;&#x017F;et und getrocknet, die <hi rendition="#aq">&#x1F703;&#x1F716;li dulcem</hi> machet.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Caput Mauri,</hi> &#x017F;iehe <hi rendition="#aq">Alembicus.</hi></p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Caput Monachi,</hi> &#x017F;iehe <hi rendition="#aq">Taraxacum.</hi></p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Caput purgia,</hi> oder be&#x017F;&#x017F;er</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Caput purgantia,</hi><hi rendition="#fr">Haupt-reinigende Mittel;</hi> al&#x017F;o wurden von<lb/>
den Alten einige Mittel genennet, weil &#x017F;ie meyneten, als wu&#x0364;rde, vermo&#x0364;ge<lb/>
die&#x017F;er Artzneyen, die <hi rendition="#aq">pecci</hi>rende <hi rendition="#aq">Materia</hi> aus den inner&#x017F;ten Winckeln des<lb/><hi rendition="#aq">Cerebri</hi> ausgefu&#x0364;hret; allein die neuern <hi rendition="#aq">Anatomici</hi> haben augen&#x017F;cheinlich<lb/>
bewie&#x017F;en, daß &#x017F;olche Wege aus dem Gehirn zum Mund und Na&#x017F;en gantz<lb/>
fal&#x017F;ch und ertichtet &#x017F;ind, dahero werden &#x017F;olche Mittel von den Neuern<lb/>
recht und be&#x017F;&#x017F;er <hi rendition="#aq">Apophlegmatismi</hi> oder <hi rendition="#aq">Apophlegmatizantia</hi> genennet,<lb/>
welche zwiefacher Art &#x017F;ind, (1) welche die <hi rendition="#aq">pecci</hi>rende <hi rendition="#aq">Materiam</hi> aus dem<lb/>
Munde fuhren, und <hi rendition="#aq">Sputatoria,</hi> auch <hi rendition="#aq">Ma&#x017F;ticatoria</hi> hei&#x017F;&#x017F;en, (2) und welche<lb/>
&#x017F;ie durch die Na&#x017F;e abfu&#x0364;hren, die auch <hi rendition="#aq">Ptarmica</hi> genennet werden.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Carabe,</hi> &#x017F;iehe <hi rendition="#aq">Succinum.</hi></p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Caranna,</hi> i&#x017F;t ein za&#x0364;h und hartes Gummi, welches, wenn es fri&#x017F;ch<lb/>
i&#x017F;t, &#x017F;ich wie Pech ziehen la&#x0364;&#x017F;&#x017F;et, wenn es aber alt wird, hart und zerbrech-<lb/>
lich i&#x017F;t: &#x017F;iehet auswendig grau oder auch gelb-&#x017F;chwartz, inwendig aber wie<lb/>
Hartz; hat einen &#x017F;chleimichten und bittern Ge&#x017F;chmack, und &#x017F;o es angezu&#x0364;n-<lb/>
det wird, einen &#x017F;ehr guten Geruch: wird aus <hi rendition="#aq">America,</hi> und ab&#x017F;onderlich<lb/>
aus Neu-Spanien in breiten Stu&#x0364;cken in Bie&#x017F;en-Bla&#x0364;ttern heraus gebracht.<lb/>
Es flie&#x017F;&#x017F;et aus einem Baum, welcher um <hi rendition="#aq">Carthagena</hi> in Neu-Spanien<lb/>
ha&#x0364;uffig zu finden i&#x017F;t. Je wei&#x017F;&#x017F;er die&#x017F;es Gummi i&#x017F;t, ie be&#x017F;&#x017F;er i&#x017F;t es, ab-<lb/>
&#x017F;onderlich, wenn es weich wie Pfla&#x017F;ter, doch nicht klebricht i&#x017F;t, auch einen<lb/>
lieblichen und <hi rendition="#aq">aromati</hi>&#x017F;chen Geruch hat, kommt mit der <hi rendition="#aq">Tacamahaca</hi> in<lb/>
allem u&#x0364;berein, thut im Magen-Weh und Hertzens-Ang&#x017F;t, bey hitzigen<lb/>
Fiebern vortrefflich gut, wenn es mit <hi rendition="#aq">Bal&#x017F;am. peruvian. malaxi</hi>ret, und im<lb/>
warmen Mo&#x0364;r&#x017F;el zum Pfla&#x017F;ter gemachet wird; es werden auch Pfla&#x017F;ter<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">wider</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[160/0172] CA heit auch andere Theile des Leibes alſo genennet, als Caput cordis, das oberſte dicke und erhabene Theil des Hertzens, Caput oſſis, iſt das aͤuſſerſte runde Theil des Beins, oder alles dasjenige, was am aͤuſ- ſerſten Theil des Beins dick und rundlicht iſt, als am Schenckel-Achſel- Bein ꝛc. zu ſehen. Endlich kommt bey den Chymicis das Caput mortuum vor, welches nichts anders als der Reſt iſt, welcher von iedem deſtillirten Dinge, es mag auch ſeyn was es wolle, zuruͤck oder uͤbrig bleibet. Alſo iſt in der Officin das Caput mortuum Vitrioli, oder der Uberreſt nach der Deſtillation des Ω🜖li, welches mit Regen- oder Fluß-Waſſer durch Kochen verſuͤſſet und getrocknet, die 🜃🜖li dulcem machet. Caput Mauri, ſiehe Alembicus. Caput Monachi, ſiehe Taraxacum. Caput purgia, oder beſſer Caput purgantia, Haupt-reinigende Mittel; alſo wurden von den Alten einige Mittel genennet, weil ſie meyneten, als wuͤrde, vermoͤge dieſer Artzneyen, die peccirende Materia aus den innerſten Winckeln des Cerebri ausgefuͤhret; allein die neuern Anatomici haben augenſcheinlich bewieſen, daß ſolche Wege aus dem Gehirn zum Mund und Naſen gantz falſch und ertichtet ſind, dahero werden ſolche Mittel von den Neuern recht und beſſer Apophlegmatismi oder Apophlegmatizantia genennet, welche zwiefacher Art ſind, (1) welche die peccirende Materiam aus dem Munde fuhren, und Sputatoria, auch Maſticatoria heiſſen, (2) und welche ſie durch die Naſe abfuͤhren, die auch Ptarmica genennet werden. Carabe, ſiehe Succinum. Caranna, iſt ein zaͤh und hartes Gummi, welches, wenn es friſch iſt, ſich wie Pech ziehen laͤſſet, wenn es aber alt wird, hart und zerbrech- lich iſt: ſiehet auswendig grau oder auch gelb-ſchwartz, inwendig aber wie Hartz; hat einen ſchleimichten und bittern Geſchmack, und ſo es angezuͤn- det wird, einen ſehr guten Geruch: wird aus America, und abſonderlich aus Neu-Spanien in breiten Stuͤcken in Bieſen-Blaͤttern heraus gebracht. Es flieſſet aus einem Baum, welcher um Carthagena in Neu-Spanien haͤuffig zu finden iſt. Je weiſſer dieſes Gummi iſt, ie beſſer iſt es, ab- ſonderlich, wenn es weich wie Pflaſter, doch nicht klebricht iſt, auch einen lieblichen und aromatiſchen Geruch hat, kommt mit der Tacamahaca in allem uͤberein, thut im Magen-Weh und Hertzens-Angſt, bey hitzigen Fiebern vortrefflich gut, wenn es mit Balſam. peruvian. malaxiret, und im warmen Moͤrſel zum Pflaſter gemachet wird; es werden auch Pflaſter wider

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/woyt_gazophylacium_1737
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/woyt_gazophylacium_1737/172
Zitationshilfe: Woyt, Johann Jacob: Gazophylacium Medico-Physicum, Oder Schatz-Kammer Medicinisch- und Natürlicher Dinge. 9. Aufl. Leipzig, 1737, S. 160. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/woyt_gazophylacium_1737/172>, abgerufen am 13.05.2021.