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Zeiller, Martin: Centuria Variarum Quæstionum. Bd. 1. Ulm, 1658.

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Die IV. Frag:
solches nicht geschiehet/ so ist zu schliessen/ das ihme
nichts weder bekanter/ noch unbekanter/ und dunck-
ler; sondern die gemeine Regel unfehlbar wahr/ daß
Gott alles/ und also auch das vergangene/ und zu-
künfftige/ gegenwärtig seye. S. Casneri Vitti, de
Deo uno & trino, c. 6. th.
6.

Was das ander anbelangt/ obwol unlaugbar/
daß Gott alles wisse/ und seine Wissenschafft gantz
unwandelbar ist; so haben sich doch Leute gefunden/
die gewolt/ daß seine Vorsehung sich nicht auff gantz
geringe/ und unachtbare Dinge erstrecke; so der
Göttlichen Majestät entgegen sey; und sich mit S.
Pauli Spruch 1. Corinth. Cap. 9. v. 9. item dem
22. Cap. Hiobs/ v. 12. 13. 14. beholffen. Aber der
König David begreiffet im 104. Psalm/ alles unter
der Vorsehung Gottes/ wie daselbst zulesen. Sihe
auch den 146. Psalm. v. 9. das Buch der Weiß-
heit Cap. 14. v. 3. die Sprüchwörter Salomo/ Cap.
16. v. 33. beym Evangelisten Luca/ Cap. 12. v. 6.
die Epist. an die Coloss. Cap. 1. v. 17. zun Hebr. 1.
v. 3. Henr. Velsten. nobil. quaest. philos. decad. 10.
qu.
10. alda er Austustin. l. 10. de civit. Dei c. 14.
item, Serm. 6. in Matthaeum; item in L. de prae-
sentia Dei ad Dardanum, & super Psalm.
148.
und andere mehr/ anziehet/ auch auff die oben ange-
zogene Einwürff antwortet/ und beweiset/ daß Gott
der Herr nicht nur allein der Engel/ und Men-
schen/ als der edlesten Geschöpff; sondern auch der
geringern/ als deß Viehes/ Vögel/ Fische/ ja der

gering-

Die IV. Frag:
ſolches nicht geſchiehet/ ſo iſt zu ſchlieſſen/ das ihme
nichts weder bekanter/ noch unbekanter/ und dunck-
ler; ſondern die gemeine Regel unfehlbar wahr/ daß
Gott alles/ und alſo auch das vergangene/ und zu-
kuͤnfftige/ gegenwaͤrtig ſeye. S. Caſneri Vitti, de
Deo uno & trino, c. 6. th.
6.

Was das ander anbelangt/ obwol unlaugbar/
daß Gott alles wiſſe/ und ſeine Wiſſenſchafft gantz
unwandelbar iſt; ſo haben ſich doch Leute gefunden/
die gewolt/ daß ſeine Vorſehung ſich nicht auff gantz
geringe/ und unachtbare Dinge erſtrecke; ſo der
Goͤttlichen Majeſtaͤt entgegen ſey; und ſich mit S.
Pauli Spruch 1. Corinth. Cap. 9. v. 9. item dem
22. Cap. Hiobs/ v. 12. 13. 14. beholffen. Aber der
Koͤnig David begreiffet im 104. Pſalm/ alles unter
der Vorſehung Gottes/ wie daſelbſt zuleſen. Sihe
auch den 146. Pſalm. v. 9. das Buch der Weiß-
heit Cap. 14. v. 3. die Spruͤchwoͤrter Salomo/ Cap.
16. v. 33. beym Evangeliſten Luca/ Cap. 12. v. 6.
die Epiſt. an die Coloſſ. Cap. 1. v. 17. zun Hebr. 1.
v. 3. Henr. Velſten. nobil. quæſt. philoſ. decad. 10.
qu.
10. alda er Auſtuſtin. l. 10. de civit. Dei c. 14.
item, Serm. 6. in Matthæum; item in L. de præ-
ſentia Dei ad Dardanum, & ſuper Pſalm.
148.
und andere mehr/ anziehet/ auch auff die oben ange-
zogene Einwuͤrff antwortet/ und beweiſet/ daß Gott
der Herr nicht nur allein der Engel/ und Men-
ſchen/ als der edleſten Geſchoͤpff; ſondern auch der
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[11/0027] Die IV. Frag: ſolches nicht geſchiehet/ ſo iſt zu ſchlieſſen/ das ihme nichts weder bekanter/ noch unbekanter/ und dunck- ler; ſondern die gemeine Regel unfehlbar wahr/ daß Gott alles/ und alſo auch das vergangene/ und zu- kuͤnfftige/ gegenwaͤrtig ſeye. S. Caſneri Vitti, de Deo uno & trino, c. 6. th. 6. Was das ander anbelangt/ obwol unlaugbar/ daß Gott alles wiſſe/ und ſeine Wiſſenſchafft gantz unwandelbar iſt; ſo haben ſich doch Leute gefunden/ die gewolt/ daß ſeine Vorſehung ſich nicht auff gantz geringe/ und unachtbare Dinge erſtrecke; ſo der Goͤttlichen Majeſtaͤt entgegen ſey; und ſich mit S. Pauli Spruch 1. Corinth. Cap. 9. v. 9. item dem 22. Cap. Hiobs/ v. 12. 13. 14. beholffen. Aber der Koͤnig David begreiffet im 104. Pſalm/ alles unter der Vorſehung Gottes/ wie daſelbſt zuleſen. Sihe auch den 146. Pſalm. v. 9. das Buch der Weiß- heit Cap. 14. v. 3. die Spruͤchwoͤrter Salomo/ Cap. 16. v. 33. beym Evangeliſten Luca/ Cap. 12. v. 6. die Epiſt. an die Coloſſ. Cap. 1. v. 17. zun Hebr. 1. v. 3. Henr. Velſten. nobil. quæſt. philoſ. decad. 10. qu. 10. alda er Auſtuſtin. l. 10. de civit. Dei c. 14. item, Serm. 6. in Matthæum; item in L. de præ- ſentia Dei ad Dardanum, & ſuper Pſalm. 148. und andere mehr/ anziehet/ auch auff die oben ange- zogene Einwuͤrff antwortet/ und beweiſet/ daß Gott der Herr nicht nur allein der Engel/ und Men- ſchen/ als der edleſten Geſchoͤpff; ſondern auch der geringern/ als deß Viehes/ Voͤgel/ Fiſche/ ja der gering-

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Zitationshilfe: Zeiller, Martin: Centuria Variarum Quæstionum. Bd. 1. Ulm, 1658, S. 11. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/zeiller_centuria01_1658/27>, abgerufen am 12.04.2024.