Zeiller, Martin: Centvria III. Variarvm Quæstionvm. Bd. 3. Ulm, 1659.Die 49. Frag/ des 3. Hundert. mit seinem Eheweib verbracht hat/ peinlich be-klagt/ und deß überwindet/ derselbig Ehebrecher/ samt der Ehebrecherin/ sollen/ nach sag unser Vorfahren/ und unser Keyserlichen Rechten/ ge- strafft werden. Jtem/ daß es auch gleicher Weiß/ im Fall/ so ein Eheweib ihren Mann/ oder die Person/ damit der Ehebruch vollnbracht hätte/ beklagen wil/ gehalten werden soll. Worüber D. Matthias Stephani schreibet/ daß der doppelte Ehebruch/ wann namlich ein Ehemann/ mit einem Eheweib/ zu thun hat/ von den Sachsen/ Ober- Hurerey genant werde: und daß ein solcher Ehe- bruch/ nach der gedachten Carolinischen Ord- nung/ am Leben gestrafft werde: Wie auch/ wann ein Lediger/ bey eines andern Ehe-Weib schläfft. Wiewol man hierinn/ wie Er num. 3. cir. f. sagt/ auff die Gewonheit eines Orts zu sehen habe/ cum constet, plerisque in locis, statutis municipalibus, velusu, vel Constitutionibus superiorum judicum, adulteros non poena Capitali, sed pecuniaria tan- tum, vel alia extraordinaria, & arbitraria puniri. Jn Franckreich/ wie Rebuffus schreibt/ ist nie ge- hört worden/ daß die Ehebrecher am Leben ge- strafft würden: imo inibi in laude industriae adul- terium poni, testatur Ant. Robert. rer. Iudic. lib. 1. c. 14. schreibet Herr D. Dietherr/ in Addit. ad Thes. Pract. Besoldi, v. Ehebruch/ p. 359. Man hat aber gleichwol bey den Reformirten daselbst die
Die 49. Frag/ des 3. Hundert. mit ſeinem Eheweib verbracht hat/ peinlich be-klagt/ und deß uͤberwindet/ derſelbig Ehebrecher/ ſamt der Ehebrecherin/ ſollen/ nach ſag unſer Vorfahren/ und unſer Keyſerlichen Rechten/ ge- ſtrafft werden. Jtem/ daß es auch gleicher Weiß/ im Fall/ ſo ein Eheweib ihren Mann/ oder die Perſon/ damit der Ehebruch vollnbracht haͤtte/ beklagen wil/ gehalten werden ſoll. Woruͤber D. Matthias Stephani ſchreibet/ daß der doppelte Ehebruch/ wann namlich ein Ehemann/ mit einem Eheweib/ zu thun hat/ von den Sachſen/ Ober- Hurerey genant werde: und daß ein ſolcher Ehe- bruch/ nach der gedachten Caroliniſchen Ord- nung/ am Leben geſtrafft werde: Wie auch/ wann ein Lediger/ bey eines andern Ehe-Weib ſchlaͤfft. Wiewol man hierinn/ wie Er num. 3. cir. f. ſagt/ auff die Gewonheit eines Orts zu ſehen habe/ cùm constet, plerisque in locis, ſtatutis municipalibus, veluſu, vel Conſtitutionibus ſuperiorum judicum, adulteros non pœnâ Capitali, ſed pecuniariâ tan- tùm, vel aliâ extraordinariâ, & arbitrariâ puniri. Jn Franckreich/ wie Rebuffus ſchreibt/ iſt nie ge- hoͤrt worden/ daß die Ehebrecher am Leben ge- ſtrafft wuͤrden: imò inibi in laude induſtriæ adul- terium poni, testatur Ant. Robert. rer. Iudic. lib. 1. c. 14. ſchreibet Herr D. Dietherr/ in Addit. ad Theſ. Pract. Beſoldi, v. Ehebruch/ p. 359. Man hat aber gleichwol bey den Reformirten daſelbſt die
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Die 49. Frag/ des 3. Hundert.
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ſamt der Ehebrecherin/ ſollen/ nach ſag unſer
Vorfahren/ und unſer Keyſerlichen Rechten/ ge-
ſtrafft werden. Jtem/ daß es auch gleicher Weiß/
im Fall/ ſo ein Eheweib ihren Mann/ oder die
Perſon/ damit der Ehebruch vollnbracht haͤtte/
beklagen wil/ gehalten werden ſoll. Woruͤber D.
Matthias Stephani ſchreibet/ daß der doppelte
Ehebruch/ wann namlich ein Ehemann/ mit einem
Eheweib/ zu thun hat/ von den Sachſen/ Ober-
Hurerey genant werde: und daß ein ſolcher Ehe-
bruch/ nach der gedachten Caroliniſchen Ord-
nung/ am Leben geſtrafft werde: Wie auch/ wann
ein Lediger/ bey eines andern Ehe-Weib ſchlaͤfft.
Wiewol man hierinn/ wie Er num. 3. cir. f. ſagt/
auff die Gewonheit eines Orts zu ſehen habe/ cùm
constet, plerisque in locis, ſtatutis municipalibus,
veluſu, vel Conſtitutionibus ſuperiorum judicum,
adulteros non pœnâ Capitali, ſed pecuniariâ tan-
tùm, vel aliâ extraordinariâ, & arbitrariâ puniri.
Jn Franckreich/ wie Rebuffus ſchreibt/ iſt nie ge-
hoͤrt worden/ daß die Ehebrecher am Leben ge-
ſtrafft wuͤrden: imò inibi in laude induſtriæ adul-
terium poni, testatur Ant. Robert. rer. Iudic. lib.
1. c. 14. ſchreibet Herr D. Dietherr/ in Addit. ad
Theſ. Pract. Beſoldi, v. Ehebruch/ p. 359. Man
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