Zeiller, Martin: Centvria III. Variarvm Quæstionvm. Bd. 3. Ulm, 1659.Die 78. Frag/ des 3. Hundert. dius, und Jo. Bapt. Egnatius, in seinem Leben/ zulesen. M. Thomas Sagittarius exercit. Eth. exot. 4. th. 2. p. 85. erörtert auch diese Frag/ ob Gottes Wil/ des Menschen Willen eine Nothwendigkeit aufferlege also/ daß Er nicht anders/ als wie es GOtt wil/ thun könne? und sagt Nein darzue. Gott zwingt des Menschen Willen nicht/ sondern Er legt ihme die gantz freye Mittel vor/ dieselbe zu erwöhlen/ und zu ergreiffen. Und hat Er auch th. 8. p. 104. die Frag/ Ob einem Wollenden un- recht geschehen könne? da Er dann einen Unter- scheid zwischen einem gantz freyen/ und einem gleichsam angehaltenen/ oder verbundenen Wil- len/ machet. Bey jenem/ wann Einer mit willen leidet/ geschicht ihm nicht unrecht: geschicht ihm aber unrecht/ so leydet er nicht mit willen. Wann aber Eines Wil nicht gantz frey ist/ so mag ihme unrecht geschehen. Dann bißweilen Einer in et- was/ ein größers Übel zu verhüeten/ einwilliget/ so er wol unterlaßen wurde/ wann er seines freyen Willens geleben könte: Wie Er hievon daselbst ein mehrers hat; und daraus auch der dritte Punct deiner Frag verantwortet werden kan. Und hat sonderlich oftgedachter Velstenius, decad. 6. illustrium quaest. philosoph. qu. 10. dise Frag ab- gehandelt/ ob ein Mensch wider seinen Willen/ gezwungener Weise/ etwas wolle/ das ist/ Ob ein gezwungener Will/ auch ein Will seye? welche Frag
Die 78. Frag/ des 3. Hundert. dius, und Jo. Bapt. Egnatius, in ſeinem Leben/ zuleſen. M. Thomas Sagittarius exercit. Eth. exot. 4. th. 2. p. 85. eroͤrtert auch dieſe Frag/ ob Gottes Wil/ des Menſchen Willen eine Nothwendigkeit aufferlege alſo/ daß Er nicht anders/ als wie es GOtt wil/ thun koͤnne? und ſagt Nein darzue. Gott zwingt des Menſchen Willen nicht/ ſondern Er legt ihme die gantz freye Mittel vor/ dieſelbe zu erwoͤhlen/ und zu ergreiffen. Und hat Er auch th. 8. p. 104. die Frag/ Ob einem Wollenden un- recht geſchehen koͤnne? da Er dann einen Unter- ſcheid zwiſchen einem gantz freyen/ und einem gleichſam angehaltenen/ oder verbundenen Wil- len/ machet. Bey jenem/ wann Einer mit willen leidet/ geſchicht ihm nicht unrecht: geſchicht ihm aber unrecht/ ſo leydet er nicht mit willen. Wann aber Eines Wil nicht gantz frey iſt/ ſo mag ihme unrecht geſchehen. Dann bißweilen Einer in et- was/ ein groͤßers Übel zu verhuͤeten/ einwilliget/ ſo er wol unterlaßen wurde/ wann er ſeines freyen Willens geleben koͤnte: Wie Er hievon daſelbſt ein mehrers hat; und daraus auch der dritte Punct deiner Frag verantwortet werden kan. Und hat ſonderlich oftgedachter Velſtenius, decad. 6. illuſtrium quæſt. philoſoph. qu. 10. diſe Frag ab- gehandelt/ ob ein Menſch wider ſeinen Willen/ gezwungener Weiſe/ etwas wolle/ das iſt/ Ob ein gezwungener Will/ auch ein Will ſeye? welche Frag
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4. th. 2. p. 85. eroͤrtert auch dieſe Frag/ ob Gottes
Wil/ des Menſchen Willen eine Nothwendigkeit
aufferlege alſo/ daß Er nicht anders/ als wie es
GOtt wil/ thun koͤnne? und ſagt Nein darzue.
Gott zwingt des Menſchen Willen nicht/ ſondern
Er legt ihme die gantz freye Mittel vor/ dieſelbe zu
erwoͤhlen/ und zu ergreiffen. Und hat Er auch
th. 8. p. 104. die Frag/ Ob einem Wollenden un-
recht geſchehen koͤnne? da Er dann einen Unter-
ſcheid zwiſchen einem gantz freyen/ und einem
gleichſam angehaltenen/ oder verbundenen Wil-
len/ machet. Bey jenem/ wann Einer mit willen
leidet/ geſchicht ihm nicht unrecht: geſchicht ihm
aber unrecht/ ſo leydet er nicht mit willen. Wann
aber Eines Wil nicht gantz frey iſt/ ſo mag ihme
unrecht geſchehen. Dann bißweilen Einer in et-
was/ ein groͤßers Übel zu verhuͤeten/ einwilliget/ ſo
er wol unterlaßen wurde/ wann er ſeines freyen
Willens geleben koͤnte: Wie Er hievon daſelbſt
ein mehrers hat; und daraus auch der dritte
Punct deiner Frag verantwortet werden kan. Und
hat ſonderlich oftgedachter Velſtenius, decad. 6.
illuſtrium quæſt. philoſoph. qu. 10. diſe Frag ab-
gehandelt/ ob ein Menſch wider ſeinen Willen/
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| Zitationshilfe: | Zeiller, Martin: Centvria III. Variarvm Quæstionvm. Bd. 3. Ulm, 1659, S. 400. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/zeiller_centuria03_1659/424>, abgerufen am 06.08.2024. |


