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Zeiller, Martin: Centvria IV. Variarvm Quæstionvm. Bd. 4. Ulm, 1660.

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Die 30. Frag/ des 4. Hundert.
wie groß er auch seye/ die Erde befeuchtige) ant-
wortet/ daß solches insonderheit von der Bau-
Erde zu verstehen seye. Es seyn aber diese Wort
des gedachten Senecae: Primum ego tibi, vinca-
rum diligens fossor, affirmo, nullam pluviam esse
tam magnam, quae terram ultra decem pedes in
altitutidem madefaciat.
Sihe oben die 27. Frag
am ende.

Zu deiner Frag könte diese nicht uneben gesetzt
werden/ Ob der Regenbogen auch vor der
Sündflut gewesen seye? Darauff dann geant-
wortet wird/ wiewol man aus H. Schrifft hievon
nichts gewißes schließen könne/ daß doch der Je-
nigen Mainung der Wahrheit am ehnlichsten/
welche darfür halten/ daß der Regenbogen auch
vor der Sündflut gewesen/ dieweil/ vor dersel-
ben/ alle des Regenbogens Ursachen verhanden
waren. Daß aber derselbe/ nach der Sündflut/
ein Zeichen der Gnaden Gottes worden/ das seye
dem Regenbogen nicht an sich selbsten/ sondern
dem Göttlichen Willen zuzuschreiben; nicht an-
ders/ als wie es eine Beschaffenheit mit dem
Tauffwaßer hat/ welches vor der Tauff/ und bey
derselben/ Waßer gewesen/ und verbleibet/ aber
in der Tauff etwas von neuem bekommet/ so es
vorhin nicht hatte. Dieses ist bey dem Regenbo-
gen der Verwunderung würdig/ daß GOtt der
HErr gewolt/ daß der Regenbogen solte ein Zei-
chen seyn des einhaltenden Regens/ der sonsten

seiner

Die 30. Frag/ des 4. Hundert.
wie groß er auch ſeye/ die Erde befeuchtige) ant-
wortet/ daß ſolches inſonderheit von der Bau-
Erde zu verſtehen ſeye. Es ſeyn aber dieſe Wort
des gedachten Senecæ: Primum ego tibi, vinca-
rum diligens foſſor, affirmo, nullam pluviam eſſe
tàm magnam, quæ terram ultra decem pedes in
altitutidem madefaciat.
Sihe oben die 27. Frag
am ende.

Zu deiner Frag koͤnte dieſe nicht uneben geſetzt
werden/ Ob der Regenbogen auch vor der
Suͤndflut geweſen ſeye? Darauff dann geant-
wortet wird/ wiewol man aus H. Schrifft hievon
nichts gewißes ſchließen koͤnne/ daß doch der Je-
nigen Mainung der Wahrheit am ehnlichſten/
welche darfuͤr halten/ daß der Regenbogen auch
vor der Suͤndflut geweſen/ dieweil/ vor derſel-
ben/ alle des Regenbogens Urſachen verhanden
waren. Daß aber derſelbe/ nach der Suͤndflut/
ein Zeichen der Gnaden Gottes worden/ das ſeye
dem Regenbogen nicht an ſich ſelbſten/ ſondern
dem Goͤttlichen Willen zuzuſchreiben; nicht an-
ders/ als wie es eine Beſchaffenheit mit dem
Tauffwaßer hat/ welches vor der Tauff/ und bey
derſelben/ Waßer geweſen/ und verbleibet/ aber
in der Tauff etwas von neuem bekommet/ ſo es
vorhin nicht hatte. Dieſes iſt bey dem Regenbo-
gen der Verwunderung wuͤrdig/ daß GOtt der
HErr gewolt/ daß der Regenbogen ſolte ein Zei-
chen ſeyn des einhaltenden Regens/ der ſonſten

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[154/0178] Die 30. Frag/ des 4. Hundert. wie groß er auch ſeye/ die Erde befeuchtige) ant- wortet/ daß ſolches inſonderheit von der Bau- Erde zu verſtehen ſeye. Es ſeyn aber dieſe Wort des gedachten Senecæ: Primum ego tibi, vinca- rum diligens foſſor, affirmo, nullam pluviam eſſe tàm magnam, quæ terram ultra decem pedes in altitutidem madefaciat. Sihe oben die 27. Frag am ende. Zu deiner Frag koͤnte dieſe nicht uneben geſetzt werden/ Ob der Regenbogen auch vor der Suͤndflut geweſen ſeye? Darauff dann geant- wortet wird/ wiewol man aus H. Schrifft hievon nichts gewißes ſchließen koͤnne/ daß doch der Je- nigen Mainung der Wahrheit am ehnlichſten/ welche darfuͤr halten/ daß der Regenbogen auch vor der Suͤndflut geweſen/ dieweil/ vor derſel- ben/ alle des Regenbogens Urſachen verhanden waren. Daß aber derſelbe/ nach der Suͤndflut/ ein Zeichen der Gnaden Gottes worden/ das ſeye dem Regenbogen nicht an ſich ſelbſten/ ſondern dem Goͤttlichen Willen zuzuſchreiben; nicht an- ders/ als wie es eine Beſchaffenheit mit dem Tauffwaßer hat/ welches vor der Tauff/ und bey derſelben/ Waßer geweſen/ und verbleibet/ aber in der Tauff etwas von neuem bekommet/ ſo es vorhin nicht hatte. Dieſes iſt bey dem Regenbo- gen der Verwunderung wuͤrdig/ daß GOtt der HErr gewolt/ daß der Regenbogen ſolte ein Zei- chen ſeyn des einhaltenden Regens/ der ſonſten ſeiner

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Zitationshilfe: Zeiller, Martin: Centvria IV. Variarvm Quæstionvm. Bd. 4. Ulm, 1660, S. 154. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/zeiller_centuria04_1660/178>, abgerufen am 12.05.2021.