Zesen, Philipp von: Assenat. Amsterdam, 1670.vierdes Buch. Auf! dein mangel ist ersetzet.Küsse Den/ der dich ergetzet. Ruf'/ ei! rufe laut/ glükzu! Josef! rufe/ Josef lebe! Ja der treue Himmel gebe/ daß er lebe/ dir zum heil: Er/ der deines heils Erhalter/ Er/ der deines glüks Verwalter/ Er/ dein bestes freudenteil. Mach' Ihm dan auch wieder freude. Schikk' Ihm zu/ in weisser seide/ eine schöne Heilandin: daß dein Heiland sich ergetze/ seinen mund mit ihrem netze/ und erfrische seinen sin. Zwischen dessen werd' ich dichten/ Ihm ein Brautlied zuzurichten. Das sol/ in dein Klingelspiel/ meine frohe zunge singen. Laß es nur baldbald gelingen. Baldbald! was verziehstu viel? Hierauf trahten auch die Meistersänger herfür. Die- Alle M ij
vierdes Buch. Auf! dein mangel iſt erſetzet.Kuͤſſe Den/ der dich ergetzet. Ruf’/ ei! rufe laut/ gluͤkzu! Joſef! rufe/ Joſef lebe! Ja der treue Himmel gebe/ daß er lebe/ dir zum heil: Er/ der deines heils Erhalter/ Er/ der deines gluͤks Verwalter/ Er/ dein beſtes freudenteil. Mach’ Ihm dan auch wieder freude. Schikk’ Ihm zu/ in weiſſer ſeide/ eine ſchoͤne Heilandin: daß dein Heiland ſich ergetze/ ſeinen mund mit ihrem netze/ und erfriſche ſeinen ſin. Zwiſchen deſſen werd’ ich dichten/ Ihm ein Brautlied zuzurichten. Das ſol/ in dein Klingelſpiel/ meine frohe zunge ſingen. Laß es nur baldbald gelingen. Baldbald! was verziehſtu viel? Hierauf trahten auch die Meiſterſaͤnger herfuͤr. Die- Alle M ij
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vierdes Buch.
Auf! dein mangel iſt erſetzet.
Kuͤſſe Den/ der dich ergetzet.
Ruf’/ ei! rufe laut/ gluͤkzu!
Joſef! rufe/ Joſef lebe!
Ja der treue Himmel gebe/
daß er lebe/ dir zum heil:
Er/ der deines heils Erhalter/
Er/ der deines gluͤks Verwalter/
Er/ dein beſtes freudenteil.
Mach’ Ihm dan auch wieder freude.
Schikk’ Ihm zu/ in weiſſer ſeide/
eine ſchoͤne Heilandin:
daß dein Heiland ſich ergetze/
ſeinen mund mit ihrem netze/
und erfriſche ſeinen ſin.
Zwiſchen deſſen werd’ ich dichten/
Ihm ein Brautlied zuzurichten.
Das ſol/ in dein Klingelſpiel/
meine frohe zunge ſingen.
Laß es nur baldbald gelingen.
Baldbald! was verziehſtu viel?
Hierauf trahten auch die Meiſterſaͤnger herfuͤr. Die-
ſe ſungen/ auf befehl des Koͤniges/ das gantze Lied/ mit
heller ſtimme. Ja ſie muſten es darnach noch einmahl
wiederhohlen; und die Klingel- und ſeiten-ſpiele dar-
unter gehen. Dieſer liebliche tohn machte die zuhoͤhrer
dermaßen verzuͤkt/ daß ſie des eſſens und trinkens ver-
gaßen. Ja das gantze Frauenzimmer war als erſtarret.
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| Zitationshilfe: | Zesen, Philipp von: Assenat. Amsterdam, 1670, S. 179. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/zesen_assenat_1670/203>, abgerufen am 06.08.2024. |


