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Mattioli, Pietro Andrea: Theatrvm Botanicvm, Das ist: Neu Vollkommenes Kräuter-Buch (Übers. Theodor Zwinger). Basel, 1690.

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Von den Baum- und Staud-Gewächsen.
[Spaltenumbruch] ins gemein findet man sie spannen lang/ o-
ben auff satt grün/ unden etwas bleicher.
Auß den stielen gehen drey heiter grüne/ auch
wol gelblichte Aderen oder Nerven in das
Blatt auß/ deren mittlere allezeit was di-
cker/ und sich beyderseits des Blatts sehen
lassen; Auß diesen Haupt-aderen theilen sich
sehr viel Neben-äderlein auff die seiten durch
das blatt hin. Die blätter haben sambtlich
ein starcken aromatischen geruch/ sonderlich
da sie zerrieben werden/ ja sie riehen und
schmacken wie Zimmet/ wiewol nicht so heff-
tig. Die in dem Jenner herfürkommende
Blüthe ist klein/ hat die figur eines Ster-
nens/ mit sechs weiß-grünlichten/ etwas
ablangen und runden blättlein/ lieblichem
geruch/ und kurtzen grünlichten stielein be-
gabet: Jn mitte der blüthe ist ein hertzlein/
so auß zwey reihen grünlichter fäserlein mit
gelben gipfelein bestehet; Diese fäserlein aber
umbfassen den grünen dünnen stiel/ so an
dem gipfel schwartzlicht ist; welcher stiel denn
der anfang oder fundament der folgenden
Frucht ist. Die Früchten sind ablange/ run-
de Beere wie die Eycheln/ eines scharflich-
ten geschmacks/ und in sechs-eckichte Kelch-
lein eingefaßt.

II. Jn der Jnsul Zeilon aber soll der beste
und kräfftigste Zimmetbaum wachsen/ wel-
chen Casparus Bauhinus, Canellam Zeilani-
cam,
der heut zu tag berühmteste Herman-
nus, Botanices Professor &c.
zu Leiden/ aber
Laurum Zeilanicam baccis caliculatis nennet.
Jn welcher Gestalt auff der Jnsul Zei-
lon der Canell- oder Zimmet-baum ange-
troffen werde/ berichtet Herr Walter Schul-
tzen in dem 2. Buch der Ost-Jndischen Rei-
se-beschreibung im 20. Cap. Was die Jn-
sul Zeilon am berühmtesten machet/ ist der
Canellbaum/ welcher in den Einöden in un-
gläublichem überfluß/ so daß gantze Canell-
wälder zufinden sind. Der Canellbaum
ist dem Oranien-baum nicht ungleich; sei-
ne zweige aber haben nicht so viel Aeste und
Knoten/ sondern sind gleich und gerade.
Die Blätter haben ein gestalt wie die Lor-
beer-blätter. Die Blüthe ist weiß/ und eines
angenehmen geruchs. Die Früchte aber sind
wie die Oelbeeren/ worauß die Einwohner
ein Oel machen/ welches ein sehr kräfftiges
Artzney-mittel ist. Die Affen/ Meerkatzen
und Vögel fressen die Beere gern/ wenn sie
aber auff die Erde niderfallen/ alßdann
wachsen junge Canell-sprößlein auß densel-
ben wider hervor. Wenn nun solche groß
worden/ so hawet man die alten ab/
damit die jungen raum und lufft zu wach-
sen haben mögen. Der baum hat eine dop-
pelte Rinde/ deren außwendige sehr dünn ist/
und abgebrochen werden muß; die inwendi-
ge aber/ nemlich der Zimmet an und für
sich selbst/ wird alßdann in länglichen stü-
cken von dem baum abgeschnitten/ an die
Sonne geleget und getrucknet/ welche her-
nach von sich selbst zusammenrollen/ und
eine rothe Farbe bekommen. Jch machte
mich auß lust an diese Arbeit/ fand aber in
dem Baum eine fettigkeit/ und gar geringen
auch keinen geschmack. Wenn dem baum
die Rinde genommen/ so muß er ohngefehr
drey Jahr zeit haben/ ehe und bevor er eine
[Spaltenumbruch] newe Canellschale bekombt; inzwischen schei-
net es/ (wie leicht zu erachten) als wollte
der baum verdorren; erhält dennoch hernach
seine vorige Eigenschafft wider. Zwischen
Puntogale und Negumbo wächst der beste
und reineste Canell/ welcher dreyerley gat-
tung ist/ nemlich der feinste/ feine/ und
unfeinste oder gröbste/ welcher von den al-
ten bäumen gebrochen wird. Es wird auch
ein wilder Canellbaum gefunden auff Ma-
labar. Die Einwohner zimmeren offt ihre
Häuser auß Canell-bäumen/ oder bedienen
sich des holtzes in den kuchen/ zum kochen
und braten/ welches alsdann einen liebli-
chen geruch von sich gibt. Und ob gleich
der Canell im dritten grad warm zu seyn
befunden wird/ so fleüßt dennoch auß der
safftreichen wurtzel/ nicht nur ein wohlrie-
hendes Wasser hervor/ sondern auch eine
Art Camffer. Die Einwohner wissen
die grüne Canell-schale sehr künstlich und ü-
ber die massen subtil/ in kleine kästlein/ laden
und stäbe einzulegen/ wie ich denn auch
selbst dergleichen gehabt habe/ die mit fei-
nem Canell gezieret und eingelegt waren. So
viel Herr Schultzen.

Den Canell oder Zimmet beschreibet Phi-
lippus Baldaeus,
weiland Diener deß Göttli-
chen Worts auff Zeilon/ in seinem Buch von
der grossen und berühmten Jnsul Zeilon im
50. Cap. also. Der Canell fällt allein auff
dieser Jnsull schön und rein/ wie er mag ge-
wünschet werden. Er wird bey den Zinga-
lesen genannt/ Cureneo potto, und der baum
Curindo-gas, davon etliche nun treflicher
grösse werden. Die blätter sind denen am
Zitronenbaum nicht ungleich/ jedoch ein
wenig schmäler: die blüche ist weiß/ eines
lieblichen und süssen geruchs/ worauß eine
Frucht erwachset/ wie eine kleine Oliven/
etwas gelblicht/ davon die Einwohner ein
Oel machen/ an farbe und krafft dem Mus-
caten-öl gleich/ sehr heilsam und gut für viel
Kranckheiten/ hat einen geruch und ge-
schmack wie der Canell an sich selbst.

Der Canellbaum hat eine zweyfache Rin-
de übereinander/ davon die äusserste mit ei-
nem krummen messer wird abgeschälet/ und
alßdann der Canellbast mit einer krumb
messer-spitze/ erstlich rund herumb/ und dar-
nach in die länge von dem baum abgelöset/
und auffs Feld in die Sonne zu trucknen ge-
leget/ die also denselben durch ihre hitze in ein-
ander rollet. Der Baum/ nachdem er also ge-
schälet/ wachset nicht weiter/ sondern es kom-
men von den Früchten/ so in die Erde fallen/
newe Bäume herfür: Das holtz vom Ca-
nellbaum ist weiß/ lind und gut/ und wird
von den Einwohneren viel zum bawen ge-
braucht. Zu verwunderen ist es/ daß diese
Canellbäume nicht durch gantz Zeilon/ son-
dern allein an etlichen gewissen orten wach-
sen: Denn im gantzen Reich Jafna patnam,
noch auch auff der Jnsul Manaar, ist keiner zu
finden/ sondern allererst über dem Fluß Chi-
lau,
in den Landen Negumbo, und innerhalb/
auch umb Gale her. Diese bäume wachsen
auch nicht ordenlich beyeinander her/ son-
dern stehen hin und wider in den Wäldern/
wie ich im reisen erfahren und gesehen habe/
daß meine Diener (als ich auff Gale den

Kirchen-
A a 2

Von den Baum- und Staud-Gewaͤchſen.
[Spaltenumbruch] ins gemein findet man ſie ſpannen lang/ o-
ben auff ſatt gruͤn/ unden etwas bleicher.
Auß den ſtielen gehen drey heiter gruͤne/ auch
wol gelblichte Aderen oder Nerven in das
Blatt auß/ deren mittlere allezeit was di-
cker/ und ſich beyderſeits des Blatts ſehen
laſſen; Auß dieſen Haupt-aderen theilen ſich
ſehr viel Neben-aͤderlein auff die ſeiten durch
das blatt hin. Die blaͤtter haben ſambtlich
ein ſtarcken aromatiſchen geruch/ ſonderlich
da ſie zerꝛieben werden/ ja ſie riehen und
ſchmacken wie Zimmet/ wiewol nicht ſo heff-
tig. Die in dem Jenner herfuͤrkommende
Bluͤthe iſt klein/ hat die figur eines Ster-
nens/ mit ſechs weiß-gruͤnlichten/ etwas
ablangen und runden blaͤttlein/ lieblichem
geruch/ und kurtzen gruͤnlichten ſtielein be-
gabet: Jn mitte der bluͤthe iſt ein hertzlein/
ſo auß zwey reihen gruͤnlichter faͤſerlein mit
gelben gipfelein beſtehet; Dieſe faͤſerlein aber
umbfaſſen den gruͤnen duͤnnen ſtiel/ ſo an
dem gipfel ſchwartzlicht iſt; welcher ſtiel denn
der anfang oder fundament der folgenden
Frucht iſt. Die Fruͤchten ſind ablange/ run-
de Beere wie die Eycheln/ eines ſcharflich-
ten geſchmacks/ und in ſechs-eckichte Kelch-
lein eingefaßt.

II. Jn der Jnſul Zeilon aber ſoll der beſte
und kraͤfftigſte Zimmetbaum wachſen/ wel-
chen Caſparus Bauhinus, Canellam Zeilani-
cam,
der heut zu tag beruͤhmteſte Herman-
nus, Botanices Profeſſor &c.
zu Leiden/ aber
Laurum Zeilanicam baccis caliculatis nennet.
Jn welcher Geſtalt auff der Jnſul Zei-
lon der Canell- oder Zimmet-baum ange-
troffen werde/ berichtet Herꝛ Walter Schul-
tzen in dem 2. Buch der Oſt-Jndiſchen Rei-
ſe-beſchreibung im 20. Cap. Was die Jn-
ſul Zeilon am beruͤhmteſten machet/ iſt der
Canellbaum/ welcher in den Einoͤden in un-
glaͤublichem uͤberfluß/ ſo daß gantze Canell-
waͤlder zufinden ſind. Der Canellbaum
iſt dem Oranien-baum nicht ungleich; ſei-
ne zweige aber haben nicht ſo viel Aeſte und
Knoten/ ſondern ſind gleich und gerade.
Die Blaͤtter haben ein geſtalt wie die Lor-
beer-blaͤtter. Die Bluͤthe iſt weiß/ und eines
angenehmen geruchs. Die Fruͤchte aber ſind
wie die Oelbeeren/ worauß die Einwohner
ein Oel machen/ welches ein ſehr kraͤfftiges
Artzney-mittel iſt. Die Affen/ Meerkatzen
und Voͤgel freſſen die Beere gern/ wenn ſie
aber auff die Erde niderfallen/ alßdann
wachſen junge Canell-ſproͤßlein auß denſel-
ben wider hervor. Wenn nun ſolche groß
worden/ ſo hawet man die alten ab/
damit die jungen raum und lufft zu wach-
ſen haben moͤgen. Der baum hat eine dop-
pelte Rinde/ deren außwendige ſehr duͤnn iſt/
und abgebrochen werden muß; die inwendi-
ge aber/ nemlich der Zimmet an und fuͤr
ſich ſelbſt/ wird alßdann in laͤnglichen ſtuͤ-
cken von dem baum abgeſchnitten/ an die
Sonne geleget und getrucknet/ welche her-
nach von ſich ſelbſt zuſammenrollen/ und
eine rothe Farbe bekommen. Jch machte
mich auß luſt an dieſe Arbeit/ fand aber in
dem Baum eine fettigkeit/ und gar geringen
auch keinen geſchmack. Wenn dem baum
die Rinde genommen/ ſo muß er ohngefehr
drey Jahr zeit haben/ ehe und bevor er eine
[Spaltenumbruch] newe Canellſchale bekombt; inzwiſchen ſchei-
net es/ (wie leicht zu erachten) als wollte
der baum verdorꝛen; erhaͤlt dennoch hernach
ſeine vorige Eigenſchafft wider. Zwiſchen
Puntogale und Negumbo waͤchſt der beſte
und reineſte Canell/ welcher dreyerley gat-
tung iſt/ nemlich der feinſte/ feine/ und
unfeinſte oder groͤbſte/ welcher von den al-
ten baͤumen gebrochen wird. Es wird auch
ein wilder Canellbaum gefunden auff Ma-
labar. Die Einwohner zimmeren offt ihre
Haͤuſer auß Canell-baͤumen/ oder bedienen
ſich des holtzes in den kuchen/ zum kochen
und braten/ welches alsdann einen liebli-
chen geruch von ſich gibt. Und ob gleich
der Canell im dritten grad warm zu ſeyn
befunden wird/ ſo fleuͤßt dennoch auß der
ſafftreichen wurtzel/ nicht nur ein wohlrie-
hendes Waſſer hervor/ ſondern auch eine
Art Camffer. Die Einwohner wiſſen
die gruͤne Canell-ſchale ſehr kuͤnſtlich und uͤ-
ber die maſſen ſubtil/ in kleine kaͤſtlein/ laden
und ſtaͤbe einzulegen/ wie ich denn auch
ſelbſt dergleichen gehabt habe/ die mit fei-
nem Canell gezieret und eingelegt waren. So
viel Herꝛ Schultzen.

Den Canell oder Zimmet beſchreibet Phi-
lippus Baldæus,
weiland Diener deß Goͤttli-
chen Worts auff Zeilon/ in ſeinem Buch von
der groſſen und beruͤhmten Jnſul Zeilon im
50. Cap. alſo. Der Canell faͤllt allein auff
dieſer Jnſull ſchoͤn und rein/ wie er mag ge-
wuͤnſchet werden. Er wird bey den Zinga-
leſen genannt/ Cureneo potto, und der baum
Curindo-gas, davon etliche nun treflicher
groͤſſe werden. Die blaͤtter ſind denen am
Zitronenbaum nicht ungleich/ jedoch ein
wenig ſchmaͤler: die bluͤche iſt weiß/ eines
lieblichen und ſuͤſſen geruchs/ worauß eine
Frucht erwachſet/ wie eine kleine Oliven/
etwas gelblicht/ davon die Einwohner ein
Oel machen/ an farbe und krafft dem Muſ-
caten-oͤl gleich/ ſehr heilſam und gut fuͤr viel
Kranckheiten/ hat einen geruch und ge-
ſchmack wie der Canell an ſich ſelbſt.

Der Canellbaum hat eine zweyfache Rin-
de uͤbereinander/ davon die aͤuſſerſte mit ei-
nem krum̃en meſſer wird abgeſchaͤlet/ und
alßdann der Canellbaſt mit einer krumb
meſſer-ſpitze/ erſtlich rund herumb/ und dar-
nach in die laͤnge von dem baum abgeloͤſet/
und auffs Feld in die Sonne zu trucknen ge-
leget/ die alſo denſelben durch ihre hitze in ein-
ander rollet. Der Baum/ nachdem er alſo ge-
ſchaͤlet/ wachſet nicht weiter/ ſondern es kom-
men von den Fruͤchten/ ſo in die Erde fallen/
newe Baͤume herfuͤr: Das holtz vom Ca-
nellbaum iſt weiß/ lind und gut/ und wird
von den Einwohneren viel zum bawen ge-
braucht. Zu verwunderen iſt es/ daß dieſe
Canellbaͤume nicht durch gantz Zeilon/ ſon-
dern allein an etlichen gewiſſen orten wach-
ſen: Denn im gantzen Reich Jafna patnam,
noch auch auff der Jnſul Manaar, iſt keiner zu
finden/ ſondern allererſt uͤber dem Fluß Chi-
lau,
in den Landen Negumbo, und innerhalb/
auch umb Gale her. Dieſe baͤume wachſen
auch nicht ordenlich beyeinander her/ ſon-
dern ſtehen hin und wider in den Waͤldern/
wie ich im reiſen erfahren und geſehen habe/
daß meine Diener (als ich auff Gale den

Kirchen-
A a 2
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[187/0203] Von den Baum- und Staud-Gewaͤchſen. ins gemein findet man ſie ſpannen lang/ o- ben auff ſatt gruͤn/ unden etwas bleicher. Auß den ſtielen gehen drey heiter gruͤne/ auch wol gelblichte Aderen oder Nerven in das Blatt auß/ deren mittlere allezeit was di- cker/ und ſich beyderſeits des Blatts ſehen laſſen; Auß dieſen Haupt-aderen theilen ſich ſehr viel Neben-aͤderlein auff die ſeiten durch das blatt hin. Die blaͤtter haben ſambtlich ein ſtarcken aromatiſchen geruch/ ſonderlich da ſie zerꝛieben werden/ ja ſie riehen und ſchmacken wie Zimmet/ wiewol nicht ſo heff- tig. Die in dem Jenner herfuͤrkommende Bluͤthe iſt klein/ hat die figur eines Ster- nens/ mit ſechs weiß-gruͤnlichten/ etwas ablangen und runden blaͤttlein/ lieblichem geruch/ und kurtzen gruͤnlichten ſtielein be- gabet: Jn mitte der bluͤthe iſt ein hertzlein/ ſo auß zwey reihen gruͤnlichter faͤſerlein mit gelben gipfelein beſtehet; Dieſe faͤſerlein aber umbfaſſen den gruͤnen duͤnnen ſtiel/ ſo an dem gipfel ſchwartzlicht iſt; welcher ſtiel denn der anfang oder fundament der folgenden Frucht iſt. Die Fruͤchten ſind ablange/ run- de Beere wie die Eycheln/ eines ſcharflich- ten geſchmacks/ und in ſechs-eckichte Kelch- lein eingefaßt. II. Jn der Jnſul Zeilon aber ſoll der beſte und kraͤfftigſte Zimmetbaum wachſen/ wel- chen Caſparus Bauhinus, Canellam Zeilani- cam, der heut zu tag beruͤhmteſte Herman- nus, Botanices Profeſſor &c. zu Leiden/ aber Laurum Zeilanicam baccis caliculatis nennet. Jn welcher Geſtalt auff der Jnſul Zei- lon der Canell- oder Zimmet-baum ange- troffen werde/ berichtet Herꝛ Walter Schul- tzen in dem 2. Buch der Oſt-Jndiſchen Rei- ſe-beſchreibung im 20. Cap. Was die Jn- ſul Zeilon am beruͤhmteſten machet/ iſt der Canellbaum/ welcher in den Einoͤden in un- glaͤublichem uͤberfluß/ ſo daß gantze Canell- waͤlder zufinden ſind. Der Canellbaum iſt dem Oranien-baum nicht ungleich; ſei- ne zweige aber haben nicht ſo viel Aeſte und Knoten/ ſondern ſind gleich und gerade. Die Blaͤtter haben ein geſtalt wie die Lor- beer-blaͤtter. Die Bluͤthe iſt weiß/ und eines angenehmen geruchs. Die Fruͤchte aber ſind wie die Oelbeeren/ worauß die Einwohner ein Oel machen/ welches ein ſehr kraͤfftiges Artzney-mittel iſt. Die Affen/ Meerkatzen und Voͤgel freſſen die Beere gern/ wenn ſie aber auff die Erde niderfallen/ alßdann wachſen junge Canell-ſproͤßlein auß denſel- ben wider hervor. Wenn nun ſolche groß worden/ ſo hawet man die alten ab/ damit die jungen raum und lufft zu wach- ſen haben moͤgen. Der baum hat eine dop- pelte Rinde/ deren außwendige ſehr duͤnn iſt/ und abgebrochen werden muß; die inwendi- ge aber/ nemlich der Zimmet an und fuͤr ſich ſelbſt/ wird alßdann in laͤnglichen ſtuͤ- cken von dem baum abgeſchnitten/ an die Sonne geleget und getrucknet/ welche her- nach von ſich ſelbſt zuſammenrollen/ und eine rothe Farbe bekommen. Jch machte mich auß luſt an dieſe Arbeit/ fand aber in dem Baum eine fettigkeit/ und gar geringen auch keinen geſchmack. Wenn dem baum die Rinde genommen/ ſo muß er ohngefehr drey Jahr zeit haben/ ehe und bevor er eine newe Canellſchale bekombt; inzwiſchen ſchei- net es/ (wie leicht zu erachten) als wollte der baum verdorꝛen; erhaͤlt dennoch hernach ſeine vorige Eigenſchafft wider. Zwiſchen Puntogale und Negumbo waͤchſt der beſte und reineſte Canell/ welcher dreyerley gat- tung iſt/ nemlich der feinſte/ feine/ und unfeinſte oder groͤbſte/ welcher von den al- ten baͤumen gebrochen wird. Es wird auch ein wilder Canellbaum gefunden auff Ma- labar. Die Einwohner zimmeren offt ihre Haͤuſer auß Canell-baͤumen/ oder bedienen ſich des holtzes in den kuchen/ zum kochen und braten/ welches alsdann einen liebli- chen geruch von ſich gibt. Und ob gleich der Canell im dritten grad warm zu ſeyn befunden wird/ ſo fleuͤßt dennoch auß der ſafftreichen wurtzel/ nicht nur ein wohlrie- hendes Waſſer hervor/ ſondern auch eine Art Camffer. Die Einwohner wiſſen die gruͤne Canell-ſchale ſehr kuͤnſtlich und uͤ- ber die maſſen ſubtil/ in kleine kaͤſtlein/ laden und ſtaͤbe einzulegen/ wie ich denn auch ſelbſt dergleichen gehabt habe/ die mit fei- nem Canell gezieret und eingelegt waren. So viel Herꝛ Schultzen. Den Canell oder Zimmet beſchreibet Phi- lippus Baldæus, weiland Diener deß Goͤttli- chen Worts auff Zeilon/ in ſeinem Buch von der groſſen und beruͤhmten Jnſul Zeilon im 50. Cap. alſo. Der Canell faͤllt allein auff dieſer Jnſull ſchoͤn und rein/ wie er mag ge- wuͤnſchet werden. Er wird bey den Zinga- leſen genannt/ Cureneo potto, und der baum Curindo-gas, davon etliche nun treflicher groͤſſe werden. Die blaͤtter ſind denen am Zitronenbaum nicht ungleich/ jedoch ein wenig ſchmaͤler: die bluͤche iſt weiß/ eines lieblichen und ſuͤſſen geruchs/ worauß eine Frucht erwachſet/ wie eine kleine Oliven/ etwas gelblicht/ davon die Einwohner ein Oel machen/ an farbe und krafft dem Muſ- caten-oͤl gleich/ ſehr heilſam und gut fuͤr viel Kranckheiten/ hat einen geruch und ge- ſchmack wie der Canell an ſich ſelbſt. Der Canellbaum hat eine zweyfache Rin- de uͤbereinander/ davon die aͤuſſerſte mit ei- nem krum̃en meſſer wird abgeſchaͤlet/ und alßdann der Canellbaſt mit einer krumb meſſer-ſpitze/ erſtlich rund herumb/ und dar- nach in die laͤnge von dem baum abgeloͤſet/ und auffs Feld in die Sonne zu trucknen ge- leget/ die alſo denſelben durch ihre hitze in ein- ander rollet. Der Baum/ nachdem er alſo ge- ſchaͤlet/ wachſet nicht weiter/ ſondern es kom- men von den Fruͤchten/ ſo in die Erde fallen/ newe Baͤume herfuͤr: Das holtz vom Ca- nellbaum iſt weiß/ lind und gut/ und wird von den Einwohneren viel zum bawen ge- braucht. Zu verwunderen iſt es/ daß dieſe Canellbaͤume nicht durch gantz Zeilon/ ſon- dern allein an etlichen gewiſſen orten wach- ſen: Denn im gantzen Reich Jafna patnam, noch auch auff der Jnſul Manaar, iſt keiner zu finden/ ſondern allererſt uͤber dem Fluß Chi- lau, in den Landen Negumbo, und innerhalb/ auch umb Gale her. Dieſe baͤume wachſen auch nicht ordenlich beyeinander her/ ſon- dern ſtehen hin und wider in den Waͤldern/ wie ich im reiſen erfahren und geſehen habe/ daß meine Diener (als ich auff Gale den Kirchen- A a 2

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Zitationshilfe: Mattioli, Pietro Andrea: Theatrvm Botanicvm, Das ist: Neu Vollkommenes Kräuter-Buch (Übers. Theodor Zwinger). Basel, 1690, S. 187. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/zwinger_theatrum_1690/203>, abgerufen am 23.09.2024.