[1495]
Beilage zu Nr. 265 der Neuen Rheinischen Zeitung.
Organ der Demokratie.
Freitag, 6. April 1849.
[Französische Republik]
@xml:id#ar265b_001
@typejArticle
@facs1495
[Fortsetzung] mich losgelassen, und stürzt sich mit einer Fluth von Verwünschungen und Racheschreien über mein Haupt. Die Schwachen und Gleichgültigen selbst werden von diesem allgemeinen Strom mit fortgerissen, und noch bei Eröffnung des Prozesses las man in einem Journal hier in Bourges: „Blanqui! Ah, wenden wir unsere Augen ab von diesem blutdürstigen Ungeheuer!“ Die Griechen hatten in Hercules alle Heldenthaten ihres heroischen Zeitalters personifizirt: die Reaktion wollte in mir alle Infamien und Schandthaten des ihrigen konzentriren, sie hat mich zum Hercules der Verbrechen gemacht. (Lange, lebhafte Aufregung im Publikum.)
In der That, wie hätten die Elenden in ihrem Treiben auch Maß halten sollen, nachdem ihnen das Signal dazu aus dem Munde eines Ministers gegeben worden war, wenn die Verläumdung ungestraft, geschützt, geheiligt von der Höhe der Tribüne auf einen in seiner einsamen Zelle begrabenen Geächteten niederfallen darf? Wer, frage ich, wer hätte nicht Steine und Koth nach mir geworfen? Lesen Sie diese schmachvollen, ehrlosen Seiten Ihrer Zeitgeschichte, wo die ehemals gefeierten Volksmänner bei dem ersten Schritt, den sie in die mephitische Region der Gewalt thun, ich weiß nicht welche verpestete, giftige Atmosphäre athmen, die sie berauscht und der gewöhnlichen Regungen der Gerechtigkeit und des Schamgefühls entkleidet. Es ist ein geächteter, vertheidigungsloser, in der Stille seiner Zelle stumm, gemachter Gefangener, gegen welchen alle diese großen Männer in langer Prozession zu Felde ziehen, um ihm Mann für Mann den feigen Tritt des Thieres in der Fabel zu versetzen.
Sie selbst haben in diesen Verhandlungen das tiefe Gewebe gegen mich vereinigter Privatleidenschaften gesehen; aber ich zweifle, daß man in meinem ganzen Leben nur die leiseste Spur von Privathaß gegen irgend eine Person der Welt entdecken wird. Stets und einzig für die Sache des Volks auf der Bresche, haben mich alle Schläge nicht unterdrücken können. Es ist das Bewußtsein der mit Ruhe und Zähigkeit erfüllten Pflicht, was mein Haupt aufrecht gehalten hat mitten unter den grausamsten Prüfungen, indem es vor meinen Augen von Weitem den Tag der Enttäuschungen und der Genugthuungen leuchten ließ. Mag dieser Tag auch nur auf ein Gefängniß herabscheinen, wenig liegt mir daran! Er wird mich finden in meinem gewohnten Domizil, das ich seit 12 Jahren wenig verlassen habe. Die siegreiche Revolution hatte mich ihm einen Augenblick entrissen, die verrathene und besiegte Revolution läßt mich darin zurückstürzen. Das eben ist unser Ruhm: leiden und triumphiren mit den Leiden und dem Triumph jenes großen Volkes von Enterbten! Unser ganzes Leben war dem Kultus und der Propaganda der Prinzipien gewidmet, die es dem Fegefeuer des Elends und der Unwissenheit entreißen werden. Das ist unser Ruhm, das ist auch unser Verbrechen! Wir haben ein anderes begangen, wir haben die Repressalien verschmäht. Es ist dies das Verbrechen der Großmuth, ein unkluges Verbrechen, das dem Schimpf der Niederlage den Schimpf empfangener Milde hinzufügt. Zweimal in 18 Jahren haben wir dies Verbrechen begangen und zweimal es gebüßt mit unsern Thränen und unserm Blut. Aber so sind wir einmal: der Sieg entreißt unserm Herzen den Zorn und unsern Händen die Waffe. Wir reichen unsern alten Feinden die Hand, die sich wieder aufrichten und uns niederschlagen.
Die Sitten der Parteien sind die Töchter ihrer Doktrinen: die einen, tiefbeseelt von der Empfindung der Brüderlichkeit, wissen in das Unglück den Stolz und den Muth zu tragen, in den Sieg das Vergessen und das Mitleid; die andern, kalte Egoisten, zeigen sich kriechend in der Niederlage, grausam, unerbittlich im Erfolg.
Umsturzdoktrinen! sagt man, antisoziale Doktrinen! Wir kennen diese Worte, sie sind fast so alt wie die Menschen; es war dies die Sprache der Inquisition, die Sprache des Heidenthums, das die ersten Christen abschlachtete: es ist dies die Sprache der Welten, die im Untergehen begriffen sind.
Als im 16ten Jahrhundert die Reform in Europa eklatirte, beim Rufe Luthers und Calvins, was war der Schlachtschrei jenes von Lastern zerfressenen Schwarms, dessen Ausgelassenheit den ersten Anstoß zu dieser mächtigen Revolte des Gedankens gab? Der Schrei, derselbe Schrei, den wir heute gegen die neuen Ideen brüllen hören: Gottlose Doktrinen, verkehrte Theorien! Und vorwärts gegen die Feinde Gottes und der Gesellschaft. Die Torturen, das Schaffot, die Scheiterhaufen! Was war der Erfolg dieser wilden Repressionen? Ein Bürgerkrieg, der ein Jahrhundert durch Europa mit Blut und Schlächtereien erfüllt hat und schließlich endet mit dem Triumphe des bestrittenen Princips, der Gewissensfreiheit.
Die Organe des öffentlichen Ministeriums sind gekommen, sie auch, donnern, der Runde nach, das Anathem der Rücksichtslosigkeit gegen die unmöglichen und schuldvollen Utopieen, gegen die gesellschaftsauflösenden Theorieen. Dieselben Philippiken hatte ich schon gehört, fast mit denselben Worten, durch die Requisitorien der Monarchie. Die Presse, die Tribüne, die Kanzel, der Lehrstuhl, der Thron fabriciren täglich unzählbare Muster dieser Moralrhetorik. Ich will mich begnügen mit zwei Proben:
Proklamation des östreichischen Generals Haynau nach der Einnahme von Chiavenna: „Die Truppen haben die Insurgenten geschlagen und zersprengt; sie haben ihre Schlupfwinkel verbrannt und es bleibt nur noch diese Stadt der verdienten Züchtigung zu unterwerfen. Möge dieser abermals gescheiterte Versuch und diese revolutionäre und verbrecherische Expedition den verirrten Menschen die Augen öffnen und sie verzichten lassen auf die Ausführung sinnloser und unpraktischer Theorieen.“
Brief des Kaisers Nikolaus an den Ban Jelachich bei Uebersendung des St. Wladimirordens: „General, Ihre edlen Anstrengungen, um vor einem Schiffbruch die Prinzipieen der gesellschaftlichen Ordnung zu retten, die durch ein anarchisches Wort mit Füßen getreten worden sind, haben Ihnen gerechte Ansprüche auf meine Achtung erworben.“
Sie sehen, es ist dies absolut dieselbe Rhetorik. Wer hat sich hier des Plagiats schuldig gemacht, die östreichischen Generale, der Kaiser Nikolaus oder die Requisitorien? Ich frage Sie. Manchmal begegnen sich auch die schönen Seelen, oder wenn Sie wollen, die gutgesinnten Seelen. Dieselben Interessen, derselbe Zorn hat dieselbe Sprache in den Mund dieser verschiedenen Herren gelegt; es ist dies eine Verbrüderung wie eine andere.
Utopie, Unmöglichkeit! niederschmetterndes Wort, durch unsere Feinde auf unsre Stirn genagelt und das sagen will: Mörder!
Es giebt keine Utopisten im gewöhnlichen Sinne des Wortes. Es giebt Denker, die eine neue, brüderlichere Gesellschaft ahnen. Einige dieser Denker bleiben wie Moses auf dem Berge stehn, versunken in die Betrachtung jenes fernen Landes, das ewig ihre Blicke täuscht mit phantastischen Spiegelbildern. Die andern sagen: Gehn wir voran! Dort ist die Straße! Sie führt durch unbekannte Gegenden, aber voran! ohne uns jemals aufzuhalten, ohne jemals zurückzublicken. Am 24. Februar haben sie mit einem Ansatz über einen Abgrund zwischen zwei Felsen hinweggesetzt. Manchmal, wenn der Graben zu breit ist oder der Anlauf zu kurz genommen wird, bleiben viele in der Tiefe des Abgrunds. Auf diesem Wege ist das Gefängniß nur ein Ruhposten für die Verwundeten, welche durch neue Gefährten in der Arbeit ersetzt werden.
Ich bin einer dieser Reisenden; gestern nannten sie sich Revolutionäre, heute Socialisten.
Welche großartige Perspektive zeigte sich uns nach dem Februar! Wie rasch verschwand sie! Der Weg zeigte sich von weitem so schön und so breit, und der Unverstand hat uns in ein gräßliches Schlammloch hineingestürzt!
Meine Stimme versuchte sich gegen die Perfiden zu erheben, sie haben sie erstickt unter der Verläumdung. Die Revolution von 1848 wollte die Korruption entthronen. Ist es ihr gelungen? Nein. Nun wohl! Der Sturm wird von neuem beginnen.
Die Korruption lenkt Frankreich; alle Parteien kranken daran; die 18 Jahre des Reichs Louis Philippe's haben das venerische Gift den entferntesten Verzweigungen des gesellschaftlichen Körpers inokulirt. Die Regierungsgewalt hat das Uebel verursacht, sie allein kann es heilen; möge sie wenigstens diese Aehnlichkeit mit der Lanze des Achilles haben. Vor allem aber möge sie die homöopathische Methode aufgeben; sie hat ihr sehr schlecht angeschlagen bis auf diesen Tag. (Lachen.) Frankreich sieht in den Staatsmännern nur mehr einen gierenden Schwarm, ohne Scham und ohne Ueberzeugung. (Bewegung.) Republik, Kaiserthum, Königthum flößen ihm gleichmäßig Verachtung und Mißtrauen ein. Betrogen, ruinirt, demoralisirt, glaubt es an nichts mehr und wälzt sich auf seinem Schmerzenslager.
Die Republik hatte ihm Erleichterung der öffentlichen Lasten und Rechtschaffenheit versprochen, und das lautete in die Wirklichkeit übersetzt: 45 Centimessteuer und Erpressungen. Die Präsidentschaft hatte Zurückzahlungen versprochen, sie schickt Soldaten zur Einquartierung. Die provisorische Regierung nahm drei Monate Elend als Opfer auf dem Altare des Vaterlandes von den Arbeitern an und sprach jedem ihrer Mitglieder täglich 200 Frs. zu Betrügereien, Unterschleife, Immoralitäten immer und überall; auch ist der Glaube und die Geduld zu Ende, nichts bleibt mehr, als überreizte Gelüste, verzehrendes Elend, todte Gewissen. Allgemeine Auflösung, bald das Chaos!
Ohne eine Radikalreform, wird diese Gesellschaft untersinken. Man kann ihr zurufen mit Jonas: „Noch 40 Tage und Ninive wird zerstört sein!“
Alexander, in der Wüste, verschüttet in den Sand die wenigen Wassertropfen, die man ihm in einem Helme gebracht hatte und ruft aus: „Alle oder Niemand!“ Diese Selbstverleugnung ihres Anführers elektrisirt und rettet die macedonische Armee. Wenn das Volk fastet, muß Niemand essen. ‒ Das war die Utopie, die ich am Morgen des Februars träumte. Wie viel unversöhnliche Feinde hat sie mir geschaffen! Sie dachten nur daran, die Interessen zu entfesseln ‒ ich wollte die Gewissen in Leidenschaft setzen. Es handelte sich indeß keineswegs darum, eine Republik von Spartanern, es handelte sich nur darum, eine Republik ohne Heloten zu gründen.
Ich gehe jetzt zum zweiten Theil meiner Vertheidigung über.
(Die Sitzung wird auf einige Minuten ausgesetzt. Nach dieser kurzen Ruhe geht Blanqui auf die Untersuchung der Thatsachen über und schließt nach einem glänzenden, von Geist und Energie erfüllten Plaidoyer diesen zweiten Theil seiner Vertheidigung:)
Man hat gesagt, daß ich die Assemblée stürzen wollte. Und warum haben wir nicht die Mobil- und Nationalgarden auf unsere Seite gebracht? Warum haben wir so viel Zeit in Reden und Diskussionen verloren, statt einfach die Repräsentanten zum Fenster hinauszuwerfen und mit den Waffen in der Hand nach dem Hotel-de-Ville zu ziehen, um unsere Regierung zu proklamiren? Statt alle dem ließen wir unsere Schaaren sich zerstreuen und die Nationalgarde durch den Rappel zusammentrommeln. Unsere Faktieusen, wie man sie nennt, waren noch da, als die Stimme jenes Wahnsinnigen die Auflösung der Assemblée verkündete: warum ließen wir sie nicht die Mobilen und Nationalgarden entwaffnen? Aber nein; man ist einfältig, wie man kam, zurückgekehrt und und nichts, nicht der geringste Zufall deutet auf die Vorbereitung oder Zusammenwirkung zu einem Attentat.
In Betreff der Reisebeschreibung nach meinem Weggehen aus der Assemblée, will ich mit dem Herrn Generalprokurator nicht rechten, da derselbe offenbar von der Topographie von Paris nicht viel versteht. Doch möchte ich gern wissen, welchen Weg der Generalprokurator eingeschlagen haben würde, um von der Assemblée nach dem Quai de la Megisserie zu kommen, ohne in der Richtung des Hotel de Ville zu gehen.
Warum hätte ich nach dem Hotel de Ville gehen sollen? Das hieße, wie man sagt, köpflings von den Thürmen der Notre-Dame springen, und ich hatte keine Lust, auf meinen Kopf zu springen. Nach Allem, meine Herren Geschworenen, stehen sie in der Alternative: wenn sie nach den Thatsachen richten, werden sie uns freisprechen; wenn sie uns aber im Gegentheil als wilde Thiere ansehen, verurtheilen sie uns; aber dann reden sie auch nicht im Namen der menschlichen Gerechtigkeit, dann nehmen sie auch die ganze klägliche Erinnerung dieses hohen Gerichtshofes auf ihre Schultern.
(Nach der Rede Blanqui's wird die Sitzung auf eine halbe Stunde ausgesetzt).
General-Prokurator Baroche erhält das Wort zur Beantwortung der Vertheidigung.
Derselbe resumirt die Hauptbelastungspunkte der Anklage namentlich gegen Blanqui, Raspail, Sobrier und Courtais. Er glaubt bei dieser Gelegenheit auch auf die Berichte und Artikel einiger demokratischen Blätter, besonders des „Peuple“, über den Prozeß von Bourges eingehen zu müssen, um zu zeigen, von welcher Partei und in welchem Sinn die Freisprechung der Angeklagten gewünscht werde *).Nach der Revolution democratique et sociale hatte der General-Prokurator die Frechheit, mit dem Finger auf einen Redakteur des „Peuple“ am Journalistentisch zu zeigen und denselben als Feigen zu behandeln, weil der „Peuple“ die lächerlich-anmaßende Haltung und gemeine Sprache des öffentlichen Ministeriums und einiger Zeugen, u. A. des Hrn. Marie, des glücklichen Erfinders der Nationalwerkstätten, gezüchtigt hatte. [Anm. d. R.] In der Sache selbst endlich erklärt er, auf allen Punkten des Requisitoriums, namentlich gegen Blanqui, Sobrier, Raspail und Courtais zu beharren, und ruft den Geschworenen zu, daß die Schuldigsprechung ihre Pflicht sei, wenn sie nicht die öffentliche Gewalt in die Nothwendigkeit versetzen wollten, noch einmal mit bewaffneter Hand den Frieden im Lande herzustellen.
Schluß der Sitzung 7 Uhr.
Italien.
@xml:id#ar265b_002
@typejArticle
@facs1495
[ * ] Der „Tyroler Bote“, der über den Aufstand in Brescia Einzelheiten mittheilt, fügt hinzu, daß der Kommandant des Forts die Unvorsichtigkeit beging, sich in die Stadt zu verfügen, um sich von den Vorgängen persönlich zu unterrichten, und bei dieser Gelegenheit von den Aufständischen arretirt wurde.
@xml:id#ar265b_003
@typejArticle
@facs1495
[ * ] Turin, 30. März.
Gestern Vormittag trat die Deputirtenkammer zu einer geheimen Sitzung zusammen, um die Mittheilungen des Kabinets bezüglich der Mittel zur Reorganisation der Armee und Aushilfe der Finanzen anzuhören. Um 1 Uhr wurde die geheime Sitzung unterbrochen; denn es vereinigten sich die Senatoren und Deputirten zu einer gemeinschaftlichen Sitzung, in welcher der neue König, Viktor Emanuel, den Regierungseid nach Art. 22 des Grundgesetzes, ableistete. Nachdem sich der König entfernt, wurden die Deputirten von Pinelli, Minister des Innern auf's Neue zu einer Sitzung eingeladen, weil ihnen das Kabinet eine Mittheilung zu machen habe. Diese bestand in Verlesung eines Dekrets, durch welches die Kammern vertagt werden. Man glaubt hier allgemein, daß das Auflösungsdekret sehr bald nachfolgen wird und es erhebt sich schon jetzt eine lebhafte Opposition gegen diese voraussichtliche Maaßregel. Es ging das Gerücht, daß Gioberti, der, wie schon gemeldet, wieder im Ministerium ist, eine Mission nach Paris erhalten habe und schleunig dahin abgehen werde.
@xml:id#ar265b_004
@typejArticle
@facs1495
[ * ] Turin, 29. März.
Der schmachvolle Waffenstillstandsvorschlag, den die Kammer für eine Beschimpfung der Nationalehre erklärt hat, ruft natürlich bei den „vermittelnden“ Repräsentanten Englands und Frankreichs (letzteres hat durch seinen berüchtigten Bois-le-Comte den Kuppler zwischen Radetzki und der piemontesischen landesverrätherischen Contrerevolution abgegeben) kein Wort des Protestes hervor. Kein Vorbehalt. Die Sache der Unabhängigkeit ist verrathen, Venedig preisgegeben. Die Armee ist demoralisirt, oder besser, sie war es von vornherein. Auf 50,000 Mann, die in der Linie waren, haben sich nur 20,000 Mann geschlagen; der Rest ist davon gelaufen. Drei tausend Soldaten, oder besser, Banditen, sind in Novara eingezogen und haben die Stadt behandelt wie eine mit Sturm genommene, plündernd und nothzüchtigend und die Oestreicher wurden in der Stadt aufgenommen mit dem Rufe: Es lebe Radetzky!
Die Soldaten sind herz- und ideenlose Maschinen, durch die Pfaffen und den Adel idiotisirt. Die Offiziere, welche ihrer Geburt ihre Epaulettes verdanken, haben keine Berührung mit den Soldaten; sie schlagen sich wohl; aber dieser Krieg war unpopulär in der Aristokratie in und außer der Armee und die Reden der Offiziere waren nicht geeignet die Truppen zu ermuthigen. Eins der Bülletins, die in der Armee verbreitet wurden, um sie für die Sache Radetzki's zu gewinnen, wurde am 27. auf dem Bureau des Kammerpräsidenten durch den Deputirten Lauza deponirt.
Heute Morgen insultirten Garde-Soldaten die Nationalgarden auf ihren Posten, mit der Drohung: Wenn Ihr euch rührt, werdet Ihr es mit uns zu thun haben!
Gestern Abend (am 28.) wurde eine Deputation zum Könige geschickt. Er antwortete: „Ich will wohl den Krieg führen, wenn die Kammer sich verpflichtet, Geld zu schaffen und Soldaten, die sich schlagen. Ich werde übrigens alles thun, was ich kann, um bessere Friedensbedingungen zu erhalten.“ In Folge dessen schickte man zwei Boten, den Marschall Latour und Herrn v. Saluzzi, begleitet von den französischen und englischen Gesandten, in das Generalquartier Radetzky's. Es bedarf keines Wortes über das Resultat. Es ist dies nur eine Düperie mehr in der abgekarteten Tragödie, worin jene beiden Herrn Gesandten die pathetische Rolle spielen.
Die Gardebrigade ist heute Mittag hier eingerückt, ebenso das Cavallerieregiment von Novara. Genua soll sich erhoben und eine provisorische Regierung ausgerufen haben, worin Pallegrini sitzt.
@xml:id#ar265b_005
@typejArticle
@facs1495
[ * ] Genua, 28. März.
Ich habe Turin gestern um zwei Uhr verlassen. Eine wahrhaft unglaubliche Sache, und die ich nicht zu versichern wagen würde, wenn ich sie nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, ist die schmachvolle Freude gewisser Leute, als sie den unglücklichen Ausgang des Feldzugs erfuhren. Seit mehreren Tagen erwarteten diese Elenden in Turin die östreichische Armee und gewisse Personen, die ich nennen könnte, haben im voraus Betten und Festessen vorbereitet, um würdig den Ritter ohne Furcht und Tadel des östreichischen Despotismus zu empfangen, den vielgeliebten Restaurateur ihrer theuren Privilegien. Seit 3 Tagen, sagte Sontag ein Lakai in den Hallen (Portikus) von Turin, haben wir 54 Betten und 45 Couverte bereit, und mein Herr erwartet von einem Augenblick zum andern die Ankunft der östreichischen Armee. Einer bemerkte ihm, diese Armee würde Turin vielleicht der Plünderung preißgeben: „Wir haben keine Furcht, antwortete der Lakai, der Name des Herrn Grafen ist eingeschrieben auf einem Täfelchen, das wir an das Thor des Hotels aufhängen werden. Wir vertheidigen die gute Sache, wir, und man wird uns respektiren.“ Sie sehen an diesem Beispiel, wie weit die Verläugnung jedes Ehrgefühls, jeder Nationalwürde von den Leuten dieser hochfahrenden und im Staub wedelnden Aristokratie getrieben wird, die dem Karl Albert selbst seine inkonsequenten und schwächlichen Reformationsgelüste nie verziehen hat.
Die Nationalgarde hat auf ihr Verlangen die zwei Forts der Stadt besetzt. Die Munizipalität hat diese Besetzung zur Vertheidigung der Gebäude autorisirt.
@xml:id#ar265b_006
@typejArticle
@facs1495
Mailand, 29. März.
Gestern rückte hier das dritte Armeecorps, vom Kriegsschauplatz zurückkehrend, ein. Es wird Brescia und Bergamo besetzen. So eben hält Radetzki an der Spitze des Reservecorps seinen Einzug hier, während in der Gegend der Post ein Volksauflauf stattfindet, dessen Grund und Umfang mir noch unbekannt ist. Das eben eben einrückende Corps führt dreizehn der den Piemontesen abgenommenen 40 Kanonen und viele Munitionswagen mit. Vorgestern reiste der Herzog von Modena hier durch.
[(A. Z.)]
@xml:id#ar265b_007
@typejArticle
@facs1495
[ * ] Florenz.
Man versichert, daß die Oestreicher aus der Lowellina verjagt und auf mehren Punkten geschlagen sind. Man spricht von einem Reaktionsversuch zu Arrezo. Die Toskanische Regierung expedirt eine Truppenabtheilung, um diese Bewegung zu unterdrücken.
@xml:id#ar265b_008
@typejArticle
@facs1495
[ * ] Neapel.
Der „Tempo“, das offizielle Organ der Regierung, schreibt dd. 24. März: „In diesen letzten Tagen wurden 60,000 Militärrationen nach Gaëta expedirt. Man sagt, daß sie für die spanischen Trupen bestimmt sind, die man in Kurzem dort erwartet. Diese Truppen werden sich sofort nach Civita Vecchia begeben, im Einverständniß mit unsern Truppen handeln, um die Angelegenheiten des Kirchenstaats zu regeln und den Pabst in seine weltliche Macht wieder einzusetzen.“
[1496]
Man sieht, die Contrerevolution handelt nach einem Plane. Russen in Siebenbürgen und Galizien, die Spanier im Kirchenstaate, die Herren der heiligen Allianz interveniren überall, nur die französische Republik bleibt zu Hause.
@xml:id#ar265b_009
@typejArticle
@facs1496
[ * ] Rom, 24. März.
Wir haben in diesem Augenblick zwölf Bataillone mobiler Provinzial-Nationalgarden für den Unabhängigkeitskrieg. Man wird gleichfalls ein Bataillon von Zollbeamten bilden und zur Disposition des Kriegsministers stellen, ebenso das Universitätsbataillon u. die Carabiniers. Einige Detaschements der Nationalgarde werden die öffentliche Sicherheit überwachen. Der Kapitän Cattabére, Volksrepräsentant, attachirt an den Generalstab des Generals Pepe, hat sich auf Befehl des Vollziehungsausschusses nach Venedig begeben, um dem Präsident der Regierung von Venedig Instruktionen zu überbringen. Am 21. Abends sind 6 Wagen mit Soldaten nach Civita Vecchia gereist, und in der Frühe desselben Tages 2 durch Carpegna und Sculteis befehligten Bataillone nach Turin, eine Kolonne von Carabiniers nach St. Taverno. Gestern reiste der Oberst Cialdi, Kommandant der römischen Marine, von 2 Offizieren begleitet, nach Civita Vecchia.
Großbritannien.
@xml:id#ar265b_010
@typejArticle
@facs1496
[ * ] London, 3. April.
In der gestrigen Sitzung des Oberhauses interpellirte Lord Brougham, ob der polnische General, der als Oberbefehlshaber des Ex-Königs Karl Albert fungirt, von der britischen Regierung zu diesem Posten empfohlen worden? Lansdowne erwidert, daß weder der gedachte General mit dem unaussprechlichen Namen, noch irgend ein Anderer von der britischen Regierung je in solchem Falle empfohlen worden. Aberdeen klagt über die offenbare Parteilichkeit des brittischen Kabinets für den sardinischen Ex-König. Er benutzt die Gelegenheit, um seinen eignen Jubel und den seiner Partei über den Ausgang des Kampfes zwischen Sardinien und Oestreich zu verkünden. Zugleich hofft er, die Regierung werde durch Abstehen von irgend weitern Vermittlungsversuchen zur schnellen Beendigung des Krieges beitragen. Möge die französische Regierung interveniren, wenn's ihr beliebt; aber England, gegen das sich Karl Albert wortbrüchig gezeigt, möge das hübsch bleiben lassen, es sei denn, daß man den tollen Ansichten Lamartine's huldige, der die Wicner Verträge von 1815 für nicht länger verbindlich erklärte. Es folgt eine Wiederholung der Anklagen gegen die Palmerston'sche Politik; der edle Lord hätte sie noch viel schwarzgelber, noch um 50 Prozent reaktionärer gewünscht.
Amerika.
@xml:id#ar265b_011
@typejArticle
@facs1496
[ * ] Liverpool, 2. April.
Am heutigen Tage langten hier 2 Schiffe aus der Union an: das Packetschiff „die Neue Welt“ und der Dämpfer „America.“ Jenes brachte die Nachrichten aus New-York vom 11 März, dieser vom 20 März. Sie sind in politischer Beziehung von geringem Interesse. Ueber die Absichten des neuen Taylor'schen Kabinets bezüglich der Einfuhrzölle wurde fortwährend lebhaft debattirt. Die Besitzer von Eisenwerken im Staate Pensylvanien beklagen sich bitter, daß sie durch die Konkurrenz der Engländer, trotz der von Letztern zu zahlenden Eingangszölle, rein aus dem Felde geschlagen und zur Einstellung der Arbeiten genöthigt werden. Gleich beim Zusammentreten des nächsten Kongresses wird über Erhöhung der Zölle, namentlich für englisches Eisen, der Kampf heftig entbrennen. Man spricht davon, daß ein außerordentlicher Kongreß stattfinden soll. Ein von New-Orleans datirter Brief Henry Clay's, an das Volk von Kentucky wegen der nahenden Gelegenheit zur Annahme einer neuen Verfassung macht viel von sich reden, H. Clay entwickelt nämlich in seinem Schreiben einen Plan zu stufenweiser Emancipation der Sklavenbevölkerung im Staat Kentucky. Ansiedlung der Neger in Afrika spielt dabei eine Hauptrolle. Aus Kalifornien nichts Neues. Die Auswanderung dahin dauert fort wiewohl in vermindertem Grade. Mehrere Schiffe haben Maschinerie und alles Nöthige zur Zusammensetzung kleinere Dampfschiffe, die auf dem Sacramento fahren sollen, von New-York aus mitgenommen. Nach einem Gerücht sollte in Canada unter der französischen Bevölkerung ein Aufstand ausgebrochen sein. (Direct in England eingetroffene offizielle Berichte zeigen, daß daran nichts Wahres ist.)
In New-York waren die Geschäfte aller Art im blühenden Zustande.
[Redakteur en chef: Karl Marx. ]
@typecorrigenda
@facs1496
Berichtigung.
In der gestrigen Nr. ist unter der Rubrik Ostindien der Name des Flusses Dschelum mit durchgängiger Konsequenz in Dschebun verwandelt worden.
Meteorologische Beobachtungen.
gap: insignificant
Handelsnachrichten.
gap: insignificant
Getreide und Oelpreise zu Köln.
gap: insignificant
Wechsel-Cours.
gap: insignificant
Geldcours.
gap: insignificant
@typejAnnouncements
@facs1496
@typejAn
@facs1496
Schifffahrts-Anzeige.
Köln, 4. April 1849.
In Ladung.
Nach Ruhrort bis Emmerich Wb. Jac Schaaff. Nach Düsseldorf bis Mülheim a. d. Ruhr L. Ducoffre. Nach Andernach u. Neuwied M. Wiebel u. B. Schilowski. Nach Koblenz, der Mosel, der Saar und Luxemburg L. Tillmann. Nach der Mosel der Saar u. nach Trier M. J. Hain. Nach Bingen Wwe. Jonas. Nach Mainz Joh. Acker. Nach dem Niedermain C. Nees. Nach dem Mittel- und Obermain B. Kraus. Nach Heilbronn Jac. Schmidt. Nach Kannstadt und Stuttgart Louis Klee Nach Worms und Mannheim Fr. Elbert und (im Sicherheitshafen) Jos. Jonas.
Ferner: Nach Rotterdam Capt. Stempel, Köln Nr. 11.
Nach Amsterdam Capt. Linkewitz, Köln Nr. 12.
Rheinhöhe: 6′ 11″. Köln. Pegel.
@typejAn
@facs1496
Civilstand der Stadt Köln.
Den 1. April 1849.
Geburten.
Christ. Hubert. Maria Elisab., T. v. Hubert Jacob Müller, Rentner, Norbertstr. ‒ Maria Gert. Wilhelm. Jacob., T. v. Math. Becker, Kfm., Mauritiussteinw. ‒ Leonard, S. v. Georg Hatz, Färber, Zugasse. ‒ Anton Theod. Hub., S v. Theod. Wemmers, Schiffer, auf einem Schiffe im Freihafen. ‒ Anna Maria, T. v. Jac. Mausbach, Gärtner, Friesenw. ‒ Franc., T, v. Franz Bremer, Knopfdrechsler, Nächelsg. ‒ Paul.. S. v. Heinr. Gladbach, Schreinerm., unter Kalenh. ‒ Elisab., T v. Peter Jos. Opladen, Fuhrm., Löhrg. ‒ Agnes, T. v. Joh. Bernickel, Fuhrm., Weideng. ‒ Maria Karl Jos. Hub.. S. v. Theod. Jos. Ernest Fingerhut, Rentner, Helenastr. ‒ Anna Cathar., T. v. Wilh. Schimmelpfennig, Schuhm., Follerstr. ‒ Gertr., T. v. Christ. Körver, Barb., Butterm. ‒ Anna Christ. Joseph. Hubert., T. v. Jos. Phil. Esser, Schönfarber, unter Sachsenh. ‒ Johanna, T. v. Peter Moll, Metzger, Hämerg.
Sterbefälle.
Friedr. Wilh. Schulz, 4 J. 10 M. alt, Kaufhausg. ‒ Clara Heiden, 11/2 J. alt, gr. Spitzeng. ‒ Anna Maria Piel, 15 M. alt, Josephstr. ‒ Adelh. Leurs, Wittwe Brinkwerth, 67 J. alt, Catharinengr. ‒ Peter Dedi, 11 M. alt, Schemmerg. ‒ Jos. Kerschgen, 2 1/2 M. alt, gr. Griechenm. ‒ Mich. Hugo Justus Scheuß, 9 J. 2 M. alt, Severinstr. ‒ Elisab. Walb. Hubert. Dolff, 3 J. 7 M. alt, Ehrenstr. ‒ Anna Sib. Fasbender, geb. Lohr, 47 J. alt, kl. Budeng. ‒ Urban Neukirchen, Faßb., 56 J. alt, Fleischmengerg. ‒ Louise Hubert. Giesen, 20 J. alt, unverh., Severinstr
@typejAn
@facs1496
Bekanntmachung.
Die Verloosung der Budenplätze für die am Mittwoch den 18. April c. beginnende und mit Sonntag den 6. Mai c. endigende, neunzehntägige Ostermesse wird am Freitag den 13. dieses Monats, Vormittags 10 Uhr, in dem Marktbüreau auf dem hiesigen Altenmarkte öffentlich stattfinden, wozu die meßbesuchenden Verkäufer entweder persönlich oder durch Bevollmächtigte zu erscheinen, hiermit eingeladen werden.
Köln, den 1 April 1849.
Der kommissarische Oberbürgermeister, Graeff.
@typejAn
@facs1496
Bekanntmachung.
Mit Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 5. März d. J. „die Erhebung der Faktagebühr für die durch Post-Fakteurs den Adressaten in ihre Wohnung zu überbringenden, mit den Posten angekommenen Gelder betreffend“ mache ich darauf aufmerksam, daß nach eingeholter hoher Bestimmung für Summen über 500 Thlr. bis 1000 Thlr. 4 Sgr. und über 1000 Thlr. als höchster Satz 5 Sgr. gleichviel ob die Sendung in Metall- oder Papiergeld besteht, erhoben werden sollen.
Köln, den 4. April 1849.
Ober-Post-Amt, Rehfeldt.
@typejAn
@facs1496
Bekanntmachung.
Die Verwaltung der Post-Briefsammlung zu Poulheim ist seit dem 1. März c. dem Bierbrauer Herrn Johann Mengen daselbst, und die Verwaltung der Post-Expedition zu Stommeln vom 1. April c. ab, dem dortigen Apotheker Herrn Friedrich Rottmann übertragen worden.
Köln, den 3. April 1849.
Ober-Post-Amt, Rehfeldt.
@typejAn
@facs1496
Die Zeitung Freiheit, Brüderlichkeit, Arbeit, Organ des hiesigen Arbeiter-Vereins erscheint wöchentlich zweimal, Donnerstag und Sonntag. Der Abonnementspreis vierteljährlich ist 10 Sgr., auswärts 12 Sgr. 6 Pf. Man abonnirt bei allen resp. Postämtern Preußens.
Die Redaktion ist Kostgasse Nr. 18 in Köln.
@typejAn
@facs1496
Adelheids-Quelle.
Bei herannahendem Frühjahre, wo die Mineralwasser-Kuren zu beginnen pflegen, nehme ich Anlaß, auf die „Adelheids-Quelle“ von Heilbrunn aufmerksam zu machen, die sich durch Reichthum an Jodnatrium, Bromnatrium, kohlensauerem Natron und Chlornatrium auszeichnet und deren Heilkräfte in den mannigfaltigen skrophulösen Leiden, in Anschwellungen und Verhärtungen drüsiger und anderer Organe, in chronischen Krankheiten der Harn- u weiblichen Geschlechtsorgane u. s. w. im In- und Auslande längst allgemein anerkannt sind. Im Uebrigen verweise ich auf die Schrift des Herrn Medizinalrathes Dr. Wetzler: die Jod- und Bromhaltige Adelheids-Quelle zu Baiern, eine der merkwürdigsten und heilkräftigsten Mineralquellen. 4. Auflage. Augsburg bei Kollmann 1843.
München, im März 1849.
Moritz Debler.
@typejAn
@facs1496
Wir erklären hiermit denjenigen für einen gemeinen Verläumder und elenden Schurken, der uns dem Herrn Kapferer als die Verfasser, des Artikels „Belohnte Güte“ und des darin enthaltenen „Briefes, in Nr. 16 des Organs des Arbeiter-Vereins“, bezeichnet hat.
M. Seligmann.
J. Seligmann.
@typejAn
@facs1496
Herrenkleider werden gewaschen und reparirt. Herzogstraße Nr. 11.
@typejAn
@facs1496
Die demokratische Gesellschaft wird am künftigen Freitage, den 6. April, ausnahmsweise nicht zusammenkommen In der nächsten Sitzung am 13. April wird der Vorschlag auf Aenderung des Namens der Gesellschaft zur Sprache kommen.
Die gewöhnlichen Versammlungen finden jeden Freitag Abend 7 1/2 Uhr statt, auch wenn keine besondere Anzeige in der Zeitung erfolgt ist.
@typejAn
@facs1496
Vorzügliches EAU DE COLOGNE DOUBLE FARINA.
Erste Qualität die Flasche 6 1/2 Sgr. Kiste mit 6 Flaschen 1 Thlr. 3 Sgr. Das Dutz. 2 Thlr. bei G. Tonger, Pauluswache.
@typejAn
@facs1496
Unglaublich und aber doch wahr.
Sogar Zollbeamten und Büreaukraten petitioniren gegen die Bürgerwehr. Aus welchem Interesse? ‒
Und Bürger Bier, Speditions-Handlungs-Gehülfe, hat sich dazu hergegeben am Zollamt solche volkthümliche Unterschriften zu sammeln.
Herr Bier sie sind begrüßt.
@typejAn
@facs1496
Feuerfeste Thonerde für Glas-, Porzellanfabriken u. s. w.
Wir empfehlen uns zu Lieferungen der seit Jahren rühmlichst bekannten Klingenberger feuerfesten Thonerde, die vom 5. April d. J. an nur allein bei uns zu haben ist. ‒ Das Bergwerk betreiben wir unter der Firma „Wagner & Comp.“
Klingenberg a. M. bei Obernburg in Baiern.
Die Bergwerks-Pächter:
Sebastian Wagner, junior.
Valtin Heßler.
Franz Alex Wagner.
@typejAn
@facs1496
Kegelkugeln von Kern-Bockholz, und Kugeln in beliebigen Dimensionen, wofür ich ein Jahr lang garantire, sind billigst zu haben bei Johann Fridt, Malzmühle Nr. 1.
@typejAn
@facs1496
Eine Kunsthandlung sucht für mehrere gangbare und zeitgemäße Artikel einen soliden Provisionsreisenden. Postfreie Anträge erwartet man unter Adresse des Herrn. Buchbinder Brümmer, in der Mainzergasse in Frankfurt.
@typejAn
@facs1496
Lautere Anfrage.
Soll denn der Landkreis Köln und Mülheim in Berlin ohne Vertretung bleiben? ‒ Weßhalb wird noch nicht gewählt? Wie lange wird die Wahl noch künstlich hinausgeschoben?
@typejAn
@facs1496
Ostender-Austern-Depot große Budengasse Nr. 1 in Köln.
Daselbst fortwährend zu haben: täglich frisch ankommende Austern, à Sgr. 25, ‒ à Thlr. 1 1/4, ‒ à Thlr. 2 per 100 Stück; echten Astrachan-Caviar, Braunschweiger und Gothaer Servelat-Wurst, pommersche Gänsebrüste, so wie mehrere feine Seefisch- und Käsearten etc.
@typejAn
@facs1496
Verloren ein neusilbernes Petschaft mit schwarzem ebenbeinernem Griff, und den Buchstaben E. D. Der Finder erhält bei der Abgabe in der Exp. d. Ztg. eine Belohnung.
@typejAn
@facs1496
Aechte westfälische Schinken in großer Auswahl, Höhle Nr. 28, Ecke vor St. Alban.
@typejAn
@facs1496
In einer Farbholz- und Lohmühle wird ein erster Mahlknecht gesucht, welcher längere Zeit in einer solchen Mühle beschäftigt gewesen ist, und gute Zeugnisse beibringen kann.
Von wem sagt die Exp. d. Ztg.
@typejAn
@facs1496
Ein sich gut rentirendes Detail-Geschäft wird zu kaufen gesucht. Offerten mit der Angabe der Artikeln des Geschäfts wolle man unter La. J. H. S. Nr. 1 an die Exp. d. Bl. gelangen lassen.
@typejAn
@facs1496
Unser Geriß & Kohlenlager nebst Comptoir verlegten wir Blaubach Nr. 32, indem wir uns unsern Kunden und Freunden bestens empfehlen, versichern wir nochmals prompte und reelle Bedienung; das Geschäft in Deutz bleibt jedoch unverändert.
A. & M. Bielefeld.
@typejAn
@facs1496
Das Haus Marzellenstraße Nr. 61 mit 10 bis 12 Zimmern ist am 1. Juni zu vermiethen. Ein Stock mit 4 möblirten Zimmern kann jedoch gleich abgegeben werden. Zu erfragen Eigelstein Nr. 16.
@typejAn
@facs1496
R. Klingholz, General-Land-Agent und öffentlicher Notar in Manitouwoc County Wisconsin empfiehlt sich zum Verkaufe von Kongreß-Ländereien zu 1 1/4 Doll. per Acre (à 330 Ruthen Preußisch). Bei der Auswahl von solchen Ländereien, kann er besonders behülflich sein, indem er als Taxator des Universität- und Schul-Landes mit den Ländereien hier im County genau bekannt ist. Der besonders leichte Verkehr dieses County's mit dem östlichen Markte durch die an einem schiffbaren Fluße gelegene Seestadt Manitouwoc wird das Land bei der gegenwärtigen starken Einwanderung bald sehr werthvoll machen. Schließlich räth er seinen Landsleuten, um sich unnöthige Kosten zu ersparen, in Buffalo Billete für die Landung in Manitouwoc zu nehmen. Nähere Auskunft geben die Herren Rud. Richter in Wesel und Peter Wilh. Feldhaus in Köln.
@typejAn
@facs1496
IN AMSTERDAM liegen in Ladung nach Malta, Syra, Constantinopel: Harmonie Capt. Franken.
Triest: Noordholland, Cpt. P. Fijn, holl. Fl.
Genua, Livorno: Frederik, Cpt. Mink, holl. Fl.
Marseille: Sieka, Cpt. de Groot, holl. Fl.
Bayonne: Margina, Cpt. Boer, holl. Fl.
Bordeaux: Vrouw Geertje, Cpt. Bakker, holl. Fl.
Petersburg: Elisabeth Johanna, Cpt. Ekens, holl. Fl.
Riga, Riga: Cpt. Kerter, holl. Fl.
Stockholm: Anna Sophia, Cpt. Wising, schwed. Fl.
Königsbergen: Vrouw Martha, Cpt. Wegener, holl. Fl.
Danzig: Ulrica, Cpt. Bekkering, holl. Fl.
Stettin: Vrouw Margrieta, Cpt. Nieboer, holl. Fl.
Rostock: Anna Catharina, Cpt. Drent, holl. Fl.
Kopenhagen: de Zwijger, Cpt. Weyland, holl. Fl.
Drammen, Christiania: Hanna Christensen, Cpt. Andersen.
Hamburg, Bremen: viele holl. Schiffe.
Hamburg, London: wöchentlich 2 bis 3 Dampfboote zu ermässigten Frachten.
Zur Beförderung von Waaren empfehlen sich THOLEN & Comp. in Amsterdam.
@typejAn
@facs1496
Reise-Stelle-Gesuch.
Ein militärfreier Mann, 25 Jahre alt, der seit mehreren Jahren in Manufaktur- und Kurzewaaren-Geschäften als Reisender servirte, die besten Atteste vorlegen kann, wünscht ein anderweites Engagement; am liebsten wieder als Reisender. Gefällige Offerten beliebe man franco an Herrn Lehrer C. J. H. Grabensée zu Düsseldorf gelangen zu lassen, der sodann nähere Auskunft ertheilen wird.
@typejAn
@facs1496
Die Verlegung unserer Wohnung und Geschäfts-Lokals vom Holzmarkte zur Blaubach Nr. 32 beehren wir uns hiermit ergebenst anzuzeigen, und empfehlen uns gleichzeitig in allen in unser Fach schlagende Artikeln.
Callmann Söhne Fell- und Lederhandlung.
@typejAn
@facs1496
Arbeiter-Verein.
Filial-Club Nr. 5.
Sitzung jeden Donnerstag und Samstag bei Castelli, Bibergassen-Ecke, Abends 8 Uhr.
Der Präsident, Nothjung.
@typejAn
@facs1496
Omnibus-Fahrten von Köln nach Bergheim und Jülich et vice versa, während der Sommerperiode 1849, vom 1. April ab.
Von Köln nach Bergheim.
Morgens gegen 6 und 10 Uhr.
Nachmittags gegen 3 und 6 Uhr.
Von Köln nach Jülich.
Morgens gegen 10 Uhr.
Von Bergheim nach Köln.
Morgens gegen 6 und 10 Uhr.
Nachmittags gegen 1 und 6 Uhr.
Von Jülich nach Köln.
Morgens gegen 10 1/4 Uhr.
Köln, den 31. März 1849.
@typejAn
@facs1496
Geübte Cigarren-Wickelmacher werden gesucht. Ehrenstraße Nr. 27.
@typejAn
@facs1496
Stollwerk'sches Vaudeville-Theater.
Vorläufige Anzeige.
Dienstag den 10. April 1849:
Auf vielseitiges Verlangen zum neunten Male 100,000 Thaler.
Franz Stollwerk.
@typeimprint
@facs1496
Der Herausgeber: St. Naut.
Druck von J. W. Dietz, Unter Hutmacher Nr. 17.