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Löwe, Valentin: Eine kurtze Evangelische Trost-Predigt. Leipzig, 1610.

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Eine Christliche

Wollen demnach den leidtragenden zum trost/ vnd
vns allen zum vnterricht/ von diesen zweyen Pünctlein/
nach anleitung des Textes/ so viel die zeit leiden wil/ mitein-
ander handeln. Der liebe Gott helffe durch seinen heiligen
Geist/ daß es mit nutz geschehen möge/ Amen.

Das erste Pünctlein nach der erkle-
rung des Texts.

GLeich wie/ jr meine allerliebsten im HErrn/
der heilige Apostel Paulus seine liebe Seelenschäf-
lein die Thessalonicher in den nechst vorhergehenden
worten dieses vierdten Capitels/ aus getrewem wolmeinen-
dem hertzen vermahnet/ daß sie sich eines gottseligen lebens
vnd wandels befleissigen/ vnd sich für mutwilligen sünden
wider das Gewissen hüten sollen/ weil sie von dem HErrn
jhrem Gott nicht zur vnreinigkeit/ sondern zur heiligung
Ierem. 2.beruffen worden: Also erfodert er in dem jetztabgelesenen
Text von jhnen/ daß wenn der ewige Gott/ der Meister vn-
serer Jugend/ bey dem die zahl vnserer Monden stehet/ einen
Hiob. 14.riß vnter jhnen machet/ vnd jhnen durch den zeitlichen Tod
die jenigen entführet/ die sie geblüts/ oder anderer verwand-
nus halber/ lieb gehabt/ sie sich darob nicht allzu sehr betrü-
ben vnd bekümmern/ sondern im trawren vnd leidtragen ei-
ne gebürliche maß halten sollen.

Damit aber nun der tewre Gottesmann dieses desto
eher bey den Thessalonichern erheben möchte/ führet er jh-
nen gewisse vrsachen/ durch welche sie darzu veranlast wer-
Apoc. 14.den möchten/ zu gemüth/ vnd spricht vor das erste/ Daß die
Christen/ welche im HErrn sterben/ nur schlaffen/ vnd in

jhren
Eine Chriſtliche

Wollen demnach den leidtragenden zum troſt/ vnd
vns allen zum vnterricht/ von dieſen zweyen Puͤnctlein/
nach anleitung des Textes/ ſo viel die zeit leiden wil/ mitein-
ander handeln. Der liebe Gott helffe durch ſeinen heiligen
Geiſt/ daß es mit nutz geſchehen moͤge/ Amen.

Das erſte Puͤnctlein nach der erkle-
rung des Texts.

GLeich wie/ jr meine allerliebſten im HErrn/
der heilige Apoſtel Paulus ſeine liebe Seelenſchaͤf-
lein die Theſſalonicher in den nechſt vorhergehenden
worten dieſes vierdten Capitels/ aus getrewem wolmeinen-
dem hertzen vermahnet/ daß ſie ſich eines gottſeligen lebens
vnd wandels befleiſſigen/ vnd ſich fuͤr mutwilligen ſuͤnden
wider das Gewiſſen huͤten ſollen/ weil ſie von dem HErrn
jhrem Gott nicht zur vnreinigkeit/ ſondern zur heiligung
Ierem. 2.beruffen worden: Alſo erfodert er in dem jetztabgeleſenen
Text von jhnen/ daß wenn der ewige Gott/ der Meiſter vn-
ſerer Jugend/ bey dem die zahl vnſerer Monden ſtehet/ einen
Hiob. 14.riß vnter jhnen machet/ vnd jhnen durch den zeitlichen Tod
die jenigen entfuͤhret/ die ſie gebluͤts/ oder anderer verwand-
nus halber/ lieb gehabt/ ſie ſich darob nicht allzu ſehr betruͤ-
ben vnd bekuͤmmern/ ſondern im trawren vnd leidtragen ei-
ne gebuͤrliche maß halten ſollen.

Damit aber nun der tewre Gottesmann dieſes deſto
eher bey den Theſſalonichern erheben moͤchte/ fuͤhret er jh-
nen gewiſſe vrſachen/ durch welche ſie darzu veranlaſt wer-
Apoc. 14.den moͤchten/ zu gemuͤth/ vnd ſpricht vor das erſte/ Daß die
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[0010] Eine Chriſtliche Wollen demnach den leidtragenden zum troſt/ vnd vns allen zum vnterricht/ von dieſen zweyen Puͤnctlein/ nach anleitung des Textes/ ſo viel die zeit leiden wil/ mitein- ander handeln. Der liebe Gott helffe durch ſeinen heiligen Geiſt/ daß es mit nutz geſchehen moͤge/ Amen. Das erſte Puͤnctlein nach der erkle- rung des Texts. GLeich wie/ jr meine allerliebſten im HErrn/ der heilige Apoſtel Paulus ſeine liebe Seelenſchaͤf- lein die Theſſalonicher in den nechſt vorhergehenden worten dieſes vierdten Capitels/ aus getrewem wolmeinen- dem hertzen vermahnet/ daß ſie ſich eines gottſeligen lebens vnd wandels befleiſſigen/ vnd ſich fuͤr mutwilligen ſuͤnden wider das Gewiſſen huͤten ſollen/ weil ſie von dem HErrn jhrem Gott nicht zur vnreinigkeit/ ſondern zur heiligung beruffen worden: Alſo erfodert er in dem jetztabgeleſenen Text von jhnen/ daß wenn der ewige Gott/ der Meiſter vn- ſerer Jugend/ bey dem die zahl vnſerer Monden ſtehet/ einen riß vnter jhnen machet/ vnd jhnen durch den zeitlichen Tod die jenigen entfuͤhret/ die ſie gebluͤts/ oder anderer verwand- nus halber/ lieb gehabt/ ſie ſich darob nicht allzu ſehr betruͤ- ben vnd bekuͤmmern/ ſondern im trawren vnd leidtragen ei- ne gebuͤrliche maß halten ſollen. Ierem. 2. Hiob. 14. Damit aber nun der tewre Gottesmann dieſes deſto eher bey den Theſſalonichern erheben moͤchte/ fuͤhret er jh- nen gewiſſe vrſachen/ durch welche ſie darzu veranlaſt wer- den moͤchten/ zu gemuͤth/ vnd ſpricht vor das erſte/ Daß die Chriſten/ welche im HErrn ſterben/ nur ſchlaffen/ vnd in jhren Apoc. 14.

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Zitationshilfe: Löwe, Valentin: Eine kurtze Evangelische Trost-Predigt. Leipzig, 1610, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/508615/10>, abgerufen am 18.03.2019.