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Böttner, Konrad: I. N. J. Der Nach Gottes Willen seelig entschlaffenen Gott und Tugend ergebenen Jungfer. Lauban, [1733].

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I. N. J.
Ach HErr, wenn ich dich nur habe,
Sag ich allem andern abe,
Legt man mich gleich in das Grab,
Ach, HErr, wenn ich dich nur hab!

ER hat mich mit Bitterkeit gesätiget und mit Wer-
muth geträncket.
Das lesen wir, in JESU
Geliebte und zum Theil schmertzlich Betrübte!

Das lesen wir, spreche ich, im 3. derer Klage-
Lieder.
Der Mann GOttes, dem das aus der
Feder geflossen ist, predigte der Stadt Jerusalem.
Er zog an Muth und Eyfer; tausend Kränckungen
aber hatte er zum Profite. Er wuste inzwischen, was
er dulde, dulde er nach GOttes Verhängnisse. Er.
Er.
Das ist, der, der mich erkohren hat zum Wächter der Heerde,
läßt zu, daß Fluthen brausen, die mich ersäuffen möchten.

Es sind Schrifftgelehrte, die in den Gedancken stehen, was Jere-
mias rede, das rede er im Nahmen der Jsraelitischen Kirche. Die

war
A 2


I. N. J.
Ach HErr, wenn ich dich nur habe,
Sag ich allem andern abe,
Legt man mich gleich in das Grab,
Ach, HErr, wenn ich dich nur hab!

ER hat mich mit Bitterkeit geſaͤtiget und mit Wer-
muth getraͤncket.
Das leſen wir, in JESU
Geliebte und zum Theil ſchmertzlich Betruͤbte!

Das leſen wir, ſpreche ich, im 3. derer Klage-
Lieder.
Der Mann GOttes, dem das aus der
Feder gefloſſen iſt, predigte der Stadt Jeruſalem.
Er zog an Muth und Eyfer; tauſend Kraͤnckungen
aber hatte er zum Profite. Er wuſte inzwiſchen, was
er dulde, dulde er nach GOttes Verhaͤngniſſe. Er.
Er.
Das iſt, der, der mich erkohren hat zum Waͤchter der Heerde,
laͤßt zu, daß Fluthen brauſen, die mich erſaͤuffen moͤchten.

Es ſind Schrifftgelehrte, die in den Gedancken ſtehen, was Jere-
mias rede, das rede er im Nahmen der Jſraelitiſchen Kirche. Die

war
A 2
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[[3]/0003] I. N. J. Ach HErr, wenn ich dich nur habe, Sag ich allem andern abe, Legt man mich gleich in das Grab, Ach, HErr, wenn ich dich nur hab! ER hat mich mit Bitterkeit geſaͤtiget und mit Wer- muth getraͤncket. Das leſen wir, in JESU Geliebte und zum Theil ſchmertzlich Betruͤbte! Das leſen wir, ſpreche ich, im 3. derer Klage- Lieder. Der Mann GOttes, dem das aus der Feder gefloſſen iſt, predigte der Stadt Jeruſalem. Er zog an Muth und Eyfer; tauſend Kraͤnckungen aber hatte er zum Profite. Er wuſte inzwiſchen, was er dulde, dulde er nach GOttes Verhaͤngniſſe. Er. Er. Das iſt, der, der mich erkohren hat zum Waͤchter der Heerde, laͤßt zu, daß Fluthen brauſen, die mich erſaͤuffen moͤchten. Es ſind Schrifftgelehrte, die in den Gedancken ſtehen, was Jere- mias rede, das rede er im Nahmen der Jſraelitiſchen Kirche. Die war A 2

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Zitationshilfe: Böttner, Konrad: I. N. J. Der Nach Gottes Willen seelig entschlaffenen Gott und Tugend ergebenen Jungfer. Lauban, [1733], S. [3]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/542451/3>, abgerufen am 20.07.2019.