Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Abel, Heinrich Kaspar: Wohlerfahrner Leib-Medicus der Studenten. Leipzig, 1699.

Bild:
<< vorherige Seite

Studenten-Kranckheiten
genschafft hat von den Wasser/ wel-
ches wie ein Crystall von den Wäldern
und Bergen entspringet und der Kräuter
und andren guten Wurtzeln Tinctur
in sich hat. Dieses ist ein recht Krafft-
Bier/ für Manns und Weibs-Per-
sonen/ auch für Gelehrte und Studen-
ten/ denn es erhält die Lebens-Geister
in ihrer Stärcke und bringet Nah-
rung und Krafft dem schwachen Leibe/
ist derowegen wohl werth/ daß es alle
und iede zur Gesundheit trincken mö-
gen/ doch mäßig und ohne Rausch/
so wird es bessere Stärckung geben
als der verfälschte Wein selbst. Da-
von mit der Zeit ein mehrers. Wur-
tzener
ist auch ein gesunder Trunck für
Gelehrte und Studenten/ wie auch das
Eulenburger. Jens hat eine gelin-
de laxirende/ dieses eine fast gleiche/
doch etwas stärckere Eigenschafft/ doch
ist jenes besser/ weil das Eulenburger
starcke Blehung machet/ und deßwe-
gen Anlaß zum Toback schmauchen gie-
bet. Nichts desto mehr hat es auch
sein Lob/ weil es nicht so leicht in den

Kopff

Studenten-Kranckheiten
genſchafft hat von den Waſſer/ wel-
ches wie ein Cryſtall von den Waͤldern
und Bergen entſpringet und der Kraͤuter
und andren guten Wurtzeln Tinctur
in ſich hat. Dieſes iſt ein recht Krafft-
Bier/ fuͤr Manns und Weibs-Per-
ſonen/ auch fuͤr Gelehrte und Studen-
ten/ denn es erhaͤlt die Lebens-Geiſter
in ihrer Staͤrcke und bringet Nah-
rung und Krafft dem ſchwachen Leibe/
iſt derowegen wohl werth/ daß es alle
und iede zur Geſundheit trincken moͤ-
gen/ doch maͤßig und ohne Rauſch/
ſo wird es beſſere Staͤrckung geben
als der verfaͤlſchte Wein ſelbſt. Da-
von mit der Zeit ein mehrers. Wur-
tzener
iſt auch ein geſunder Trunck fuͤr
Gelehrte und Studenten/ wie auch das
Eulenburger. Jens hat eine gelin-
de laxirende/ dieſes eine faſt gleiche/
doch etwas ſtaͤrckere Eigenſchafft/ doch
iſt jenes beſſer/ weil das Eulenburger
ſtarcke Blehung machet/ und deßwe-
gen Anlaß zum Toback ſchmauchen gie-
bet. Nichts deſto mehr hat es auch
ſein Lob/ weil es nicht ſo leicht in den

Kopff
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0220" n="194"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Studenten-Kranckheiten</hi></fw><lb/>
gen&#x017F;chafft hat von den Wa&#x017F;&#x017F;er/ wel-<lb/>
ches wie ein Cry&#x017F;tall von den Wa&#x0364;ldern<lb/>
und Bergen ent&#x017F;pringet und der Kra&#x0364;uter<lb/>
und andren guten Wurtzeln <hi rendition="#aq">Tinctur</hi><lb/>
in &#x017F;ich hat. Die&#x017F;es i&#x017F;t ein recht Krafft-<lb/>
Bier/ fu&#x0364;r Manns und Weibs-Per-<lb/>
&#x017F;onen/ auch fu&#x0364;r Gelehrte und Studen-<lb/>
ten/ denn es erha&#x0364;lt die Lebens-Gei&#x017F;ter<lb/>
in ihrer Sta&#x0364;rcke und bringet Nah-<lb/>
rung und Krafft dem &#x017F;chwachen Leibe/<lb/>
i&#x017F;t derowegen wohl werth/ daß es alle<lb/>
und iede zur Ge&#x017F;undheit trincken mo&#x0364;-<lb/>
gen/ doch ma&#x0364;ßig und ohne Rau&#x017F;ch/<lb/>
&#x017F;o wird es be&#x017F;&#x017F;ere Sta&#x0364;rckung geben<lb/>
als der verfa&#x0364;l&#x017F;chte Wein &#x017F;elb&#x017F;t. Da-<lb/>
von mit der Zeit ein mehrers. <hi rendition="#fr">Wur-<lb/>
tzener</hi> i&#x017F;t auch ein ge&#x017F;under Trunck fu&#x0364;r<lb/>
Gelehrte und Studenten/ wie auch das<lb/><hi rendition="#fr">Eulenburger.</hi> Jens hat eine gelin-<lb/>
de <hi rendition="#aq">laxi</hi>rende/ die&#x017F;es eine fa&#x017F;t gleiche/<lb/>
doch etwas &#x017F;ta&#x0364;rckere Eigen&#x017F;chafft/ doch<lb/>
i&#x017F;t jenes be&#x017F;&#x017F;er/ weil das Eulenburger<lb/>
&#x017F;tarcke Blehung machet/ und deßwe-<lb/>
gen Anlaß zum Toback &#x017F;chmauchen gie-<lb/>
bet. Nichts de&#x017F;to mehr hat es auch<lb/>
&#x017F;ein Lob/ weil es nicht &#x017F;o leicht in den<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">Kopff</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[194/0220] Studenten-Kranckheiten genſchafft hat von den Waſſer/ wel- ches wie ein Cryſtall von den Waͤldern und Bergen entſpringet und der Kraͤuter und andren guten Wurtzeln Tinctur in ſich hat. Dieſes iſt ein recht Krafft- Bier/ fuͤr Manns und Weibs-Per- ſonen/ auch fuͤr Gelehrte und Studen- ten/ denn es erhaͤlt die Lebens-Geiſter in ihrer Staͤrcke und bringet Nah- rung und Krafft dem ſchwachen Leibe/ iſt derowegen wohl werth/ daß es alle und iede zur Geſundheit trincken moͤ- gen/ doch maͤßig und ohne Rauſch/ ſo wird es beſſere Staͤrckung geben als der verfaͤlſchte Wein ſelbſt. Da- von mit der Zeit ein mehrers. Wur- tzener iſt auch ein geſunder Trunck fuͤr Gelehrte und Studenten/ wie auch das Eulenburger. Jens hat eine gelin- de laxirende/ dieſes eine faſt gleiche/ doch etwas ſtaͤrckere Eigenſchafft/ doch iſt jenes beſſer/ weil das Eulenburger ſtarcke Blehung machet/ und deßwe- gen Anlaß zum Toback ſchmauchen gie- bet. Nichts deſto mehr hat es auch ſein Lob/ weil es nicht ſo leicht in den Kopff

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/abel_leibmedicus_1699
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/abel_leibmedicus_1699/220
Zitationshilfe: Abel, Heinrich Kaspar: Wohlerfahrner Leib-Medicus der Studenten. Leipzig, 1699, S. 194. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/abel_leibmedicus_1699/220>, abgerufen am 23.05.2019.