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Achenwall, Gottfried: Abriß der neuesten Staatswissenschaft der vornehmsten Europäischen Reiche und Republicken. Göttingen, 1749.

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Portugal.
worden. Er folgt mit dem Orden von Avis ei-
nerley Regel. Alle drey Orden sind also geistlich,
dürfen aber doch heyrathen, und haben ihre ein-
träaliche Comthureyen. Kraft der Bulle des
Pabstes Julii III. von 1550. ist die Großmeister-
schaft aller 3. Orden bey den Königen erblich, und
sie disponiren von allen Commenden.

a) Staat von Portugal, II. Cap 9. und Me-
moires d'Oliveira, tom. II. chap.
6.
b) Die Malteserritter haben auch in Portugal
ansehnliche Güter, sonderlich das Priorat zu Crato. Der
König vergiebt auch diese Commenden.
§. 28.

Vermöge oberwehnter Lamegischen Con-
stitution ist der Portugiesische Thron zwar erblich,
doch unter besonderen Einschränkungen. Die
Bruderskinder müssen die Einwilligung der
Stände bey ihrer Thronfolge suchen. Die Prin-
ceßinnen können auch succediren, verliehren aber
durch Vermählung mit einem Ausländer ihr
Erbrecht. Durch das Manifest von 1641. ist das
Ius repraesentationis aus einem Römischen
Privatgesetz ein Staatsgesetz geworden, und die
Stände haben es als ein solches erkannt und fest-
gestellt.

§. 29.

Alphonsus I. erhielte 1179. von Pabst Ale-
xander III. die königliche Krone, und Eduard

I. 1437.
F 5

Portugal.
worden. Er folgt mit dem Orden von Avis ei-
nerley Regel. Alle drey Orden ſind alſo geiſtlich,
duͤrfen aber doch heyrathen, und haben ihre ein-
traͤaliche Comthureyen. Kraft der Bulle des
Pabſtes Julii III. von 1550. iſt die Großmeiſter-
ſchaft aller 3. Orden bey den Koͤnigen erblich, und
ſie diſponiren von allen Commenden.

a) Staat von Portugal, II. Cap 9. und Me-
moires d’Oliveira, tom. II. chap.
6.
b) Die Malteſerritter haben auch in Portugal
anſehnliche Guͤter, ſonderlich das Priorat zu Crato. Der
Koͤnig vergiebt auch dieſe Commenden.
§. 28.

Vermoͤge oberwehnter Lamegiſchen Con-
ſtitution iſt der Portugieſiſche Thron zwar erblich,
doch unter beſonderen Einſchraͤnkungen. Die
Bruderskinder muͤſſen die Einwilligung der
Staͤnde bey ihrer Thronfolge ſuchen. Die Prin-
ceßinnen koͤnnen auch ſuccediren, verliehren aber
durch Vermaͤhlung mit einem Auslaͤnder ihr
Erbrecht. Durch das Manifeſt von 1641. iſt das
Ius repraeſentationis aus einem Roͤmiſchen
Privatgeſetz ein Staatsgeſetz geworden, und die
Staͤnde haben es als ein ſolches erkannt und feſt-
geſtellt.

§. 29.

Alphonſus I. erhielte 1179. von Pabſt Ale-
xander III. die koͤnigliche Krone, und Eduard

I. 1437.
F 5
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[89/0103] Portugal. worden. Er folgt mit dem Orden von Avis ei- nerley Regel. Alle drey Orden ſind alſo geiſtlich, duͤrfen aber doch heyrathen, und haben ihre ein- traͤaliche Comthureyen. Kraft der Bulle des Pabſtes Julii III. von 1550. iſt die Großmeiſter- ſchaft aller 3. Orden bey den Koͤnigen erblich, und ſie diſponiren von allen Commenden. a) Staat von Portugal, II. Cap 9. und Me- moires d’Oliveira, tom. II. chap. 6. b) Die Malteſerritter haben auch in Portugal anſehnliche Guͤter, ſonderlich das Priorat zu Crato. Der Koͤnig vergiebt auch dieſe Commenden. §. 28. Vermoͤge oberwehnter Lamegiſchen Con- ſtitution iſt der Portugieſiſche Thron zwar erblich, doch unter beſonderen Einſchraͤnkungen. Die Bruderskinder muͤſſen die Einwilligung der Staͤnde bey ihrer Thronfolge ſuchen. Die Prin- ceßinnen koͤnnen auch ſuccediren, verliehren aber durch Vermaͤhlung mit einem Auslaͤnder ihr Erbrecht. Durch das Manifeſt von 1641. iſt das Ius repraeſentationis aus einem Roͤmiſchen Privatgeſetz ein Staatsgeſetz geworden, und die Staͤnde haben es als ein ſolches erkannt und feſt- geſtellt. §. 29. Alphonſus I. erhielte 1179. von Pabſt Ale- xander III. die koͤnigliche Krone, und Eduard I. 1437. F 5

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Zitationshilfe: Achenwall, Gottfried: Abriß der neuesten Staatswissenschaft der vornehmsten Europäischen Reiche und Republicken. Göttingen, 1749, S. 89. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/achenwall_staatswissenschaft_1749/103>, abgerufen am 19.03.2019.