Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Bach, Carl Philipp Emanuel: Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen. Bd. 2. Berlin, 1762.

Bild:
<< vorherige Seite

Fünf und zwanzigstes Capitel.
leicht wird gewöhnen können. In den Stücken, wo keine Haupt-
stimme über dem Basse stehet, sind diese Signaturen unentbehr-
lich, weil man da die Vorschläge nicht errathen kann; und ge-
setzt, man hat die Hauptstimme mit allen ihren Vorschlägen über
dem Basse, wie ändert man gleich im Spielen die Bezifferung,
wenn sie auf die Vorschläge nicht eingerichtet ist, und was
nimmt man für Mittelstimmen zu den letzteren, wenn sie derglei-
chen vertragen?

§. 4.

Bey den Aufgaben ist schon vieles wegen der Vor-
schläge abgehandelt worden: dieses lassen wir mehrentheils hier
vorbey, und fangen unsere neue Betrachtungen bey den langen
und veränderlichen Vorschlägen an. Die kürzesten darunter
dürfen nicht geschwinder, als ein Achttheil im Allegretto, seyn.

§. 5.

Wenn eine Grundnote ohne Rücksicht auf den Vor-
schlag, der darüber vorkommt, beziffert ist, und die Intervallen
dieses Vorschlages und des darauf folgenden Abzuges sich ent-
weder mit der vorgeschriebenen Aufgabe vertragen, oder wohl gar
darinnen stecken: so bleibet man in der Begleitung dabey, welche
letztere allenfalls vierstimmig seyn kann, wenn es nöthig ist.
Folgende Exempel sind von dieser Art:

[Abbildung]

Fünf und zwanzigſtes Capitel.
leicht wird gewöhnen können. In den Stücken, wo keine Haupt-
ſtimme über dem Baſſe ſtehet, ſind dieſe Signaturen unentbehr-
lich, weil man da die Vorſchläge nicht errathen kann; und ge-
ſetzt, man hat die Hauptſtimme mit allen ihren Vorſchlägen über
dem Baſſe, wie ändert man gleich im Spielen die Bezifferung,
wenn ſie auf die Vorſchläge nicht eingerichtet iſt, und was
nimmt man für Mittelſtimmen zu den letzteren, wenn ſie derglei-
chen vertragen?

§. 4.

Bey den Aufgaben iſt ſchon vieles wegen der Vor-
ſchläge abgehandelt worden: dieſes laſſen wir mehrentheils hier
vorbey, und fangen unſere neue Betrachtungen bey den langen
und veränderlichen Vorſchlägen an. Die kürzeſten darunter
dürfen nicht geſchwinder, als ein Achttheil im Allegretto, ſeyn.

§. 5.

Wenn eine Grundnote ohne Rückſicht auf den Vor-
ſchlag, der darüber vorkommt, beziffert iſt, und die Intervallen
dieſes Vorſchlages und des darauf folgenden Abzuges ſich ent-
weder mit der vorgeſchriebenen Aufgabe vertragen, oder wohl gar
darinnen ſtecken: ſo bleibet man in der Begleitung dabey, welche
letztere allenfalls vierſtimmig ſeyn kann, wenn es nöthig iſt.
Folgende Exempel ſind von dieſer Art:

[Abbildung]
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0196" n="186"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Fünf und zwanzig&#x017F;tes Capitel.</hi></fw><lb/>
leicht wird gewöhnen können. In den Stücken, wo keine Haupt-<lb/>
&#x017F;timme über dem Ba&#x017F;&#x017F;e &#x017F;tehet, &#x017F;ind die&#x017F;e Signaturen unentbehr-<lb/>
lich, weil man da die Vor&#x017F;chläge nicht errathen kann; und ge-<lb/>
&#x017F;etzt, man hat die Haupt&#x017F;timme mit allen ihren Vor&#x017F;chlägen über<lb/>
dem Ba&#x017F;&#x017F;e, wie ändert man gleich im Spielen die Bezifferung,<lb/>
wenn &#x017F;ie auf die Vor&#x017F;chläge nicht eingerichtet i&#x017F;t, und was<lb/>
nimmt man für Mittel&#x017F;timmen zu den letzteren, wenn &#x017F;ie derglei-<lb/>
chen vertragen?</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>§. 4.</head>
          <p>Bey den Aufgaben i&#x017F;t &#x017F;chon vieles wegen der Vor-<lb/>
&#x017F;chläge abgehandelt worden: die&#x017F;es la&#x017F;&#x017F;en wir mehrentheils hier<lb/>
vorbey, und fangen un&#x017F;ere neue Betrachtungen bey den <hi rendition="#fr">langen</hi><lb/>
und <hi rendition="#fr">veränderlichen</hi> Vor&#x017F;chlägen an. Die kürze&#x017F;ten darunter<lb/>
dürfen nicht ge&#x017F;chwinder, als ein Achttheil im Allegretto, &#x017F;eyn.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>§. 5.</head>
          <p>Wenn eine Grundnote ohne Rück&#x017F;icht auf den Vor-<lb/>
&#x017F;chlag, der darüber vorkommt, beziffert i&#x017F;t, und die Intervallen<lb/>
die&#x017F;es Vor&#x017F;chlages und des darauf folgenden Abzuges &#x017F;ich ent-<lb/>
weder mit der vorge&#x017F;chriebenen Aufgabe vertragen, oder wohl gar<lb/>
darinnen &#x017F;tecken: &#x017F;o bleibet man in der Begleitung dabey, welche<lb/>
letztere allenfalls vier&#x017F;timmig &#x017F;eyn kann, wenn es nöthig i&#x017F;t.<lb/>
Folgende Exempel &#x017F;ind von die&#x017F;er Art:</p><lb/>
          <figure/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[186/0196] Fünf und zwanzigſtes Capitel. leicht wird gewöhnen können. In den Stücken, wo keine Haupt- ſtimme über dem Baſſe ſtehet, ſind dieſe Signaturen unentbehr- lich, weil man da die Vorſchläge nicht errathen kann; und ge- ſetzt, man hat die Hauptſtimme mit allen ihren Vorſchlägen über dem Baſſe, wie ändert man gleich im Spielen die Bezifferung, wenn ſie auf die Vorſchläge nicht eingerichtet iſt, und was nimmt man für Mittelſtimmen zu den letzteren, wenn ſie derglei- chen vertragen? §. 4. Bey den Aufgaben iſt ſchon vieles wegen der Vor- ſchläge abgehandelt worden: dieſes laſſen wir mehrentheils hier vorbey, und fangen unſere neue Betrachtungen bey den langen und veränderlichen Vorſchlägen an. Die kürzeſten darunter dürfen nicht geſchwinder, als ein Achttheil im Allegretto, ſeyn. §. 5. Wenn eine Grundnote ohne Rückſicht auf den Vor- ſchlag, der darüber vorkommt, beziffert iſt, und die Intervallen dieſes Vorſchlages und des darauf folgenden Abzuges ſich ent- weder mit der vorgeſchriebenen Aufgabe vertragen, oder wohl gar darinnen ſtecken: ſo bleibet man in der Begleitung dabey, welche letztere allenfalls vierſtimmig ſeyn kann, wenn es nöthig iſt. Folgende Exempel ſind von dieſer Art: [Abbildung]

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bach_versuch02_1762
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bach_versuch02_1762/196
Zitationshilfe: Bach, Carl Philipp Emanuel: Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen. Bd. 2. Berlin, 1762, S. 186. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bach_versuch02_1762/196>, abgerufen am 12.08.2020.