Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Bach, Carl Philipp Emanuel: Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen. Bd. 2. Berlin, 1762.

Bild:
<< vorherige Seite

Von durchgehenden Noten.
gen, als insgemein Mode ist, über sich hat, weil er lange vor
der Erlernung des Accompagnements zwey Systeme, manchmal mit
vielen Noten, Versetzungszeichen und andern über einander
stehenden Characteren hat übersehen müssen. Was ist aber leichter
zu übersehen, jene Systeme mit so vielen verknüpften Schwierig-
keiten, oder drey, höchstens vier Ziffern über einander, welche
man ohnedem bey der Lehre des Generalbasses kennen lernen
muß, welche bey dem fleißigen Accompagniren alle Augenblicke
vorkommen, und folglich so unbekannt und fürchterlich nicht seyn
können, als mancher bequemer Accompagnist vielleicht glaubet?



Sechs und dreyßigstes Capitel.
Von durchgehenden Noten.
§. 1.

Die Andeutung der durchgehenden Noten ist in den mehresten
Fällen eben so nöthig, als die Andeutung der Ziffern.
Weil nun die Bezifferer auch hierinnen nicht genau genug ver-
fahren, so muß man nach und nach durch eine fleißige Uebung im
Accompagniren, und durch ein aufmerksam Ohr die durchgehenden
Noten heraus suchen lernen (a). Man erräth diese letztern Zu-
weilen
aus der vorher gegangenen Harmonie, welche zu den
folgenden Noten passet (b), und aus der nöthigen Vorbereitung
und Auflösung (a) und (c):

[Abbildung]


§. 2.
P p 3

Von durchgehenden Noten.
gen, als insgemein Mode iſt, über ſich hat, weil er lange vor
der Erlernung des Accompagnements zwey Syſteme, manchmal mit
vielen Noten, Verſetzungszeichen und andern über einander
ſtehenden Characteren hat überſehen müſſen. Was iſt aber leichter
zu überſehen, jene Syſteme mit ſo vielen verknüpften Schwierig-
keiten, oder drey, höchſtens vier Ziffern über einander, welche
man ohnedem bey der Lehre des Generalbaſſes kennen lernen
muß, welche bey dem fleißigen Accompagniren alle Augenblicke
vorkommen, und folglich ſo unbekannt und fürchterlich nicht ſeyn
können, als mancher bequemer Accompagniſt vielleicht glaubet?



Sechs und dreyßigſtes Capitel.
Von durchgehenden Noten.
§. 1.

Die Andeutung der durchgehenden Noten iſt in den mehreſten
Fällen eben ſo nöthig, als die Andeutung der Ziffern.
Weil nun die Bezifferer auch hierinnen nicht genau genug ver-
fahren, ſo muß man nach und nach durch eine fleißige Uebung im
Accompagniren, und durch ein aufmerkſam Ohr die durchgehenden
Noten heraus ſuchen lernen (a). Man erräth dieſe letztern Zu-
weilen
aus der vorher gegangenen Harmonie, welche zu den
folgenden Noten paſſet (b), und aus der nöthigen Vorbereitung
und Auflöſung (a) und (c):

[Abbildung]


§. 2.
P p 3
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0311" n="301"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Von durchgehenden Noten.</hi></fw><lb/>
gen, als insgemein Mode i&#x017F;t, über &#x017F;ich hat, weil er lange vor<lb/>
der Erlernung des Accompagnements zwey Sy&#x017F;teme, manchmal mit<lb/>
vielen Noten, Ver&#x017F;etzungszeichen und andern <hi rendition="#fr">über einander</hi><lb/>
&#x017F;tehenden Characteren hat über&#x017F;ehen mü&#x017F;&#x017F;en. Was i&#x017F;t aber leichter<lb/>
zu über&#x017F;ehen, jene Sy&#x017F;teme mit &#x017F;o vielen verknüpften Schwierig-<lb/>
keiten, oder drey, höch&#x017F;tens vier Ziffern <hi rendition="#fr">über einander,</hi> welche<lb/>
man ohnedem bey der Lehre des Generalba&#x017F;&#x017F;es kennen lernen<lb/>
muß, welche bey dem fleißigen Accompagniren alle Augenblicke<lb/>
vorkommen, und folglich &#x017F;o unbekannt und fürchterlich nicht &#x017F;eyn<lb/>
können, als mancher bequemer Accompagni&#x017F;t vielleicht glaubet?</p>
        </div>
      </div><lb/>
      <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#b">Sechs und dreyßig&#x017F;tes Capitel.<lb/>
Von durchgehenden Noten.</hi> </head><lb/>
        <div n="2">
          <head>§. 1.</head><lb/>
          <p><hi rendition="#in">D</hi>ie Andeutung der durchgehenden Noten i&#x017F;t in den mehre&#x017F;ten<lb/>
Fällen eben &#x017F;o nöthig, als die Andeutung der Ziffern.<lb/>
Weil nun die Bezifferer auch hierinnen nicht genau genug ver-<lb/>
fahren, &#x017F;o muß man nach und nach durch eine fleißige Uebung im<lb/>
Accompagniren, und durch ein aufmerk&#x017F;am Ohr die durchgehenden<lb/>
Noten heraus &#x017F;uchen lernen <hi rendition="#aq">(a)</hi>. Man erräth die&#x017F;e letztern <hi rendition="#fr">Zu-<lb/>
weilen</hi> aus der vorher gegangenen Harmonie, welche zu den<lb/>
folgenden Noten pa&#x017F;&#x017F;et <hi rendition="#aq">(b)</hi>, und aus der nöthigen Vorbereitung<lb/>
und Auflö&#x017F;ung <hi rendition="#aq">(a)</hi> und <hi rendition="#aq">(c)</hi>:<lb/><figure/></p>
        </div>
        <fw place="bottom" type="sig">P p 3</fw>
        <fw place="bottom" type="catch">§. 2.</fw><lb/>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[301/0311] Von durchgehenden Noten. gen, als insgemein Mode iſt, über ſich hat, weil er lange vor der Erlernung des Accompagnements zwey Syſteme, manchmal mit vielen Noten, Verſetzungszeichen und andern über einander ſtehenden Characteren hat überſehen müſſen. Was iſt aber leichter zu überſehen, jene Syſteme mit ſo vielen verknüpften Schwierig- keiten, oder drey, höchſtens vier Ziffern über einander, welche man ohnedem bey der Lehre des Generalbaſſes kennen lernen muß, welche bey dem fleißigen Accompagniren alle Augenblicke vorkommen, und folglich ſo unbekannt und fürchterlich nicht ſeyn können, als mancher bequemer Accompagniſt vielleicht glaubet? Sechs und dreyßigſtes Capitel. Von durchgehenden Noten. §. 1. Die Andeutung der durchgehenden Noten iſt in den mehreſten Fällen eben ſo nöthig, als die Andeutung der Ziffern. Weil nun die Bezifferer auch hierinnen nicht genau genug ver- fahren, ſo muß man nach und nach durch eine fleißige Uebung im Accompagniren, und durch ein aufmerkſam Ohr die durchgehenden Noten heraus ſuchen lernen (a). Man erräth dieſe letztern Zu- weilen aus der vorher gegangenen Harmonie, welche zu den folgenden Noten paſſet (b), und aus der nöthigen Vorbereitung und Auflöſung (a) und (c): [Abbildung] §. 2. P p 3

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bach_versuch02_1762
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bach_versuch02_1762/311
Zitationshilfe: Bach, Carl Philipp Emanuel: Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen. Bd. 2. Berlin, 1762, S. 301. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bach_versuch02_1762/311>, abgerufen am 05.08.2020.