Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Barclay, John (Übers. Martin Opitz): Johann Barclaÿens Argenis Deutsch gemacht durch Martin Opitzen. Breslau, 1626.

Bild:
<< vorherige Seite
Das Ander Buch.


Poliarchus kömpt in Mauritanien an:
Beschreibung selbiger Königin Spa-
tzierweges: Ihr betrübnuß eines Käst-
leins halben: Poliarchus vberant-
wortet jhr die verlohrenen Sachen
wider.

Das XI. Capitel.

ES lag nun nicht allein Africa/ sondern auch
Lixa/ die Hauptstatt Mauritaniens jnen im
Gesichte; darumb Poliarchus durch die
schöne Gelegenheit deß Ortes von Eyn samkeit sei-
ner Gedancken etwas abgehalten ward. Der Fluß/
welcher gleichsfals Lixa genennet wird/ mischete sich
mit solcher Stille in das Meer/ daß man weder
durch das Rauschen/ noch den Schaum/ sonder nur
durch die Farbe ein Wasser von dem andern vnter-
scheiden kundte. Allerhandt Art der Bäum die gern
an Bächen wachsen/ stunden längst bey den Seiten
gepflantzet/ vnd gaben neben der andern Abbildung
deß Gestades/ einen anmuhtigen Widerschein auß
dem Wasser von sich. Nicht weit von der See vnd
dem Flusse war ein grosse vnd berhümte Statt der
Kauffmanschaffthalben. Auff der rechten Handt
von dem Vfer auff die Statt zu sahe man den schö-
nesten Hügel in gantz Africa/ wo die Königin einen
lustigen Spatzierhoff hatte/ welchen sie der Frawen

Fohrwerck
Das Ander Buch.


Poliarchus koͤmpt in Mauritanien an:
Beſchreibung ſelbiger Koͤnigin Spa-
tzierweges: Ihr betruͤbnuß eines Kaͤſt-
leins halben: Poliarchus vberant-
wortet jhr die verlohrenen Sachen
wider.

Das XI. Capitel.

ES lag nun nicht allein Africa/ ſondern auch
Lixa/ die Hauptſtatt Mauritaniens jnen im
Geſichte; darumb Poliarchus durch die
ſchoͤne Gelegenheit deß Ortes von Eyn ſamkeit ſei-
ner Gedancken etwas abgehalten ward. Der Fluß/
welcher gleichsfals Lixa geneñet wird/ miſchete ſich
mit ſolcher Stille in das Meer/ daß man weder
durch das Rauſchẽ/ noch den Schaum/ ſonder nur
durch die Farbe ein Waſſer von dem andern vnter-
ſcheiden kundte. Allerhandt Art der Baͤum die gern
an Baͤchen wachſen/ ſtunden laͤngſt bey den Seiten
gepflantzet/ vnd gaben neben der andern Abbildung
deß Geſtades/ einen anmuhtigen Widerſchein auß
dem Waſſer von ſich. Nicht weit von der See vnd
dem Fluſſe war ein groſſe vnd berhuͤmte Statt der
Kauffmanſchaffthalben. Auff der rechten Handt
von dem Vfer auff die Statt zu ſahe man den ſchoͤ-
neſten Huͤgel in gantz Africa/ wo die Koͤnigin einen
luſtigen Spatzierhoff hatte/ welchen ſie der Frawen

Fohrwerck
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0311" n="267"/>
            <fw place="top" type="header">Das Ander Buch.</fw><lb/>
            <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
            <argument>
              <p>Poliarchus ko&#x0364;mpt in Mauritanien an:<lb/><hi rendition="#et">Be&#x017F;chreibung &#x017F;elbiger Ko&#x0364;nigin Spa-<lb/>
tzierweges: Ihr betru&#x0364;bnuß eines Ka&#x0364;&#x017F;t-<lb/>
leins halben: Poliarchus vberant-<lb/>
wortet jhr die verlohrenen Sachen<lb/>
wider.</hi></p>
            </argument>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>Das <hi rendition="#aq">XI.</hi> Capitel.</head><lb/>
            <p><hi rendition="#in">E</hi>S lag nun nicht allein Africa/ &#x017F;ondern auch<lb/>
Lixa/ die Haupt&#x017F;tatt Mauritaniens jnen im<lb/>
Ge&#x017F;ichte; darumb Poliarchus durch die<lb/>
&#x017F;cho&#x0364;ne Gelegenheit deß Ortes von Eyn &#x017F;amkeit &#x017F;ei-<lb/>
ner Gedancken etwas abgehalten ward. Der Fluß/<lb/>
welcher gleichsfals Lixa genen&#x0303;et wird/ mi&#x017F;chete &#x017F;ich<lb/>
mit &#x017F;olcher Stille in das Meer/ daß man weder<lb/>
durch das Rau&#x017F;che&#x0303;/ noch den Schaum/ &#x017F;onder nur<lb/>
durch die Farbe ein Wa&#x017F;&#x017F;er von dem andern vnter-<lb/>
&#x017F;cheiden kundte. Allerhandt Art der Ba&#x0364;um die gern<lb/>
an Ba&#x0364;chen wach&#x017F;en/ &#x017F;tunden la&#x0364;ng&#x017F;t bey den Seiten<lb/>
gepflantzet/ vnd gaben neben der andern Abbildung<lb/>
deß Ge&#x017F;tades/ einen anmuhtigen Wider&#x017F;chein auß<lb/>
dem Wa&#x017F;&#x017F;er von &#x017F;ich. Nicht weit von der See vnd<lb/>
dem Flu&#x017F;&#x017F;e war ein gro&#x017F;&#x017F;e vnd berhu&#x0364;mte Statt der<lb/>
Kauffman&#x017F;chaffthalben. Auff der rechten Handt<lb/>
von dem Vfer auff die Statt zu &#x017F;ahe man den &#x017F;cho&#x0364;-<lb/>
ne&#x017F;ten Hu&#x0364;gel in gantz Africa/ wo die Ko&#x0364;nigin einen<lb/>
lu&#x017F;tigen Spatzierhoff hatte/ welchen &#x017F;ie der Frawen<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">Fohrwerck</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[267/0311] Das Ander Buch. Poliarchus koͤmpt in Mauritanien an: Beſchreibung ſelbiger Koͤnigin Spa- tzierweges: Ihr betruͤbnuß eines Kaͤſt- leins halben: Poliarchus vberant- wortet jhr die verlohrenen Sachen wider. Das XI. Capitel. ES lag nun nicht allein Africa/ ſondern auch Lixa/ die Hauptſtatt Mauritaniens jnen im Geſichte; darumb Poliarchus durch die ſchoͤne Gelegenheit deß Ortes von Eyn ſamkeit ſei- ner Gedancken etwas abgehalten ward. Der Fluß/ welcher gleichsfals Lixa geneñet wird/ miſchete ſich mit ſolcher Stille in das Meer/ daß man weder durch das Rauſchẽ/ noch den Schaum/ ſonder nur durch die Farbe ein Waſſer von dem andern vnter- ſcheiden kundte. Allerhandt Art der Baͤum die gern an Baͤchen wachſen/ ſtunden laͤngſt bey den Seiten gepflantzet/ vnd gaben neben der andern Abbildung deß Geſtades/ einen anmuhtigen Widerſchein auß dem Waſſer von ſich. Nicht weit von der See vnd dem Fluſſe war ein groſſe vnd berhuͤmte Statt der Kauffmanſchaffthalben. Auff der rechten Handt von dem Vfer auff die Statt zu ſahe man den ſchoͤ- neſten Huͤgel in gantz Africa/ wo die Koͤnigin einen luſtigen Spatzierhoff hatte/ welchen ſie der Frawen Fohrwerck

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/barclay_argenis_1626
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/barclay_argenis_1626/311
Zitationshilfe: Barclay, John (Übers. Martin Opitz): Johann Barclaÿens Argenis Deutsch gemacht durch Martin Opitzen. Breslau, 1626, S. 267. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/barclay_argenis_1626/311>, abgerufen am 29.01.2020.