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Basedow, Johann Bernhard: Die ganze Natürliche Weisheit im Privatstande der gesitteten Bürger. Halle (Saale) u. a., [1768].

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lich hinzu, daß die neuen Christen, vermöge eines
von Jesu verordneten Gebrauchs auf den Namen
Gottes des Vaters, auf den Namen des Sohnes,
und auf den Namen des heiligen Geistes, welcher,
nach der Lehre der Bibel, mit den Gesandten Got-
tes wirkte, getaufet oder eingeweihet werden,
und daß die Gläubigen in einem gemeinschaftlichen
von Jesu geordneten Mahle, zum Gedächtnisse
seines Leibes und Blutes, mit Danksagung essen und
trinken sollen, nehmlich ein geheiligtes Brod,
welches die Gemeinschaft seines Leibes, oder sein
Leib, und den geheiligten Wein, welcher die
Gemeinschaft seines Blutes, oder sein Blut ist,
damit sie sich seines blutigen und erlösenden Todes
beständig erinnern. Uebrigens werden in der
christlichen Religion des neuen Testaments keine
andre Ceremonien oder Opfer für nöthig erklärt.
Dieses ist der Hauptinhalt.

Anmerkung 2.

Die christliche Religion hat also nicht nur zu-
gleich allen Werth der natürlichen: sondern sie
zeiget auch in Jesu ein sinnliches Ebenbild Gottes,
und ein liebenswürdiges Muster der vollkommnen
Tugend. Sie ist dem, der sie glaubt, ein lehrrei-
ches Denkmittel von der abscheulichen Zerrüttung,
welche in dem Reiche Gottes durch die Sünde
angerichtet wird, und von der Absicht und den

Mitteln
)( 2

lich hinzu, daß die neuen Chriſten, vermöge eines
von Jeſu verordneten Gebrauchs auf den Namen
Gottes des Vaters, auf den Namen des Sohnes,
und auf den Namen des heiligen Geiſtes, welcher,
nach der Lehre der Bibel, mit den Geſandten Got-
tes wirkte, getaufet oder eingeweihet werden,
und daß die Gläubigen in einem gemeinſchaftlichen
von Jeſu geordneten Mahle, zum Gedächtniſſe
ſeines Leibes und Blutes, mit Dankſagung eſſen und
trinken ſollen, nehmlich ein geheiligtes Brod,
welches die Gemeinſchaft ſeines Leibes, oder ſein
Leib, und den geheiligten Wein, welcher die
Gemeinſchaft ſeines Blutes, oder ſein Blut iſt,
damit ſie ſich ſeines blutigen und erlöſenden Todes
beſtändig erinnern. Uebrigens werden in der
chriſtlichen Religion des neuen Teſtaments keine
andre Ceremonien oder Opfer für nöthig erklärt.
Dieſes iſt der Hauptinhalt.

Anmerkung 2.

Die chriſtliche Religion hat alſo nicht nur zu-
gleich allen Werth der natürlichen: ſondern ſie
zeiget auch in Jeſu ein ſinnliches Ebenbild Gottes,
und ein liebenswürdiges Muſter der vollkommnen
Tugend. Sie iſt dem, der ſie glaubt, ein lehrrei-
ches Denkmittel von der abſcheulichen Zerrüttung,
welche in dem Reiche Gottes durch die Sünde
angerichtet wird, und von der Abſicht und den

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)( 2
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[171/0195] lich hinzu, daß die neuen Chriſten, vermöge eines von Jeſu verordneten Gebrauchs auf den Namen Gottes des Vaters, auf den Namen des Sohnes, und auf den Namen des heiligen Geiſtes, welcher, nach der Lehre der Bibel, mit den Geſandten Got- tes wirkte, getaufet oder eingeweihet werden, und daß die Gläubigen in einem gemeinſchaftlichen von Jeſu geordneten Mahle, zum Gedächtniſſe ſeines Leibes und Blutes, mit Dankſagung eſſen und trinken ſollen, nehmlich ein geheiligtes Brod, welches die Gemeinſchaft ſeines Leibes, oder ſein Leib, und den geheiligten Wein, welcher die Gemeinſchaft ſeines Blutes, oder ſein Blut iſt, damit ſie ſich ſeines blutigen und erlöſenden Todes beſtändig erinnern. Uebrigens werden in der chriſtlichen Religion des neuen Teſtaments keine andre Ceremonien oder Opfer für nöthig erklärt. Dieſes iſt der Hauptinhalt. Anmerkung 2. Die chriſtliche Religion hat alſo nicht nur zu- gleich allen Werth der natürlichen: ſondern ſie zeiget auch in Jeſu ein ſinnliches Ebenbild Gottes, und ein liebenswürdiges Muſter der vollkommnen Tugend. Sie iſt dem, der ſie glaubt, ein lehrrei- ches Denkmittel von der abſcheulichen Zerrüttung, welche in dem Reiche Gottes durch die Sünde angerichtet wird, und von der Abſicht und den Mitteln )( 2

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Zitationshilfe: Basedow, Johann Bernhard: Die ganze Natürliche Weisheit im Privatstande der gesitteten Bürger. Halle (Saale) u. a., [1768], S. 171. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/basedow_weisheit_1768/195>, abgerufen am 13.08.2020.