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Bengel, Johann Albrecht: Abriß der so genannten Brüdergemeine. Bd. 1. Stuttgart, 1751.

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Lehr-Summa.
§ 23.

Einen summarischen Vorschmack kan ge-
ben, was im Vorberichte zu denen Zeyster
Reden stehet: "In diesen Reden regie- "
ren abermal die dem
Autori eigen gewor- "
dene
concepte, daß uns unser Schöpfer "
erlöst habe, daß derselbe unser Erlöser "
der Vater der zeit und ewigkeit und aller "
creaturen
qua talium; der GOtt der Ge- "
meine aber nur dererjenigen GOtt und "
Vater sey, die unser Schöpfer nach sei- "
ner heiligen menschheit für sein fleisch und "
bein zu bekennen beliebt hat: daß diese "
Leute ihren Vater kennen, aber auch die "
Mutter, die sie geboren hat, den heili- "
gen Geist; daß diese Gottes-familie es "
an sich nicht fehlen lasse, bey einem je- "
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pflichten zu beweisen, welche die
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daß aber darzu kein geformter kunstglau- "
be genug sey, sondern eine naturelle ge- "
müths-beschaffenheit erfordert werde, "
in der man das,
meine seele sagt mirs, "
nicht mehr und weniger zum haupt-ar- "
gument
machet, als es bey einem jeden "
menschen geschieht, den die liebe zum "
dinge willig macht zu glaüben.
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Das ist wenigstens die situation, dar- "
innen sich der
Autor bereits vierzig jahre "
befindet, ohne sich in dieser geraumen
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B 2
Lehr-Summa.
§ 23.

Einen ſummariſchen Vorſchmack kan ge-
ben, was im Vorberichte zu denen Zeyſter
Reden ſtehet: ”In dieſen Reden regie- ”
ren abermal die dem
Autori eigen gewor- ”
dene
concepte, daß uns unſer Schoͤpfer ”
erloͤſt habe, daß derſelbe unſer Erloͤſer ”
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Mutter, die ſie geboren hat, den heili- ”
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an ſich nicht fehlen laſſe, bey einem je- ”
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pflichten zu beweiſen, welche die
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daß aber darzu kein geformter kunſtglau- ”
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muͤths-beſchaffenheit erfordert werde, ”
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nicht mehr und weniger zum haupt-ar- ”
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Autor bereits vierzig jahre ”
befindet, ohne ſich in dieſer geraumen

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[19/0039] Lehr-Summa. § 23. Einen ſummariſchen Vorſchmack kan ge- ben, was im Vorberichte zu denen Zeyſter Reden ſtehet: ”In dieſen Reden regie- ” ren abermal die dem Autori eigen gewor- ” dene concepte, daß uns unſer Schoͤpfer ” erloͤſt habe, daß derſelbe unſer Erloͤſer ” der Vater der zeit und ewigkeit und aller ” creaturen qua talium; der GOtt der Ge- ” meine aber nur dererjenigen GOtt und ” Vater ſey, die unſer Schoͤpfer nach ſei- ” ner heiligen menſchheit fuͤr ſein fleiſch und ” bein zu bekennen beliebt hat: daß dieſe ” Leute ihren Vater kennen, aber auch die ” Mutter, die ſie geboren hat, den heili- ” gen Geiſt; daß dieſe Gottes-familie es ” an ſich nicht fehlen laſſe, bey einem je- ” den chriſtlichen individuo diejenigen ” pflichten zu beweiſen, welche die ſigna- ” tur ihrer familien-namen mit ſich fuͤhret: ” daß aber darzu kein geformter kunſtglau- ” be genug ſey, ſondern eine naturelle ge- ” muͤths-beſchaffenheit erfordert werde, ” in der man das, meine ſeele ſagt mirs, ” nicht mehr und weniger zum haupt-ar- ” gument machet, als es bey einem jeden ” menſchen geſchieht, den die liebe zum ” dinge willig macht zu glauͤben.” Das iſt wenigſtens die ſituation, dar- ” innen ſich der Autor bereits vierzig jahre ” befindet, ohne ſich in dieſer geraumen ” ” zeit B 2

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Zitationshilfe: Bengel, Johann Albrecht: Abriß der so genannten Brüdergemeine. Bd. 1. Stuttgart, 1751, S. 19. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bengel_abriss01_1751/39>, abgerufen am 18.02.2019.