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Martens, Eduard von: Die preussische Expedition nach Ost-Asien. Nach amtlichen Quellen. Zoologischer Teil. Erster Band. Berlin, 1876.

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Schwimmvögel der Philippinen.
Porphyrio pulverulentus Tem. B.
Parra Sinensis Gmel. = Luzoniensis Gmel., Sonnerat Taf. 65. B.
Plotus melanogaster Gmel. B.
Carbo sp., Kormoran, cuervo marino der Spanier, casili der Ta-
galen, colocolo in andern Sprachen von Luzon, häufig.
Der in der Biblioteca militar vorhandene war einfarbig
schwarz. B.
Pelecanus Philippensis Gmel. = Manilensis Gmel., Sonnerat Taf. 53.
und 54., pagala der Eingeborenen; nach Camel wird die
gefiederte Brusthaut von denselben auf der Brust als
Mittel gegen Asthma getragen.
Sterna (Hydrochelidon) fluviatilis Gould Tem., schwarz mit grau-
weissen Flügeln und Schwanz, sehr häufig auf dem Pasig-
fluss und auch in der Bai von Manila selbst. B.
Larus sp. Möven, gaviota der Spanier. Ich sah kleinere mit
dunklem Kopf, unserer Lachmöve gleichend, im Mai sehr
häufig auf dem Pasigfluss. Camel erwähnt schon dreier
Arten von Luzon mit eignen einheimischen Namen gitgit,
tambilagan und taring-taring, die ich aber in Serrano's
tagalischem Vocabular nicht wiederfinde. In der Samm-
lung der Biblioteca militar war keine vorhanden.
Anas Luzonica Fraser, von der Grösse unserer Märzente, Kopf
hellrostbraun mit drei dunkeln Längsbinden, papan, Anas
magna regia bei Camel. B.
-- (Dendrocygna) vagans Fraser, Sclater Proc. zool. soc. 1864.
Manila, Cuming und Jagor.
-- sp., eine kleine wilde Ente, tagalisch baliuis, häufig auf dem
Taalsee und der Laguna del Bay. B.5)
3. Die übrigen Landthiere.
Affen sah ich an verschiedenen Stellen im Walde, so auf Luzon
bei los Bannos an der Lagune und auf Mindanao bei Zam-
boanga; an letzterem Orte wurden mehrere von Herrn
Pieschel erlegt. Sie verrathen sich leicht durch ihr eigen-
thümliches, oft wiederholtes Geschrei, lautem kindischem
Stöhnen vergleichbar, das sie ausstossen, wenn sie die
Nähe eines Menschen bemerken. Es war der im indischen
Archipel weit verbreitete Javaner-Affe, Macacus cyna-
Ost-Asien. Zoologisch. I. 13
Schwimmvögel der Philippinen.
Porphyrio pulverulentus Tem. B.
Parra Sinensis Gmel. = Luzoniensis Gmel., Sonnerat Taf. 65. B.
Plotus melanogaster Gmel. B.
Carbo sp., Kormoran, cuervo marino der Spanier, casili der Ta-
galen, colocolo in andern Sprachen von Luzon, häufig.
Der in der Biblioteca militar vorhandene war einfarbig
schwarz. B.
Pelecanus Philippensis Gmel. = Manilensis Gmel., Sonnerat Taf. 53.
und 54., pagala der Eingeborenen; nach Camel wird die
gefiederte Brusthaut von denselben auf der Brust als
Mittel gegen Asthma getragen.
Sterna (Hydrochelidon) fluviatilis Gould Tem., schwarz mit grau-
weissen Flügeln und Schwanz, sehr häufig auf dem Pasig-
fluss und auch in der Bai von Manila selbst. B.
Larus sp. Möven, gaviota der Spanier. Ich sah kleinere mit
dunklem Kopf, unserer Lachmöve gleichend, im Mai sehr
häufig auf dem Pasigfluss. Camel erwähnt schon dreier
Arten von Luzon mit eignen einheimischen Namen gitgit,
tambilagan und taring-taring, die ich aber in Serrano’s
tagalischem Vocabular nicht wiederfinde. In der Samm-
lung der Biblioteca militar war keine vorhanden.
Anas Luzonica Fraser, von der Grösse unserer Märzente, Kopf
hellrostbraun mit drei dunkeln Längsbinden, papan, Anas
magna regia bei Camel. B.
— (Dendrocygna) vagans Fraser, Sclater Proc. zool. soc. 1864.
Manila, Cuming und Jagor.
— sp., eine kleine wilde Ente, tagalisch baliuis, häufig auf dem
Taalsee und der Laguna del Bay. B.5)
3. Die übrigen Landthiere.
Affen sah ich an verschiedenen Stellen im Walde, so auf Luzon
bei los Baños an der Lagune und auf Mindanao bei Zam-
boanga; an letzterem Orte wurden mehrere von Herrn
Pieschel erlegt. Sie verrathen sich leicht durch ihr eigen-
thümliches, oft wiederholtes Geschrei, lautem kindischem
Stöhnen vergleichbar, das sie ausstossen, wenn sie die
Nähe eines Menschen bemerken. Es war der im indischen
Archipel weit verbreitete Javaner-Affe, Macacus cyna-
Ost-Asien. Zoologisch. I. 13
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[193/0211] Schwimmvögel der Philippinen. Porphyrio pulverulentus Tem. B. Parra Sinensis Gmel. = Luzoniensis Gmel., Sonnerat Taf. 65. B. Plotus melanogaster Gmel. B. Carbo sp., Kormoran, cuervo marino der Spanier, casili der Ta- galen, colocolo in andern Sprachen von Luzon, häufig. Der in der Biblioteca militar vorhandene war einfarbig schwarz. B. Pelecanus Philippensis Gmel. = Manilensis Gmel., Sonnerat Taf. 53. und 54., pagala der Eingeborenen; nach Camel wird die gefiederte Brusthaut von denselben auf der Brust als Mittel gegen Asthma getragen. Sterna (Hydrochelidon) fluviatilis Gould Tem., schwarz mit grau- weissen Flügeln und Schwanz, sehr häufig auf dem Pasig- fluss und auch in der Bai von Manila selbst. B. Larus sp. Möven, gaviota der Spanier. Ich sah kleinere mit dunklem Kopf, unserer Lachmöve gleichend, im Mai sehr häufig auf dem Pasigfluss. Camel erwähnt schon dreier Arten von Luzon mit eignen einheimischen Namen gitgit, tambilagan und taring-taring, die ich aber in Serrano’s tagalischem Vocabular nicht wiederfinde. In der Samm- lung der Biblioteca militar war keine vorhanden. Anas Luzonica Fraser, von der Grösse unserer Märzente, Kopf hellrostbraun mit drei dunkeln Längsbinden, papan, Anas magna regia bei Camel. B. — (Dendrocygna) vagans Fraser, Sclater Proc. zool. soc. 1864. Manila, Cuming und Jagor. — sp., eine kleine wilde Ente, tagalisch baliuis, häufig auf dem Taalsee und der Laguna del Bay. B.5) 3. Die übrigen Landthiere. Affen sah ich an verschiedenen Stellen im Walde, so auf Luzon bei los Baños an der Lagune und auf Mindanao bei Zam- boanga; an letzterem Orte wurden mehrere von Herrn Pieschel erlegt. Sie verrathen sich leicht durch ihr eigen- thümliches, oft wiederholtes Geschrei, lautem kindischem Stöhnen vergleichbar, das sie ausstossen, wenn sie die Nähe eines Menschen bemerken. Es war der im indischen Archipel weit verbreitete Javaner-Affe, Macacus cyna- Ost-Asien. Zoologisch. I. 13

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Zitationshilfe: Martens, Eduard von: Die preussische Expedition nach Ost-Asien. Nach amtlichen Quellen. Zoologischer Teil. Erster Band. Berlin, 1876, S. 193. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/berg_ostasienzoologie01_1876/211>, abgerufen am 25.06.2018.