Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Birken, Sigmund von: Heiliger Sonntags-Handel und Kirch-Wandel. Nürnberg, 1681.

Bild:
<< vorherige Seite

Notturft muß von Gott zufallen.
daß der Bauch ihr Gott sei.(o) Der Sohn
Gottes nennet ihn anderswo/ den unge-
rechten Mammon/ weil solche Reiche ge-
meinlich Ungerechte/ oder ungerechter Leu-
te Kinder sind. Er gibt auch diesen er-
schröcklichen Ausspruch von dergleichen
Reichen: Es sei leichter/ daß ein Camel
durch ein Nadelöhr gehe/ als daß ein Rei-
cher in das Reich Gottes komme: (p)

3
Notturft muß von GOtt zu-
fallen.

ES ist ja wahr: ein Mensche hat/ zu
diesem Leben/ zeitlicher Haabe von-
nöten. Er braucht einen Nehr-
pfennig/ einen Ehrpfennig/ einen Nohtpfen-
nig/ einen Labungspfennig/ und einen Ar-
menspfennig für den dürftigen Nechsten.
Wo sol er dan dieses alles hernehmen? und
wie soll er es suchen? wer alles in allem
ist und alles hat/ der muß uns auch alles
dieses geben. GOtt/ der allein allen über-
all gibet/ will darum angesprochen seyn:
damit man wisse/ daß er es gebe. Er will/
als Vatter/ uns nicht versagen/ was er
weiß/ daß wir bedürfen. Er will derer

Thun
(o) Philip. 3. v. 9.
(p) Matth. 19. v. 23.

Notturft muß von Gott zufallen.
daß der Bauch ihr Gott ſei.(o) Der Sohn
Gottes nennet ihn anderswo/ den unge-
rechten Mammon/ weil ſolche Reiche ge-
meinlich Ungerechte/ oder ungerechter Leu-
te Kinder ſind. Er gibt auch dieſen er-
ſchroͤcklichen Ausſpruch von dergleichen
Reichen: Es ſei leichter/ daß ein Camel
durch ein Nadeloͤhr gehe/ als daß ein Rei-
cher in das Reich Gottes komme: (p)

3
Notturft muß von GOtt zu-
fallen.

ES iſt ja wahr: ein Menſche hat/ zu
dieſem Leben/ zeitlicher Haabe von-
noͤten. Er braucht einen Nehr-
pfennig/ einen Ehrpfeñig/ einen Nohtpfen-
nig/ einen Labungspfennig/ und einen Ar-
menspfennig fuͤr den duͤrftigen Nechſten.
Wo ſol er dan dieſes alles hernehmen? und
wie ſoll er es ſuchen? wer alles in allem
iſt und alles hat/ der muß uns auch alles
dieſes geben. GOtt/ der allein allen uͤber-
all gibet/ will darum angeſprochen ſeyn:
damit man wiſſe/ daß er es gebe. Er will/
als Vatter/ uns nicht verſagen/ was er
weiß/ daß wir beduͤrfen. Er will derer

Thun
(o) Philip. 3. v. 9.
(p) Matth. 19. v. 23.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0279" n="251"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Notturft muß von Gott zufallen.</hi></fw><lb/>
daß der Bauch ihr Gott &#x017F;ei.<note place="foot" n="(o)">Philip. 3. v. 9.</note> Der Sohn<lb/>
Gottes nennet ihn anderswo/ den unge-<lb/>
rechten <hi rendition="#fr">Mammon/</hi> weil &#x017F;olche Reiche ge-<lb/>
meinlich Ungerechte/ oder ungerechter Leu-<lb/>
te Kinder &#x017F;ind. Er gibt auch die&#x017F;en er-<lb/>
&#x017F;chro&#x0364;cklichen Aus&#x017F;pruch von dergleichen<lb/>
Reichen: <hi rendition="#fr">Es &#x017F;ei leichter/ daß ein Camel</hi><lb/>
durch ein <hi rendition="#fr">Nadelo&#x0364;hr gehe/ als daß ein Rei-</hi><lb/>
cher in <hi rendition="#fr">das Reich Gottes komme:</hi> <note place="foot" n="(p)">Matth. 19. v. 23.</note></p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#fr">3<lb/>
Notturft muß von GOtt zu-<lb/>
fallen.</hi> </head><lb/>
            <p><hi rendition="#in">E</hi>S i&#x017F;t ja wahr: ein Men&#x017F;che hat/ zu<lb/>
die&#x017F;em Leben/ zeitlicher Haabe von-<lb/>
no&#x0364;ten. Er braucht einen Nehr-<lb/>
pfennig/ einen Ehrpfen&#x0303;ig/ einen Nohtpfen-<lb/>
nig/ einen Labungspfennig/ und einen Ar-<lb/>
menspfennig fu&#x0364;r den du&#x0364;rftigen Nech&#x017F;ten.<lb/>
Wo &#x017F;ol er dan die&#x017F;es alles hernehmen? und<lb/>
wie &#x017F;oll er es &#x017F;uchen? wer alles in allem<lb/>
i&#x017F;t und alles hat/ der muß uns auch alles<lb/>
die&#x017F;es geben. GOtt/ der allein allen u&#x0364;ber-<lb/>
all gibet/ will darum ange&#x017F;prochen &#x017F;eyn:<lb/>
damit man wi&#x017F;&#x017F;e/ daß er es gebe. Er will/<lb/>
als Vatter/ uns nicht ver&#x017F;agen/ was er<lb/>
weiß/ daß wir bedu&#x0364;rfen. Er will derer<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">Thun</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[251/0279] Notturft muß von Gott zufallen. daß der Bauch ihr Gott ſei. (o) Der Sohn Gottes nennet ihn anderswo/ den unge- rechten Mammon/ weil ſolche Reiche ge- meinlich Ungerechte/ oder ungerechter Leu- te Kinder ſind. Er gibt auch dieſen er- ſchroͤcklichen Ausſpruch von dergleichen Reichen: Es ſei leichter/ daß ein Camel durch ein Nadeloͤhr gehe/ als daß ein Rei- cher in das Reich Gottes komme: (p) 3 Notturft muß von GOtt zu- fallen. ES iſt ja wahr: ein Menſche hat/ zu dieſem Leben/ zeitlicher Haabe von- noͤten. Er braucht einen Nehr- pfennig/ einen Ehrpfeñig/ einen Nohtpfen- nig/ einen Labungspfennig/ und einen Ar- menspfennig fuͤr den duͤrftigen Nechſten. Wo ſol er dan dieſes alles hernehmen? und wie ſoll er es ſuchen? wer alles in allem iſt und alles hat/ der muß uns auch alles dieſes geben. GOtt/ der allein allen uͤber- all gibet/ will darum angeſprochen ſeyn: damit man wiſſe/ daß er es gebe. Er will/ als Vatter/ uns nicht verſagen/ was er weiß/ daß wir beduͤrfen. Er will derer Thun (o) Philip. 3. v. 9. (p) Matth. 19. v. 23.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/birken_sonntagswandel_1681
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/birken_sonntagswandel_1681/279
Zitationshilfe: Birken, Sigmund von: Heiliger Sonntags-Handel und Kirch-Wandel. Nürnberg, 1681, S. 251. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/birken_sonntagswandel_1681/279>, abgerufen am 18.10.2019.