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Blumenbach, Johann Friedrich: Beyträge zur Naturgeschichte. Bd. 2. Göttingen, 1811.

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Jene enthalten von der ehemaligen
Leiche selten mehr als das blosse Ge-
rippe, und höchstens sind nur die in-
nern Wände der grossen Cavitäten des
Körpers, zumahl im Thorax und der
Beckenhöhle mit Harz mehr oder we-
niger ausgegossen. In den Mumien der
letztern Art hingegen ist viel von den
weichen Theilen, zumal Muskeln,
nebst der Haut erhalten, alles aber so
wie die Binden, mit Harz theils bis
in die Markzellen der Knochen durch-
zogen und geschwärzt.

Ausser den eigentlichen Muskeln
scheint von den weichern Theilen be-
sonders die Zunge noch am öftersten
erhalten zu seyn; und nächst derselben
die Sexualorgane, die man bey weib-
lichen Mumien theils mit Goldblätt-
chen belegt*), oder auch eine, den

*) Abdollatiph p. 199. der Ausg. von
Silvestre de Sacy.

Jene enthalten von der ehemaligen
Leiche selten mehr als das blosse Ge-
rippe, und höchstens sind nur die in-
nern Wände der grossen Cavitäten des
Körpers, zumahl im Thorax und der
Beckenhöhle mit Harz mehr oder we-
niger ausgegossen. In den Mumien der
letztern Art hingegen ist viel von den
weichen Theilen, zumal Muskeln,
nebst der Haut erhalten, alles aber so
wie die Binden, mit Harz theils bis
in die Markzellen der Knochen durch-
zogen und geschwärzt.

Ausser den eigentlichen Muskeln
scheint von den weichern Theilen be-
sonders die Zunge noch am öftersten
erhalten zu seyn; und nächst derselben
die Sexualorgane, die man bey weib-
lichen Mumien theils mit Goldblätt-
chen belegt*), oder auch eine, den

*) Abdollatiph p. 199. der Ausg. von
Silvestre de Sacy.
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[80/0086] Jene enthalten von der ehemaligen Leiche selten mehr als das blosse Ge- rippe, und höchstens sind nur die in- nern Wände der grossen Cavitäten des Körpers, zumahl im Thorax und der Beckenhöhle mit Harz mehr oder we- niger ausgegossen. In den Mumien der letztern Art hingegen ist viel von den weichen Theilen, zumal Muskeln, nebst der Haut erhalten, alles aber so wie die Binden, mit Harz theils bis in die Markzellen der Knochen durch- zogen und geschwärzt. Ausser den eigentlichen Muskeln scheint von den weichern Theilen be- sonders die Zunge noch am öftersten erhalten zu seyn; und nächst derselben die Sexualorgane, die man bey weib- lichen Mumien theils mit Goldblätt- chen belegt *), oder auch eine, den *) Abdollatiph p. 199. der Ausg. von Silvestre de Sacy.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Beyträge zur Naturgeschichte. Bd. 2. Göttingen, 1811, S. 80. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_beytraege02_1811/86>, abgerufen am 18.09.2020.