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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 3. Aufl. Göttingen, 1788.

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andern irregulär (semiflosculosae); und bey noch
andern sind endlich beiderley Arten von Blümgen
zugleich anzutreffen (radiatae tab. II. fig. 9); da
dann die Blümgen der ersten Art die Mitte des
Fruchtbodens bedecken (fig. 9. a.) und mit denen
von der andern Art am Rande eingefaßt sind
(fig. 9. b).

§. 198.

Bey den Getraidearten und andern Gräsern
sind die Blüthen meist in eine Aehre verbunden,
da denn der Staubweg (tab. II. fig. 10. a.) und
die Staubfäden, deren mehrentheils dreye sind
(fig. 10. b.), von den Spelzen umschlossen werden.

§. 199.

Bey den vollkommenern oder eigentlich soge-
nannten Moosen (musci frondosi etc.) ist wie
die wichtigen Entdeckungen des Hrn. D. Hedwig
gelehrt haben, die Aenlichkeit der Befruchtungs-
werkzeuge mit denen bey andern Gewächsen weit
größer als man vorher geglaubt hatte. Das
saubere fast becherförmige Köpfgen (capitulum,
tab
. II. fig. 11. b) enthält gleichsam als Frucht-
knote (§. 187) die kleinen Saamenkörnchen; die
mittelst des kleinen spitzigen Hutes (calyptra
fig
. II. a) der die Stelle des Griffels und der
Narbe (§. 187) vertritt, von dem männlichen
Blumenstaube besondrer theils Rosen- oder
Sternförmiger Theile befruchtet, und nachher
ausgeschüttet werden.

andern irregulär (semiflosculosae); und bey noch
andern sind endlich beiderley Arten von Blümgen
zugleich anzutreffen (radiatae tab. II. fig. 9); da
dann die Blümgen der ersten Art die Mitte des
Fruchtbodens bedecken (fig. 9. a.) und mit denen
von der andern Art am Rande eingefaßt sind
(fig. 9. b).

§. 198.

Bey den Getraidearten und andern Gräsern
sind die Blüthen meist in eine Aehre verbunden,
da denn der Staubweg (tab. II. fig. 10. a.) und
die Staubfäden, deren mehrentheils dreye sind
(fig. 10. b.), von den Spelzen umschlossen werden.

§. 199.

Bey den vollkommenern oder eigentlich soge-
nannten Moosen (musci frondosi etc.) ist wie
die wichtigen Entdeckungen des Hrn. D. Hedwig
gelehrt haben, die Aenlichkeit der Befruchtungs-
werkzeuge mit denen bey andern Gewächsen weit
größer als man vorher geglaubt hatte. Das
saubere fast becherförmige Köpfgen (capitulum,
tab
. II. fig. 11. b) enthält gleichsam als Frucht-
knote (§. 187) die kleinen Saamenkörnchen; die
mittelst des kleinen spitzigen Hutes (calyptra
fig
. II. a) der die Stelle des Griffels und der
Narbe (§. 187) vertritt, von dem männlichen
Blumenstaube besondrer theils Rosen- oder
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[540/0560] andern irregulär (semiflosculosae); und bey noch andern sind endlich beiderley Arten von Blümgen zugleich anzutreffen (radiatae tab. II. fig. 9); da dann die Blümgen der ersten Art die Mitte des Fruchtbodens bedecken (fig. 9. a.) und mit denen von der andern Art am Rande eingefaßt sind (fig. 9. b). §. 198. Bey den Getraidearten und andern Gräsern sind die Blüthen meist in eine Aehre verbunden, da denn der Staubweg (tab. II. fig. 10. a.) und die Staubfäden, deren mehrentheils dreye sind (fig. 10. b.), von den Spelzen umschlossen werden. §. 199. Bey den vollkommenern oder eigentlich soge- nannten Moosen (musci frondosi etc.) ist wie die wichtigen Entdeckungen des Hrn. D. Hedwig gelehrt haben, die Aenlichkeit der Befruchtungs- werkzeuge mit denen bey andern Gewächsen weit größer als man vorher geglaubt hatte. Das saubere fast becherförmige Köpfgen (capitulum, tab. II. fig. 11. b) enthält gleichsam als Frucht- knote (§. 187) die kleinen Saamenkörnchen; die mittelst des kleinen spitzigen Hutes (calyptra fig. II. a) der die Stelle des Griffels und der Narbe (§. 187) vertritt, von dem männlichen Blumenstaube besondrer theils Rosen- oder Sternförmiger Theile befruchtet, und nachher ausgeschüttet werden.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 3. Aufl. Göttingen, 1788, S. 540. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1788/560>, abgerufen am 17.02.2019.