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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 4. Aufl. Göttingen, 1791.

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dern. Sein Fell hat, wie bey manchen Affen, einen
specifiken Geruch, fast nach Ameisenhaufen.



III. BRADYPODA.

Der Bau der Füße und der ganze Habitus
dieser Thiere verräth ihren trägen langsamen
Gang. Meist haben sie wenige Zehen an den
Vorderfüßen, die aber mit großen krummen
Klauen versehen sind, und zum Klettern auf Bäu-
men dienen. Sie sind dick behaart, und durch
zahlreiche aber sehr breite Rippen von innen fast
so gut gepanzert, als die Sclerodermata durch
ihre hornichte Decken von außen.

6. Bradypus. Faulthier. Ignavus. (Fr.
paresseux, Engl. sloth) Caput rotun-
datum, crura antica longiora. Dentes
primores nulli utrinque; laniarii
(?)
obtusi, solitarii; molares cylindrici, obtusi.

1. Tridactylus. der Ai. B. pedibus tridactylis, cauda
brevi. *

Schreber tab. LXIV.

In Guiana etc. Freylich ein äußerst langsames, schwer-
fälliges Geschöpf; was nie mehr als einen Fuß auf Ein
Mahl aufheben, nachher jedes Mahl erst einige Zeit aus-
ruhen, und beständig sein heulendes Ai, wovon es den
Nahmen hat, hören lassen soll. Aber bey aller dieser
Trägheit ist es listig genug um seinen Feinden, zumahl

dern. Sein Fell hat, wie bey manchen Affen, einen
specifiken Geruch, fast nach Ameisenhaufen.



III. BRADYPODA.

Der Bau der Füße und der ganze Habitus
dieser Thiere verräth ihren trägen langsamen
Gang. Meist haben sie wenige Zehen an den
Vorderfüßen, die aber mit großen krummen
Klauen versehen sind, und zum Klettern auf Bäu-
men dienen. Sie sind dick behaart, und durch
zahlreiche aber sehr breite Rippen von innen fast
so gut gepanzert, als die Sclerodermata durch
ihre hornichte Decken von außen.

6. Bradypus. Faulthier. Ignavus. (Fr.
paresseux, Engl. sloth) Caput rotun-
datum, crura antica longiora. Dentes
primores nulli utrinque; laniarii
(?)
obtusi, solitarii; molares cylindrici, obtusi.

1. Tridactylus. der Aï. B. pedibus tridactylis, cauda
brevi. *

Schreber tab. LXIV.

In Guiana ꝛc. Freylich ein äußerst langsames, schwer-
fälliges Geschöpf; was nie mehr als einen Fuß auf Ein
Mahl aufheben, nachher jedes Mahl erst einige Zeit aus-
ruhen, und beständig sein heulendes Aï, wovon es den
Nahmen hat, hören lassen soll. Aber bey aller dieser
Trägheit ist es listig genug um seinen Feinden, zumahl

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[63/0079] dern. Sein Fell hat, wie bey manchen Affen, einen specifiken Geruch, fast nach Ameisenhaufen. III. BRADYPODA. Der Bau der Füße und der ganze Habitus dieser Thiere verräth ihren trägen langsamen Gang. Meist haben sie wenige Zehen an den Vorderfüßen, die aber mit großen krummen Klauen versehen sind, und zum Klettern auf Bäu- men dienen. Sie sind dick behaart, und durch zahlreiche aber sehr breite Rippen von innen fast so gut gepanzert, als die Sclerodermata durch ihre hornichte Decken von außen. 6. Bradypus. Faulthier. Ignavus. (Fr. paresseux, Engl. sloth) Caput rotun- datum, crura antica longiora. Dentes primores nulli utrinque; laniarii (?) obtusi, solitarii; molares cylindrici, obtusi. 1. Tridactylus. der Aï. B. pedibus tridactylis, cauda brevi. * Schreber tab. LXIV. In Guiana ꝛc. Freylich ein äußerst langsames, schwer- fälliges Geschöpf; was nie mehr als einen Fuß auf Ein Mahl aufheben, nachher jedes Mahl erst einige Zeit aus- ruhen, und beständig sein heulendes Aï, wovon es den Nahmen hat, hören lassen soll. Aber bey aller dieser Trägheit ist es listig genug um seinen Feinden, zumahl

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 4. Aufl. Göttingen, 1791, S. 63. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1791/79>, abgerufen am 16.02.2019.