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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 5. Aufl. Göttingen, 1797.

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die überflüßigen Stoffe der Pflanzen, und darun-
ter vorzüglich in der Hellung so viele den Men-
schen und andern rothblütigen Thieren so wohl-
thätige Lebens-Luft (Gas oxygene) ausdun-
sten; andererseits aber sehr viele zu ihrer Selbst-
erhaltung nöthige Stoffe, wässerige Dünste etc.
aus der Atmosphäre einsaugen; mithin einen
sehr beträchtlichen Antheil an der Ernährung der
Gewächse, zugleich aber auch einen so äußerst
wichtigen Einfluß aus die Haushaltung der Natur
im Großen haben.

Anm. Zu den allerkräftigsten stimulis (§. 6), wodurch die
Lebenskräfte der Gewächse zu diesen Verrichtungen
angereizt und ihre Thätigkeit erweckt und unter-
halten wird, gehört Warme, und besonders Licht,
dessen mächtiger Einfluß auf die Vegetation un-
verkennbar ist.

§. 178.

Bey den mehresten Gewächsen der kältern
Himmelstriche sind doch diese so wichtigen
Theile ein vergänglicher Schmuck, womit sie
bloß den Sommer hindurch geziert sind, der hin-
gegen mit Annäherung des Winters vertrocknet,
welkt und theils abfällt. Daß dieses Entblät-
tern hauptsächlich durch den Frost bewirkt werde,
der die Gewächse in ihren Winterschlaf versenkt,
und so wie bey den Thieren den Lauf ihrer Säfte
verzögert, die Gefäße zusammen zieht, so daß die
Blätter nun an ihrer sonstigen Verrichtung ge-
hindert werden und absterben, wird dadurch wohr-
scheinlich, weil die Gewächse der heißen Zonen

die überflüßigen Stoffe der Pflanzen, und darun-
ter vorzüglich in der Hellung so viele den Men-
schen und andern rothblütigen Thieren so wohl-
thätige Lebens-Luft (Gas oxygène) ausdun-
sten; andererseits aber sehr viele zu ihrer Selbst-
erhaltung nöthige Stoffe, wässerige Dünste ꝛc.
aus der Atmosphäre einsaugen; mithin einen
sehr beträchtlichen Antheil an der Ernährung der
Gewächse, zugleich aber auch einen so äußerst
wichtigen Einfluß aus die Haushaltung der Natur
im Großen haben.

Anm. Zu den allerkräftigsten stimulis (§. 6), wodurch die
Lebenskräfte der Gewächse zu diesen Verrichtungen
angereizt und ihre Thätigkeit erweckt und unter-
halten wird, gehört Warme, und besonders Licht,
dessen mächtiger Einfluß auf die Vegetation un-
verkennbar ist.

§. 178.

Bey den mehresten Gewächsen der kältern
Himmelstriche sind doch diese so wichtigen
Theile ein vergänglicher Schmuck, womit sie
bloß den Sommer hindurch geziert sind, der hin-
gegen mit Annäherung des Winters vertrocknet,
welkt und theils abfällt. Daß dieses Entblät-
tern hauptsächlich durch den Frost bewirkt werde,
der die Gewächse in ihren Winterschlaf versenkt,
und so wie bey den Thieren den Lauf ihrer Säfte
verzögert, die Gefäße zusammen zieht, so daß die
Blätter nun an ihrer sonstigen Verrichtung ge-
hindert werden und absterben, wird dadurch wohr-
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[483/0505] die überflüßigen Stoffe der Pflanzen, und darun- ter vorzüglich in der Hellung so viele den Men- schen und andern rothblütigen Thieren so wohl- thätige Lebens-Luft (Gas oxygène) ausdun- sten; andererseits aber sehr viele zu ihrer Selbst- erhaltung nöthige Stoffe, wässerige Dünste ꝛc. aus der Atmosphäre einsaugen; mithin einen sehr beträchtlichen Antheil an der Ernährung der Gewächse, zugleich aber auch einen so äußerst wichtigen Einfluß aus die Haushaltung der Natur im Großen haben. Anm. Zu den allerkräftigsten stimulis (§. 6), wodurch die Lebenskräfte der Gewächse zu diesen Verrichtungen angereizt und ihre Thätigkeit erweckt und unter- halten wird, gehört Warme, und besonders Licht, dessen mächtiger Einfluß auf die Vegetation un- verkennbar ist. §. 178. Bey den mehresten Gewächsen der kältern Himmelstriche sind doch diese so wichtigen Theile ein vergänglicher Schmuck, womit sie bloß den Sommer hindurch geziert sind, der hin- gegen mit Annäherung des Winters vertrocknet, welkt und theils abfällt. Daß dieses Entblät- tern hauptsächlich durch den Frost bewirkt werde, der die Gewächse in ihren Winterschlaf versenkt, und so wie bey den Thieren den Lauf ihrer Säfte verzögert, die Gefäße zusammen zieht, so daß die Blätter nun an ihrer sonstigen Verrichtung ge- hindert werden und absterben, wird dadurch wohr- scheinlich, weil die Gewächse der heißen Zonen

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 5. Aufl. Göttingen, 1797, S. 483. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1797/505>, abgerufen am 22.09.2020.