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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 6. Aufl. Göttingen, 1799.

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pfennige, Hünenthränen (Engl. St. Cuthbert's
beads
) allgemein bekannt, und der Flözkalkstein
mancher Gegenden wimmelt gleichsam davon.

Von einem ähnlichen Geschöpfe scheinen die so-
genannten Schraubensteine (S. 660) herzurühren,
die sich zu Rübeland am Harz, und im Catharin-
burgischen in Sibirien finden.

Der Pentacrinit oder die Medusenpalme*)
besteht aus einem großen, vielarmigen, quastenför-
migen Körper der auf einem gegliederten einfachen
Stängel ohne Aeste sitzt, welcher wenigstens über
8 Fuß lang ist. Dieses merkwürdige Petrefact fand
sich ehedem vorzüglich im bituminosen Mergelschie-
fer bey Boll im Würtenbergischen (S. 591).

Die bekannten Astroiten sind fünfeckige Wirbel
vom gegliederten und dabey ästigen Stängel eines ähn-
lichen, aber noch nicht ganz bekannten Petrefacts.

III) Corallia.

Zumahl 1) Madreporiten in theils Gegenden
als in wahren Corallenriefen der Vorwelt, in uner-
meßlicher Menge und großer Mannigfaltigkeit. So
z. B. im dichten Kalkstein und Marmor (S. 588)
auf dem Saleveberge bey Genf, auf dem Harz bey

*) Eberh. Fr. Hiemeri caput medusae vtpote nouum
diluuii vniuersalis monumentum
. Stuttg. (1724) 4.
Das in dieser seltnen Schrift beschriebe Stück
ist jetzt in der Naturaliensammlung des Hrn. Hofr.
Ebel zu Bremen. Ein kleineres im mannheimer
Cabinet ist in den act. acad. Palatinae T. III. P. phys.
in natürlicher Größe abgebildet. - Die Platte
voller Medusenpalmen, die in dem walchischen
großen Petrefactenwerke T. I. tab. II. b. abgebil-
det ist, befindet sich nun durch die Güte des Hrn.
Hofr. Gmelin in meiner Sammlung.

pfennige, Hünenthränen (Engl. St. Cuthbert's
beads
) allgemein bekannt, und der Flözkalkstein
mancher Gegenden wimmelt gleichsam davon.

Von einem ähnlichen Geschöpfe scheinen die so-
genannten Schraubensteine (S. 660) herzurühren,
die sich zu Rübeland am Harz, und im Catharin-
burgischen in Sibirien finden.

Der Pentacrinit oder die Medusenpalme*)
besteht aus einem großen, vielarmigen, quastenför-
migen Körper der auf einem gegliederten einfachen
Stängel ohne Aeste sitzt, welcher wenigstens über
8 Fuß lang ist. Dieses merkwürdige Petrefact fand
sich ehedem vorzüglich im bituminosen Mergelschie-
fer bey Boll im Würtenbergischen (S. 591).

Die bekannten Astroiten sind fünfeckige Wirbel
vom gegliederten und dabey ästigen Stängel eines ähn-
lichen, aber noch nicht ganz bekannten Petrefacts.

III) Corallia.

Zumahl 1) Madreporiten in theils Gegenden
als in wahren Corallenriefen der Vorwelt, in uner-
meßlicher Menge und großer Mannigfaltigkeit. So
z. B. im dichten Kalkstein und Marmor (S. 588)
auf dem Saleveberge bey Genf, auf dem Harz bey

*) Eberh. Fr. Hiemeri caput medusae vtpote nouum
diluuii vniuersalis monumentum
. Stuttg. (1724) 4.
Das in dieser seltnen Schrift beschriebe Stück
ist jetzt in der Naturaliensammlung des Hrn. Hofr.
Ebel zu Bremen. Ein kleineres im mannheimer
Cabinet ist in den act. acad. Palatinae T. III. P. phys.
in natürlicher Größe abgebildet. – Die Platte
voller Medusenpalmen, die in dem walchischen
großen Petrefactenwerke T. I. tab. II. b. abgebil-
det ist, befindet sich nun durch die Güte des Hrn.
Hofr. Gmelin in meiner Sammlung.
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[705/0729] pfennige, Hünenthränen (Engl. St. Cuthbert's beads) allgemein bekannt, und der Flözkalkstein mancher Gegenden wimmelt gleichsam davon. Von einem ähnlichen Geschöpfe scheinen die so- genannten Schraubensteine (S. 660) herzurühren, die sich zu Rübeland am Harz, und im Catharin- burgischen in Sibirien finden. Der Pentacrinit oder die Medusenpalme *) besteht aus einem großen, vielarmigen, quastenför- migen Körper der auf einem gegliederten einfachen Stängel ohne Aeste sitzt, welcher wenigstens über 8 Fuß lang ist. Dieses merkwürdige Petrefact fand sich ehedem vorzüglich im bituminosen Mergelschie- fer bey Boll im Würtenbergischen (S. 591). Die bekannten Astroiten sind fünfeckige Wirbel vom gegliederten und dabey ästigen Stängel eines ähn- lichen, aber noch nicht ganz bekannten Petrefacts. III) Corallia. Zumahl 1) Madreporiten in theils Gegenden als in wahren Corallenriefen der Vorwelt, in uner- meßlicher Menge und großer Mannigfaltigkeit. So z. B. im dichten Kalkstein und Marmor (S. 588) auf dem Saleveberge bey Genf, auf dem Harz bey *) Eberh. Fr. Hiemeri caput medusae vtpote nouum diluuii vniuersalis monumentum. Stuttg. (1724) 4. Das in dieser seltnen Schrift beschriebe Stück ist jetzt in der Naturaliensammlung des Hrn. Hofr. Ebel zu Bremen. Ein kleineres im mannheimer Cabinet ist in den act. acad. Palatinae T. III. P. phys. in natürlicher Größe abgebildet. – Die Platte voller Medusenpalmen, die in dem walchischen großen Petrefactenwerke T. I. tab. II. b. abgebil- det ist, befindet sich nun durch die Güte des Hrn. Hofr. Gmelin in meiner Sammlung.

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Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

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Dieses Werk stammt vom Projekt „Johann Friedrich Blumenbach – online“ der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Herstellung der Imagedateien des Quelldokuments durch die Utrecht University Library und die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena.

Anmerkungen zur Transkription:

Bei der Zeichenerkennung wurde nach dem von der Akademie gelieferten Dokument "Buchstabenmuster_Blumenbach.doc" modernisiert.

In Absprache mit der Akademie wurden die folgenden Aspekte der Vorlage nicht erfasst:

  • Bogensignaturen und Kustoden
  • Kolumnentitel
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterscheide zugunsten der Identifizeriung von titleParts verzeichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.

Es wurden alle Anführungszeichen übernommen und die Zitate zusätzlich mit q ausgezeichnet. Eine Ausnahme bilden Zitate, bei denen das Anführungszeichen zu Beginn jeder Zeile wiederholt wird. Hier wurden die Wiederholungen des öffenenden Zeichens nicht übernommen, sondern jeweils nur das öffnende und das schließende Zeichen. Das umschließende Element q wurde für diese Zitate über das Attribut type mit dem Wert preline gekennzeichnet.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 6. Aufl. Göttingen, 1799, S. 705. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1799/729>, abgerufen am 18.02.2019.