Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 6. Aufl. Göttingen, 1799.

Bild:
<< vorherige Seite

schlechter*), doch aber außer dem schon beym
Menschengeschlecht angeführten Umständen, in ihrer
ganzen Bildung, besonders auch durch die schma-
len Hüften und platten Lenden, aufs ausfallend
sichtlichste vom Menschen unterschieden.

a) Ungeschwänzte.

1. Troglodytes. der africanische Waldmensch,
Schimpansee, Pongo, Jocko, Barris.
S. nigra, macrocephala, torosa, auriculis
magnis.
**)

Abbild. n. h. Gegenst. tab. II.

Im innern von Angola, Congo etc. und tiefer
landeinwärts; so wie der folgende eigentliche Oran-
utang ungefähr von der Größe eines achtjährigen
Buben.

*) Linne faßte alle Affen, Paviane und Meerkatzen
in ein einziges Geschlecht zusammen Erxleben
vertheilte sie hingegen in fünf. Ich habe mit Ray
hierin das Mittel gehalten, und sie unter drey Ge-
schlechter gebracht, nur daß ich die Gattungen
anders vertheilt, und besonders die americanischen
Meerkatzen, als welche sich durch ihren Totalha-
bitus von allen Affen der alten Welt auszeichnen,
nicht mit diesen vermengt, sondern, so wie auch
Büffon gethan, davon abgesondert habe.
**) Linne, Büffon, Erxleben etc. verwechselten die-
sen afrikanischen Schimpansee mit dem ostindi-
schen Orangutang. Ich habe zuerst vor 22 Jah-
ren gezeigt, daß beide als zwey gänzlich verschie-
dene Gattungen von einander getrennt werden
müssen, und habe daher dem africanischen zum
Unterschied den Gattungsnahmen Troglodites (-
den Linne von einem Unding gebraucht hatte -)
beygelegt.

schlechter*), doch aber außer dem schon beym
Menschengeschlecht angeführten Umständen, in ihrer
ganzen Bildung, besonders auch durch die schma-
len Hüften und platten Lenden, aufs ausfallend
sichtlichste vom Menschen unterschieden.

a) Ungeschwänzte.

1. Troglodytes. der africanische Waldmensch,
Schimpansee, Pongo, Jocko, Barris.
S. nigra, macrocephala, torosa, auriculis
magnis.
**)

Abbild. n. h. Gegenst. tab. II.

Im innern von Angola, Congo ꝛc. und tiefer
landeinwärts; so wie der folgende eigentliche Oran-
utang ungefähr von der Größe eines achtjährigen
Buben.

*) Linné faßte alle Affen, Paviane und Meerkatzen
in ein einziges Geschlecht zusammen Erxleben
vertheilte sie hingegen in fünf. Ich habe mit Ray
hierin das Mittel gehalten, und sie unter drey Ge-
schlechter gebracht, nur daß ich die Gattungen
anders vertheilt, und besonders die americanischen
Meerkatzen, als welche sich durch ihren Totalha-
bitus von allen Affen der alten Welt auszeichnen,
nicht mit diesen vermengt, sondern, so wie auch
Büffon gethan, davon abgesondert habe.
**) Linné, Büffon, Erxleben ꝛc. verwechselten die-
sen afrikanischen Schimpansee mit dem ostindi-
schen Orangutang. Ich habe zuerst vor 22 Jah-
ren gezeigt, daß beide als zwey gänzlich verschie-
dene Gattungen von einander getrennt werden
müssen, und habe daher dem africanischen zum
Unterschied den Gattungsnahmen Troglodites (–
den Linné von einem Unding gebraucht hatte –)
beygelegt.
<TEI xml:lang="de-DE">
  <text xml:id="blume000027">
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p rendition="#l1em"><pb facs="#f0091" xml:id="pb067_0001" n="67"/>
schlechter<note anchored="true" place="foot" n="*)"><p>Linné faßte alle Affen, Paviane und Meerkatzen<lb/>
in ein einziges Geschlecht zusammen Erxleben<lb/>
vertheilte sie hingegen in fünf. Ich habe mit Ray<lb/>
hierin das Mittel gehalten, und sie unter drey Ge-<lb/>
schlechter gebracht, nur daß ich die Gattungen<lb/>
anders vertheilt, und besonders die americanischen<lb/>
Meerkatzen, als welche sich durch ihren Totalha-<lb/>
bitus von allen Affen der alten Welt auszeichnen,<lb/>
nicht mit diesen vermengt, sondern, so wie auch<lb/>
Büffon gethan, davon abgesondert habe.</p></note>, doch aber außer dem schon beym<lb/>
Menschengeschlecht angeführten Umständen, in ihrer<lb/>
ganzen Bildung, besonders auch durch die schma-<lb/>
len Hüften und platten Lenden, aufs ausfallend<lb/>
sichtlichste vom Menschen unterschieden.</p>
            <div n="4">
              <head rendition="#c"><hi rendition="#aq">a</hi>) Ungeschwänzte.</head><lb/>
              <p rendition="#indent-2">1. <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">Troglodytes</hi></hi>. der africanische Waldmensch,<lb/>
Schimpansee, Pongo, Jocko, Barris.<lb/><hi rendition="#aq">S. nigra, macrocephala, torosa, auriculis<lb/>
magnis.</hi> <note anchored="true" place="foot" n="**)"><p>Linné, Büffon, Erxleben &#xA75B;c. verwechselten die-<lb/>
sen afrikanischen Schimpansee mit dem ostindi-<lb/>
schen Orangutang. Ich habe zuerst vor 22 Jah-<lb/>
ren gezeigt, daß beide als zwey gänzlich verschie-<lb/>
dene Gattungen von einander getrennt werden<lb/>
müssen, und habe daher dem africanischen zum<lb/>
Unterschied den Gattungsnahmen <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">Troglodites</hi></hi> (&#x2013;<lb/>
den Linné von einem Unding gebraucht hatte &#x2013;)<lb/>
beygelegt.</p></note>
  </p>
              <p rendition="#l2em"><hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Abbild. n. h. Gegenst.</hi> tab.</hi> II.</p>
              <p rendition="#l1em">Im innern von Angola, Congo &#xA75B;c. und tiefer<lb/>
landeinwärts; so wie der folgende eigentliche Oran-<lb/>
utang ungefähr von der Größe eines achtjährigen<lb/>
Buben.</p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[67/0091] schlechter *), doch aber außer dem schon beym Menschengeschlecht angeführten Umständen, in ihrer ganzen Bildung, besonders auch durch die schma- len Hüften und platten Lenden, aufs ausfallend sichtlichste vom Menschen unterschieden. a) Ungeschwänzte. 1. Troglodytes. der africanische Waldmensch, Schimpansee, Pongo, Jocko, Barris. S. nigra, macrocephala, torosa, auriculis magnis. **) Abbild. n. h. Gegenst. tab. II. Im innern von Angola, Congo ꝛc. und tiefer landeinwärts; so wie der folgende eigentliche Oran- utang ungefähr von der Größe eines achtjährigen Buben. *) Linné faßte alle Affen, Paviane und Meerkatzen in ein einziges Geschlecht zusammen Erxleben vertheilte sie hingegen in fünf. Ich habe mit Ray hierin das Mittel gehalten, und sie unter drey Ge- schlechter gebracht, nur daß ich die Gattungen anders vertheilt, und besonders die americanischen Meerkatzen, als welche sich durch ihren Totalha- bitus von allen Affen der alten Welt auszeichnen, nicht mit diesen vermengt, sondern, so wie auch Büffon gethan, davon abgesondert habe. **) Linné, Büffon, Erxleben ꝛc. verwechselten die- sen afrikanischen Schimpansee mit dem ostindi- schen Orangutang. Ich habe zuerst vor 22 Jah- ren gezeigt, daß beide als zwey gänzlich verschie- dene Gattungen von einander getrennt werden müssen, und habe daher dem africanischen zum Unterschied den Gattungsnahmen Troglodites (– den Linné von einem Unding gebraucht hatte –) beygelegt.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Weitere Informationen:

Dieses Werk stammt vom Projekt „Johann Friedrich Blumenbach – online“ der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Herstellung der Imagedateien des Quelldokuments durch die Utrecht University Library und die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena.

Anmerkungen zur Transkription:

Bei der Zeichenerkennung wurde nach dem von der Akademie gelieferten Dokument "Buchstabenmuster_Blumenbach.doc" modernisiert.

In Absprache mit der Akademie wurden die folgenden Aspekte der Vorlage nicht erfasst:

  • Bogensignaturen und Kustoden
  • Kolumnentitel
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterscheide zugunsten der Identifizeriung von titleParts verzeichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.

Es wurden alle Anführungszeichen übernommen und die Zitate zusätzlich mit q ausgezeichnet. Eine Ausnahme bilden Zitate, bei denen das Anführungszeichen zu Beginn jeder Zeile wiederholt wird. Hier wurden die Wiederholungen des öffenenden Zeichens nicht übernommen, sondern jeweils nur das öffnende und das schließende Zeichen. Das umschließende Element q wurde für diese Zitate über das Attribut type mit dem Wert preline gekennzeichnet.

Weiche und harte Zeilentrennungen wurden als 002D übernommen. Weiche Zeilentrennungen wurden über die Ergänzung eines Attributwertes von den harten Trennungen unterscheiden: lb type="inWord". Erstreckt sich die Worttrennung über einen Seitenumbruch steht das Element pb direkt hinter dem schließenden lb type="inWord" bzw. lb.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1799
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1799/91
Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 6. Aufl. Göttingen, 1799, S. 67. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1799/91>, abgerufen am 20.02.2019.