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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Bech
berufener Dichter zu erfreuen hatten.
Jm Alter von 20 Jahren ging er auf
die Wanderschaft, bereiste Mittel- und
Westdeutschland, sowie einen Teil der
Schweiz und Österreichs, arbeitete
längere Zeit in Küstrin, Köln und
Schwerin und kehrte dann nach Kös-
lin zurück, wo er sich als Meister
dauernd niederließ und noch jetzt lebt.

S:

Erlebtes und Erträumtes (Ge.,
hrsg. von Karl Schrattenthal), 1896.

Bechler, Anna,

geb. in Stuttgart
als Tochter des Geologen und Ver-
messungsingenieurs Gustav B., kam
mit ihrer Familie 1883 nach den Ver-
ein. Staaten von Nordamerika, wo
der Vater in amerikan. Staatsdiensten
tätig war und teils in Washington,
Philadelphia und Neuyork Wohnsitz
hatte. Jn Neuyork schrieb Anna B.
für die dortige Staatszeitung kleine
Novellen u. Skizzen aus dem Frauen-
leben. Nach dem Tode des Vaters
(1893) kehrte die Familie nach Deutsch-
land zurück und lebte die Schrift-
stellerin erst in Dresden, jetzt in Lud-
wigsburg in Württemberg.

S:

Er-
zählungen aus der Heimat, 1902. -
Jm Favorite-Park (N.), 1906.

Bechstein, Ludwig,

wurde am
24. Novbr. 1801 zu Weimar als der
Sohn eines französischen Offiziers u.
einer Mutter aus hochangesehenem
Bürgerhause geboren und, früh ver-
waist, in dem Hause seines Oheims,
des berühmten Naturforschers Jo-
hann Matth. Bechstein zu Dreißigacker
erzogen. Bis zu seinem 17. Jahre be-
suchte er das Gymnasium zu Meinin-
gen, verließ aber in gekränktem Ehr-
geize die Anstalt und trat als Lehrling
in eine Apotheke zu Arnstadt in Thü-
ringen ein. Hier sah er sich bald von
Verhältnissen u. einer Lage begünstigt,
die ihn auf das innigste mit der Natur
u. Poesie befreundete. Fortwährend
seine Mußestunden zu dichterischen
Produktionen benutzend, ward er Mit-
arbeiter an verschiedenen Zeitschrif-
ten. Zuletzt Gehülfe in Salzungen,
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Bech
war er fast zehn Jahre lang seinem
gewählten Berufe treu geblieben, als
der regierende Herzog von Sachsen-
Meiningen durch die von B. 1828 ver-
öffentlichten "Sonettenkränze" auf
den Dichter aufmerksam wurde und
ihm die Mittel gewährte, auf Uni-
versitäten sich weiter fortzubilden. B.
ging um Ostern 1829 nach Leipzig,
wo er Philosophie, Literatur u. Ge-
schichte studierte, sich dem Kreise der
Literaten anschloß und Mitglied der
deutschen Gesellschaft wurde. Jm
Herbst 1830 begab er sich nach Mün-
chen, wo er mit Maßmann, Duller,
Spindler, Pocci, Chezy und andern
Gelehrten u. Dichtern verkehrte, und
ging nach neun Monaten in seine Hei-
mat zurück. Jm Jahre 1831 ernannte
ihn der Herzog zum Kabinettsbiblio-
thekar und zum zweiten Bibliothekar
der herzogl. öffentlichen Bibliothek,
an der er 1833 die erste Stelle erhielt.
Seit 1840 Hofrat, wurde er 1844 als
Gehülfe am hennebergischen Gesamt-
Archiv angestellt und 1848 zum Archi-
var desselben ernannt. Jn dieser
Stellung blieb er bis zu seinem am
14. Mai 1860 erfolgten Tode. Jm
Jahre 1835 hatte er mit Ed. Duller
und O. L. B. Wolff eine Reise nach
Brüssel und Paris unternommen, die
er in seinen "Reisetagen" (II, 1836)
schilderte, während er über seine 1855
nach Oberitalien gerichtete Reise die
poetisch. Reisebilder "Villa Carlotta"
schrieb.

S:

Thüringische Volksmär-
chen von C. Bechstein (pseud.), 1823.
- Sonettenkränze, 1828. - Märchen-
bilder und Erzählungen, 1829. - Die
Weissagung der Libussa (R.); II. 1829.
- Die Haimonskinder (G.), 1830. -
Erzählungen und Phantasiestücke; IV,
1831. - Der Totentanz (G.), 1831. -
Novellen und Phantasiegemälde; II,
1832. - Arabesken, 1832. - Der Sonn-
tag (G.), 1833. - Faustus (G.), 1833.
- Grimmenthal (Romant. Zeitbild),
1833. - Das tolle Jahr (R.); III.
1833. - Luther (G.), 1834. - Der

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Bech
berufener Dichter zu erfreuen hatten.
Jm Alter von 20 Jahren ging er auf
die Wanderſchaft, bereiſte Mittel- und
Weſtdeutſchland, ſowie einen Teil der
Schweiz und Öſterreichs, arbeitete
längere Zeit in Küſtrin, Köln und
Schwerin und kehrte dann nach Kös-
lin zurück, wo er ſich als Meiſter
dauernd niederließ und noch jetzt lebt.

S:

Erlebtes und Erträumtes (Ge.,
hrsg. von Karl Schrattenthal), 1896.

Bechler, Anna,

geb. in Stuttgart
als Tochter des Geologen und Ver-
meſſungsingenieurs Guſtav B., kam
mit ihrer Familie 1883 nach den Ver-
ein. Staaten von Nordamerika, wo
der Vater in amerikan. Staatsdienſten
tätig war und teils in Waſhington,
Philadelphia und Neuyork Wohnſitz
hatte. Jn Neuyork ſchrieb Anna B.
für die dortige Staatszeitung kleine
Novellen u. Skizzen aus dem Frauen-
leben. Nach dem Tode des Vaters
(1893) kehrte die Familie nach Deutſch-
land zurück und lebte die Schrift-
ſtellerin erſt in Dresden, jetzt in Lud-
wigsburg in Württemberg.

S:

Er-
zählungen aus der Heimat, 1902. –
Jm Favorite-Park (N.), 1906.

Bechſtein, Ludwig,

wurde am
24. Novbr. 1801 zu Weimar als der
Sohn eines franzöſiſchen Offiziers u.
einer Mutter aus hochangeſehenem
Bürgerhauſe geboren und, früh ver-
waiſt, in dem Hauſe ſeines Oheims,
des berühmten Naturforſchers Jo-
hann Matth. Bechſtein zu Dreißigacker
erzogen. Bis zu ſeinem 17. Jahre be-
ſuchte er das Gymnaſium zu Meinin-
gen, verließ aber in gekränktem Ehr-
geize die Anſtalt und trat als Lehrling
in eine Apotheke zu Arnſtadt in Thü-
ringen ein. Hier ſah er ſich bald von
Verhältniſſen u. einer Lage begünſtigt,
die ihn auf das innigſte mit der Natur
u. Poeſie befreundete. Fortwährend
ſeine Mußeſtunden zu dichteriſchen
Produktionen benutzend, ward er Mit-
arbeiter an verſchiedenen Zeitſchrif-
ten. Zuletzt Gehülfe in Salzungen,
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Bech
war er faſt zehn Jahre lang ſeinem
gewählten Berufe treu geblieben, als
der regierende Herzog von Sachſen-
Meiningen durch die von B. 1828 ver-
öffentlichten „Sonettenkränze“ auf
den Dichter aufmerkſam wurde und
ihm die Mittel gewährte, auf Uni-
verſitäten ſich weiter fortzubilden. B.
ging um Oſtern 1829 nach Leipzig,
wo er Philoſophie, Literatur u. Ge-
ſchichte ſtudierte, ſich dem Kreiſe der
Literaten anſchloß und Mitglied der
deutſchen Geſellſchaft wurde. Jm
Herbſt 1830 begab er ſich nach Mün-
chen, wo er mit Maßmann, Duller,
Spindler, Pocci, Chézy und andern
Gelehrten u. Dichtern verkehrte, und
ging nach neun Monaten in ſeine Hei-
mat zurück. Jm Jahre 1831 ernannte
ihn der Herzog zum Kabinettsbiblio-
thekar und zum zweiten Bibliothekar
der herzogl. öffentlichen Bibliothek,
an der er 1833 die erſte Stelle erhielt.
Seit 1840 Hofrat, wurde er 1844 als
Gehülfe am hennebergiſchen Geſamt-
Archiv angeſtellt und 1848 zum Archi-
var desſelben ernannt. Jn dieſer
Stellung blieb er bis zu ſeinem am
14. Mai 1860 erfolgten Tode. Jm
Jahre 1835 hatte er mit Ed. Duller
und O. L. B. Wolff eine Reiſe nach
Brüſſel und Paris unternommen, die
er in ſeinen „Reiſetagen“ (II, 1836)
ſchilderte, während er über ſeine 1855
nach Oberitalien gerichtete Reiſe die
poetiſch. Reiſebilder „Villa Carlotta“
ſchrieb.

S:

Thüringiſche Volksmär-
chen von C. Bechſtein (pſeud.), 1823.
– Sonettenkränze, 1828. – Märchen-
bilder und Erzählungen, 1829. – Die
Weisſagung der Libuſſa (R.); II. 1829.
– Die Haimonskinder (G.), 1830. –
Erzählungen und Phantaſieſtücke; IV,
1831. – Der Totentanz (G.), 1831. –
Novellen und Phantaſiegemälde; II,
1832. – Arabesken, 1832. – Der Sonn-
tag (G.), 1833. – Fauſtus (G.), 1833.
– Grimmenthal (Romant. Zeitbild),
1833. – Das tolle Jahr (R.); III.
1833. – Luther (G.), 1834. – Der

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[155/0159] Bech Bech berufener Dichter zu erfreuen hatten. Jm Alter von 20 Jahren ging er auf die Wanderſchaft, bereiſte Mittel- und Weſtdeutſchland, ſowie einen Teil der Schweiz und Öſterreichs, arbeitete längere Zeit in Küſtrin, Köln und Schwerin und kehrte dann nach Kös- lin zurück, wo er ſich als Meiſter dauernd niederließ und noch jetzt lebt. S: Erlebtes und Erträumtes (Ge., hrsg. von Karl Schrattenthal), 1896. Bechler, Anna, geb. in Stuttgart als Tochter des Geologen und Ver- meſſungsingenieurs Guſtav B., kam mit ihrer Familie 1883 nach den Ver- ein. Staaten von Nordamerika, wo der Vater in amerikan. Staatsdienſten tätig war und teils in Waſhington, Philadelphia und Neuyork Wohnſitz hatte. Jn Neuyork ſchrieb Anna B. für die dortige Staatszeitung kleine Novellen u. Skizzen aus dem Frauen- leben. Nach dem Tode des Vaters (1893) kehrte die Familie nach Deutſch- land zurück und lebte die Schrift- ſtellerin erſt in Dresden, jetzt in Lud- wigsburg in Württemberg. S: Er- zählungen aus der Heimat, 1902. – Jm Favorite-Park (N.), 1906. Bechſtein, Ludwig, wurde am 24. Novbr. 1801 zu Weimar als der Sohn eines franzöſiſchen Offiziers u. einer Mutter aus hochangeſehenem Bürgerhauſe geboren und, früh ver- waiſt, in dem Hauſe ſeines Oheims, des berühmten Naturforſchers Jo- hann Matth. Bechſtein zu Dreißigacker erzogen. Bis zu ſeinem 17. Jahre be- ſuchte er das Gymnaſium zu Meinin- gen, verließ aber in gekränktem Ehr- geize die Anſtalt und trat als Lehrling in eine Apotheke zu Arnſtadt in Thü- ringen ein. Hier ſah er ſich bald von Verhältniſſen u. einer Lage begünſtigt, die ihn auf das innigſte mit der Natur u. Poeſie befreundete. Fortwährend ſeine Mußeſtunden zu dichteriſchen Produktionen benutzend, ward er Mit- arbeiter an verſchiedenen Zeitſchrif- ten. Zuletzt Gehülfe in Salzungen, war er faſt zehn Jahre lang ſeinem gewählten Berufe treu geblieben, als der regierende Herzog von Sachſen- Meiningen durch die von B. 1828 ver- öffentlichten „Sonettenkränze“ auf den Dichter aufmerkſam wurde und ihm die Mittel gewährte, auf Uni- verſitäten ſich weiter fortzubilden. B. ging um Oſtern 1829 nach Leipzig, wo er Philoſophie, Literatur u. Ge- ſchichte ſtudierte, ſich dem Kreiſe der Literaten anſchloß und Mitglied der deutſchen Geſellſchaft wurde. Jm Herbſt 1830 begab er ſich nach Mün- chen, wo er mit Maßmann, Duller, Spindler, Pocci, Chézy und andern Gelehrten u. Dichtern verkehrte, und ging nach neun Monaten in ſeine Hei- mat zurück. Jm Jahre 1831 ernannte ihn der Herzog zum Kabinettsbiblio- thekar und zum zweiten Bibliothekar der herzogl. öffentlichen Bibliothek, an der er 1833 die erſte Stelle erhielt. Seit 1840 Hofrat, wurde er 1844 als Gehülfe am hennebergiſchen Geſamt- Archiv angeſtellt und 1848 zum Archi- var desſelben ernannt. Jn dieſer Stellung blieb er bis zu ſeinem am 14. Mai 1860 erfolgten Tode. Jm Jahre 1835 hatte er mit Ed. Duller und O. L. B. Wolff eine Reiſe nach Brüſſel und Paris unternommen, die er in ſeinen „Reiſetagen“ (II, 1836) ſchilderte, während er über ſeine 1855 nach Oberitalien gerichtete Reiſe die poetiſch. Reiſebilder „Villa Carlotta“ ſchrieb. S: Thüringiſche Volksmär- chen von C. Bechſtein (pſeud.), 1823. – Sonettenkränze, 1828. – Märchen- bilder und Erzählungen, 1829. – Die Weisſagung der Libuſſa (R.); II. 1829. – Die Haimonskinder (G.), 1830. – Erzählungen und Phantaſieſtücke; IV, 1831. – Der Totentanz (G.), 1831. – Novellen und Phantaſiegemälde; II, 1832. – Arabesken, 1832. – Der Sonn- tag (G.), 1833. – Fauſtus (G.), 1833. – Grimmenthal (Romant. Zeitbild), 1833. – Das tolle Jahr (R.); III. 1833. – Luther (G.), 1834. – Der *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 155. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/159>, abgerufen am 21.03.2019.