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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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25. Dezbr. 1841 während einer Be-
suchsreise ihrer Eltern auf einem
Schlosse in Russisch-Polen geboren.
Jhren Vater, welcher Offizier in preu-
ßischen Diensten war, verlor sie sehr
früh, und wegen der hierdurch er-
folgten Veränderung ihrer äußeren
Lebensverhältnisse wurde sie in ihrem
Studium der Musik, wozu sie schon
als Kind sehr große Neigung u. Ta-
lent gezeigt, unterbrochen. Sie wen-
dete sich nunmehr der Literatur zu;
aber erst, nachdem sie ihren Bräuti-
gam, einen Freiherrn von Wolfers-
dorff, kurz vor der Hochzeit durch den
Tod verloren hatte, entschloß sie sich,
von dem Bestreben geleitet, eine selb-
ständige Lebensstellung zu erlangen,
zu schriftstellerischen Arbeiten. Jm
Jahre 1869 siedelte sie von Berlin,
wo sie bis dahin geweilt, nach Wien
über, um die Redaktion des Feuille-
tons einer großen Zeitung zu über-
nehmen, für welche sie bereits eine
Reihe novellistischer Arbeiten und
Essays geschrieben hatte. Seit 1882
lebt sie in Venedig.

S:

Die schwarze
Käthe (R.); III, 1868. - Schloß Teu-
felsburg (R.); III, 1873. - Das Sün-
denerbe (R.); III, 1874. - Hildegard
(R.), 1875. - Gesammelte Novellen
u. Erzählungen; II, 1875. (Jnhalt:
I. Liebeszauber. - II. Licht- u. Schat-
tenbilder a. d. Lebensbuche.) - Blaues
Blut (E.), 1876. - Falsche Ehre (E.),
1876. - Ohne Geleit (E.), 1876. -
Das Kreuz am Wege (N.), 1876. -
Eine romantische Liebesgeschichte,
1876. - Ein Schrei (N.), 1876. - Mo-
derne Sirenen (Federzeichngn.), 1876.
- Bon voyage (E.), 1876. - Das Ge-
heimnis des roten Turmes (R.), 1880.
- Die Hexe von Wrostowa (R.), 1880.
- Aus dem Leben der Armen (En. u.
Sk.), 1882. - Der Erbonkel (Charak-
terbilder), 1882. - Ohne Fehl (R.),
1885. - Der Doppelgänger (N.), 1886.
2. A. 1899. - Ein Dämon (N.), 1887.
- Durch Nacht zum Licht. Gold-
schmieds Töchterlein (2 Nn.), 1888. -
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Blu
Die Stieftochter (N.), 1891. - Tristan
und Jsolde (R.), 1892. - Die rote
Locke (R.); II, 1899. - Der gläserne
Pantoffel (Krim.-R.), 1905. - Jn
eigener Schlinge (R.), 1907. - Der
Ehrenpunkt (N.), 1908.

*Blum, Max,

* am 23. Dez. 1864
zu Wohkuhl in Mecklenburg-Strelitz
als der Sohn eines Landmannes, be-
suchte seit seinem neunten Jahre das
Gymnasium zu Neustrelitz und wid-
mete sich dann dem Kaufmannsstande.
Widerwille gegen diesen Beruf bewog
ihn aber bald, denselben aufzugeben,
um sich ganz der Schriftstellerei hin-
geben zu können. Er lebte im letzten
Jahrzehnt in Berlin u. starb daselbst
am 6. Novbr. 1902.

S:

Vom Felde
der Liebe (G.), 1887. - Kettlich' Kin-
ner, 1891. - De Prügelreis', 1892. -
Spaßig Läuschen, 1892. - De Pup-
penspäler (Hum. in Mecklenb. Platt),
1893. - Krut un Röben (Rimels),
1894. - Voßen sin Polterabend (Hum.
in Mecklenb. Platt), 1896. - De dulle
Prinz. Sin Lewen un sin Driwen,
1899. - Wat de Wind vertellt (Läu-
schen in plattd. Mdt.), 1895.

*Blum, Richard,

geb. am 13. Febr.
1880 in Kolmar im Elsaß, durchlief
nach Versetzung seines Vaters, eines
reichsländischen Beamten, zuerst die
Klassen des Progymnasiums in Thann
i. Els., und 1896-99 das Gymnasium
in Mülhausen i. E., worauf er, durch
gewisse Umstände bestimmt, die Tech-
nische Hochschule in Stuttgart bezog,
um Tiefbau zu studieren, war nach
Beendigung des Studiums auch drei
Jahre in seinem Fache praktisch tätig.
Doch schon während dieser Zeit trat
seine Neigung zum schriftstellerischen
Berufe immer stärker hervor. So rief
er im Herbst 1903 den Stuttgarter
Verlag "Heimdall" ins Leben, grün-
dete am 1. Januar 1904 die deutsch-
nationale Monatsschrift "Schwarz-
Rot-Gold" und redigierte seit Ende
1904 die "Volksschriften zur Aufklä-
rung über natürliche Lebensweise".

*


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Blu
25. Dezbr. 1841 während einer Be-
ſuchsreiſe ihrer Eltern auf einem
Schloſſe in Ruſſiſch-Polen geboren.
Jhren Vater, welcher Offizier in preu-
ßiſchen Dienſten war, verlor ſie ſehr
früh, und wegen der hierdurch er-
folgten Veränderung ihrer äußeren
Lebensverhältniſſe wurde ſie in ihrem
Studium der Muſik, wozu ſie ſchon
als Kind ſehr große Neigung u. Ta-
lent gezeigt, unterbrochen. Sie wen-
dete ſich nunmehr der Literatur zu;
aber erſt, nachdem ſie ihren Bräuti-
gam, einen Freiherrn von Wolfers-
dorff, kurz vor der Hochzeit durch den
Tod verloren hatte, entſchloß ſie ſich,
von dem Beſtreben geleitet, eine ſelb-
ſtändige Lebensſtellung zu erlangen,
zu ſchriftſtelleriſchen Arbeiten. Jm
Jahre 1869 ſiedelte ſie von Berlin,
wo ſie bis dahin geweilt, nach Wien
über, um die Redaktion des Feuille-
tons einer großen Zeitung zu über-
nehmen, für welche ſie bereits eine
Reihe novelliſtiſcher Arbeiten und
Eſſays geſchrieben hatte. Seit 1882
lebt ſie in Venedig.

S:

Die ſchwarze
Käthe (R.); III, 1868. – Schloß Teu-
felsburg (R.); III, 1873. – Das Sün-
denerbe (R.); III, 1874. – Hildegard
(R.), 1875. – Geſammelte Novellen
u. Erzählungen; II, 1875. (Jnhalt:
I. Liebeszauber. – II. Licht- u. Schat-
tenbilder a. d. Lebensbuche.) – Blaues
Blut (E.), 1876. – Falſche Ehre (E.),
1876. – Ohne Geleit (E.), 1876. –
Das Kreuz am Wege (N.), 1876. –
Eine romantiſche Liebesgeſchichte,
1876. – Ein Schrei (N.), 1876. – Mo-
derne Sirenen (Federzeichngn.), 1876.
Bon voyage (E.), 1876. – Das Ge-
heimnis des roten Turmes (R.), 1880.
– Die Hexe von Wroſtowa (R.), 1880.
– Aus dem Leben der Armen (En. u.
Sk.), 1882. – Der Erbonkel (Charak-
terbilder), 1882. – Ohne Fehl (R.),
1885. – Der Doppelgänger (N.), 1886.
2. A. 1899. – Ein Dämon (N.), 1887.
– Durch Nacht zum Licht. Gold-
ſchmieds Töchterlein (2 Nn.), 1888. –
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Blu
Die Stieftochter (N.), 1891. – Triſtan
und Jſolde (R.), 1892. – Die rote
Locke (R.); II, 1899. – Der gläſerne
Pantoffel (Krim.-R.), 1905. – Jn
eigener Schlinge (R.), 1907. – Der
Ehrenpunkt (N.), 1908.

*Blum, Max,

* am 23. Dez. 1864
zu Wohkuhl in Mecklenburg-Strelitz
als der Sohn eines Landmannes, be-
ſuchte ſeit ſeinem neunten Jahre das
Gymnaſium zu Neuſtrelitz und wid-
mete ſich dann dem Kaufmannsſtande.
Widerwille gegen dieſen Beruf bewog
ihn aber bald, denſelben aufzugeben,
um ſich ganz der Schriftſtellerei hin-
geben zu können. Er lebte im letzten
Jahrzehnt in Berlin u. ſtarb daſelbſt
am 6. Novbr. 1902.

S:

Vom Felde
der Liebe (G.), 1887. – Kettlich’ Kin-
ner, 1891. – De Prügelreiſ’, 1892. –
Spaßig Läuſchen, 1892. – De Pup-
penſpäler (Hum. in Mecklenb. Platt),
1893. – Krut un Röben (Rimels),
1894. – Voßen ſin Polterabend (Hum.
in Mecklenb. Platt), 1896. – De dulle
Prinz. Sin Lewen un ſin Driwen,
1899. – Wat de Wind vertellt (Läu-
ſchen in plattd. Mdt.), 1895.

*Blum, Richard,

geb. am 13. Febr.
1880 in Kolmar im Elſaß, durchlief
nach Verſetzung ſeines Vaters, eines
reichsländiſchen Beamten, zuerſt die
Klaſſen des Progymnaſiums in Thann
i. Elſ., und 1896–99 das Gymnaſium
in Mülhauſen i. E., worauf er, durch
gewiſſe Umſtände beſtimmt, die Tech-
niſche Hochſchule in Stuttgart bezog,
um Tiefbau zu ſtudieren, war nach
Beendigung des Studiums auch drei
Jahre in ſeinem Fache praktiſch tätig.
Doch ſchon während dieſer Zeit trat
ſeine Neigung zum ſchriftſtelleriſchen
Berufe immer ſtärker hervor. So rief
er im Herbſt 1903 den Stuttgarter
Verlag „Heimdall“ ins Leben, grün-
dete am 1. Januar 1904 die deutſch-
nationale Monatsſchrift „Schwarz-
Rot-Gold“ und redigierte ſeit Ende
1904 die „Volksſchriften zur Aufklä-
rung über natürliche Lebensweiſe“.

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[263/0267] Blu Blu 25. Dezbr. 1841 während einer Be- ſuchsreiſe ihrer Eltern auf einem Schloſſe in Ruſſiſch-Polen geboren. Jhren Vater, welcher Offizier in preu- ßiſchen Dienſten war, verlor ſie ſehr früh, und wegen der hierdurch er- folgten Veränderung ihrer äußeren Lebensverhältniſſe wurde ſie in ihrem Studium der Muſik, wozu ſie ſchon als Kind ſehr große Neigung u. Ta- lent gezeigt, unterbrochen. Sie wen- dete ſich nunmehr der Literatur zu; aber erſt, nachdem ſie ihren Bräuti- gam, einen Freiherrn von Wolfers- dorff, kurz vor der Hochzeit durch den Tod verloren hatte, entſchloß ſie ſich, von dem Beſtreben geleitet, eine ſelb- ſtändige Lebensſtellung zu erlangen, zu ſchriftſtelleriſchen Arbeiten. Jm Jahre 1869 ſiedelte ſie von Berlin, wo ſie bis dahin geweilt, nach Wien über, um die Redaktion des Feuille- tons einer großen Zeitung zu über- nehmen, für welche ſie bereits eine Reihe novelliſtiſcher Arbeiten und Eſſays geſchrieben hatte. Seit 1882 lebt ſie in Venedig. S: Die ſchwarze Käthe (R.); III, 1868. – Schloß Teu- felsburg (R.); III, 1873. – Das Sün- denerbe (R.); III, 1874. – Hildegard (R.), 1875. – Geſammelte Novellen u. Erzählungen; II, 1875. (Jnhalt: I. Liebeszauber. – II. Licht- u. Schat- tenbilder a. d. Lebensbuche.) – Blaues Blut (E.), 1876. – Falſche Ehre (E.), 1876. – Ohne Geleit (E.), 1876. – Das Kreuz am Wege (N.), 1876. – Eine romantiſche Liebesgeſchichte, 1876. – Ein Schrei (N.), 1876. – Mo- derne Sirenen (Federzeichngn.), 1876. – Bon voyage (E.), 1876. – Das Ge- heimnis des roten Turmes (R.), 1880. – Die Hexe von Wroſtowa (R.), 1880. – Aus dem Leben der Armen (En. u. Sk.), 1882. – Der Erbonkel (Charak- terbilder), 1882. – Ohne Fehl (R.), 1885. – Der Doppelgänger (N.), 1886. 2. A. 1899. – Ein Dämon (N.), 1887. – Durch Nacht zum Licht. Gold- ſchmieds Töchterlein (2 Nn.), 1888. – Die Stieftochter (N.), 1891. – Triſtan und Jſolde (R.), 1892. – Die rote Locke (R.); II, 1899. – Der gläſerne Pantoffel (Krim.-R.), 1905. – Jn eigener Schlinge (R.), 1907. – Der Ehrenpunkt (N.), 1908. *Blum, Max, * am 23. Dez. 1864 zu Wohkuhl in Mecklenburg-Strelitz als der Sohn eines Landmannes, be- ſuchte ſeit ſeinem neunten Jahre das Gymnaſium zu Neuſtrelitz und wid- mete ſich dann dem Kaufmannsſtande. Widerwille gegen dieſen Beruf bewog ihn aber bald, denſelben aufzugeben, um ſich ganz der Schriftſtellerei hin- geben zu können. Er lebte im letzten Jahrzehnt in Berlin u. ſtarb daſelbſt am 6. Novbr. 1902. S: Vom Felde der Liebe (G.), 1887. – Kettlich’ Kin- ner, 1891. – De Prügelreiſ’, 1892. – Spaßig Läuſchen, 1892. – De Pup- penſpäler (Hum. in Mecklenb. Platt), 1893. – Krut un Röben (Rimels), 1894. – Voßen ſin Polterabend (Hum. in Mecklenb. Platt), 1896. – De dulle Prinz. Sin Lewen un ſin Driwen, 1899. – Wat de Wind vertellt (Läu- ſchen in plattd. Mdt.), 1895. *Blum, Richard, geb. am 13. Febr. 1880 in Kolmar im Elſaß, durchlief nach Verſetzung ſeines Vaters, eines reichsländiſchen Beamten, zuerſt die Klaſſen des Progymnaſiums in Thann i. Elſ., und 1896–99 das Gymnaſium in Mülhauſen i. E., worauf er, durch gewiſſe Umſtände beſtimmt, die Tech- niſche Hochſchule in Stuttgart bezog, um Tiefbau zu ſtudieren, war nach Beendigung des Studiums auch drei Jahre in ſeinem Fache praktiſch tätig. Doch ſchon während dieſer Zeit trat ſeine Neigung zum ſchriftſtelleriſchen Berufe immer ſtärker hervor. So rief er im Herbſt 1903 den Stuttgarter Verlag „Heimdall“ ins Leben, grün- dete am 1. Januar 1904 die deutſch- nationale Monatsſchrift „Schwarz- Rot-Gold“ und redigierte ſeit Ende 1904 die „Volksſchriften zur Aufklä- rung über natürliche Lebensweiſe“. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 263. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/267>, abgerufen am 20.03.2019.