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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Böh
mehrere Semester eine gründliche
Ausbildung in der Musik. Letztere
trat dann später hinter der Poesie
zurück, als verschiedene Dichtungen
des jungen Mädchens hier und da in
Zeitungen u. Zeitschriften Aufnahme
fanden, und jetzt widmet sie sich ganz
der Schriftstellerei. Sie lebt noch in
Frankfurt a. M.

S:

Genesung (Ge.),
1904.

*Böhlje, Georg,

geb. am 8. März
1867 zu Halstrup im Oldenburgischen
als der Sohn eines Müllers u. Land-
wirts, der später die Mühle in Burg-
forde bei Westerstede erwarb, verlebte
hier seine Jugend und besuchte die
Dorfschule in dem benachbarten Lins-
wege. Nach seiner Konfirmation ver-
suchte er sich erst in den Beruf eines
Kaufmannes, dann eines Schreibers
hineinzuleben, aber mit wenig Erfolg,
so daß er sich zur Auswanderung nach
Amerika entschloß. Eine ältere Schwe-
ster begleitete ihn. Jn Springfield
fand er einen Platz als zweiter Kas-
sierer in einem großen kaufmännischen
Geschäft, bis ihn ein neurasthenisches
Leiden nach 21/2 Jahren zwang, ins
Elternhaus zurückzukehren. Da der
Vater kränklich geworden war, so
übernahm B. nun die Mühle des Va-
ters zur Verwaltung und benutzte
daneben jede Mußestunde, sich wissen-
schaftlich fortzubilden. Nach dem
Tode des Vaters siedelte B. 1890
nach Hannover über und fand hier
eine Stellung in einem Fabrikgeschäft,
das ihn in eine Filiale nach Berlin
sandte. Jm Herbst d. J. kehrte er
nach Hannover zurück u. lebt er noch
jetzt daselbst. Eine von ihm 1902 ge-
gründete Monatsschrift für christliche
Poesie, "Der Sänger", hatte nur kur-
zen Bestand.

S:

Herzensstimmen (Lr.
u. Ge. mit Melodien v. Hugo Teske),
1900. - Eine Stimme vor dem Sturm,
1905. - Funken vom Heimatherd,
1908. - Stimmen der Höhe (Gesänge),
1908.

*Böhlje, Heinrich,

Bruder des
[Spaltenumbruch]

Böh
vorigen, wurde am 14. April 1869 in
Burgforde im Oldenburgischen ge-
boren, besuchte die Dorfschule in Lins-
wege u. ging nach seiner Konfirmation
zu einem befreundeten Landsmanne
nach dem westfalischen Sauerlande,
um bei ihm das Schneiderhandwerk
zu erlernen. Er lebt seit mehreren
Jahren als Schneidergeselle in Alt-
roggen-Rahmede (Westfalen).

S:


Deklamationen und Gedichte, 1896. -
Jnteressante Erlebnisse (En. in poe-
tischem Gewande), 1901. - Gedichte
für die Weihnachtsfeier der Sonn-
tagsschule, 1900. - Guido der Find-
ling (Erzählung für die Jugend),
1904.

Böhm, Antonie,

pseudon. Alma
Friedland
, wurde 1846 in Wien
als die Tochter eines Magistrats-
beamten geboren, besuchte nur die
Volksschule, bildete sich dann aber
unter der Leitung ihres Bruders wei-
ter. Auf Reisen, die sie mit ihrem
Vater unternahm, wurde zuerst ihr
poetisches Talent geweckt, das sie seit-
dem unausgesetzt gepflegt und be-
tätigt hat. Sie starb in Wien am
16. November 1903.

S:

Gedichte,
1892.

*Böhm, Eduard,

geb. am 26. Juli
1858 in Dogehnen, Kreis Königsberg
i. Pr., besuchte die Realschule auf der
Burg in Königsberg und verließ die-
selbe mit der Versetzung nach Prima,
um sofort seiner Militärpflicht beim
Jnfanterieregiment Nr. 41 zu ge-
nügen. Darauf besuchte er seit dem
Herbst 1878 die Kunstakademie in
Königsberg, um sich zum Landschafts-
maler auszubilden, wozu er bedeu-
tendes Talent zeigte. Da er bald da-
nach zu kränkeln anfing, so gab er
nach vier Jahren sein Studium auf
und kehrte in das Elternhaus nach
Dogehnen zurück, wo sein Vater noch
als Gutsbesitzer lebte. Hier schrieb er
in seinen Mußestunden seine mund-
artlichen Gedichte. Bei zunehmender
Krankheit (Neurasthenie) erfolgte ganz

*


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Böh
mehrere Semeſter eine gründliche
Ausbildung in der Muſik. Letztere
trat dann ſpäter hinter der Poeſie
zurück, als verſchiedene Dichtungen
des jungen Mädchens hier und da in
Zeitungen u. Zeitſchriften Aufnahme
fanden, und jetzt widmet ſie ſich ganz
der Schriftſtellerei. Sie lebt noch in
Frankfurt a. M.

S:

Geneſung (Ge.),
1904.

*Böhlje, Georg,

geb. am 8. März
1867 zu Halstrup im Oldenburgiſchen
als der Sohn eines Müllers u. Land-
wirts, der ſpäter die Mühle in Burg-
forde bei Weſterſtede erwarb, verlebte
hier ſeine Jugend und beſuchte die
Dorfſchule in dem benachbarten Lins-
wege. Nach ſeiner Konfirmation ver-
ſuchte er ſich erſt in den Beruf eines
Kaufmannes, dann eines Schreibers
hineinzuleben, aber mit wenig Erfolg,
ſo daß er ſich zur Auswanderung nach
Amerika entſchloß. Eine ältere Schwe-
ſter begleitete ihn. Jn Springfield
fand er einen Platz als zweiter Kaſ-
ſierer in einem großen kaufmänniſchen
Geſchäft, bis ihn ein neuraſtheniſches
Leiden nach 2½ Jahren zwang, ins
Elternhaus zurückzukehren. Da der
Vater kränklich geworden war, ſo
übernahm B. nun die Mühle des Va-
ters zur Verwaltung und benutzte
daneben jede Mußeſtunde, ſich wiſſen-
ſchaftlich fortzubilden. Nach dem
Tode des Vaters ſiedelte B. 1890
nach Hannover über und fand hier
eine Stellung in einem Fabrikgeſchäft,
das ihn in eine Filiale nach Berlin
ſandte. Jm Herbſt d. J. kehrte er
nach Hannover zurück u. lebt er noch
jetzt daſelbſt. Eine von ihm 1902 ge-
gründete Monatsſchrift für chriſtliche
Poeſie, „Der Sänger“, hatte nur kur-
zen Beſtand.

S:

Herzensſtimmen (Lr.
u. Ge. mit Melodien v. Hugo Teſke),
1900. – Eine Stimme vor dem Sturm,
1905. – Funken vom Heimatherd,
1908. – Stimmen der Höhe (Geſänge),
1908.

*Böhlje, Heinrich,

Bruder des
[Spaltenumbruch]

Böh
vorigen, wurde am 14. April 1869 in
Burgforde im Oldenburgiſchen ge-
boren, beſuchte die Dorfſchule in Lins-
wege u. ging nach ſeiner Konfirmation
zu einem befreundeten Landsmanne
nach dem weſtfaliſchen Sauerlande,
um bei ihm das Schneiderhandwerk
zu erlernen. Er lebt ſeit mehreren
Jahren als Schneidergeſelle in Alt-
roggen-Rahmede (Weſtfalen).

S:


Deklamationen und Gedichte, 1896. –
Jntereſſante Erlebniſſe (En. in poe-
tiſchem Gewande), 1901. – Gedichte
für die Weihnachtsfeier der Sonn-
tagsſchule, 1900. – Guido der Find-
ling (Erzählung für die Jugend),
1904.

Böhm, Antonie,

pſeudon. Alma
Friedland
, wurde 1846 in Wien
als die Tochter eines Magiſtrats-
beamten geboren, beſuchte nur die
Volksſchule, bildete ſich dann aber
unter der Leitung ihres Bruders wei-
ter. Auf Reiſen, die ſie mit ihrem
Vater unternahm, wurde zuerſt ihr
poetiſches Talent geweckt, das ſie ſeit-
dem unausgeſetzt gepflegt und be-
tätigt hat. Sie ſtarb in Wien am
16. November 1903.

S:

Gedichte,
1892.

*Böhm, Eduard,

geb. am 26. Juli
1858 in Dogehnen, Kreis Königsberg
i. Pr., beſuchte die Realſchule auf der
Burg in Königsberg und verließ die-
ſelbe mit der Verſetzung nach Prima,
um ſofort ſeiner Militärpflicht beim
Jnfanterieregiment Nr. 41 zu ge-
nügen. Darauf beſuchte er ſeit dem
Herbſt 1878 die Kunſtakademie in
Königsberg, um ſich zum Landſchafts-
maler auszubilden, wozu er bedeu-
tendes Talent zeigte. Da er bald da-
nach zu kränkeln anfing, ſo gab er
nach vier Jahren ſein Studium auf
und kehrte in das Elternhaus nach
Dogehnen zurück, wo ſein Vater noch
als Gutsbeſitzer lebte. Hier ſchrieb er
in ſeinen Mußeſtunden ſeine mund-
artlichen Gedichte. Bei zunehmender
Krankheit (Neuraſthenie) erfolgte ganz

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[282/0286] Böh Böh mehrere Semeſter eine gründliche Ausbildung in der Muſik. Letztere trat dann ſpäter hinter der Poeſie zurück, als verſchiedene Dichtungen des jungen Mädchens hier und da in Zeitungen u. Zeitſchriften Aufnahme fanden, und jetzt widmet ſie ſich ganz der Schriftſtellerei. Sie lebt noch in Frankfurt a. M. S: Geneſung (Ge.), 1904. *Böhlje, Georg, geb. am 8. März 1867 zu Halstrup im Oldenburgiſchen als der Sohn eines Müllers u. Land- wirts, der ſpäter die Mühle in Burg- forde bei Weſterſtede erwarb, verlebte hier ſeine Jugend und beſuchte die Dorfſchule in dem benachbarten Lins- wege. Nach ſeiner Konfirmation ver- ſuchte er ſich erſt in den Beruf eines Kaufmannes, dann eines Schreibers hineinzuleben, aber mit wenig Erfolg, ſo daß er ſich zur Auswanderung nach Amerika entſchloß. Eine ältere Schwe- ſter begleitete ihn. Jn Springfield fand er einen Platz als zweiter Kaſ- ſierer in einem großen kaufmänniſchen Geſchäft, bis ihn ein neuraſtheniſches Leiden nach 2½ Jahren zwang, ins Elternhaus zurückzukehren. Da der Vater kränklich geworden war, ſo übernahm B. nun die Mühle des Va- ters zur Verwaltung und benutzte daneben jede Mußeſtunde, ſich wiſſen- ſchaftlich fortzubilden. Nach dem Tode des Vaters ſiedelte B. 1890 nach Hannover über und fand hier eine Stellung in einem Fabrikgeſchäft, das ihn in eine Filiale nach Berlin ſandte. Jm Herbſt d. J. kehrte er nach Hannover zurück u. lebt er noch jetzt daſelbſt. Eine von ihm 1902 ge- gründete Monatsſchrift für chriſtliche Poeſie, „Der Sänger“, hatte nur kur- zen Beſtand. S: Herzensſtimmen (Lr. u. Ge. mit Melodien v. Hugo Teſke), 1900. – Eine Stimme vor dem Sturm, 1905. – Funken vom Heimatherd, 1908. – Stimmen der Höhe (Geſänge), 1908. *Böhlje, Heinrich, Bruder des vorigen, wurde am 14. April 1869 in Burgforde im Oldenburgiſchen ge- boren, beſuchte die Dorfſchule in Lins- wege u. ging nach ſeiner Konfirmation zu einem befreundeten Landsmanne nach dem weſtfaliſchen Sauerlande, um bei ihm das Schneiderhandwerk zu erlernen. Er lebt ſeit mehreren Jahren als Schneidergeſelle in Alt- roggen-Rahmede (Weſtfalen). S: Deklamationen und Gedichte, 1896. – Jntereſſante Erlebniſſe (En. in poe- tiſchem Gewande), 1901. – Gedichte für die Weihnachtsfeier der Sonn- tagsſchule, 1900. – Guido der Find- ling (Erzählung für die Jugend), 1904. Böhm, Antonie, pſeudon. Alma Friedland, wurde 1846 in Wien als die Tochter eines Magiſtrats- beamten geboren, beſuchte nur die Volksſchule, bildete ſich dann aber unter der Leitung ihres Bruders wei- ter. Auf Reiſen, die ſie mit ihrem Vater unternahm, wurde zuerſt ihr poetiſches Talent geweckt, das ſie ſeit- dem unausgeſetzt gepflegt und be- tätigt hat. Sie ſtarb in Wien am 16. November 1903. S: Gedichte, 1892. *Böhm, Eduard, geb. am 26. Juli 1858 in Dogehnen, Kreis Königsberg i. Pr., beſuchte die Realſchule auf der Burg in Königsberg und verließ die- ſelbe mit der Verſetzung nach Prima, um ſofort ſeiner Militärpflicht beim Jnfanterieregiment Nr. 41 zu ge- nügen. Darauf beſuchte er ſeit dem Herbſt 1878 die Kunſtakademie in Königsberg, um ſich zum Landſchafts- maler auszubilden, wozu er bedeu- tendes Talent zeigte. Da er bald da- nach zu kränkeln anfing, ſo gab er nach vier Jahren ſein Studium auf und kehrte in das Elternhaus nach Dogehnen zurück, wo ſein Vater noch als Gutsbeſitzer lebte. Hier ſchrieb er in ſeinen Mußeſtunden ſeine mund- artlichen Gedichte. Bei zunehmender Krankheit (Neuraſthenie) erfolgte ganz *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 282. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/286>, abgerufen am 25.03.2019.